Neues Projekt - chin. Ulme, junges Pflänzchen

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Thomas L.
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Neues Projekt - chin. Ulme, junges Pflänzchen

Beitrag von Thomas L. »

*updated*
Hallo zusammen!

2011 habe ich aus einem jungen Steckling begonnen ein kleines Bäumchen Projekt zu starten. Zunächst ging es nicht darum wirklich einen Baum zu gestalten, sondern sich nur in Gestaltungsmaßnahmen, sprich dem richtigen Schnitt zu üben.
In diesem Jahr bin ich aber zu dem Schluss gelangt, dass ich aus dem kleinen Übungspflänzchen doch versuchen möchte einen Bonsai zu gestalten. Das Foto von heute findet ihr im Anhang.

Die nächsten Projekteabschnitte der nächsten 3-5 Jahre lauten:
1. Stammverdickung bei gleichzeitig möglichst dünn bleibenden Ästen, insbesondere oben. durch frühzeitigen Rückschnitt werde ich das versuchen umzusetzen. Gleichzeitig lasse ich in der Spitze einen Opfertrieb stehen, der die generelle Dicke des Stammes erhöht. Hierbei versuche ich darauf zu achten die Verjüngung nicht zu gefährden. Kompensation ggf. durch Opferäste im unteren Bereich.

2. Nebari...jaaa, das Nebari, ja wo ist es denn? Das war doch hier irgendwo....hm, nee. da ist noch nichts passiert bezüglich Wurzelbehandlung in diesem Jahr. Eigentlich wollte ich erst wieder Anfang 2015 umtopfen und versuchen eine Basis für einen flacheren Wurzelteller herzustellen. Es sei denn, jemand sagt: "Mach es auf jeden Fall schon 2014".
Diesbezüglich würde ich mich sehr über Rat freuen, wie ich aus dem Wurzelsystem, einen flachen Teller beginne zu gestalten. Man kann ja so wenig entfernen, da ja am Anfang ...oder lieber einen Radikalschnitt? ich mache beim Umtopfen Fotos von den Wurzeln.

3. Generell will ich es mit allen meinen Pflanzen wie Walter Pall halten und meine Pflanzen im August umpflanzen, nach einer freien Wachstumsperiode bis Juni. Konkret wird das bei diesem Projekt allerdings nicht umsetzbar sein, da die chinesische Ulme, zumindest bei mir, permanent immer wieder ausschlägt. Im letzten Jahr habe ich 6 oder 7 Mal meine Ulmen beschneiden können (wo es Sinn machte). Hier werde ich nun selektiv schneiden bzw. wachsen lassen, wie oben beschrieben.

Eigentlich möchte ich diese Projektdoku hiermit einfach nur beginnen. Viel gibt es ja nach 2,5 Jahren noch nicht zu sehen, aber es hätte auch weniger sein können ;-)

Kommentare, Tipps für weiteres Vorgehen etc. sind erwünscht!

Grüße!!
Thomas
Dezember 2013
Dezember 2013
P.S. Höhe ca. 25 cm ab Oberkante Schale. Stammdicke unten: 8mm. im oberen viertel: 3 mm, Da geht also noch was ;-)
bisher keine Drahtung, nur Schnitt (da es ja mein Übungsprojekt war für Schnitt)

p.p.s.: Mehr Fotos mache ich, sobald ich mal wieder bei Sonnenschein und nicht in gruseliger Finsternis zu Hause bin ;-)
Grüße aus Hamburg!
Thomas L.
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bonsaiheiner
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Re: Neues Projekt - chin. Ulme, junges Pflänzchen

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Thomas,

Leute, die aus Stecklingen was aufbauen, haben meine Hochachtung! *daumen_new*

Dein Pflänzchen zeigt hoffnungsvolle Ansätze , in einigen Jahren ganz ansehnlich zu werden.
Wohin soll die Reise gehen?
Vielleicht aufrechter Baum, freistehend, mit sanften Stammschwüngen, unbedrängt von Nachbarn, die ihm das Licht klauen?
Ich erkenne Ansätze eines triadischen Aufbaus. Als Gestalter von so jungen Ausgangspflanzen möchte man natürlich ohne grössere, sichtbare Schnittstellen auskommen, ein Ziel, welches sich kaum durchhalten lässt, denn ein Baum mit kräftigem Stamm und sich verjüngenden Substämmen/Ästen und Zweigen zur Peripherie hin lässt sich nur mit Schnitt realisieren.

