Georgs Rotbuche
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Georgs Rotbuche
Heute möchte ich hier meine Dokumentation zu meiner ausgegrabenen Rotbuche starten. Ich möchte euch an meinem Wissen, dass ich durch dieses Forum erarbeite teilhaben lassen und zeigen, wie ich dieses an meiner Rotbuche anwende.
Ausgegraben habe ich die Rotbuche im März 2020. Nachdem ich auch einen Teil des Stammes abgesägt hatte, konnte ich auch das Alter des Baumes bestimmen. Ich habe 5-6 Ringe gezählt, wodurch ich den Baum auf 5-6 Jahre alt schätze, was mich allerdings etwas verwundert hat, da ich den Baum etwas älter eingeschätzt habe.
Nach der Ausgrabung war das erste Ziel das Erhalten und Überleben des Baumes. Ich habe ihn hierfür in einen TPK gesetzt, wobei ich aber ein paar Wurzeln kürzen musste, damit er rein passt. Die Schnittwunden an Ästen und Stamm habe ich mit der japanischen Wundknetmasse verschlossen. Als Substrat habe ich eine Mischung aus Torf und Lavasplit im Verhältnis 1:3 genommen. So habe ich den Baum eingepflanzt und in Ruhe gelassen. Somit hatte er etwa ein ganzes Jahr Zeit, um sich zu erholen und den neuen Topf anzunehmen.
Dieses Jahr habe ich ebenfalls im März weitere kleine Schnittmaßnahmen vorgenommen. Hierfür habe ich ein paar Äste eingekürzt und den Stamm noch ein wenig mehr abgesägt, da er mir noch zu hoch erschien. Die Schnittstelle am Stamm habe ich mit einer Fräse geglättet und anschließend wieder mit der japanischen Wundknete verschlossen. Anschließend habe ich die Hauptäste gedrahtet. Hierfür habe ich einen Kupferdraht verwendet und einen Spanndraht gemacht. Es ist mein erster Versuch eines Spanndrahtes, daher bestimmt noch ausbaufähig. Ich habe auch bei einem Ast versucht auf "normalem" Wege zu drahten, habe allerdings festgestellt, dass die Rinde viel zu weich ist und ich befürchte, dass der Draht zu schnell einwachsen wird oder zumindest auch so Abdrücke hinterlassen würde. Hat da jemand andere Erfahrungen gemacht?
Diese Arbeiten sind glaube ich schon absolut ausreichend für diese Saison. Ich habe Angst den Baum zu überlassten.
Ich lasse den Baum erstmal so in Ruhe und wachsen. Ich muss allerdings noch an dem Dickenwachstum der gedrahteten Äste arbeiten. Hierfür plane ich die Äste ungehindert erstmal treiben zu lassen, damit sie an Dicke zulegen. Auch die Verjüngung des Stammes ist für mich nicht zufriedenstellen. Ich hätte den unteren Teil gerne noch etwas dicker. Hier setze ich mal auf ein ordentliches Nebari. In der Krone will ich noch einen Ast aufbauen, wo gerade die Knete die Wunde verdeckt. Hier überlege ich noch wegen geeigneten Techniken.
Ausgegraben habe ich die Rotbuche im März 2020. Nachdem ich auch einen Teil des Stammes abgesägt hatte, konnte ich auch das Alter des Baumes bestimmen. Ich habe 5-6 Ringe gezählt, wodurch ich den Baum auf 5-6 Jahre alt schätze, was mich allerdings etwas verwundert hat, da ich den Baum etwas älter eingeschätzt habe.
Nach der Ausgrabung war das erste Ziel das Erhalten und Überleben des Baumes. Ich habe ihn hierfür in einen TPK gesetzt, wobei ich aber ein paar Wurzeln kürzen musste, damit er rein passt. Die Schnittwunden an Ästen und Stamm habe ich mit der japanischen Wundknetmasse verschlossen. Als Substrat habe ich eine Mischung aus Torf und Lavasplit im Verhältnis 1:3 genommen. So habe ich den Baum eingepflanzt und in Ruhe gelassen. Somit hatte er etwa ein ganzes Jahr Zeit, um sich zu erholen und den neuen Topf anzunehmen.
Dieses Jahr habe ich ebenfalls im März weitere kleine Schnittmaßnahmen vorgenommen. Hierfür habe ich ein paar Äste eingekürzt und den Stamm noch ein wenig mehr abgesägt, da er mir noch zu hoch erschien. Die Schnittstelle am Stamm habe ich mit einer Fräse geglättet und anschließend wieder mit der japanischen Wundknete verschlossen. Anschließend habe ich die Hauptäste gedrahtet. Hierfür habe ich einen Kupferdraht verwendet und einen Spanndraht gemacht. Es ist mein erster Versuch eines Spanndrahtes, daher bestimmt noch ausbaufähig. Ich habe auch bei einem Ast versucht auf "normalem" Wege zu drahten, habe allerdings festgestellt, dass die Rinde viel zu weich ist und ich befürchte, dass der Draht zu schnell einwachsen wird oder zumindest auch so Abdrücke hinterlassen würde. Hat da jemand andere Erfahrungen gemacht?
