Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Köhler Rudolf
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Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo,

ich habe gerade folgenden Bericht von Felipe Dallorte (Brasilien) gelesen.
Ich habe ihn bei einem WS einmal persönlich kennengelernt:


Felipe Dallorto
16. Januar 2018 ·
Aufgrund der großen Anzahl von Leuten, die mich suchen, um Zweifel über Bonsai zu haben, folgen Sie einem Rat, damit Sie alle darüber nachdenken können...
Menschen geben jährlich mehr als 5 Tausend Reais für Bäume und Materialien für Bonsai aus und viele von ihnen wissen nicht, was sie mit diesen ′′ Materialien ′′ machen sollen.
Viele sind verwirrt in den Regeln der Kunst, andere denken, sie wüssten und verwechseln am Ende und verzerren vor allem Stile, Regeln und etc...
In Europa, Japan und so weiter.. bevor jemand einen Baum kauft, sage ich, ein Großteil davon, informiert sich zuerst und geht vorallem in eine Bonsai-Schule.
Deshalb fragen mich einige; aber ich möchte nicht professionell werden, ich muss nicht in eine Schule gehen, ich möchte nur Bonsai für ′′ Hobby ′′ machen, sie sprechen als ob Bäume die gleichen Objekte wie in ihrem Haus wären.... sie dienen nur um das Regal zu schmücken!
Nur, um einen echten Bonsai mit Qualität zu machen, auch wegen Hobby, muss man studieren!
Wir üben eine ′′ lebendige ′′ Kunst aus, wir sollten verstehen, wenn sie krank ist, was für eine Krankheit, wenn sie Nahrung, Wasser braucht, wie sie in Jahreszeiten reagieren und etc... vor allem das Leben dieses Baumes respektieren!
Bonsai braucht Zeit und deshalb wenden wir Techniken an, um diese ′′ Zeit ′′ zu beschleunigen, aber wie wenden wir diese Techniken an? Wann wenden wir an? Bei welchen Arten? Es sind viele Techniken, Arten, Zweifel, Fragen, die in kürzester Zeit schwer zu beantworten sind.
Ich sehe in Gruppen und Foren, Leute mit Zweifel und viele, die unterschiedliche und falsche Antworten zu diesem Thema geben und den Anfänger einen schweren Fehler in seinem Baum machen.
Hört auf zu denken, werft eure Zeit und euer Geld nicht weg. Sucht nach einem Profi, geht in eine ernsthafte Schule, wo ihr euch sicher fühlen könnt, was ihr macht.
Leider ist die Wahrheit nackt und roh, viele mögen sie nicht hören, aber Bonsai lernt man lernen durch studieren, leben, üben und es braucht Jahre der Übung.
Niemand beherrscht Techniken unter 5 Jahren in der Kunst, manchmal braucht es Jahrzehnte, um genaue Antworten über eine angewandte Technik oder das Verhalten einer Art zu haben.
Ich sage das aus eigener Erfahrung, es sind 17 Jahre, die üben, leben, studieren und in Wissen investieren.
Vergiss nicht: Bonsai ist nicht nur ein Glas und ein paar Pfoten, schon gar kein dekoratives Objekt!
Bonsai ist Leben, Wissen und Disziplin!
Bleibt der Tipp....
Umarmungen an alle und bewährte Praktiken!


Nur mal so als Denkanstoss
Grüße
Rudi K.
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zopf
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von zopf »

Hallo Rudi
In den Worten steckt schon Einiges an Wahrem.
Aber wie sollte jemand der lernen möchte und bereit ist
diesen Weg mit einem Lehrer zu gehen
beurteilen welcher "Könner-Lehrer -Meister" auch wirklich diesen Titel verdient.
Zeitungen und Internet lassen vermuten das es ganz schön Viele davon gibt.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
Hippo
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von Hippo »

Köhler Rudolf hat geschrieben: 24.01.2021, 11:39 Bonsai ist nicht nur ein Glas und ein paar Pfoten, ......
Das muss ein Insider sein. *schulter zuck* :lol: :lol: :lol:

Ansonsten; herrliche Übersetzung!
Grumpy old fat Kiboko.
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abardo
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von abardo »

Hi,

ich denke, daß sich das Konzept des Frontalunterrichts und "unter Aufsicht Fakten lernen" längst überholt hat. Das wollen aber gerade Lehrer nicht wahrhaben. In Workshops lernt man nur das, was schon bekannt ist.

