Hallo Freunde,
ich habe zur Rotfichte nicht viele Beiträge gefunden. Ich hoffe ich habe keinen Thread übersehen, in dem dieses Thema bereits behandelt wurde. Ich bin ein kompletter Anfänger in Sachen Bonsai und habe unter anderem den angesprochenen Baum. Aber ich habe gelesen, dass man bei Fichten sehr vorsichtig sein soll.
Ich habe die Rotfichte aus dem Wald von einem Bekannten mit dessen Erlaubnis ausgegraben. Das ist jetzt ca. 3 Wochen her und die Fichte zeigt Lebenszeichen.
Allerdings treibt sie nur an manchen Stellen und vor allem im oberen Bereich.
Gibt es einen Möglichkeit, die Fichte wieder zum austreiben in den unteren Bereichen anzuregen?
Je nach dem, ob ich das schaffe, kann ich mir dann weitere Gedanken über die Gestaltung machen...
Liebe Grüße und danke für eure Hilfe!
Georg
Yamadori Rotfichte
Yamadori Rotfichte
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Re: Yamadori Rotfichte
Was genau hat dich denn bewogen, diese Fichte auszugraben? Was macht sie besonders? Was ist dein Plan mit dem Baum?
Oder gibt es unter den Fichten, die wie Unkraut millionenfach im Wald wuchern, vielleicht besseres Ausgangsmaterial für einen Bonsai?
Sie ist wahrscheinlich bisher im Unterholz, im Schatten gewachsen. Die unteren Äste hatten zu wenig Licht und waren für den Baum "nicht lohnend", sie machten kaum Fotosynthese, kosteten vielleicht mehr im Austrieb als sie später einbrachten.
Knospen für den Frühjahrsaustrieb werden bei Fichten im Vorjahr angelegt. An den "nicht lohnenden" Ästen wurden keine Knospen angelegt, der Baum gibt diese Äste auf und konzentriert sich auf die oberen, um irgendwann zum Licht zu kommen.
Wenn du sie vollsonnig stellst (langsam gewöhnen, wer weiß wie gut die Wurzeln beinand sind), kommen vielleicht im Sommer oder nächstes Jahr auch unten neue Triebe, dann könnte man den oberen Teil schrittweise reduzieren.
Nur lohnt das? Oder besser das Bäumchen wieder im Wald einpflanzen, und ein besseres suchen?
Oder gibt es unter den Fichten, die wie Unkraut millionenfach im Wald wuchern, vielleicht besseres Ausgangsmaterial für einen Bonsai?
Sie ist wahrscheinlich bisher im Unterholz, im Schatten gewachsen. Die unteren Äste hatten zu wenig Licht und waren für den Baum "nicht lohnend", sie machten kaum Fotosynthese, kosteten vielleicht mehr im Austrieb als sie später einbrachten.
Knospen für den Frühjahrsaustrieb werden bei Fichten im Vorjahr angelegt. An den "nicht lohnenden" Ästen wurden keine Knospen angelegt, der Baum gibt diese Äste auf und konzentriert sich auf die oberen, um irgendwann zum Licht zu kommen.
Wenn du sie vollsonnig stellst (langsam gewöhnen, wer weiß wie gut die Wurzeln beinand sind), kommen vielleicht im Sommer oder nächstes Jahr auch unten neue Triebe, dann könnte man den oberen Teil schrittweise reduzieren.
Nur lohnt das? Oder besser das Bäumchen wieder im Wald einpflanzen, und ein besseres suchen?
Re: Yamadori Rotfichte
Hallo Ania,
vielen Dank für deine Antwort
Da ich Nadelbaum Bonsai sehr schön finde, wollte ich mir eine Fichte mitnehmen. Ich habe auch noch eine zweite kleinere. Ansonsten habe ich Buchen und Ahorn. Zusätzlich habe ich mir im Gartencenter zwei chinesische Wacholder gekauft und selber gestaltet.
Diese Fichte ist der einzige Baum bei dem ich mir noch unsicher bin, wie ich ihn in Zukunft gestalten will. Was ich mir gut vorstellen könnte, wäre der Stil Literati Bonsai.
Aber dafür fände ich einen dickeren Stamm schöner. Am besten ist es wohl wenn ich Sie einfach noch ein paar Jahre wachsen lasse und mir dann überlege, wie ich mein Vorhaben umsetze oder? Oder sollte ich jetzt schon anfangen den Hauptstamm zu drahten?
Oder würdest du sagen, dieser Stil macht bei einer Fichte gar keinen Sinn?
Liebe Grüße
vielen Dank für deine Antwort
Da ich Nadelbaum Bonsai sehr schön finde, wollte ich mir eine Fichte mitnehmen. Ich habe auch noch eine zweite kleinere. Ansonsten habe ich Buchen und Ahorn. Zusätzlich habe ich mir im Gartencenter zwei chinesische Wacholder gekauft und selber gestaltet.
Diese Fichte ist der einzige Baum bei dem ich mir noch unsicher bin, wie ich ihn in Zukunft gestalten will. Was ich mir gut vorstellen könnte, wäre der Stil Literati Bonsai.
Aber dafür fände ich einen dickeren Stamm schöner. Am besten ist es wohl wenn ich Sie einfach noch ein paar Jahre wachsen lasse und mir dann überlege, wie ich mein Vorhaben umsetze oder? Oder sollte ich jetzt schon anfangen den Hauptstamm zu drahten?
Oder würdest du sagen, dieser Stil macht bei einer Fichte gar keinen Sinn?