Diese Arbeiten sind glaube ich schon absolut ausreichend für diese Saison. Ich habe Angst den Baum zu überlassten.
Ich lasse den Baum erstmal so in Ruhe und wachsen. Ich muss allerdings noch an dem Dickenwachstum der gedrahteten Äste arbeiten. Hierfür plane ich die Äste ungehindert erstmal treiben zu lassen, damit sie an Dicke zulegen. Auch die Verjüngung des Stammes ist für mich nicht zufriedenstellen. Ich hätte den unteren Teil gerne noch etwas dicker. Hier setze ich mal auf ein ordentliches Nebari. In der Krone will ich noch einen Ast aufbauen, wo gerade die Knete die Wunde verdeckt. Hier überlege ich noch wegen geeigneten Techniken.
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Re: Georgs Rotbuche
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Re: Georgs Rotbuche
Moin Georg,
ich hätte das Thema nicht in "Anzucht" eröffnet, sondern in "Gestaltung" oder "Basics", ist ja kein Steckling mehr.
Die Fotos hätte ich mit der Kamera auf Höhe des ersten Astes gemacht, von oben herab bewirkt besonders mit Weitwinkel-Optik immer eine Illusion von inverser Verjüngung.
Dann würde ich mir überlegen, ob der Wurzelansatz eine aufrechte Gestaltung rechtfertigt oder ein geneigter Stammansatz glaubwürdiger wäre.
Als zweite Entscheidung stünde die angestrebte Zielhöhe des Baumes an. Dafür sollte die Höhe der Stammkappung festgelegt werden. Wie du selbst schreibst, ist dir die Stammverjüngung zu gering ausgeprägt. Als Anhaltspunkt mag die Faustregel gelten, dass der erste Ast etwa (!) bei 1/4 bis 1/3 der (angestrebten) Baumhöhe entspringt. Tiefer geht natürlich auch, aber für den Anfang macht diese Faustregel erstmal Sinn.
Wie es auf den Bildern aussieht, ist der erste Ast etwa auf 1/4 der Stammhöhe. Also wird der Baum sinnvollerweise nicht höher als bis dahin, wo du den Stamm gekappt hast. Und das ist nicht sinnvoll. Um die Kappstelle in ferner Zukunft in einer glaubwürdigen Verjüngung aufgehen zu lassen, muss der Baum fast doppelt so groß werden.
Langer Rede, kurzer Sinn: ich hätte den Stamm spätestens über dem dritten Ast deutlich schräger gekappt und diesen Ast als Stammverlängerung senkrecht hoch gedrahtet. Die Schnittfläche hätte ich auch näher an den Astabgang verlegt. Meine persönlichen Präferenzen hätten mir diese Maßnahme im Juni nahegelegt.
Bei den Ästen hätte ich die Abgangswinkel von unten nach oben steiler werdend gedrahtet. Spanndrähte sind da nur wenig hilfreich, da sie zu unerwünschten Bogenverläufen der Astabgänge führen. Um später auch eine zentrifugale Verjüngung zu erzielen, wird das Absetzen der Äste auf innere Verzweigungen erforderlich. So dass Astabschnitte, die heute mehr als 2-3 cm vom Stamm entfernt sind später nicht mehr existieren werden. Im jetzigen Stadium dienen sie also nur als Übungsobjekte zum Drahten. Es sind Opferäste.
Aber möglicherweise hast du ja ein ganz anderes Zukunftsbild für deine Buche. Dann bin ich gespannt, wohin die Reise gehen wird und wünsche dir viel Erfolg mit dem Baum!

EDIT: da Buchen eine empfindliche, dünne Rinde haben, würde ich generell sehr dicken Draht (Alu!) verwenden und den auch noch durch Papier- oder Bastumwicklung "polstern".
ich hätte das Thema nicht in "Anzucht" eröffnet, sondern in "Gestaltung" oder "Basics", ist ja kein Steckling mehr.
Die Fotos hätte ich mit der Kamera auf Höhe des ersten Astes gemacht, von oben herab bewirkt besonders mit Weitwinkel-Optik immer eine Illusion von inverser Verjüngung.
Dann würde ich mir überlegen, ob der Wurzelansatz eine aufrechte Gestaltung rechtfertigt oder ein geneigter Stammansatz glaubwürdiger wäre.
Als zweite Entscheidung stünde die angestrebte Zielhöhe des Baumes an. Dafür sollte die Höhe der Stammkappung festgelegt werden. Wie du selbst schreibst, ist dir die Stammverjüngung zu gering ausgeprägt. Als Anhaltspunkt mag die Faustregel gelten, dass der erste Ast etwa (!) bei 1/4 bis 1/3 der (angestrebten) Baumhöhe entspringt. Tiefer geht natürlich auch, aber für den Anfang macht diese Faustregel erstmal Sinn.
