Aspirin für Pflanzen
- christophII
- Beiträge: 413
- Registriert: 14.10.2005, 08:11
- Wohnort: Zürich
- Kontaktdaten:
Aspirin für Pflanzen
Hallo alle
nach letzten diskussionen über Hormone und vitamine habe ich mich auch etwas damit befasst. ich stiess dann auch auf salicylsäure...was ja dem aspirin ähnlich ist... zudem hatte ich mal gehört, dass schnittblumen länger halten wenn man aspirin ins wasser tut..
Wie es scheint kann aspirin das pflanzliche immunsystem positiv beeinflussen, was ihr hilft sich gegen Bakterien, viren und auch pilzen zu wehren. zudem kann es scheinbar auch helfen bei bewurzelung von stecklingen, oder eventuell auch bei yamadori's
http://www.weltderphysik.de/de/1586.php
http://www.bonsai4me.com/AdvTech/ATwillow%20water.html
http://arjournals.annualreviews.org/doi ... 192.002255
hat jemand schon erfahrungen damit?
grüsse
christoph
nach letzten diskussionen über Hormone und vitamine habe ich mich auch etwas damit befasst. ich stiess dann auch auf salicylsäure...was ja dem aspirin ähnlich ist... zudem hatte ich mal gehört, dass schnittblumen länger halten wenn man aspirin ins wasser tut..
Wie es scheint kann aspirin das pflanzliche immunsystem positiv beeinflussen, was ihr hilft sich gegen Bakterien, viren und auch pilzen zu wehren. zudem kann es scheinbar auch helfen bei bewurzelung von stecklingen, oder eventuell auch bei yamadori's
http://www.weltderphysik.de/de/1586.php
http://www.bonsai4me.com/AdvTech/ATwillow%20water.html
http://arjournals.annualreviews.org/doi ... 192.002255
hat jemand schon erfahrungen damit?
grüsse
christoph
Hallo Christoph
Positive Erfolge mit Salicylsäure wurden im Hinblick
auf Stecklingsbewurzelung erzielt. Weidenruten wurden
in Wasser gestellt und dieses zum angiessen von Stecklingen
verwendet.
Von der Verwendung von Aspirin kann ich nur abraten.
Die Verträglickeit von Salicylsäure wird im Hinblick
auf den Menschen optimiert und nennt sich dann Aspirin.
Mit Sud der Weidenruten kannst Du Deine Pflanzen
durchaus giessen, schneide die Ruten aber dann im Frühling.
mfG Dieter
Positive Erfolge mit Salicylsäure wurden im Hinblick
auf Stecklingsbewurzelung erzielt. Weidenruten wurden
in Wasser gestellt und dieses zum angiessen von Stecklingen
verwendet.
Von der Verwendung von Aspirin kann ich nur abraten.
Die Verträglickeit von Salicylsäure wird im Hinblick
auf den Menschen optimiert und nennt sich dann Aspirin.
Mit Sud der Weidenruten kannst Du Deine Pflanzen
durchaus giessen, schneide die Ruten aber dann im Frühling.
mfG Dieter
- christophII
- Beiträge: 413
- Registriert: 14.10.2005, 08:11
- Wohnort: Zürich
- Kontaktdaten:
pflanzen reagieren auf auf irgendwelche stressfaktoren mit auschüttung irgendewelcher substanzen... aber bist nicht du der botaniker?
ich habe gestern irgendwo gelesen, weiss leider nicht mehr wo, das eine art baum, nach befall von blattläusen, ein "hormon" auschüttet, das verhindert, dass die eier reifen, die fallen dann ab.
ich habe gestern irgendwo gelesen, weiss leider nicht mehr wo, das eine art baum, nach befall von blattläusen, ein "hormon" auschüttet, das verhindert, dass die eier reifen, die fallen dann ab.
- christophII
- Beiträge: 413
- Registriert: 14.10.2005, 08:11
- Wohnort: Zürich
- Kontaktdaten:
- christophII
- Beiträge: 413
- Registriert: 14.10.2005, 08:11
- Wohnort: Zürich
- Kontaktdaten:
@ dieter
danke für die antwort
hast du das selber ausprobiert? Das mit dem aspirin, aus der literatur (der dritte link), gibts scheinbar keine einschränkungen bzgl. der wirkung ... ich habe nur gelesen, dass man mit asprin im giesswasser auf den ph achten muss
ich möchte nicht überall irgendwelche mittelchen reintun.. aber es interessiert mich einfach... was man alles machen kann.. eben vitamin b1... wurzelhormone, aspirin rsp. weidensud usw..
