Auch hier ein kurzer Zwischenbericht. Blattschnitt Ende Mai und vor einer Woche fast kompletter Blattschnitt. Die Verzweigung wird sich so in den nächsten Jahren Schritt für Schritt verbessern und auch die Krone wird dann immer ansprechender und passt sich immer besser in das Gesamtbild ein. Es macht echt Spaß zu sehen, dass man nicht immer die riesigen Prügel von Yamadori ausgraben muss, um schöne Bäume hinzubekommen, die in dieser Form auch sehr selten sein dürften und die man gut alleine tragen kann. Seit ich diesen Weg konsequent versuche zu gehen, bin ich wesentlich demütiger im Umgang mit meinen Bäumen geworden. Das tut mir gut :-)
auch wieder eine super entwicklung. deine dokus sind wirklich eine absolute bereicherung für das forum.
habe ich das richtig verstanden, dass der erste blattschnitt komplett und der zweite teilweise, d.h von allen blättern die hälfte, gemacht wird ?
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten" chinesische Weisheit
Achim, Ende Mai kommen alle Blätter ab, je nach Witterung und dann kommt der nächste Austrieb. Zwischen Ende Juni und Anfang Juli, auch wieder je nach Witterung (Heuer war es etwas kühler bei uns) schneide ich dann auch wieder auf zwei Blätter. Davon kommt das hintere Blatt ganz weg und von dem vorderen Blatt kommt je nach Blattgröße zwischen 1/2 uns vielleicht 4/5 der Blattfläche weg, sodass an den Blattstielen nur noch ganz wenig Blatt ist. Das reicht aber, um den Transpirationssog bis zur Knospe am Laufen zu halten und es ermöglicht dem Baum seine Stoffwechselprozesse, wenn auch auf Minimum, weiterzuführen. Der Baum muss aber unbedingt gesund bleiben (Nährstoffversorgung), dann ist dieses minimale Wachstum, was man nur noch zulässt sehr gut, um die Zweige sehr fein zu bekommen mit möglichst einer Knospe am Ende. Momentan schwellen die Knospen gerade wieder überall an und werden nächste Woche wieder austreiben. Dann wird diese Behandlung genau wieder so durchgeführt, bis der Baum sein Wachstum von allein einstellt.
Barbara, Wie ich gerade geschrieben habe, ist das sogar noch nicht einmal der letzte Rückschnitt. Ich habe das die letzten Jahre mal beobachtet und festgestellt, das selbst sehr späte Austriebe noch ganz gut aushärten (für Linden gesprochen). Mit dieser Methode ist es auch so, dass die Krone wirklich maximal transparent gehalten wird ab dem Sommer und das bewirkt bei Winterlinden dann diese schönen purpurnen Triebspitzen und Knospen. Bei Rotbuchen beispielsweise würde ich das so nicht machen, weil die viel länger brauchen, um ihre Knospen für das nächste Jahr zu entwickeln. Ich würde mal sagen, dass man es bei allen Bäumen (im Feinverzweigungsstadium) machen kann, die im Frühjahrsaustrieb ihre Blätter aus einer embrionalen Triebspitze schieben und nicht wie Eichen und Buchen den kompletten Trieb in der Knospe angelegt haben.
So ungefähr :-)
Keine Ursache. Eins vielleicht noch. Alle meine Bäume mache ich so damit sie möglichst im Winter am besten aussehen. Wenn im Sommer die ganze Zeit alles wächst oder die Bäume später permanent mit zerschnittenen Blättern dastehen ist mir das egal. Mir gefällt die Winteransicht am besten.
VG
So, alter Draht ab und neuer Draht ran und etwas ausgeschnitten. Im Frühjahr kommt er dann in eine Yamafusa-Schale, die schon im Keller bereit steht. Es ist noch ein längerer Weg, bis sich die Verzweigung und die Reife entwickelt, aber es geht gut voran. Höhe aktuell 63cm. Geplante Höhe etwa 75 cm
VG Roy
Hallo Roy
Wie ich schon geschrieben habe,
schätze ich Deine Arbeit mit den Bäumchen sehr,
aber warum sollte ich dies einfach nur wiederholen
ohne zumindest zu versuchen meine Sicht zu schildern.
Es erwirkt bei mir den Eindruck,
als ob Du den Baum "füllen" wolltest,
weniger beastete Bereiche mit "aufgezwungenen" Mitteln zu vervollständigen.
Einfacher geschrieben, der ein oder andere Ast wird an eine Stelle gelenkt,
wo er mein Harmoniebedürfnis etwas stört.
mfG Dieter
Hallo Dieter, ich denke ich weiß was du meinst, aber manchmal muss man eben Äste in bestimmte Bereiche biegen, wo etwas fehlt oder ich muss wieder fünf Schritte zurückgehen und dann neu aufbauen und auch dann wird es wieder Stellen geben, die ich akzeptieren muss oder durch Biegung mit einbeziehen kann oder wegschneide, wobei abschneiden immer so eine Sache ist. Ich schneide schon wirklich schon viel ab und bin ein Freund von Neuaufbau, aber ab ist ab und ist manchmal nur schwer mit Neutrieben zu komplettieren, wenn der Rest des Baumes auch noch so eine Konkurrenz für innen liegende Neutriebe ist. Ich mache es mittlerweile so, auch Triebe, wo ich denke, dass sie mal weg müssen noch eine Weile behalte, da es nach einiger Zeit (einige Jahre) das Bild anders darstellen kann. Abschneiden geht immer. Hier mal ein paar Linden, die mir als Vorbild für diesen Baum dienen. Man kann gut erkennen, dass auch die Natur die Bäume füllt und sie durch ein Bonsaiauge betrachtet unharmonisch wirken, aber das macht es aus. Sie sind schön, für mich jedenfalls und ich versuche dem Wesen dieser Bäume nachzuspüren um mich etwas von diesen typischen Bonsaibild zu lösen, da ich eben an super schön gestalteten Fächerahornen, Quitten und Azaleen mit durchgehendem Stamm nichts für Linden lernen kann. Ich schließe aber natürlich nicht aus, dass bei dem Baum nicht noch einige Äste in den nächsten Jahren weggehen. Ich weiß es selbst nicht. https://www.monumentale-eichen.de/ander ... ltshausen/https://www.monumentale-eichen.de/ander ... lfersdorf/