Wie es auf den Bildern aussieht, ist der erste Ast etwa auf 1/4 der Stammhöhe. Also wird der Baum sinnvollerweise nicht höher als bis dahin, wo du den Stamm gekappt hast. Und das ist nicht sinnvoll. Um die Kappstelle in ferner Zukunft in einer glaubwürdigen Verjüngung aufgehen zu lassen, muss der Baum fast doppelt so groß werden.
Langer Rede, kurzer Sinn: ich hätte den Stamm spätestens über dem dritten Ast deutlich schräger gekappt und diesen Ast als Stammverlängerung senkrecht hoch gedrahtet. Die Schnittfläche hätte ich auch näher an den Astabgang verlegt. Meine persönlichen Präferenzen hätten mir diese Maßnahme im Juni nahegelegt.
Bei den Ästen hätte ich die Abgangswinkel von unten nach oben steiler werdend gedrahtet. Spanndrähte sind da nur wenig hilfreich, da sie zu unerwünschten Bogenverläufen der Astabgänge führen. Um später auch eine zentrifugale Verjüngung zu erzielen, wird das Absetzen der Äste auf innere Verzweigungen erforderlich. So dass Astabschnitte, die heute mehr als 2-3 cm vom Stamm entfernt sind später nicht mehr existieren werden. Im jetzigen Stadium dienen sie also nur als Übungsobjekte zum Drahten. Es sind Opferäste.
Aber möglicherweise hast du ja ein ganz anderes Zukunftsbild für deine Buche. Dann bin ich gespannt, wohin die Reise gehen wird und wünsche dir viel Erfolg mit dem Baum!
EDIT: da Buchen eine empfindliche, dünne Rinde haben, würde ich generell sehr dicken Draht (Alu!) verwenden und den auch noch durch Papier- oder Bastumwicklung "polstern".
liebe Grüße Andreas
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Re: Georgs Rotbuche
Hallo Georg!
Ich hätte ihn auch deutlich mehr eingekürzt, ich häng mal ein Bild an (ich glaube, das ist auch ca. so wie es Andreas gemeint hat):
Soweit meine Gedanken. Dann heißt es mal ordentlich wachsen lassen!
MfG Reinhold!
Ich hätte ihn auch deutlich mehr eingekürzt, ich häng mal ein Bild an (ich glaube, das ist auch ca. so wie es Andreas gemeint hat):
Soweit meine Gedanken. Dann heißt es mal ordentlich wachsen lassen!
MfG Reinhold!
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bonsai_anfänger
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Re: Georgs Rotbuche
Moin bock,
danke für deine Antwort. Diese wirft aber leider etwas mehr Fragen bei mir auf, als sie beantwortet.
Edit: Erst im Juni? Dachte das wäre schon zu spät für solche arbeiten. Ist eine solche Maßnahme diesen Juni schon zu viel, wenn ich bereits im März geschnitten und gefräst habe? Ich würde auch gerne nochmal umtopfen und die Wurzeln bearbeiten also dicken Wurzeln kürzen.
danke für deine Antwort. Diese wirft aber leider etwas mehr Fragen bei mir auf, als sie beantwortet.
Ok ich habe tatsächlich überlegt, wo ich dieses Thema reinschreiben soll. Kann man es irgendwie ändern, oder müsste ich den Beitrag hier löschen und neu schreiben?ich hätte das Thema nicht in "Anzucht" eröffnet, sondern in "Gestaltung" oder "Basics", ist ja kein Steckling mehr.
Ich habe tatsächlich den Eindruck gehabt, dass der Baum auf den Bildern nicht so rüber kommt, wie in natura. Jetzt weiß ich woran das liegt und werde den Tipp berücksichtigen.Die Fotos hätte ich mit der Kamera auf Höhe des ersten Astes gemacht, von oben herab bewirkt besonders mit Weitwinkel-Optik immer eine Illusion von inverser Verjüngung.
Diesen Satz habe ich nicht ganz verstanden. Kannst du erklären, was du damit meinst?Dann würde ich mir überlegen, ob der Wurzelansatz eine aufrechte Gestaltung rechtfertigt oder ein geneigter Stammansatz glaubwürdiger wäre.
Der Stamm ist ein wenig im Substrat eingegraben, sodass sich die Wurzeln entwickeln können. Daher gibt es da noch ein paar cm Platz in die Tiefe. Ich hatte eigentlich vor, an der Stelle, wo jetzt die Wundknete ist, einen zweiten Ast aufzubauen und somit eine Gabelung der Stammfortführung zu erziehlen. Bei dieser Gabelung hätte ich versucht den Verlauf etwas zu kaschieren und etwas glaubhafter zu gestaltenAls zweite Entscheidung stünde die angestrebte Zielhöhe des Baumes an. Dafür sollte die Höhe der Stammkappung festgelegt werden. Wie du selbst schreibst, ist dir die Stammverjüngung zu gering ausgeprägt. Als Anhaltspunkt mag die Faustregel gelten, dass der erste Ast etwa (!) bei 1/4 bis 1/3 der (angestrebten) Baumhöhe entspringt. Tiefer geht natürlich auch, aber für den Anfang macht diese Faustregel erstmal Sinn.