Als eine der ersten Maßnahmen plädiere ich für ein Absetzen der Spitze auf einen im Abgang nach oben weisenden Ast/Substamm, der die Angelegenheit verkürzt und die Stammsilhouette auch verjüngt. Dabei ist nicht wichtig wie das Bäumchen jetzt, sondern in 10 oder 20 Jahren aussehen wird. Für die Zukunft benötigst Du noch viel Enftfaltungsmöglichkeit nicht nur im oberen Drittel, aber besonders da. Ich habe in meinem Bestand einige Stecklinge, die vorzeigbare Bäume werden wollen und auf diese Weise reduziert wurden. Wenn man es geschickt anstellt, wird davon in einigen Jahren kaum noch was zu sehen sein. Die Chinaulme schlägt immer wieder willig aus. Darauf hast Du hingewiesen. Mache Dir das zunutze.
Ein Frei-Wachsen-Lassen von Spitzentrieben wird Dich Deinem Ziel nicht näher bringen, Opferäste im unteren Bereich schon.
Die momentane geräumige Schale unterstützt diese Interessen.

Beste Grüsse,
Heiner
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Thomas L.
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Re: Neues Projekt - chin. Ulme, junges Pflänzchen

Beitrag von Thomas L. »

Hallo Heiner!
Deine Idee der Grundsätzlichen Gestaltungsorm entspricht genau meinem Bild.
Man muss natürlich sagen, dass in diesem sehr jungen Projekt noch alles drin ist. Der Stamm ist bereits leicht geschwungen und die Zweige befinden sich alle jeweils an der Außenseite eines Schwunges. Das gefällt mir schon jetzt richtig gut.

Natürlich kann ich nun nich so weiter machen, wie bisher. Hier müssen nun radikalere Methoden her. Die Stamm und Astverjüngung lässt sich sonst bestimmt nicht herstellen, da hast Du bestimmt Recht. Die Spitze lässt sich bei der Ulme sicher ganz leicht absetzen und neu aufbauen, ist also eher zweitrangig die nächsten Jahre, oder meinst Du, ich sollte das bereits JETZT schon deutlich einkürzen im oberen Drittel?

Die Schalenwahl war von rein praktischen Ideen getrieben, richtig. Die ist schön flach und bietet zu den Seiten reichlich Platz. Da sicherlich noch soetwas wie eine Pfahlwurzel auf mich wartet, überlege ich, wie ich da am besten ran gehe. Also eher sukessive immer wieder etws mehr weg jedes Jahr oder gehe ich den riskantn Weg des Radikalschnittes. Wie die Ulme sich dabei verhält, kann ich nicht sagen. Da habe ich noch überhaupt keine Erfahrung.

Grundsätzlich bin ich kein wehementer Gegner von Schnittstellen bei Stecklingsprojekten. Da kommt man nicht drumherum, stimmt! Ich lasse also im kommenden Jahr untenrum stammnahe Knospen frei treiben. Mal sehen, wo die Reise hingeht :-)

Von Null auf anfangen ist immer das Schönste, da ist noch alles drin und man muss nicht schlecht vorgestaltete Teile komplett entfernen und dann wieder Jahre warten, bis es wieder besser wird. (Von solchen Projekten habe ich genug rumstehen :-/ )

Ich werde die Pflanze auf unser Hamburg Shohin Treffen mitbringen und einfach mal sehen, was da och so herauskommt an Ideen.
Heiner, Du hast schonmal sehr guten Input geliefert! DANKE!
Zuletzt geändert von Thomas L. am 04.12.2013, 11:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße aus Hamburg!
Thomas L.
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Max L
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Re: Neues Projekt - chin. Ulme, junges Pflänzchen

Beitrag von Max L »

bonsaiheiner hat geschrieben: Als eine der ersten Maßnahmen plädiere ich für ein Absetzen der Spitze auf einen im Abgang nach oben weisenden Ast/Substamm, der die Angelegenheit verkürzt und die Stammsilhouette auch verjüngt.
Heiner
Hallo Heiner,

an welcher Stelle würdest du in diesem Falle den Schnitt machen?

