Da ich punkto Präsentation nicht so den Durchblick habe, kann ich wenig bis nichts fachlich Fundiertes beitragen.
Nur so aus dem Bauch heraus finde ich beide Tische etwas zu klein für diesen Stein.
Die untergehende Sonne ist mir viel zu melancholisch, Ich sähe da viel lieber eine aufgehende Sonne mit Kraft und frischer Hoffnung.
Der Stein selbst ist sehr interessant und lädt ein zur Meditation:
Das Tor steht offen und lädt ein zum Überschreiten der "Schwelle".
Dahinter ist nichts Überraschendes sondern nur der weite Horizont.
Alle Dogmen, alle Zwänge und alle Meinungen kann man vor der Pforte ablegen und unbeschwert die andere Seite erkunden.
Auch wenn man zuweilen auf diese Seite zurückkehrt, bleibt die Pforte einladend geöffnet und vermittelt Zuversicht und Freiheit.
Sanne hat geschrieben: 23.07.2020, 15:56
... wie der Stein Deine Phantasie beflügelt.
Wenn man es konfuzianisch betrachtet, beflügelt der Stein nicht meine Phantasie.
Viel mehr teilt der Stein jedem Betrachter eine eigene Botschaft resp. Vision mit.
Aus meiner persönlichen Weltanschauung lehne ich jedoch jeden geistlichen Bezug von Mensch und toter Materie ab aber ich interessiere mich trotzdem für Sichtweisen und Impressionen Dritter.
Deshalb wäre es aufschlussreich, warum Du diesen Stein gekauft hast und wie Du ihn assoziierst.
Dein Palombino hat eine interessante Spannung zwischen dem Plateau und den Bergspitzen.
Der Dai ist sehr schlicht aber einfühlsam gestaltet worden.
Vorzugsweise schätzt man bei Dan-seki die Erhebungen hinter dem Plateau. Hier sind sie direkt daneben und perspektivisch davor.
Das verursacht eine gewisse Disharmonie und das Bild gerät leicht aus der Balance.
Das Auge sucht immer wieder Halt an den kleinen Gipfeln weil es keine Ruhe über dem Plateau findet. Das macht eine kleine Unruhe und gibt dem Stein wohl den Charakter und das Thema.
Mein Name für den Stein wäre: Weird Tension.
vielen Dank für Deinen Kommentar.
Ich dachte schon, dass hier im Forum gar kein Interesse mehr für Suiseki besteht. Gestern hatte ich mal nach Suiseki-Foren im Netz geschaut und leider nur eins in Italien gefunden.
Gerade diese ungewöhnliche Spannung gefällt mir an dem Stein sehr gut. Die meisten Plateausteine sehen meist ganz „platt“ aus.
Hier noch zwei bessere Verkaufsbilder, die mich zum Kauf von diesem nicht gerade günstigen Suiseki veranlasst hatten.
LG, Sanne
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Was wären wir ohne den Trost der Bäume… (Zitat von Gisela V.)
Diesen kleinen Stein hatte ich hier auf Seite 10 schon einmal gezeigt. download/file.php?id=250198&mode=view
Heute habe ich mal aus Spaß die Abzugslöcher einer flachen Schale zugeklebt und den Stein da rein gesetzt. Mit diesem „Suiban“ gefällt mir der Stein viel besser.
Was meint Ihr?
Grüße, Sanne
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Was wären wir ohne den Trost der Bäume… (Zitat von Gisela V.)
Allerdings würde ich einen flacheren und etwas grösseren Suiban bevorzugen.
Bezüglich einer Tokonoma-Präsentation: Ein Rollbild mit fernöstlichem Schriftzeichen kann ich nicht zuordnen, weil ich es nicht verstehe. Daher ist es für mich mehr verwirrend als dekorativ. Aber das ist ein rein persönliches Defizit meinerseits.
Hippo hat geschrieben: 05.08.2020, 19:56
...Ein Rollbild mit fernöstlichem Schriftzeichen kann ich nicht zuordnen, weil ich es nicht verstehe. Daher ist es für mich mehr verwirrend als dekorativ...
Mir wurde mal erklärt, das das Shodō MIZU (Wasser) bedeutet. Passt also zur jetzigen Jahreszeit.
Und ja, der Suiban hätte etwas größer und flacher sein können und dann noch einen längeren Tisch...
Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume… (Zitat von Gisela V.)
ich kann Sannes Aussage nur bestätigen. Das abgebildete Shodō MIZU bedeutet Wasser. Auch wenn ich selbst kein Japanisch kann, so liegt in diesem Fall halt das Original-Rollbild neben mir und ich weiß einiges darüber.
Doch ich finde George schneidet hier einen ganz wichtigen Punkt von Präsentationen an.
Hippo hat geschrieben: 05.08.2020, 19:56
Ein Rollbild mit fernöstlichem Schriftzeichen kann ich nicht zuordnen, weil ich es nicht verstehe. Daher ist es für mich mehr verwirrend als dekorativ. Aber das ist ein rein persönliches Defizit meinerseits.
Auch wenn er es als "persönliches Defizit" abtut, so teilt er dieses wohl mit der überwiegenden Mehrheit hier im Westen, gerade mit solchen Schriftzeichen.
Eine wirkliche Präsentation (kazari) und nicht nur bloße zur-Schau-Stellung, sollte einen künstlerischen Ansatz verfolgen und will dem Betrachter etwas vermitteln. Das kann natürlich nur funktionieren wenn dieser auch in der Lage ist die "Zeichen" zu deuten. Ansonsten sind, z.B. japanische Schriftzeichen, nur irritierend und lenken ab.
Da die möglichen "Hinweise" immer nur sehr subtil gegeben werden können ist das ganze schnell ein Spiel mit dem Kenntnisstand der Betrachter.
mich würde Deine konkrete Meinung zu dieser Sommer-Präsentation schon interessieren.
Ansonsten böse Zungen könnten auch behaupten, dass das BFF eine „bloße Zur-Schau-Stellung“ darstellt.
Sonnige Grüße aus dem Norden, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume… (Zitat von Gisela V.)