Meine erste Eibe

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
TomS04
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Meine erste Eibe

Beitrag von TomS04 »

Hallo liebes Forum , im Mai dieses Jahres habe ich eine Eibe erstanden. Diese stammt aus einem Nachlass, der „Erbe“ konnte mit Bonsai nicht wirklich was anfangen Wodurch sie fast ein Jahr lang mit Schale im Boden ohne wirkliche Pflege eingegraben stand bis ich sie erlöste. Zum Zeitpunkt des Erwerbs hatte sie gerade kräftig ausgetrieben was mir Hoffnung bescherte aus diesem Baum was machen zu können. Da ich bis dahin mit Eiben und den Eingriffen die ich an Ihnen durchgeführt habe nicht soooo gute Erfahrungen gemacht habe, ließ ich sie erst einmal am neuen Standort ankommen sich eingewöhnen, goss und düngte sie nur, und las mir viel Wissen über diese Bäume an. Diese Woche habe ich sie dann mal ein wenig in Form gebracht, was bedeutet ich habe sie nur gedrahtet und nichts an Grün entfernt . Das Substrat müsste dringend gewechselt werden da es schon relativ dicht ist und Feuchtigkeit sehr lange hält ( allerdings ist es noch durchlässig da nach dem Gießen auch Wasser aus dem Abzugloch läuft). Die relativ schlechte Qualität des Substrates habe ich direkt beim Kauf festgestellt, hatte aber bedenken es Ende Mai direkt nach dem Kauf zu wechseln.
Hier nun meine erste Frage: momentan hat sich wie auf den Fotos zu sehen ein ordentlicher Moosteppich auf dem Substrat gebildet. Überwintert wird der Baum draußen hell windgeschützt und überdacht ohne direkte Sonneneinstrahlung. Ist es besser den Moostepich zu entfernen oder ihn über den Winter zu belassen?
Die zweite Frage betrifft das Umtopfen bzw. Substratwechsel im nächsten Frühjahr. Im Januar werde ich die Drahtung entfernen, dann kurz vor dem Austrieb möchte ich den Substratwechsel durchführen. Da ich in der Zukunft einen Austrieb aus dem Altholz näher am Stamm erreichen möchte habe ich gelesen das ich einer Eibe dafür mehr Platz für neue Wurzeln anbieten muß. Die Frage ist nun ob ich den erforderlichen Platz nur durch Wurzelschnitt erreiche oder ein besseres Ergebnis durch größere Schale erhalte.
Für jegliche Tipps von euch wäre wäre ich sehr dankbar!!
Liebe Grüße
Tom
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Mai 2020 nach dem Kauf
Mai 2020 nach dem Kauf
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Oktober 2020
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Oktober 2020 nach dem Drahten
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bock
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von bock »

Moin Tom,

du wirst die Eibe auch im Winter wässern müssen, da sie über die Nadeln Wasser verliert. Das Moos ist zwar ein guter Verdunstungsschutz und schützt auch die Oberflächenwurzeln, aber die Substratkontrolle ist erschwert.
Wenn du den Wasserbedarf am Gewicht feststellen kannst, würde ich das Moos belassen. Wässern natürlich nur an frostfreien Tagen.
Für guten Zuwachs empfiehlt sich eine einjährige Kur in einem großen Pott (oder Freiland) mit Kompost. Für Rückknospung im Juni alte Nadeln zupfen und Neuaustrieb stark einkürzen.
Gratuliere zu deinem Neuzugang!

:-D
liebe Grüße Andreas
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TomS04
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von TomS04 »

Danke Andreas, dass mit den Alten Nadeln zupfen hatte ich auch schon gelesen.... hab da noch eine technische Frage zu: Alte Nadeln zupfen heißt dann wohl vom Stamm weg in Richtung Astspitze zupfen?? Die zu Stamm am nähersten sind der Logik nach die ältesten???
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mydear
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von mydear »

TomS04 hat geschrieben: 29.10.2020, 11:04 Im Januar werde ich die Drahtung entfernen, dann kurz vor dem Austrieb möchte ich den Substratwechsel durchführen
Hallo Tom,

ich kann mir nicht vorstellen, dass die Eibe dann schon ihre Äste in Position hält. Dazu braucht es viel Stoffwechsel und Wachstum. Im Winter findet beides kaum statt. Leichtes Einwachsen des Drahtes zeigt an, wenn es Zeit wird den Draht abzunehmen.

