Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
Hallo zusammen,
seit ca. drei Jahren fällt mir bei meinem 30 Jahre alten Acer Palmatum auf, daß die Krone immer weniger Saft bekommt und diese dadurch mehr und mehr nach unten weiter eintrocknet. Einen speziellen Grund oder Auslöser wüßte ich eigentlich nicht, denn die unteren Äste treiben enorm wie immer.
Vor ca. 4 Jahren im Herbst hat der Bonsaimeister meines Arbeitskreises mal zwei kräftige Äste direkt am Stamm entfernt, die zuviel waren. Das könnte für mich u.U. der Auslöser gewesen sein, warum der Ahorn seitdem "zickt". Vielleicht hat sich der Baum aber auch einen Pilz oder andere Krankheit eingefangen.
Im Frühjahr, wenn die ersten Knospen sichtbar schwellen, entferne ich "untenrum" sehr viele davon, die ungünstig stehen, oder einfach zuviel sind. In der Krone selbst freue ich mich um jede Knospe, aber die sind rar und zudem trocknen die wenigen dann ein, bevor sie aufgehen.
Dieses Frühjahr war es wieder so. Sehr viele Knospen unterhalb der Krone. Alle diese Äste treiben wie verrückt. Nur die Krone bleibt leer und trocknet bis zum nächsten Ast nach unten ein. Der Wurzelballen ist fast so groß wie die Schale, nicht zu eng und mit weißen Spitzen - also vermeintlich gesund. Der Baum steht im Halbschatten, gegossen wird normal - keine Staunässe, aber auch nicht zu trocken. Gedüngt wird relativ wenig (3 EL in diesem Jahr) mit organischem Dünger "Saidung Ultra".
Ich versuche als Notlösung den Baum nun frei und ungehemmt wachsen zu lassen. Vielleicht braucht er`s ja.
Möglicherweise bildet sich so ein langer Zweig, den ich evtl. zum Anplatten o.ä. für eine neue Krone nach oben holen kann.
Hat jemand ähnliches Verhalten an seinem Acer Palmatum festgestellt und weiß, warum das geschieht?
Was kann ich bestenfalls tun, um wieder eine stattliche Krone am Deshojo zu bekommen?
Für sachdienliche Hinweise bedanke ich mich im Voraus sehr herzlich.
Viele Grüße
Norbert
seit ca. drei Jahren fällt mir bei meinem 30 Jahre alten Acer Palmatum auf, daß die Krone immer weniger Saft bekommt und diese dadurch mehr und mehr nach unten weiter eintrocknet. Einen speziellen Grund oder Auslöser wüßte ich eigentlich nicht, denn die unteren Äste treiben enorm wie immer.
Vor ca. 4 Jahren im Herbst hat der Bonsaimeister meines Arbeitskreises mal zwei kräftige Äste direkt am Stamm entfernt, die zuviel waren. Das könnte für mich u.U. der Auslöser gewesen sein, warum der Ahorn seitdem "zickt". Vielleicht hat sich der Baum aber auch einen Pilz oder andere Krankheit eingefangen.
Im Frühjahr, wenn die ersten Knospen sichtbar schwellen, entferne ich "untenrum" sehr viele davon, die ungünstig stehen, oder einfach zuviel sind. In der Krone selbst freue ich mich um jede Knospe, aber die sind rar und zudem trocknen die wenigen dann ein, bevor sie aufgehen.
Dieses Frühjahr war es wieder so. Sehr viele Knospen unterhalb der Krone. Alle diese Äste treiben wie verrückt. Nur die Krone bleibt leer und trocknet bis zum nächsten Ast nach unten ein. Der Wurzelballen ist fast so groß wie die Schale, nicht zu eng und mit weißen Spitzen - also vermeintlich gesund. Der Baum steht im Halbschatten, gegossen wird normal - keine Staunässe, aber auch nicht zu trocken. Gedüngt wird relativ wenig (3 EL in diesem Jahr) mit organischem Dünger "Saidung Ultra".
Ich versuche als Notlösung den Baum nun frei und ungehemmt wachsen zu lassen. Vielleicht braucht er`s ja.