Wie es auf den Bildern aussieht, ist der erste Ast etwa auf 1/4 der Stammhöhe. Also wird der Baum sinnvollerweise nicht höher als bis dahin, wo du den Stamm gekappt hast. Und das ist nicht sinnvoll. Um die Kappstelle in ferner Zukunft in einer glaubwürdigen Verjüngung aufgehen zu lassen, muss der Baum fast doppelt so groß werden.
Langer Rede, kurzer Sinn: ich hätte den Stamm spätestens über dem dritten Ast deutlich schräger gekappt und diesen Ast als Stammverlängerung senkrecht hoch gedrahtet. Die Schnittfläche hätte ich auch näher an den Astabgang verlegt. Meine persönlichen Präferenzen hätten mir diese Maßnahme im Juni nahegelegt.
Was meinst du hier mit dem Absetzen der Äste auf innere Verzweigungen.Um später auch eine zentrifugale Verjüngung zu erzielen, wird das Absetzen der Äste auf innere Verzweigungen erforderlich. So dass Astabschnitte, die heute mehr als 2-3 cm vom Stamm entfernt sind später nicht mehr existieren werden. Im jetzigen Stadium dienen sie also nur als Übungsobjekte zum Drahten. Es sind Opferäste.
Edit: Erst im Juni? Dachte das wäre schon zu spät für solche arbeiten. Ist eine solche Maßnahme diesen Juni schon zu viel, wenn ich bereits im März geschnitten und gefräst habe? Ich würde auch gerne nochmal umtopfen und die Wurzeln bearbeiten also dicken Wurzeln kürzen.
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Beste Grüße
Georg
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Re: Georgs Rotbuche
bonsai_anfänger hat geschrieben: 10.03.2021, 12:49 ...
Ok ich habe tatsächlich überlegt, wo ich dieses Thema reinschreiben soll. Kann man es irgendwie ändern, oder müsste ich den Beitrag hier löschen und neu schreiben?
Wenn ein Moderator meiner Meinung ist - und Zeit dafür hat - wird er so freundlich sein, dieses Thema in das passende Unterforum zu verschieben. Ein Beinbruch ist die Platzierung in "Anzucht" nicht, aber die Nutzbarkeit für Bonsaianer mit ähnlichen Projekten ist eingeschränkt.
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Diesen Satz habe ich nicht ganz verstanden. Kannst du erklären, was du damit meinst?Dann würde ich mir überlegen, ob der Wurzelansatz eine aufrechte Gestaltung rechtfertigt oder ein geneigter Stammansatz glaubwürdiger wäre.
Dein Baum hat bereits einen gut brauchbaren Wurzelansatz. Daher ist zu überlegen, ob du ihn als Basis für die Gestaltung auf eine waagerechte Ebene bringst oder den Stamm senkrecht einpflanzt und später den Wurzelansatz anpasst. Senkrechte Stämme sind quasi der Archetyp des Baumbildes - aber gelegentlich kann man mit einem geneigten Stamm(ansatz) spannendere oder charakteristischere Bonsai gestalten.
Der Stamm ist ein wenig im Substrat eingegraben, sodass sich die Wurzeln entwickeln können. Daher gibt es da noch ein paar cm Platz in die Tiefe. Ich hatte eigentlich vor, an der Stelle, wo jetzt die Wundknete ist, einen zweiten Ast aufzubauen und somit eine Gabelung der Stammfortführung zu erziehlen. Bei dieser Gabelung hätte ich versucht den Verlauf etwas zu kaschieren und etwas glaubhafter zu gestaltenAls zweite Entscheidung stünde die angestrebte Zielhöhe des Baumes an. Dafür sollte die Höhe der Stammkappung festgelegt werden. Wie du selbst schreibst, ist dir die Stammverjüngung zu gering ausgeprägt. Als Anhaltspunkt mag die Faustregel gelten, dass der erste Ast etwa (!) bei 1/4 bis 1/3 der (angestrebten) Baumhöhe entspringt. Tiefer geht natürlich auch, aber für den Anfang macht diese Faustregel erstmal Sinn.
Wie es auf den Bildern aussieht, ist der erste Ast etwa auf 1/4 der Stammhöhe. Also wird der Baum sinnvollerweise nicht höher als bis dahin, wo du den Stamm gekappt hast. Und das ist nicht sinnvoll. Um die Kappstelle in ferner Zukunft in einer glaubwürdigen Verjüngung aufgehen zu lassen, muss der Baum fast doppelt so groß werden.