und hier gibts eine grosse dichte von kompetenten leuten, in allen bereichen.
christoph
danke für die antwort
hast du das selber ausprobiert? Das mit dem aspirin, aus der literatur (der dritte link), gibts scheinbar keine einschränkungen bzgl. der wirkung ... ich habe nur gelesen, dass man mit asprin im giesswasser auf den ph achten muss
ich möchte nicht überall irgendwelche mittelchen reintun.. aber es interessiert mich einfach... was man alles machen kann.. eben vitamin b1... wurzelhormone, aspirin rsp. weidensud usw..
und hier gibts eine grosse dichte von kompetenten leuten, in allen bereichen.
christoph
Hallo Christoph
Habe den Artikel gerade gelesen.
Resistenz wie von Ulf geschrieben ist ein in den
Genen festgelegtes Abwehrverhalten, wie in dem
Artikel beschrieben.
Ein Beispiel wäre die Resistenz von Spinnmilben
gegenüber Pyretrum-Extrakten, die sich innerhalb
kurzer Zeit gebildet hat. Resistenzen im "Tierbereich"
erfolgen schneller, da der Fortpflanzungs-Zyklus
bei Bakterien, Pilzen, Insekten teilweise sehr kurz ist.
Ein Immunsystem wie beim Menschen
ist ein vom Körper erlernter Prozess, der bei Reinfektion
mit einem schon zuvor bekämpften Erreger
durch die schnelle Produktion der entsprechenden
Antikörper eine Ausbreitung des Erregers verhindert
und die Krankheit als solche nicht in so starkem
Maße erfolgt. Dieses erlernte (durch Impfung, oder
vorhergehnde Infektionen) Immunsystem ist
bei Pflanzen nicht nachgewiesen.
mfG Dieter
Habe den Artikel gerade gelesen.
Resistenz wie von Ulf geschrieben ist ein in den
Genen festgelegtes Abwehrverhalten, wie in dem
Artikel beschrieben.
Ein Beispiel wäre die Resistenz von Spinnmilben
gegenüber Pyretrum-Extrakten, die sich innerhalb
kurzer Zeit gebildet hat. Resistenzen im "Tierbereich"
erfolgen schneller, da der Fortpflanzungs-Zyklus
bei Bakterien, Pilzen, Insekten teilweise sehr kurz ist.
Ein Immunsystem wie beim Menschen
ist ein vom Körper erlernter Prozess, der bei Reinfektion
mit einem schon zuvor bekämpften Erreger
durch die schnelle Produktion der entsprechenden
Antikörper eine Ausbreitung des Erregers verhindert
und die Krankheit als solche nicht in so starkem
Maße erfolgt. Dieses erlernte (durch Impfung, oder
vorhergehnde Infektionen) Immunsystem ist
bei Pflanzen nicht nachgewiesen.
mfG Dieter
Hallo Christoph
Aspirin habe ich bei Pflanzen einmal
ausprobiert, vielleicht zu hoch dosiert,
kein pH-Wert angepasst, jedenfalls
war die Pflanze danach eher krank.
Prinzipiell habe ich die Erfahrung gemacht
das Pflanzenextrakte, Pflanzenaufgüsse
gute bis sehr gute Ergebnisse bringen.
Algen, Brennesel, Schachtelhalm sind
meiner Erfahrung nach gute Mittel.
Künstlich hergestellte Mittel (bis auf Wurzelhormone)
lehne ich mittlerweile ab, die Schwierigkeiten
mit der Dosierung, die Gefährlichkeit der
Handhabung usw.
Ausserdem zur richtigen Zeit umgetopft,
vernünftiger Wurzelschnitt,
gute Erde, guter Dünger, Pflanzennahes Arbeiten
Schnitt und Drahtung dem jeweiligen Baum
angepasst....
Mit so einer Vorgehensweise braucht man
keine "Wundermittelchen" mehr und
langfristig wird die Pflanze davon profitieren.
Wenn Du gerne experimentierst, möchte
ich Dir ein Gebiet wärmstens empfehlen.
Es gab oder gibt Untersuchungen mit
Hilfe spezieller "Moosextrakte" Pilze zu
bekämpfen. Auch sehr einleuchtend
vom Gedankengang da Schattenmoose
inmitten von Pilzen existieren und nicht
infiziert werden.
Da Pilze der Hauptfeind des Bonsai-Freundes
sind wäre das ein lohnenswertes Unterfangen.
Trichderma-Impfungen sind mehr oder
weniger wirkungslos, auch in Suspension.