Möglicherweise bildet sich so ein langer Zweig, den ich evtl. zum Anplatten o.ä. für eine neue Krone nach oben holen kann.
Hat jemand ähnliches Verhalten an seinem Acer Palmatum festgestellt und weiß, warum das geschieht?
Was kann ich bestenfalls tun, um wieder eine stattliche Krone am Deshojo zu bekommen?
Für sachdienliche Hinweise bedanke ich mich im Voraus sehr herzlich.
Viele Grüße
Norbert
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Re: Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
ich weiß nur, dass bei einem grünen palmatum nach einem starken rückschnitt am opfer-leittrieb im spätherbst dieser auch zurück getrocknet ist. das liegt daran, dass die knospen erst im frühjahr aktiv werden. im frühjahr sind unterhalb neue triebe gekommen, aber auch vertrocknet.
generell dringen bei den ahornen in große schnittstellen gern pilze ein, vielleicht liegts am weichen holz ?
besser immer einen stummel stehen lassen und später nachschneiden, wenn der baum abgeschottet hat. bei einem pilz ist aber meist das holz um die schnittstelle schwarz verfärbt. das sieht hier eher nicht so aus.
eigentlich sollte ein bonsaimeister so etwas aber wissen...
jetzt hast du echt eine unschöne spitze.
ich würde dieses jahr auch einfach wachsen lassen und schauen, ob dir der baum eine neue stammfortführung anbietet.
generell dringen bei den ahornen in große schnittstellen gern pilze ein, vielleicht liegts am weichen holz ?
besser immer einen stummel stehen lassen und später nachschneiden, wenn der baum abgeschottet hat. bei einem pilz ist aber meist das holz um die schnittstelle schwarz verfärbt. das sieht hier eher nicht so aus.
eigentlich sollte ein bonsaimeister so etwas aber wissen...
jetzt hast du echt eine unschöne spitze.
ich würde dieses jahr auch einfach wachsen lassen und schauen, ob dir der baum eine neue stammfortführung anbietet.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
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Re: Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
Hallo Norbert,
viel erkenne ich nicht auf den Fotos. Kannst du bitte schärfere Bilder einstellen?
Grüße
Rainer
viel erkenne ich nicht auf den Fotos. Kannst du bitte schärfere Bilder einstellen?
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
Hallo zusammen,
anbei ein paar aktuelle Bilder von der eingetrockneten Baumkrone des Acer palmatum 'Deshojo'
Ich habe den Baum nun seit dem Frühjahr frei wachsen lassen, entsprechend sieht er aus.
Leider ist bislang noch keine Knospe in der Spitze zu sehen, die eine neue Krone entstehen lassen könnte.
Für weiterführende Hinweise und Tipps bin ich dankbar.
Viele Grüße aus`m Allgäu
Norbert
anbei ein paar aktuelle Bilder von der eingetrockneten Baumkrone des Acer palmatum 'Deshojo'
Ich habe den Baum nun seit dem Frühjahr frei wachsen lassen, entsprechend sieht er aus.
Leider ist bislang noch keine Knospe in der Spitze zu sehen, die eine neue Krone entstehen lassen könnte.
Für weiterführende Hinweise und Tipps bin ich dankbar.
Viele Grüße aus`m Allgäu
Norbert
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Re: Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
sieht so aus, als sei die spitze oberhalb der beiden seitenäste zurückgetrocknet. der letzte obere trieb hätte nicht mehr so stark eingekürzt werden dürfen, offenbar waren da keine aktiven knospen mehr.
naja, immerhin bist du damit die beiden großen schnittstellen los.
problem sind jetzt die oberen, waagerechten, gegenständigen äste. in meinen augen eine äußerst unbefriedigende situation für den neuaufbau einer spitze. wäre es meiner, würde ich im nächsten frühsommer noch eine etage tiefer auf den obersten diesjähriegen trieb absetzen, dabei 1 cm stummel lassen.
naja, immerhin bist du damit die beiden großen schnittstellen los.
problem sind jetzt die oberen, waagerechten, gegenständigen äste. in meinen augen eine äußerst unbefriedigende situation für den neuaufbau einer spitze. wäre es meiner, würde ich im nächsten frühsommer noch eine etage tiefer auf den obersten diesjähriegen trieb absetzen, dabei 1 cm stummel lassen.