Langer Rede, kurzer Sinn: ich hätte den Stamm spätestens über dem dritten Ast deutlich schräger gekappt und diesen Ast als Stammverlängerung senkrecht hoch gedrahtet. Die Schnittfläche hätte ich auch näher an den Astabgang verlegt. Meine persönlichen Präferenzen hätten mir diese Maßnahme im Juni nahegelegt.
Wie hoch ist dein Baum derzeit - und wie hoch soll er mal (in 10 Jahren) werden?
Was meinst du hier mit dem Absetzen der Äste auf innere Verzweigungen.Um später auch eine zentrifugale Verjüngung zu erzielen, wird das Absetzen der Äste auf innere Verzweigungen erforderlich. So dass Astabschnitte, die heute mehr als 2-3 cm vom Stamm entfernt sind später nicht mehr existieren werden. Im jetzigen Stadium dienen sie also nur als Übungsobjekte zum Drahten. Es sind Opferäste.
Du hast speziell bei unteren Ästen wenig davon, wenn sie sich erst kurz vor der künftigen Kronenkontour verzweigen. Dann werden sie im Verhältnis zur Länge nur wenig Laub tragen und schwächeln. Gerade bei Rotbuchen kann man durch gezielten Rückschnitt eine enorme Rückknospung bis ins alte Holz erreichen. Das ist für diesen Baum aber noch Zukunftsmusik. Die durch Rückknospung stammnah entstehenden Verzweigungen werden mittelfristig die Astlinie nach aussen fortsetzen. Daher brauchst du die jetzigen stammfernen Astabschnitte für den "reifen" Baum sowenig wie die obere Hälfte des jetzt noch verbliebenen Stammes.
Es sei denn, du strebst einen für Bonsaiverhältnisse riesigen Baum an.
liebe Grüße Andreas
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Re: Georgs Rotbuche
Na, nun mach mal langsam.bonsai_anfänger hat geschrieben: 10.03.2021, 12:49 ...
Edit: Erst im Juni? Dachte das wäre schon zu spät für solche arbeiten. Ist eine solche Maßnahme diesen Juni schon zu viel, wenn ich bereits im März geschnitten und gefräst habe? Ich würde auch gerne nochmal umtopfen und die Wurzeln bearbeiten also dicken Wurzeln kürzen.
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Rotbuchen kannst du im Prinzip zu jeder Jahreszeit schneiden. Im Sommer kann ein Baum eine große Verletzung schneller abschotten, weil die Photosynthese auf Hochtouren läuft.
Jetzt lässt du den Baum erstmal anwachsen und überlegst dir bis nächstes Jahr (ja!) welche Maßnahme als nächstes nötig ist. Für den Baum ist es wichtig, Reserven für die Überwinterung zu sammeln. Wenn du zuviel Gestaltung und Umtopfen auf einmal durchführst, riskierst du das Leben des Baumes.
Die Buche hat noch hundert Jahre Zeit um Bonsai zu werden.
Auch mit Übereifer schafft sie das nicht in zwei Jahren.
Ein sehr erfahrener Buchengestalter hier im Forum hat mal geschrieben, dass er Rotbuchen vorzugsweise im Dezember umtopft.
Zur Pflege und Gestaltung gibt es noch tonnenweise Informationen die du dir inzwischen aneignen kannst.
Und das Wichtigste beim Bonsaihobby ist Geduld.
Die ist am schwersten zu lernen.
liebe Grüße Andreas
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Re: Georgs Rotbuche
Naja, Georg. Bei Rohmaterial gibt es fast immer mehrere gangbare Wege.bonsai_anfänger hat geschrieben: 10.03.2021, 12:49 ...Diesen Satz habe ich nicht ganz verstanden. Kannst du erklären, was du damit meinst?Dann würde ich mir überlegen, ob der Wurzelansatz eine aufrechte Gestaltung rechtfertigt oder ein geneigter Stammansatz glaubwürdiger wäre.
...
EIN möglicher Weg wäre zum Beispiel eine radikale Kürzung auf den ersten Ast.
. .
Dabei ist der Baum deutlich schräger eingetopft als bei dir. Der Wurzelansatz hätte das hergegeben, aber auch ich wäre in der Realität wohl nicht so weit gegangen.
Nur mal als Illustration, was ich mit der Berücksichtigung des Wurzelansatzes zur Gestaltung meinte.
liebe Grüße Andreas
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Re: Georgs Rotbuche
Habe gerade mal nachgeschaut. Der Baum ist etwa 44 cm hoch (vom Substrat gemessen). Bedingt durch den Verlauf des Stammes sehe ich ein, dass da etwas gemacht werden muss. die untersten 2-3 Äste sind allerdings zu steif, als dass man sie in eine halbwegs aufrechte Fortführung des Stammes entwickeln könnte und eine andere Form würde ich nicht für diesen Baum bevorzugen. Daher muss wohl noch was in der Höhe gemacht werden. Ich denke die Hälfte der aktuellen Größe wäre für mich noch vertretbar, sodass der Baum etwa einen 3/4 Meter hoch sein soll.Wie hoch ist dein Baum derzeit - und wie hoch soll er mal (in 10 Jahren) werden?