Liebe Grüße
Re: Yamadori Rotfichte
Wenn es ein Literat werden soll müssen in den nächsten Jahren zumindest die unteren 2/3 astfrei sein.
Auf jeden Fall würde ich von allen gegenständigen Ästen einen entfernen, sowie schwache Triebe ganz herausnehmen. Den Stamm drahten ja, bloß nicht jetzt wenn der Baum erst frisch getopft ist. Reicht nächstes Jahr auch noch. Fichten sind sehr biegsam. Es dauert allerdings auch einige Jahre bis sie die Form halten. Da muß ser Draht immer wieder kontrolliert werden.
Ich sehe es wie Ania zu, es gibt viel bessere Ausgangspflanzen.
Grüße
Rainer
Auf jeden Fall würde ich von allen gegenständigen Ästen einen entfernen, sowie schwache Triebe ganz herausnehmen. Den Stamm drahten ja, bloß nicht jetzt wenn der Baum erst frisch getopft ist. Reicht nächstes Jahr auch noch. Fichten sind sehr biegsam. Es dauert allerdings auch einige Jahre bis sie die Form halten. Da muß ser Draht immer wieder kontrolliert werden.
Ich sehe es wie Ania zu, es gibt viel bessere Ausgangspflanzen.
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Yamadori Rotfichte
Klar macht Literat bei einer Fichte Sinn, rein prinzipiell.
Aber:
Du hast da ein dünnes Bäumchen mitgenommen, gleichzeitig schreibst du du hättest gern einen dicken Stamm.
Du möchtest drahten, wahrscheinlich um etwas Schwung in den langweilig geraden Stamm zu bringen?
Du möchtest das Grün näher an der Basis, da verkahlt das Bäumchen aber schon.
Der Baum ist nichtmal sonderlich vital, bevor du irgendetwas gestaltest, wirst du ihn aufpäppeln müssen.
Daher nochmal meine Frage: wieso genau der Baum? Was hat er an guten Eigenschaften, von seiner reinen Existenz mal abgesehen?
Such doch nochmal. Halte Ausschau nach wildverbissenen Bäumchen in sonniger Lage. Nach vitalen, wuchernden Bäumchen, die niedrig sind weil sie niedergeschnitten, abgegrast oder überfahren wurden, und nicht weil sie weder Licht noch Nährstoffe hatten.
Schau dir den Stamm an, du findest bestimmt einen der schon interessant gewachsen ist und nicht erst interessant gedrahtet werden muss. Du wirst auch einen dickeren Stamm finden wenn du lang genug suchst.
Nimm keine gerade so dahinvegetierenden, halbtoten Gehölze mit, die kriegt man daheim viel zu leicht tot (eigene leidvolle Erfahrung).
Wenn du von Grund auf selber gestalten willst oder es einfach nur als Übungsbaum siehst, dann nimm ein vitales Bäumchen mit, was nicht schon verkahlt bevor du die Schere überhaupt aufgeklappt hast. Ob das dann aus dem Wald, Baumschule oder Weihnachtsverkauf ist, ist egal, gesund und kräftig muss es sein.
Aber:
Du hast da ein dünnes Bäumchen mitgenommen, gleichzeitig schreibst du du hättest gern einen dicken Stamm.
Du möchtest drahten, wahrscheinlich um etwas Schwung in den langweilig geraden Stamm zu bringen?
Du möchtest das Grün näher an der Basis, da verkahlt das Bäumchen aber schon.
Der Baum ist nichtmal sonderlich vital, bevor du irgendetwas gestaltest, wirst du ihn aufpäppeln müssen.
Daher nochmal meine Frage: wieso genau der Baum? Was hat er an guten Eigenschaften, von seiner reinen Existenz mal abgesehen?
Such doch nochmal. Halte Ausschau nach wildverbissenen Bäumchen in sonniger Lage. Nach vitalen, wuchernden Bäumchen, die niedrig sind weil sie niedergeschnitten, abgegrast oder überfahren wurden, und nicht weil sie weder Licht noch Nährstoffe hatten.
Schau dir den Stamm an, du findest bestimmt einen der schon interessant gewachsen ist und nicht erst interessant gedrahtet werden muss. Du wirst auch einen dickeren Stamm finden wenn du lang genug suchst.
Nimm keine gerade so dahinvegetierenden, halbtoten Gehölze mit, die kriegt man daheim viel zu leicht tot (eigene leidvolle Erfahrung).
Wenn du von Grund auf selber gestalten willst oder es einfach nur als Übungsbaum siehst, dann nimm ein vitales Bäumchen mit, was nicht schon verkahlt bevor du die Schere überhaupt aufgeklappt hast. Ob das dann aus dem Wald, Baumschule oder Weihnachtsverkauf ist, ist egal, gesund und kräftig muss es sein.
Re: Yamadori Rotfichte
Ich denke ihr habt recht.
Ich werde die Fichte erstmal weiter wachsen lassen und eventuell beim nächsten Besuch im Wald wieder einpflanzen und nach einer besseren Alternative suchen.
Oder ich habe bis dahin doch noch eine passende andere Idee für das Bäumchen.
Mal schauen... kommt Zeit, kommt Rat.
Vielen Dank für eure Hilfe!
Ich werde die Fichte erstmal weiter wachsen lassen und eventuell beim nächsten Besuch im Wald wieder einpflanzen und nach einer besseren Alternative suchen.
Oder ich habe bis dahin doch noch eine passende andere Idee für das Bäumchen.
Mal schauen... kommt Zeit, kommt Rat.
Vielen Dank für eure Hilfe!
