man sollte Vorbereitet sein so gut es geht, ja.
Man sollte Angst und Panik schieben, definitiv nein! Dafür ist das Leben zu kurz. Die Trockenheit und Hitze die du beschreibst mag für Berlin und Umgebung neu sein, aber es gibt Länder wo das nie (oder nicht viel) anders war, zB. Ungarn. Es gibt dort eine (ca.) 40 Jährige Bonsaiszene mit Fächerahorn, Eiche, Kiefer…. alles was wir auch haben und die Menschen leben auch noch.
Bitte nicht falsch verstehen, ich bin kein Klimawandel- leugner, möchte auch nichts kleinreden, mehr möchte ich versuchen positiv in die Zukunft zu blicken (vielleicht auch deine Gedanken in der Hinsicht ein wenig zu beeinflussen ).
Du bist kreativ und intelligent -> ich bin gespannt auf deine Innovationen ACHTUNG MARKTLÜCKE!!!
Das Laub eines Ahorns in einer kleinen Schale wird 50 Grad nicht überleben.
Ein dunkle Schale, die sich in der Sonne auf 70 Grad aufheizt, wird jeden Ballen killen.
Ich überlege grosse Wannen im GWH unterzubringen, die ich dann mit 16 Grad kühlem Brunnenwasser füllen kann. Dann ein Schattiernetz drüber. Mal gucken, ob man damit unter die Aussentemperatur kommt ...
Grüße, Frank
___________ Ich will nur noch hupen !
Es gab mal in den 80-ern einen Cycas-Produzenten auf Hawaii. Pius Notter (CH-Yamadori-Pionier) hat bei einem Anlass von ihm erzählt, dass der alte Mann in dem tropischen Klima auch Bäume aus unseren Breiten hält.
Sein Trick ist, dass er zu Beginn der heissesten Jahreszeit einen kompletten Laubschnitt macht. Auch bei Kiefern. Er hält dann die Bonsai relativ trocken und schattiert.
Wenn die Bäume wieder austreiben, ist die ärgste Hitze vorbei und Alles ist in Butter.
Vielleicht muss man in den heissesten Regionen bei uns gelegentlich auch diese Technik implizieren und braucht dann kein Verkochen der Bäumchen zu befürchten. Das heisst vielleicht, den Laubschnitt in den Juli hinauszögern.
Auf Gefahr mich hier unbeliebt zu machen, aber ganz ehrlich, solange Bonsai in unseren Breiten nachweislich am meisten den Kälte- Vertrocknungs- und Überwässerungstot sterben, der ebenso nachweislich meist auf Pflegefehler zurückzuführen ist, ist eure Diskussion eine angstgesteuerte Geisterdiskussion. Wenn man solche Angst vor der Todeshitze hat, sollte man vielleicht lieber Kakteen halten.....
Für Bäume, die aus Japan, Skandinavien, den Bergen oder Südeuropa hier hergeschleppt werden, ist der Stress der Standortveränderung und das Risiko dabei drauf zu gehen höher als der Stress durch Anpassung heimischer Arten an Wetterkapriolen.
Gruß Roy
Hallo Frank
Obwohl ich Roy´s Meinung bin,
stelle ich mir jetzt einfach vor,
ich ziehe mit meinen Bäumchen um, werde Dein neuer Nachbar
und hätte somit deine Wetterbededingungen.
Mein Substrat würde auf 80% Aka, 20% Kiryu oder Lava umgestellt, 3mm Körnung.
Düngung rein mineralisch, erst ab Mitte Mai, recht wenig,
nach der Hitzeperiode (Ende August) höher dosieren.
Nur sparsames, aber dafür durchdringendes Gießen,
Laubbäume erst Gießen wenn die Blätter anfangen zu schwächeln
(auch wenn das Substrat trocken wirkt)
Durch das reduzierte Wässern und Düngen ergeben sich,
kleinere Blätter, kleinere Internodien, weniger Wachstum
was wiederum weniger Schnitte notwendig macht.
Die Haupterziehungsarbeiten finden dann im Herbst statt.
Da ich nur Temperaturen bis 38 Grad bei mir hatte und dies von Fächerahornen (auch von Lärchen)
ohne Schattierungsnetze in reiner Südlage anstandslos vertragen wurden,
würde ich erst bei wirklichem Bedarf Schattierungsnetze einsetzen.
Ich hoffe jetzt Deinen Ansprüchen zumindest im Ansatz gerecht geworden zu sein
und ziehe mich freundlich lächelnd, Bauch streichelnd in meinen vermeintlichen "Buddhastatus" zurück.
mfG Dieter
Eine gefährliche Kombination aus drei Buchstaben ist die größte Bedrohung für unsere Bäume.
Die Fähigkeit zur Selbstreflexion und etwas unaufgeregte Gelassenheit sind nicht nur im Bonsai durchaus hilfreich.
Ich freue mich über jeden Beitrag in diesen Thread, wunder mich allerdings wieder einmal, wie bei gleicher Zielsetzung das verharken so phantastisch funktioniert.
Ach ja, bevor ich es vergesse "Ego".
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
RoyF. hat geschrieben: 08.07.2021, 23:20
Auf Gefahr mich hier unbeliebt zu machen, aber ganz ehrlich, solange Bonsai in unseren Breiten nachweislich am meisten den Kälte- Vertrocknungs- und Überwässerungstot sterben, der ebenso nachweislich meist auf Pflegefehler zurückzuführen ist, ist eure Diskussion eine angstgesteuerte Geisterdiskussion.
Vergiss die überhastet ausgeführten «Schönheitsoperationen» nicht: jährliche Wurzel- und Blattschnitte, Abspann- und Drahtwickel-Aktionen, zwangshaft kleine Schalen, als ob der Baum jede Woche ausgestellt werden müsste und so weiter... Man kann ein Bäumchen problemlos in zwei, drei Jahren zu Tode gestalten.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)