Jetzt habe ich es kapiert. Da hast du recht, diese Länge brauche ich nicht bei den unteren Ästen. Allerdings möchte ich ja das Dickenwachstum der unteren Äste noch fördern, damit die Proportionen zum Stamm passen. Daher lasse ich sie erstmal frei wachsen. Oder gibt es andere Methoden das Dickenwachstum zu erreichen?Du hast speziell bei unteren Ästen wenig davon, wenn sie sich erst kurz vor der künftigen Kronenkontour verzweigen. Dann werden sie im Verhältnis zur Länge nur wenig Laub tragen und schwächeln. Gerade bei Rotbuchen kann man durch gezielten Rückschnitt eine enorme Rückknospung bis ins alte Holz erreichen. Das ist für diesen Baum aber noch Zukunftsmusik. Die durch Rückknospung stammnah entstehenden Verzweigungen werden mittelfristig die Astlinie nach aussen fortsetzen. Daher brauchst du die jetzigen stammfernen Astabschnitte für den "reifen" Baum sowenig wie die obere Hälfte des jetzt noch verbliebenen Stammes.
Es sei denn, du strebst einen für Bonsaiverhältnisse riesigen Baum an.
Aber ich habe leider nicht mehr so viel ZeitDie Buche hat noch hundert Jahre Zeit um Bonsai zu werden.
Spaß beiseite. Ich verstehe was du meinst.
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Beste Grüße
Georg
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Re: Georgs Rotbuche
Stichwort Wuchskraftausgleich.bonsai_anfänger hat geschrieben: 10.03.2021, 14:51 ... Oder gibt es andere Methoden das Dickenwachstum zu erreichen?
...
Buchen wachsen apikaldominant.
Das heisst, die Buche steckt die meiste Wuchskraft in das Längenwachstum (aufwärts) um sich im Kampf um das Licht gegen Konkurrenten behaupten zu können. Um untere Äste zu stärken, werden die wenig bis überhauptnicht geschnitten, während oben regelmäßig auf zwei Blätter zurück geschnitten wird.
Zudem sollten die unteren Äste viel Licht bekommen, so dass oben immer mal wieder ausgelichtet wird. Auch kann man den Wipfelbereich durch Blattschnitt bremsen, andererseits brauchst du oben auch viel Wachstum, um die Schnittstelle zu überwallen.
Also auch hier überlegt vorgehen, ein Ziel gegen das andere abwägen und immer die Gesundheit des Baumes im Auge behalten.
liebe Grüße Andreas
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Re: Georgs Rotbuche
Sorry für die Nachfrage, Georg.bock hat geschrieben: 10.03.2021, 10:50 Moin Georg,
ich hätte das Thema nicht in "Anzucht" eröffnet, sondern in "Gestaltung" oder "Basics", ist ja kein Steckling mehr.
Hast Du Deinen ursprüngliche Beitrag in Basics Buche als Yamadori. einfach selbst nicht mehr gefunden oder weshalb nun dieser Neustart?
Grüße aus dem sonnigen Baden
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Re: Georgs Rotbuche
Ok danke für die Antwort.bock hat geschrieben: 10.03.2021, 15:06Stichwort Wuchskraftausgleich.bonsai_anfänger hat geschrieben: 10.03.2021, 14:51 ... Oder gibt es andere Methoden das Dickenwachstum zu erreichen?
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Buchen wachsen apikaldominant.
Das heisst, die Buche steckt die meiste Wuchskraft in das Längenwachstum (aufwärts) um sich im Kampf um das Licht gegen Konkurrenten behaupten zu können. Um untere Äste zu stärken, werden die wenig bis überhauptnicht geschnitten, während oben regelmäßig auf zwei Blätter zurück geschnitten wird.
Zudem sollten die unteren Äste viel Licht bekommen, so dass oben immer mal wieder ausgelichtet wird. Auch kann man den Wipfelbereich durch Blattschnitt bremsen, andererseits brauchst du oben auch viel Wachstum, um die Schnittstelle zu überwallen.
Also auch hier überlegt vorgehen, ein Ziel gegen das andere abwägen und immer die Gesundheit des Baumes im Auge behalten.
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Moin Gary, nee mir war schon bewusst, dass ich bereits mal wegen dieser Rotbuche einen Thread aufgemacht habe, das war aber damals eine erste Fragestellung und weniger als Dokumentation gedacht. Da ich nun aber wie gesagt eine Doku starten wollte, habe ich diesen Thread mit der Intension einer Dokumentation gestartet.Gary hat geschrieben: 10.03.2021, 15:24Sorry für die Nachfrage, Georg.bock hat geschrieben: 10.03.2021, 10:50 Moin Georg,
ich hätte das Thema nicht in "Anzucht" eröffnet, sondern in "Gestaltung" oder "Basics", ist ja kein Steckling mehr.
Hast Du Deinen ursprüngliche Beitrag in Basics Buche als Yamadori. einfach selbst nicht mehr gefunden oder weshalb nun dieser Neustart?