Grüße
Rainer
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TomS04
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von TomS04 »

Hallo Reiner, was wäre die richtige Vorgehensweise? Die Drahtung trotz des Umtopfens im Frühjahr noch dran lassen und beobachten bis der von dir genannte Zeitpunkt kommt?? Mache mir nur sorgen ob beide Maßnahmen den Baum nicht zu sehr stressen, nachdem was ich so gelesen haben sind Eiben da ja manchmal empfindlich?
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bock
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von bock »

TomS04 hat geschrieben: 29.10.2020, 12:15 Danke Andreas, dass mit den Alten Nadeln zupfen hatte ich auch schon gelesen.... hab da noch eine technische Frage zu: Alte Nadeln zupfen heißt dann wohl vom Stamm weg in Richtung Astspitze zupfen?? Ich zupfe lieber senkrecht zur Triebachse. Die zu Stamm am nähersten sind der Logik nach die ältesten??? So ist das ... ;)
Zu Rainers Einwurf:
Im Prinzip hast du Recht, aber an jüngeren Ästen wird die Rinde unter dem Draht schnell nekrotisch, das heißt, sie stirbt ab. Also im Zweifelsfall lieber früher abnehmen.
liebe Grüße Andreas
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TomS04
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von TomS04 »

Wie ist das praktisch mit „senkrecht zur Triebachse“ gemeint Andreas ???
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Köhler Rudolf
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo Tom,

die Eibe gefällt mir.
Sieh hat Bewegung und jede Menge brauchbarer Äste.
Gestaltung ist immer eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Aus meiner Sicht bietet Deine Eibe mehr an als Du bis jetzt rausgeholt hast.

Wichtig erscheint mir, das Du zu jemanden gehst, der Dir richtiges Drahten lernt.
Gutes Drahten ist eines der wichtigsten Elemente in Sachen Bonsai.
Ohne das wirst du nicht weiterkommen.

Wenn man den Draht richtig angelegt hat, kann man die Äste in die optimale Form bringen.

Dann noch die richtigen Pflegemaßnahmen, richtiges Wässern und Düngen und die Eibe entwickelt sich zu einem Schmuckstück.
Grüße
Rudi K.
TomS04
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von TomS04 »

Vielen Dank Rudolf, habe nächsten Samstag einen Kurs bei einem renommierten Bonsaishop in meiner Gegend, da schaut sich ein Profi meine Eibe an und weist mir den Weg mit ihr...
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bock
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von bock »

Moin Tom,
nimm einen aufrecht wachsenden Trieb und ziehe die Nadeln nach links, rechts, vorne und hinten. Einfach im rechten Winkel vom Trieb weg.
Ziehst du nach unten, kannst du etwas Rinde mit entfernen (unerwünscht), ziehst du nach oben (richtung Triebspitze) könntest du die Nadel durchreissen.
;)
liebe Grüße Andreas
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TomS04
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von TomS04 »

Ah, ok danke Andreas.
TomS04
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von TomS04 »

Hi Forum , ich hoffe ihr und eure liebsten kommt alle gesund durch diese schwierige Zeit!!!
Nun zu meiner Eibe... leider kam das Treffen zum Workshop nicht zu Stande. Klar für mich ist nach lesen unzähliger Beiträge hier im Forum, dass mein Ziel neue Knospen im alten Holz zu erreichen ein Umtopfen in ein größeren Topf unabdingbar ist. Allerdings habe ich da ein Verständnisproblem : von Einschlägen Eibenprofis wird geraten beim Substratwechsel auf das auswaschen der Wurzeln zu verzichten um die bei der Eibe wichtigen Feinwurzeln nicht zu beschädigen. Damit fällt meiner Meinung nach auch das Auskämmen der Wurzeln auch flach . Meine Frage ist nun , wie kriege ich dann ein möglichst Wurzelschonenden Substratwechsel hin???
Michael 86
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von Michael 86 »