Diese Fakten bringt einem das Internet jedoch umsonst, bewegt und in Farbe und man kann auch tausenmal auf Anfang klicken, bis mans gerafft hat. Ausprobieren und üben sollte man das alles selbst allein oder in Gruppen können. Und wenn man es nicht kann, braucht man eher einen "Partner" oder persönlichen Coach als einen Lehrer. Der einem beibringt, wie man lernt, wie man seinen Weg findet, wie man selbst neu denkt. Diese Fähigkeiten habe ich bisher in keinem Workshop vermittelt bekommen.

Montessori und Bonsai wär mal eine Kombination, die selbst Erfahrene weiter bringen könnte.
Grüße, Frank
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Andreas Ludwig
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von Andreas Ludwig »

abardo hat geschrieben: 24.01.2021, 17:34 ich denke, daß sich das Konzept des Frontalunterrichts und "unter Aufsicht Fakten lernen" längst überholt hat. Das wollen aber gerade Lehrer nicht wahrhaben. In Workshops lernt man nur das, was schon bekannt ist.
Das denkst du. Im Zusammenhang mit Corona kam zutage, dass der Distanzunterricht alles andere als probemlos ist. Da haben sehr viele Grund- und Mittelstufenschüler genau nichts gelernt im Lockdown. Abgesehen davon kann man sich fragen, woher das Internet mehr wissen sollte, als was bekannt ist...

Natürlich gibt es die, die wenig oder gar nicht profitieren von der pysischen Gegenwart eines fachkundigen Lehrers. Besonders von Menschen mit autistischen Zügen ist das durchaus bekannt. Die weit meisten aber bedürfen geradezu einer Lehrperson, die nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch pädagogische Begabung hat und den Stoff individuell und situativ vermitteln kann. Jemand also, der von Schüler zu Schüler geht, dabi stets alle im Blick hat und natürlich auch durch seine schiere Präsenz die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sowas nennt man gemeinhin Lehrer.

Weshalb ich diesen Text auch in der etwas drolligen Übersetzung durchaus klug finde.
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Heike_vG
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von Heike_vG »

Gutes Lernen von einem "Lehrer", Workshopleiter, Coach oder wie man es auch nennen will (das Wort sollte man bei dem holperigen Deutsch nicht auf die Goldwaage legen), ist doch bei Bonsai eigentlich nie Frontalunterricht, sondern gemeinsames individuelles Besprechen und Arbeiten. Manche Dinge kann man im Internet bzw. auf zweidimensionalen Darstellungen einfach nicht so gut sehen wie live und in 3D. Ich habe auch sehr viel aus Zeitschriften, Büchern, dem Forum und anderen Quellen im Internet gelernt. Aber richtig vorangegangen ist es immer in großen Sprüngen, wenn ich zu konkreten Themen praktische Unterstützung von guten Fachleuten bekommen habe.
Auch im AK ist gegenseitiges voneinander Lernen sehr effektiv, wenn gutes Fachwissen und Können wenigstens bei einigen vorhanden ist.
"Den eigenen Weg finden", das kommt sowieso erst, wenn man die Grundlagen gemeistert hat. Welchen Sinn soll es für jemanden machen, einen eigenen Weg zu finden, wenn er noch nicht einmal einen Draht richtig anlegen oder einen Baum umtopfen kann ohne ihn umzubringen.
Wo ich dem Brasilianer wirklich beipflichte ist, dass es wirklich sehr schwierig ist, als kompletter Neuling ohne Kontakt zu Leuten, die schon weiter sind, die Beschäftigung mit Bonsai auf ein befriedigendes Level zu bringen und nicht unnötig Bäume zu verhunzen oder zu killen. Und dass Bonsai nicht als beliebiges Deko-Objekt für Uninteressierte geeignet sind wie z.B. ein Blumenstrauß, der nach einer Woche sowieso in den Biomüll wandert, unterschreibe ich auch.

Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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abardo
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von abardo »

Andreas Ludwig hat geschrieben: 24.01.2021, 18:39 Abgesehen davon kann man sich fragen, woher das Internet mehr wissen sollte, als was bekannt ist...
Nein, es weiss nur alles, was bekannt ist. Das ist doch gerade das Problem. Nur lernt keiner, wie das alles zu filtern, zu sortieren, einzuordnen und zu überprüfen ist. Maximal auf einer Uni lernt man sowas. Dabei gehört das m.M.n. in die Grundschule. Und wie man dann einen Schritt weiter geht, etwas neues erfindet und das wieder ins Netz bringt, damit jeder was davon hat.

Wissen ist keine Bildung. Wissen ist auch keine Analyse. Warum sollte man heute überhaupt noch ein Grundwissen haben ? Was nützt mir, dass ich mal gelernt habe, wie man ein Integral ableitet ? Aber, ein Kunstlehrer hat mich mal angeregt, gut schätzen zu lernen und mir dazu ein paar Tipps und ein passendes Buch in die Hand gedrückt. DAS nutze ich jeden Tag ...

Ich habe lange genug selbst ausgebildet, um zu Wissen, dass ein Lehrer nur das Wissen vermitteln kann, daß er selbst vor 10-50 Jahren gelernt hat. Das bringt den Schüler in der heutigen Welt nicht weiter.
abardo hat geschrieben: 24.01.2021, 17:34 Diese Fähigkeiten habe ich bisher in keinem Workshop vermittelt bekommen.
Das Statement muss ich korrigieren. Bei dem letzten Termin einer der beiden Gestalterschulen, an den ich teilnehme, gab uns am Ende der Lehrer eine Aufgabe für den nächsten Termin auf (der nun ja wohl leider immer weiter verschoben wird). Wir sollen dann einen kleinen Vortrag halten, der unsere Sicht der Ästhetik bei Bonsai beschreibt. Allein die Beschäftigung mit diesem kleinen Vortrag hat mich weiter gebracht, als jeder Vortrag der anderen Schule (bei dem es beim letzten Mal um "den ersten Ast", Bonsai"formen" und "der Nadelbaum, das unbekannte Wesen" ging).
Grüße, Frank
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Andreas Ludwig
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von Andreas Ludwig »

abardo hat geschrieben: 24.01.2021, 20:08Warum sollte man heute überhaupt noch ein Grundwissen haben ?
Um die Dinge einordnen zu können? Um ein empathischer Mensch im Alltag zu sein? Um ein Gefühl dafür zu haben, was anderen wichtig ist und sich nicht zum Missionar in eigener Sache zu machen? Such dir was aus. Im übrigen bilden sich gute Lehrer jeden Tag weiter. Aufgrund ihres Grundwissens. Man nennt das auch Kultur.
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von Andreas Ludwig »

zopf hat geschrieben: 24.01.2021, 12:03 Aber wie sollte jemand der lernen möchte und bereit ist
diesen Weg mit einem Lehrer zu gehen
beurteilen welcher "Könner-Lehrer -Meister" auch wirklich diesen Titel verdient.
Und das noch: Da ich das Einordnen, die Empathie und das Gefühl, was andern wichtig ist, eingebracht habe – genau so sollte man mit Lehrern verfahren aus Schülersicht. Man sollte sie kritisch betrachten, sie einordnen, durchaus empathisch, aber stets darauf achtend, was ihnen wichtig ist und sich dadurch nicht verpflichtet fühlen. Man kann von einem miserablen Lehrer immerhin lernen, wie man es besser nicht macht. Sich darum vorgängig zu erkundigen, was andere über diesen Lehrer denken (ohne ausser Acht zu lassen, dass das wiederum subjektive Urteile sind!) kann nicht schaden.

Nicht jede Schule taugt für jeden, sie alle bilden bloss Aspekte dieser Wahrheit ab, die wir nicht haben, nie hatten und nie haben werden. Ich werde als Lehrer von «Teenagern mit Auffälligkeiten» oft ziemlich geprüft. Wenn ich stolpere, lachen sie, wenn ich mich verhaue, reiten sie darauf herum, wenn ich mir selbst widerspreche, legen sie den Finger drauf. Das finde ich richtig gut. Weil es mir zeigt, dass sie Persönlichkeit haben. Mein Job ist nicht, sie zu formen, sondern ihnen zu helfen, sich auf ihre Art zurechtzufinden in der nunmal gegebenen Welt. Da hört meine Kompetenz dann irgendwann auf.