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Beste Grüße
Georg
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- Köhler Rudolf
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Re: Georgs Rotbuche
Hallo,
mir hat der 1. Schnitt an der Spitze besser gefallen.
Da stand zwar noch ein Stummel, aber den hätte man später noch nacharbeiten können.
Jetzt besteht die Gefahr, dass der Spitzenast eventuell nicht überlebt.
Wenn er überlebt, lass ihn einfach wachsen. Umso schneller überwallt die Schnittstelle.
Die beiden unteren Äste auch auf Dickenwachstum bringen. Also wachsen lassen
Es interessiert nicht wie der Baum jetzt aussieht. Nur das Ziel ist interessant.
So würde ich vorgehen.
mir hat der 1. Schnitt an der Spitze besser gefallen.
Da stand zwar noch ein Stummel, aber den hätte man später noch nacharbeiten können.
Jetzt besteht die Gefahr, dass der Spitzenast eventuell nicht überlebt.
Wenn er überlebt, lass ihn einfach wachsen. Umso schneller überwallt die Schnittstelle.
Die beiden unteren Äste auch auf Dickenwachstum bringen. Also wachsen lassen
Es interessiert nicht wie der Baum jetzt aussieht. Nur das Ziel ist interessant.
So würde ich vorgehen.
Grüße
Rudi K.
Rudi K.
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bonsai_anfänger
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Re: Georgs Rotbuche
Mir sind zwei Punkte an der Buche aufgefallen, bei denen ich Rat bräuchte. Zum einen habe ich ja die dicken Äste mit Spanndraht abgespannt und den Ast gepolstert. Ich bemerke aber deutliche Schattierungen unter bzw. um diese Polsterungen herum. Ich vermute, dass diese durch den entstandenen Druck auf diese Stelle und einem damit verbundenen Abdrücken des Saftflusses entstehen. Ist das korrekt? Ist das vom Baum reparierbar, wenn der Draht abgenommen wird und der Druck nachlässt, oder besteht da Handlungsbedarf?
Die andere Frage ist diese: Ich habe den Stamm dieser Buche ja drastisch gekappt. Daraufhin sind in naher Stelle der Kappung neue Triebe entstanden. Ich habe gelesen, dass Triebe, die auf diese weise entstehen, also aus Knospen entstehen, die reaktiviert wurden und sozusagen an der Außenschicht der Rinde saßen, nicht so stabil mit dem Kernholz verbunden sind, wie es Äste sind, die mit dem Stamm gewachsen sind. Auf dem Bild habe ich diesen Trieb abgelichtet. Zum Vergleich ein Trieb, der mit dem Stamm gewachsen ist (dies ist der obere). Da die beiden Triebe nah übereinander sind, müsste ich wahrscheinlich einen abschneiden. Der untere passt von der Positionierung jedoch besser. Ist er jetzt so ein "instabiler" Trieb wie beschrieben und lohnt es sich, diesen als Aufbau des Leittriebes zu verwenden? Die "instabilen" Äste sind bei normalen Bäumen ja subobtimal, weil sie aufgrund ihres Gewichtes drohen könnten abzubrechen wenn sie ausgewachsen sind. Bei der Bonsaigestalltung ist meine Sorge die, dass er zwar nicht aufgrund seines Gewichtes ein Problem darstellen wird, sondern bei der späteren Gestalltung (also beim Verbiegen durch das Drahten).
Wie ist eure Meinung dazu?
Die andere Frage ist diese: Ich habe den Stamm dieser Buche ja drastisch gekappt. Daraufhin sind in naher Stelle der Kappung neue Triebe entstanden. Ich habe gelesen, dass Triebe, die auf diese weise entstehen, also aus Knospen entstehen, die reaktiviert wurden und sozusagen an der Außenschicht der Rinde saßen, nicht so stabil mit dem Kernholz verbunden sind, wie es Äste sind, die mit dem Stamm gewachsen sind. Auf dem Bild habe ich diesen Trieb abgelichtet. Zum Vergleich ein Trieb, der mit dem Stamm gewachsen ist (dies ist der obere). Da die beiden Triebe nah übereinander sind, müsste ich wahrscheinlich einen abschneiden. Der untere passt von der Positionierung jedoch besser. Ist er jetzt so ein "instabiler" Trieb wie beschrieben und lohnt es sich, diesen als Aufbau des Leittriebes zu verwenden? Die "instabilen" Äste sind bei normalen Bäumen ja subobtimal, weil sie aufgrund ihres Gewichtes drohen könnten abzubrechen wenn sie ausgewachsen sind. Bei der Bonsaigestalltung ist meine Sorge die, dass er zwar nicht aufgrund seines Gewichtes ein Problem darstellen wird, sondern bei der späteren Gestalltung (also beim Verbiegen durch das Drahten).
Wie ist eure Meinung dazu?
