ABMOOSUNG -Grundschnitt des 2-Meter-Fächerahorns

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BenBonsai
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Re: ABMOOSUNG -Grundschnitt des 2-Meter-Fächerahorns

Beitrag von BenBonsai »

Lieber Michael

Die Abmoosung hast Du wirklich prima hinbekommen. Für die Vitalität war das ungehinderte Wachstum im Kronenbereich erstmal gut, von den langen Stengeln kannst Du aber wahrscheinlich viele auf Dauer nicht brauchen. In den nächsten Jahren kannst Du Dir den Kronenaufbau vornehmen. Ich habe bei meinen Ahornen lange experimentiert, bis ich die besten Resultate erzielt und keinen Ausfall mehr hatte.

Momentan mache ich das so:

- Radikalschnitte mache ich i.d.R. Anfang Juni. Das geht bei den meisten grünen! Ahornen auch ins alte Holz problemlos. Besser aber bis zum letzten Trieb schneiden, um Saftrückzug zu vermeiden.
- Eine gute Astbewegung erreichst Du, wenn Du die frischen Triebe gleich selektierst und drahtest, solange sie noch dünn sind. Dann kann man gute Bewegungen formen, der Draht muss aber bereits nach Kurzem wieder ab.
- Im ersten Jahr lasse ich länger durchtreiben (zum Kraft tanken), manchmal (abhängig von der Baumgesundheit) mache ich noch einen Heckenschnitt.
- In den Folgejahren mache ich jeweils 2-3 Heckenschnitte und schneide immer auf Verjüngung.
- Ich arbeite jedes Jahr an den Wurzeln, aber nicht radikal (bei Topf- bzw. Baumschulpflanzen jedes Jahr etwa 10-20cm des Wurzelballens entfernen, Erde auswaschen oder auskämmen, Schritt für Schritt)
- Ich mische seit mehreren Jahren präventiv Aliette ins Wasser (ich pflege 30 verschiedene Ahorn-Varietäten, seither kein Pilzbefall mehr, es kommt aber auch darauf an, dem Baum nicht zu viel auf einmal zuzumuten)
- Ich achte auf Teilschattierung (die Ahorne kommen i.d.R. aus Italien aus grossen Baumschulen, dort stehen die Bäume meistens teilschattiert!)
- Gedüngt wird organisch (punktuell) und mineralisch ((konstant aber niedrigdosiert). Gelegentlich mische ich Orus unter.
- das Substrat muss sehr durchlässig sein, Blähton mit Torf oder Kokosfaster und etwas Kanuma und Sphagnummoos haben mir sehr gute Dienste erwiesen (Übrigens: ich habe gelernt, dass man kranke Ahorne mit reinem Sphagnummoos retten kann).

Liebe Grüsse Ben
Michael 86
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Re: ABMOOSUNG -Grundschnitt des 2-Meter-Fächerahorns

Beitrag von Michael 86 »

Hallo und danke für die netten Kommentare

Ben, gerade dein Lob freut mich besonders denn wie ich ja in dienen Themen schon oft erwähnt habe, bin ich ein großer Fan deiner Bäume. Deswegen freut es mich auch sehr, das du deine Erfahrungen teilst.
Was den Rückschnitt betrifft, habe ich den Ahorn schon jetzt gut zurück genommen, aber nur soweit, dass noch überall etwas Laub stehen geblieben ist, weil ich eben Saftrückzug vermeiden will. Ich hatte bei ein paar anderen Abmoosungen immer alles Laub stehen gelassen. Das hat teilweise dazu geführt, dass die Bäume schwache innere/untere Äste abgeworfen haben und die stärkeren wurden kahl, nur die Spitzen blieben grün. Das möchte ich vermeiden. Der Ahorn soll das Nötigste behalten aber die Kraft soll nicht mehr in unbrauchbare Bereiche gesteckt werden, sondern da wo man es eher gebrauchen kann.
Ich denke der wird nach dem endgültigen Schnitt wieder problemlos in den Kombi passen. Aber erst soll er mir durch Rückknospung anzeigen, dass ich seine Bereitschaft für den heftigen Rückschnitt bekomme.
Plan wird wohl der sein den Neuaustrieb zu gestalten, diesen zu fördern und wenn genug Laub steht (wahrscheinlich 2022) den harten Rückschnitt anzugehen. Ich denke so viel Zeit geht da nicht verloren. Die Überwallung kann direkt stärker starten als wenn er triebe erst neu bilden muss und diese dann wachsen. GGf wird er 2021 nochmal leicht gestutzt, wenn er weiter unten austreibt und anzeigt, dass er Wurzeltrennung und ersten Rückschnitt gut mitgemacht hat. Wie du schon erwähnst, lieber am Anfang nicht so konsequent, dafür aber nicht zu viel auf einmal zumuten.

Mit reinem Sphagnummoos kranke Bäume retten? Das interessiert mich genauer. Alles auswaschen und dann in pures Moos setzen? Ich stelle mir das sehr schwer vor, die Feuchtigkeit zu kontrollieren. Regenschutz wohl vorausgesetzt. Ich weiß auch nicht wirklich, ob dieser Ahorn wirklich nen Pilz hat oder nicht. Dieses Jahr erschien er mir trotz extremer Hitze und Trockenheit sehr vital. Sogar das trocknen der Spitzen hielt sich sehr in grenzen bei viel Sonnenstunden.
Grüße Michael :)
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BenBonsai
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Re: ABMOOSUNG -Grundschnitt des 2-Meter-Fächerahorns

Beitrag von BenBonsai »

Hi Michael

Zum Sphagnummoos: ich habe den Tipp von Peter Chan aus Lingfield, UK übernommen. Er sagt, dass man geschwächte Bäume gut mit Moos aufpäppeln kann.
Ich habe das dann ausprobiert. Ein Beispiel: Im Frühling wollte ich einen Ahorn per Post nach Italien versenden. Coronabedingt blieb alles stecken. Das führte dazu, dass der Baum nach drei Wochen wieder zurückkam und keinen lebendigen Ast mehr hatte. Um nicht untätigerweise in Resignation zu verfallen probierte ich, den Wurzelballen grob auszuwaschen und dann mit Moos in eine Anzuchtschale zu setzen. Das Ergebnis: er erholte sich binnen kurzer Zeit und machte 80cm Neutrieb. Mag Zufall gewesen sein, glaube ich aber nicht, weil ich das auch bei anderen Bäumen erlebt habe. Feuchtigkeitsprobleme können entstehen, wenn man das längere Zeit macht, aber eine Saison ist überhaupt kein Problem. Man kann giessen wie alle anderen Bäume.
Zur Klärung: ich denke nicht, dass Dein Baum die Welke hat(te), das sieht anders aus. Wenn Du dem Baum viel Zeit gibst und ausreichend kleinschrittig vorgehst (wie Du geschrieben hat) kannst Du das Risiko minimieren.

Liebe Grüsse Ben
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