Wahrscheinlich würde ich in Sachen Bonsai den Lehrer wählen, dessen Schüler das breiteste Spektrum an Arbeiten vorweisen und nicht zu dem gehen, dessen Schüler lauter gleiche Bäume machen.

Änderung: Klärende Anführungs- und Schlusszeichen.
Zuletzt geändert von Andreas Ludwig am 25.01.2021, 09:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Köhler Rudolf
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo,

ich finde es bis jetzt eine interessante Diskussion.
Verschiedene Ansätze und Meinungen.
Warum habe ich diesen Bericht geteilt?
Wie in der Überschrift des Berichts ausgedrückt: Eventuell die Einstellung in Sachen Bonsai zu überdenken.
Jeder betreibt das Hobby anders. Und jeder soll es auch so betreiben wie er kann oder möchte..

Wenn ich meinen eigenen Weg betrachte, habe ich viele Phasen durchlaufen.
Natürlich gibt es heute viele Bücher und Online Schulungen.
Bonsai ist aber immer noch ein Handwerk.
Es bedarf einer gewissen Grundschulung. Das Drahten z. B. kann man nur lernen, wenn man es praktisch gezeigt bekommt und auf Fehler aufmerksam gemacht wird. Es ist aber sehr wichtig für die Gestaltung von Bäumen. Spezielle Techniken nur anhand von Bildern zu lernen, ist m.E. schwierig. Einmal das Umtopfen von einem Profi gezeigt bekommen hilft ungemein.
Wie im waren Leben gibt es auch bei den Bonsai Lehrern die verschiedensten Charaktere.
Jeder Gestalter hat auch seine eigene Handschrift. Es gibt Lehrer die am liebsten alles selbst machen. Es gibt Lehrer die nur gerne reden. Es gibt Lehrer die sich total überschätzen. Es gibt Spezialisten für Laub und für Nadelbäume.
Ich habe mir immer die Arbeiten von den WS-Leitern im Vorfeld angeschaut . Anschl. habe ich meine WS gezielt ausgewählt. Ich war bei Japanischen, bei internationalen und bei nationalen WS-Leitern. Gelernt habe ich bei alles WS. Vor allem bei den Baumbesprechungen am Anfang des WS. Das wird oftmals nicht von allen WS-Teilnehmern genutzt.
Für mich ist aber auch eine gute Stimmung bei so einem WS wichtig. Es soll auch Spaß machen. Es ist mein Hobby.
Ich bin ein großer Fan von Bonsai-WS.
Ich möchte keinen WS missen. Auch die wenigen negativen Erlebnisse haben mich weiter gebracht.
Grüße
Rudi K.
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abardo
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von abardo »

Hi Andreas,
Andreas Ludwig hat geschrieben: 24.01.2021, 21:15
abardo hat geschrieben: 24.01.2021, 20:08Warum sollte man heute überhaupt noch ein Grundwissen haben ?
Um die Dinge einordnen zu können? Um ein empathischer Mensch im Alltag zu sein? Um ein Gefühl dafür zu haben, was anderen wichtig ist und sich nicht zum Missionar in eigener Sache zu machen? Such dir was aus. Im übrigen bilden sich gute Lehrer jeden Tag weiter. Aufgrund ihres Grundwissens. Man nennt das auch Kultur.
Das, was du hier nennst, sind Fähigkeiten. Oder nenne es Training. Oder Entwicklung. Auf den Schüler bezogen. Wir sind also einer Meinung: in jeder Schule sollten Fähigkeiten entwickelt werden. Genau da greift auch die Pädagogik. Der Lehrer muss in die Zukunft gucken können.

Wissen ist jedoch Vergangenheit.