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Beste Grüße
Georg
Beste Grüße
Georg
Re: Georgs Rotbuche
Hallo Georg,
auch für Dich wäre es vorteilhaft wenn Du solche Dinge Vorort in der Praxis mit jemandem besprechen könntest. Deine Fragen zeugen mir von einer allgemeinen Unsicherheit in der Materie. Das ist nichts Schlimmes und Deine Fragen sind alle berechtigt, einzig dies Medium kann persönlichen Erfahrungsaustausch nicht adäquat ersetzen.
Abspannungen
Besonders an Laubbäumen sollten sie sehr gut gepolstert sein. Das scheint bei Dir ausreichend der Fall und der Zug auf Deinen Abspannungen erscheint mir auch nicht besonders stark. Was die von Dir entdeckten Verfärbungen angeht, so entstehen sie meist an der Kontaktstelle von Polsterung und Rinde. Ich kenne jetzt keine wissenschaftliche Untersuchung derselben, kann aber auch Erfahrung versichern das sie unerheblich sind. Je nach Dauer der Abspannung verschwinden sie binnen Wochen oder Monaten nach Entfernung der Abspannung von selbst wieder. Zu einer nachhaltigen Beschädigung der Rinde kommt es nur bei unangepasster Polsterung bzw. Zugkraft. Dann ist beispielsweise eine Stauung des Saftflusses möglich.
(Hatte über 5 Jahre eine sehr starke Abspannung an einer Hainbuche. Da war hinterher eine deutliche Schwellung aufgrund des Saftstaus vorhanden. Wieder 10 Jahre später ist die Stelle unauffindbar.)
Festigkeit von Trieben
Klar, da gibt es Unterschiede, doch nicht in der Art und Weise wie Du scheinbar denkst. Wie leicht Triebe/Zweige/Äste abbrechen hängt auch von der Baumart ab und vom Winkel in dem sie entspringen. Am stärksten aber wohl von ihrem Alter. Im Allgemeinen brechen junge, dünne Triebe einfach schneller ab als alte, dicke Äste. Punkt!
Im Falle Deiner Rotbuche sind unter gestalterischen Gesichtspunkten einfach zu viele Triebe an einer Stelle. Ergo sollten welche weg. Ob jetzt schon, ist eine pflegerische Entscheidung für die Weiterentwicklung des Baums.
Wenn man dann wegschneidet sollte bei der Auswahl z.B. bedacht werden:
auch für Dich wäre es vorteilhaft wenn Du solche Dinge Vorort in der Praxis mit jemandem besprechen könntest. Deine Fragen zeugen mir von einer allgemeinen Unsicherheit in der Materie. Das ist nichts Schlimmes und Deine Fragen sind alle berechtigt, einzig dies Medium kann persönlichen Erfahrungsaustausch nicht adäquat ersetzen.
Abspannungen
Besonders an Laubbäumen sollten sie sehr gut gepolstert sein. Das scheint bei Dir ausreichend der Fall und der Zug auf Deinen Abspannungen erscheint mir auch nicht besonders stark. Was die von Dir entdeckten Verfärbungen angeht, so entstehen sie meist an der Kontaktstelle von Polsterung und Rinde. Ich kenne jetzt keine wissenschaftliche Untersuchung derselben, kann aber auch Erfahrung versichern das sie unerheblich sind. Je nach Dauer der Abspannung verschwinden sie binnen Wochen oder Monaten nach Entfernung der Abspannung von selbst wieder. Zu einer nachhaltigen Beschädigung der Rinde kommt es nur bei unangepasster Polsterung bzw. Zugkraft. Dann ist beispielsweise eine Stauung des Saftflusses möglich.
(Hatte über 5 Jahre eine sehr starke Abspannung an einer Hainbuche. Da war hinterher eine deutliche Schwellung aufgrund des Saftstaus vorhanden. Wieder 10 Jahre später ist die Stelle unauffindbar.)
Festigkeit von Trieben
Klar, da gibt es Unterschiede, doch nicht in der Art und Weise wie Du scheinbar denkst. Wie leicht Triebe/Zweige/Äste abbrechen hängt auch von der Baumart ab und vom Winkel in dem sie entspringen. Am stärksten aber wohl von ihrem Alter. Im Allgemeinen brechen junge, dünne Triebe einfach schneller ab als alte, dicke Äste. Punkt!
Im Falle Deiner Rotbuche sind unter gestalterischen Gesichtspunkten einfach zu viele Triebe an einer Stelle. Ergo sollten welche weg. Ob jetzt schon, ist eine pflegerische Entscheidung für die Weiterentwicklung des Baums.
Wenn man dann wegschneidet sollte bei der Auswahl z.B. bedacht werden:
- a) Welcher Trieb optimal für die angestrebte Baumform steht.
- b) Wie ist die verbleibende Verzweigung?
- c) Können dünne Triebe an dieser Stelle noch die gewünschte Dicke erreichen können?
- d) Wie wird die Schnittwunde eines dickeren Triebs verheilen?
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary
Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
Gary
Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
