habe keine Erfahrungen mit Aspirin bei Pflanzen aber ich habe vor zwei Jahren auch mal geforscht, weil mich das Thema auch brennend interessiert. Dabei bin ich in einem Kiffer Forum (ja, ist echt wahr!!) gelandet. Da hatte jemand einen Bericht geschrieben über die Verwendung von Weidenwasser zur Bewurzelung von Cannabis Stecklingen. Das habe ich dann letztes Jahr bei Satsuki Azaleen Stecklingen ausprobiert. Drei verschieden Präparate kamen zum Einsatz, zwei klassische Bewurzelungshormone und das Weidenwasser. Bei einem der Bewurzelungshormone ist gar nichts passiert, bei dem anderen und den Weidenwasserstecklingen hat das wunderbar funktioniert. Werde das dieses Jahr nocheinmal mit anderen Pflanzen probieren.
Falls dich dieser Artikel interessiert, schick mir per PN deine E-Mail Adresse, dann schicke ich ihn dir gerne zu.
Ciao
Norman
Das Ansehen von tausend Jahren kann durch das Verhalten während einer Stunde bestimmt werden.
hier also der Bericht, allerdings ohne die Bilder (das wäre jetzt zuviel, das alles auseinander zu fummeln, wer es mit Bildern möchte soll sich melden..)
Der nächste Schritt war die Herstellung von Weidenwasser. Weiden sind Pflanzen, die ungeheuer leicht vegetativ zu vermehren sind. Man muss nur einen Ast abschneiden und ihn in den Boden stecken, er wird auf jeden Fall anwachsen. Das liegt daran, dass die Weide in ihren Ästen sehr viel Bewurzelungshormone aufweist. Und auf diese Hormone haben wir es abgesehen
Um Weidenwasser herzustellen benötigen wir erstmal einen Schwung Äste einer Weide. Idealerweise nehmen wir die dünnen Äste, die von diesem Jahr stammen. Das sind die peitschenartigen Dinger, die überall an dem Baum hängen. (siehe Bild 2)
Anschließend werden alle Blätter von den Ästen entfernt (Bild 3)
Dann werden die Äste in 1-2 cm lange Stücke geschnitten. (Bild 4)
Diese Aststückchen werden dann in einen verschließbaren Becher (Joghurt-Becher ist sehr gut) gegeben, der schon etwa halb voll mit Wasser ist. (Bild 5)
Der Becher wird dann verschlossen 24 Stunden stehen gelassen.
So wir haben 24 Std. gewartet, jetzt gehts weiter. Das Wasser wird durch ein Sieb gegossen und die Weidenäste dadurch entfernt. (Bild 2)
Anschließend habe ich das fertige Weidenwasser wieder in den Joghurtbecher zurückgegossen, weil er als verschließbares Gefäß sehr gut zur Aufbewahrung dienen kann. (Bild 3)
Das fertige Weidenwasser ist eine etwas trübere Flüssigkeit als Wasser und weist ein paar Ölflecken auf. (Bild 4)
Dieses Weidenwasser kann so wie es ist mindestens 2 Wochen verwendet werden, länger sollte es nicht aufgehoben werden, weil es dann anfängt zu gammeln und die enthaltenen Hormone abgebaut werden.
Gleich gehts weiter mit den Steckies, zuerst mal aber noch die Bilder:
Jetzt gehts zum Schneiden der Steckies. Ich habe jetzt folgenden Versuch gemacht:
Am 30. August habe ich vier Stecklinge von der Thai-Pflanze genommen, indem ich ihr einfach die vier Haupttriebe (Pflanze war zweimal beschnitten) gekappt habe. Diese Stecklinge wurden einfach nur mit Wasser gemacht, ohne Zusatz von Weidenwasser. Sie wurden geschnitten, sofort danach für eine Stunde in Wasser gestellt und anschließend in Torfquelltöpfe gesetzt.
Zwei Tage später habe ich nochmal vier Steckies genommen, wieder die Spitzen der Haupttriebe, aber diesmal habe ich mit Weidenwasser gearbeitet um den Unterschied festzustellen.
Zunächst mal habe ich die vier Torfquelltöpfe im Weidenwasser quellen lassen (Bild 1).
Als sie fertig gequollen waren (nach ca. 10 Minuten) wurden sie beiseite gestellt und die Stecklinge geschnitten. Sofort nach jedem Schnitt (mit der Rasierklinge) wurden die Steckies in das Weidenwasser gestellt. (Bild 2)
Jedem Stecki habe ich dann noch drei kleine Stücke Rinde an der Schnittstelle entfernt - vorsichtig mit der Rasierklinge - und sie dann wieder ins Wasser gesetzt. (Bild 3)
Nach etwa einer halben Stunde wurden die Pflanzen dann in die Torfquelltöpfe gesetzt (Bild 4) und ihre Blätter wurden beschnitten (Bild 5 und 6).
Danach kamen sie zusammen mit den anderen Steckies (die ohne Weidenwasser) in ein Minigewächshaus, das mit feuchtem Seramis ausgelegt war. (Bild 7) Das Mini-Gewächshaus steht auf einer Heizmatte (Thermolux) im Growschrank bei 18/6 Std. Licht/Dunkelheit (nur 4 LSRs mit je 18 Watt - also kein heftiges Licht) Durch den Deckel des Gewächshauses ist es drinnen sehr feucht, die Heizmatte sorgt für eine konstante Temperatur, die durch das feuchte Seramis wunderbar verteilt wird.
Ciao
Norman
Das Ansehen von tausend Jahren kann durch das Verhalten während einer Stunde bestimmt werden.
'Hat nun jemand oder hat noch niemand Erfahrungen mit Aspirin gesammelt'
Ich,
vor einigen Jahren habe ich alle im Frühjahr gesammelen Bäume mit Aspirin behandlet. Ich habe einfach einige Pillen (Ass zur Blurverdünnung), die bei mir massenhaft vorhanden sind, ins Geißwaser gegeben. Ich bin von Natur aus nicht ein Mensch, der da Buch führt oder Pillen zählt. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass das den Pflanzen wohl nicht schaden würde, wenn ein Mensch von 1 bis durchaus auch einmal 5 oder gar 10 von den Dingern auf einmal schlucken kann.
Fazit: null. Ich kann nicht sagen, dass die irgendwie besser angewachsen sind. Aber sie sind auch nicht schlechter angewachsen.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
Und solche Pannen wie oben sorgen dann für sportlichen Ehrgeiz. Ich habe also Google noch mal bemüht:
1. Ein Bericht eines britischen Bonsai- Kollegen. Er hat Weidenwasser beim Abmoosen benutzt, der Einfluss ist "Vielleicht" (edit: aber ein lesenswerter Bericht zum Thema Abmoosen): http://www.bonsaiartists.co.uk/default. ... =5&item=12
2. Eine mehr wissenschaftluche Untersuchung über den Einfluss von Extrakten aus schnellwurzelnden Pflanzen (Weiden und Robinien, wenn ich das richtig übersetzt habe) auf das Wurzelwachstum, mit Verweisen: http://www.sna.org/research/97proceedin ... n0105.html
3. Noch ein Hinweis auf die Wirkung von Aspirin auf das "Immunsystem" von Pflanzen, leider ohen weitere Literaturhinweise, aber mit einem Hinweis auf eine laufende Untersuchung des Agricultural Research Service des USDA: http://www.bluestem.ca/willow-article1.htm
Zuletzt geändert von andreas b am 09.02.2006, 17:35, insgesamt 1-mal geändert.