Klar, ist es mal kurz interressant, welche Werkzeuge man wie zur Totholzgestaltung benutzen kann. Ob der Schüler das in der Schule lernen muss oder im Netz oder einem Buch oder von einem Mitschüler kurz gezeigt bekommt, ist irrelevant. Aus Totholz Kunst zu machen, lerne ich aber nicht dadurch, dass ich weiß, wie der Dremel funktioniert. Dazu muss mein persönliches Gespür für Ästhetik entwickelt werden. Wenn mir der Lehrer dabei hilft, ist es m.M.n. eine gute Schule.
Andreas Ludwig hat geschrieben: 25.01.2021, 06:30 Wahrscheinlich würde ich in Sachen Bonsai den Lehrer wählen, dessen Schüler das breiteste Spektrum an Arbeiten vorweisen und nicht zu dem gehen, dessen Schüler lauter gleiche Bäume machen.
Dahinter gehört m.M.n. ein fettes Ausrufezeichen.
Grüße, Frank
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von La_blanca »

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Zuletzt geändert von La_blanca am 01.06.2025, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von zopf »

Hallo Frank
Deine vehemente Verteidigung des Internets als "Insel des Wissens" ist Wunschdenken.
Es ist Eine, aber auch nur eine mögliche Informationsquelle,
die ergänzend helfen kann, teilweise auch bei ersten Schritten hilft,
aber auch nicht viel mehr.
Es ist ein großes Buch mit zugegeben recht vielen Seiten, aber auch nur ein Buch,
da helfen auch bewegte Bildchen nicht.
Wenn man richtig lernen will, braucht man einen Lehrer,
Einen der besser ist, der mehr weiß, mehr kann,
und auch dieses Begehr des partnerschaftlichen Lernens,
mit der von Dir gewünschten gleichen Augenhöhe, ist auch Wunschdenken.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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bonsaiheiner
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von bonsaiheiner »

Das Internet, Bücher, work-shops, AK´s, mündlicher Austausch mit Gleichgesinnten sind wichtig, erforderlich.
Die Praxis ebenso.
Versuch und Irrtum, über viele Jahre angewandt und erlebt, bilden ein Gerüst, welches einem hilft, die schlimmsten Fehler zu vermeiden.
Ein durch Vertrauen aufgebauter Austausch an Wissen ist aber mMn das höchste Gut.
Dem Lehrer, dem Erfahrenen kommt dabei eine besondere Verantwortung zu.
Der Lernende, Suchende muß seine Situation erkennen und akzeptieren.
Nosce te ipsum!
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
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Re: Bonsai - eventuell einmal die Einstellung überdenken-

Beitrag von Hippo »

Während meiner beruflichen Tätigkeit mit Bonsai habe ich etliche Abend- und Samstagkurse gehalten. Das waren Grundkurse, Pflegekurse, Waldkurse und Gestaltungskurse.
Damals lag Internet noch in den Windeln und die Commodore 64 u.ä. ermöglichten als anspruchsvollstes Spiel gerade mal Ping-Pong.
Es gab schon damals Leute, die in keinen Arbeitskreis gehen mochten aber trotzdem ihre Fertigkeiten weiterentwickeln wollten.
Es gab schon einige gescheite Bücher auf dem Markt aber wie man in der Praxis die Grundgestaltung einer verwachsenen Wildpflanze oder verhockte Baumschulware angeht, konnten und können sie auch heute nicht wirklich vermitteln. Dafür kamen manche Angefixten öfters in die Gestaltungskurse.
Ich habe daraus gelernt, dass die zukünftige Form in dem Kuddelmuddel der Äste zu erkennen man am leichtesten lernt wenn ein "Sehender" neben/hinter einem steht und am Objekt die Varianten erklärt. Vielleicht kann er sogar zeichnen und kann damit einen halbwegs intelligenten Plan erklären.
Diesen Stoff, einem interessierten Laien zu vermitteln bedarf eines Lehrers der auch korrigierend beeinflussen kann.
Beim Entwickeln und dem Aufbau eines Stecklings/Sämlings braucht es in der Regel keinen Guru. Da bieten Bücher und heute das Internet reichlich Stoff zum rumpröbeln. Aber früher musste auch das an Kursen gelehrt und ausgeführt werden.

Just my 50 cts
Gruss George
Grumpy old fat Kiboko.
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