Herzliche Grüße,
Max
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bonsaiheiner
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Re: Neues Projekt - chin. Ulme, junges Pflänzchen

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo,
@Max,
so tief wie möglich, der Seitenast muss sich noch natürlich nach oben biegen lassen, ohne einen unschönen Bogen zu bilden.
Die neue Spitze muss eine plausible, harmonische Fortsetzung der unteren Stammlinie darstellen können. Wenn möglich die Schnittstelle auf der Rückseite verlegen. Durch die ersten 3 Äste/Substämme wird ja schon frühzeitig eine Wahl der Ansicht gefunden, was nicht heisst, dass das alles in einer späteren Phase der Gestaltung auch wieder anders ausfällt, zumal die Wahl der Ansicht auch abhängig ist von der Ausbildung des Nebari.

@Thomas,
Grüssere Schnittstellen am Stamm und an den Ästen sollen, wenn man den meisten früheren Lehrbüchern folgen will, im Winter stattfinden. Mit Beginn der Vegetationszeit, besonders im Frühsommer, kann der Baum aber einen grösseren Eingriff viel besser abschotten. Insofern hat da völlig zu Recht ein Umdenkungsprozeß begonnen. Merke: Glaube nicht alles, was in den Lehrbüchern geschrieben steht. Papier ist geduldig und so mancher Autor hat abgeschrieben was er vorfand. Es kommt hinzu, dass bei den Japanern, von denen anfänglich jeder Bonsaiimpuls ausging, ganz andere Klimabedingungen haben als wir in Mitteleuropa.
Junge Ulmen würde ich am Anfang ihrer Gestaltung jedes Jahr umtopfen. Sie neigen dazu, einige Wurzeln sehr stark auszuprägen, die sich dann nur unförmig am Schalenrand entlangringeln. Jedenfalls gilt das für unsere heimische Feldulme.
Ich habe dazu und zur Stecklingsaufzucht mal was geschrieben.

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... e&start=15

Vielleicht ist da auch eine Anregung für Dich dabei.
Dieser Thread ist nicht mehr ganz aktuell, weil in der Zwischenzeit genau die besprochenen Stammeinkürzungen stattgefunden haben.

Beste Grüsse,
Heiner
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Thomas L.
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Re: Neues Projekt - chin. Ulme, junges Pflänzchen

Beitrag von Thomas L. »

Ah, vielen Dank für den Link!!

Du hast mich davon überzeugt, dass ich auf jeden Fall nächstes Jahr umtopfen werde, um die Nebari Bildung zu verbessern!
DANKE!
Grüße aus Hamburg!
Thomas L.
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Thomas L.
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Re: Neues Projekt - chin. Ulme, junges Pflänzchen

Beitrag von Thomas L. »

Hallo zusammen!
Hier will ich kurz ein update geben.
Da ich die Pflanze aufgrund der ungünstigen Wetterlage in diesem Winter rein geholt habe, treibt die Pflanze schon frühlich neue Triebe. Am unternen "Knie" des Stammes wächst ein schöner Opfertrieb. Der darf dieses Jahr frei wachsen.
In der Shohin Gruppe hier in HH waren sich alle einig, dass ich mich zunächst um die Stammbiegung kümmern sollte, als um das Nebari, da der Stamm bald nicht mehr biegbar ist. Zumindest wohl nur noch in diesem Jahr. Darum habe ich ihn erstmal eingedrahtet und werde das Wachstum für die Verfestigung der Biegungen laufen lassen.

Kann ich nicht, anstatt beim nächsten Umtopfen den Baum durch eine Plastikscheibe mit Loch wachsen zu lassen nicht auch durch anritzen des Stammes und Clon Gel am Stamm neue Wurzeln forcieren?
Der Stamm ist och nicht sooo dick, aber 5-10 kleine Kerben kann man da schon drumherum machen.
Was würdet ihr tun für das Nebari? Lieber die Plastikplatte mit Loch oder Clon Gel?
Grüße!
Thomas
Grüße aus Hamburg!
Thomas L.
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Re: Neues Projekt - chin. Ulme, junges Pflänzchen

Beitrag von Thomas L. »

Hi! Hier ein schnelles Update 9 Jahre später:
Bild
Hoffe das mit dem Bild klappt :-)
Grüße aus Hamburg!
Thomas L.
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raga
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Re: Neues Projekt - chin. Ulme, junges Pflänzchen

Beitrag von raga »

Thomas L. hat geschrieben: 02.03.2021, 20:14 Hoffe das mit dem Bild klappt :-)
Hat leider nicht geklappt. Lade das Bild am besten direkt im Forum hoch hier steht wies geht. Die Bildgröße wird inzwischen automatisch angepasst.
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