Das brauchst Du auch nicht zu versuchen.
mfG Dieter
Aspirin habe ich bei Pflanzen einmal
ausprobiert, vielleicht zu hoch dosiert,
kein pH-Wert angepasst, jedenfalls
war die Pflanze danach eher krank.
Prinzipiell habe ich die Erfahrung gemacht
das Pflanzenextrakte, Pflanzenaufgüsse
gute bis sehr gute Ergebnisse bringen.
Algen, Brennesel, Schachtelhalm sind
meiner Erfahrung nach gute Mittel.
Künstlich hergestellte Mittel (bis auf Wurzelhormone)
lehne ich mittlerweile ab, die Schwierigkeiten
mit der Dosierung, die Gefährlichkeit der
Handhabung usw.
Ausserdem zur richtigen Zeit umgetopft,
vernünftiger Wurzelschnitt,
gute Erde, guter Dünger, Pflanzennahes Arbeiten
Schnitt und Drahtung dem jeweiligen Baum
angepasst....
Mit so einer Vorgehensweise braucht man
keine "Wundermittelchen" mehr und
langfristig wird die Pflanze davon profitieren.
Wenn Du gerne experimentierst, möchte
ich Dir ein Gebiet wärmstens empfehlen.
Es gab oder gibt Untersuchungen mit
Hilfe spezieller "Moosextrakte" Pilze zu
bekämpfen. Auch sehr einleuchtend
vom Gedankengang da Schattenmoose
inmitten von Pilzen existieren und nicht
infiziert werden.
Da Pilze der Hauptfeind des Bonsai-Freundes
sind wäre das ein lohnenswertes Unterfangen.
Trichderma-Impfungen sind mehr oder
weniger wirkungslos, auch in Suspension.
Das brauchst Du auch nicht zu versuchen.
mfG Dieter
- christophII
- Beiträge: 413
- Registriert: 14.10.2005, 08:11
- Wohnort: Zürich
- Kontaktdaten:
@ zopf
ich weiss,was ein immunsystem ist... ich habe auch biologie studiert nur nicht botanik.. und unter anderem auch in immunologie abgeschlossen.. ich will hiermit nicht protzen... nur mitteilen, dass ich nicht einfach auf wikipedia begriffe nachschaue und diesen dann hier grosskotzig nachschreibe... ich will das auch niemandem unterstellen.
deine antwort ist nicht falsch... du sprichts aber nur vom adaptiven immunsystem bei menschen, ich gebe auch recht, dass pflanzen kein solches system haben.. Aber es gibt zudem das sogenannte "innate immunsystem" rsp. das angeborene immunsystem.. im weitesten sinn beinhaltet ein immunsystem jegliche methode einen organismaus vor "fremd" zu schützen... das heisst also auch das z.b. die Haut oder die Zellwände einen mechanischen schutz bieten und demzufolge zum immunsystem gehören ... verschiedene pathogene haben methoden gefunden, den mechanischen schutz zu überwinden, sei es direkt oder durch deren verletzung ( schneiden eines astes, oder ein schnitt in der haut).. durch verletzung treten dann verschiedene zelluläre prozesse in kraft.. wie die wundheilung.. tritt zudem auch ein pathogen ein.. werden auch andere effektoren induziert... beim menschen ist das komplementsystem ( teil des angeborenen immunsystems) eine erste verteidigungsmassnahme.. natürlich wird der rest jenachdem auch eingeschaltet.. um den bogen zu schliessen... bei tabakpflanzen wurde gezeigt, dass mit aspirin behandelt, die ausbreitung eines pflanzenviruses sehr eingeschränkt wurde... demzufolge scheint aspirin ein auch effektor im pflanzlichen immunsystem zu sein...wie erläutert im link zu "welt der physik"kann eine pflanze scheinbar direkt auf eine pathogene bedrohung reagieren.. und sie macht das nur wenn sie attackiert wird... das ist ein immunsystem...
es geht hier auch nicht um resistenzen... resistenz-gene werden wohl konstitutiv exprimiert (hierbei lasse ich mich gern belehren)
wie auch immer.. es geht hier ja nicht primär, um die definition eines begriffes, sondern drum, ob jemand praktische erfahrungen hat im umgang mit aspirin für pflanzen..
mfg
christoph
ich weiss,was ein immunsystem ist... ich habe auch biologie studiert nur nicht botanik.. und unter anderem auch in immunologie abgeschlossen.. ich will hiermit nicht protzen... nur mitteilen, dass ich nicht einfach auf wikipedia begriffe nachschaue und diesen dann hier grosskotzig nachschreibe... ich will das auch niemandem unterstellen.