Hallo
Also ich habe 3-4m hohe Eiben in einem Garten ausgegraben und in 60cm Speiskübel gesetzt. Ich habe mit ner Wurzelkralle und nem harten Wasserschlauch die komplette Gartenerde ausgewaschen und in gebrochenen Blähton getopft. Es sind von 7 oder 8 Bäumen nur 2 nicht angewachsen, und das nach dem heftigen Vorgehen.
Wenn ich extra Vorsichtig sein will, mache ich das eigentlich immer so. Einen Wurzelharken, Spitze am besten abgenutzt, und dann nur das Substrat/Erde auflockern und mit dem Wasserschlauch ausspülen. Ein bisschen von original Ballen abgekratzt für Bodenorganismen/M. Pilz wieder zum neuen Substrat dazu.
Auskämmen zerstört immer auch einen großen Teil der Feinwurzeln.
Aber dass für eine Rückknospung ein größerer Topf zwingend sein muss, sehe ich nicht so.
Anständiges Substrat, Dünger und Rückschnitt sollten vollkommen ausreichen.

PS: oben bei Bock gelesen, Freiland oder große Schale bezieht sich mMn (und so ist es eigentlich auch) auf Zuwachs. Also Trieblänge, Nadelmasse und dadurch auch Stammdicke
Grüße Michael :)
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Heike_vG
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von Heike_vG »

Frisch ausgegrabene Bäume und ein schon in der Schale etablierter und gestalteter Baum sind aber mal ein himmelweiter Unterschied! *finger*
TomS04 hat geschrieben: 17.12.2020, 21:47 Klar für mich ist nach lesen unzähliger Beiträge hier im Forum, dass mein Ziel neue Knospen im alten Holz zu erreichen ein Umtopfen in ein größeren Topf unabdingbar ist. Allerdings habe ich da ein Verständnisproblem : von Einschlägen Eibenprofis wird geraten beim Substratwechsel auf das auswaschen der Wurzeln zu verzichten um die bei der Eibe wichtigen Feinwurzeln nicht zu beschädigen. Damit fällt meiner Meinung nach auch das Auskämmen der Wurzeln auch flach . Meine Frage ist nun , wie kriege ich dann ein möglichst Wurzelschonenden Substratwechsel hin???
Hallo Tom,
wenn das alte Substrat von guter Qualität und noch gut durchlässig ist, sehe ich keine Veranlassung, die Wurzeln auszuwaschen oder ausgiebig auszukämmen. Das würde das Wachstum erst einmal unnötig für eine Weile bremsen. Du lockerst nur an den Rändern die lang und fest an den Schalenwänden und am Schalenboden gewachsenen Wurzeln und schneidest sie zurück, lässt aber den restlichen Ballen intakt. Dann topfst Du den Baum in eine rundum ein paar Zentimeter größere Schale (kein übermäßig riesiges Gefäß) und befestigst ihn gut darin. So wirst Du die nächsten zwei - drei Jahre guten Zuwachs bekommen, ohne die Struktur und alles schon Erarbeitete an Deiner Eibe wieder zu verlieren. Das Umtopfen würde ich aber nicht vor dem Frühjahr (Februar / März je nach Temperaturen und Schutzmöglichkeit) vornehmen.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
TomS04
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Re: Meine erste Eibe

Beitrag von TomS04 »

Das alte Substrat ist genau das Problem, es ist ziemlich dicht und müsste auf jeden Fall erneuert werden .. und wenn ich die Wurzeln tauche und versuche per Hand sehr vorsichtig das alte Substrat auszuwaschen sollte ich doch die Feinwurzeln nicht allzu sehr verletzen oder?? Mit dem Rest würde ich verfahren wie Heike es beschrieben hat.
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