deine antwort ist nicht falsch... du sprichts aber nur vom adaptiven immunsystem bei menschen, ich gebe auch recht, dass pflanzen kein solches system haben.. Aber es gibt zudem das sogenannte "innate immunsystem" rsp. das angeborene immunsystem.. im weitesten sinn beinhaltet ein immunsystem jegliche methode einen organismaus vor "fremd" zu schützen... das heisst also auch das z.b. die Haut oder die Zellwände einen mechanischen schutz bieten und demzufolge zum immunsystem gehören ... verschiedene pathogene haben methoden gefunden, den mechanischen schutz zu überwinden, sei es direkt oder durch deren verletzung ( schneiden eines astes, oder ein schnitt in der haut).. durch verletzung treten dann verschiedene zelluläre prozesse in kraft.. wie die wundheilung.. tritt zudem auch ein pathogen ein.. werden auch andere effektoren induziert... beim menschen ist das komplementsystem ( teil des angeborenen immunsystems) eine erste verteidigungsmassnahme.. natürlich wird der rest jenachdem auch eingeschaltet.. um den bogen zu schliessen... bei tabakpflanzen wurde gezeigt, dass mit aspirin behandelt, die ausbreitung eines pflanzenviruses sehr eingeschränkt wurde... demzufolge scheint aspirin ein auch effektor im pflanzlichen immunsystem zu sein...wie erläutert im link zu "welt der physik"kann eine pflanze scheinbar direkt auf eine pathogene bedrohung reagieren.. und sie macht das nur wenn sie attackiert wird... das ist ein immunsystem...
es geht hier auch nicht um resistenzen... resistenz-gene werden wohl konstitutiv exprimiert (hierbei lasse ich mich gern belehren)
wie auch immer.. es geht hier ja nicht primär, um die definition eines begriffes, sondern drum, ob jemand praktische erfahrungen hat im umgang mit aspirin für pflanzen..
mfg
christoph
- christophII
- Beiträge: 413
- Registriert: 14.10.2005, 08:11
- Wohnort: Zürich
- Kontaktdaten:
Hallo Christoph
Ich möchte Dir nur davon abraten
einen ähnlichen "Bonsaiweg" zu gehen
wie ich ihn vor 15 Jahren beschritten habe.
Viel unnützes Wissen angeeignet, viele Experimente
und dadurch bedingt spätere Entsorgung meines
Kadavers auf der Sondermülldeponie usw
Aber vorzeigbare Bäume habe ich nicht.
mfG Dieter
Ich möchte Dir nur davon abraten
einen ähnlichen "Bonsaiweg" zu gehen
wie ich ihn vor 15 Jahren beschritten habe.
Viel unnützes Wissen angeeignet, viele Experimente
und dadurch bedingt spätere Entsorgung meines
Kadavers auf der Sondermülldeponie usw
Aber vorzeigbare Bäume habe ich nicht.
mfG Dieter
- christophII
- Beiträge: 413
- Registriert: 14.10.2005, 08:11
- Wohnort: Zürich
- Kontaktdaten:
Hallo,
möchte (vielleicht unnützerweise) nur einmal anführen das Salicylsäure nicht gleich Aspirin ist.

Aspirin ist Acetylsalicylsäure, also acetylierte Salicylsäure, deren Eigenschaften eben nicht gleich der von Salicylsäure zu setzen sind (sonst könnte man sich ja die Acetylierung sparen
).
Beide Substanzen sowohl Acetylsalicylsäure (ASS) als auch Salicylsäure dürften wie oben erwähnt einen geringen pH-Wert von <4 haben. Somit dürfte eine pH-Wert Anpassung erforderlich sein die evtl. nicht nur die Säure sondern auch gleich die gewünschten Effekte mit neutralisiert.
So habe fertig....... :D
möchte (vielleicht unnützerweise) nur einmal anführen das Salicylsäure nicht gleich Aspirin ist.
Aspirin ist Acetylsalicylsäure, also acetylierte Salicylsäure, deren Eigenschaften eben nicht gleich der von Salicylsäure zu setzen sind (sonst könnte man sich ja die Acetylierung sparen
Beide Substanzen sowohl Acetylsalicylsäure (ASS) als auch Salicylsäure dürften wie oben erwähnt einen geringen pH-Wert von <4 haben. Somit dürfte eine pH-Wert Anpassung erforderlich sein die evtl. nicht nur die Säure sondern auch gleich die gewünschten Effekte mit neutralisiert.
So habe fertig....... :D
Gruß,
FlorianD
FlorianD