Gruss, Achim
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chinesische Weisheit
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Re: Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
Hallo Norbert,Allgäuer hat geschrieben: 27.06.2021, 15:29
Hat jemand ähnliches Verhalten an seinem Acer Palmatum festgestellt und weiß, warum das geschieht?
Was kann ich bestenfalls tun, um wieder eine stattliche Krone am Deshojo zu bekommen?
und ob ich so was festgestellt habe!!
Mindestens 10 Jahre habe ich wegen eines ähnlichen Problems an meinem Fächerahorn rumgedoktert, bis ich mich schließlich zu einem für meine Verhältnisse radikalen Vorgehen durchgerungen habe .
Jetzt findet der Ahorn zu seiner Erhabenheit zurück, die er, in Ansätzen, schon vorher hatte.
Gib in die Sufu "Übungs-Ahorn aus dem Bonsaizentrum" ein und Du wirst auf den Seiten 7-9 das ganze Für und Wider um dieses Thema finden.
Nachdem ich in diesem Jahr erstmals einen kompletten Blattschnitt bei dem Ahorn gemacht habe, steht er jetzt wieder da wie eine Eins und erfreut mich jeden Tag. Die Schnittstelle wird in 2 Jahren vollständig überwallt sein und in weiteren 5 Jahren für das Auge erträglich aussehen.
Das Einkürzen der Spitze, die die gleichen Probleme zeigte wie bei Dir, hat sich also als segensreich erwiesen, wenngleich aber festzuhalten ist, dass bei Dir das Spitzenproblem deutlich ausgeprägter ist als es bei mir war.
Inwieweit Du wirst einkürzen müssen, kannst nur Du entscheiden, aber mir schwant, dass Achim mit seiner Meinung richtig liegt.
Immerhin ergeben sich keine Anzeichen für Welkepilz.
Als Erfahrung bleibt bei mir die Erkenntnis zurück, dass die Apikaldominanz beim Fächerahorn nicht grenzenlos ist, jedenfalls nicht so groß, dass man, darauf vertrauend, eine zu klobig gewordene Spitze mit Maßnahmen der Auswahl von Trieben wieder hinbekommt. Die wichtigen Schritte bei der Gestaltung eines Fächerahorn bestehen darin, bereits in seinen ganz jungen Jahren auf die Verjüngung, besonders in der Krone zu achten.
Beste Grüße, gutes Gelingen, ich drücke Dir alle Daumen,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
Re: Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
Hallo Heiner und Achim,
danke für die Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise.
Den abgeschnittenen Rest an der trockenen Spitze, den man auf den Bildern sieht, stammt von einem ca. 12 cm langen Trieb.
vom Mai letzten Jahres. Als keine der Knospen daran aufgegangen waren und die Spitze des Triebs von oben nach unten schwarz wurde, habe auf eine noch vorhandene Knospe am unteren Ende zurückgeschnitten um diese Knospe zu aktivieren, was sie aber nicht tat.
Dieses Frühjahr ist der eingetrocknete Bereich dann nochmal weiter nach unten fortgeschritten.
Wenn ich nun nächstes Jahr, ca. im Mai noch weiter unterhalb der Krone zurückschneide, so meine Befürchtung, trocknet die Spitze erneut ein weiteres Stück ein. Irgendwann - möglicherweise ist dann bald nichts mehr vom Baum übrig.
Würdet Ihr zum jetzigen Zeitpunkt den vorhandenen, sehr langen und scheinbar gesunden Austrieb zurückschneiden, um schlafende Knospen zu aktivieren? Idealerweise wären dann auch Knospen dabei, welche in Stammnähe der obersten Äste gelegen sind.
Den Austrieb würde ich dann wieder frei wachsen lassen.
Oder würdet Ihr den Schnitt, ganz oder teilweise, auf unbestimmte Zeit verschieben?
Viele Grüße
Norbert
danke für die Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise.
Den abgeschnittenen Rest an der trockenen Spitze, den man auf den Bildern sieht, stammt von einem ca. 12 cm langen Trieb.
vom Mai letzten Jahres. Als keine der Knospen daran aufgegangen waren und die Spitze des Triebs von oben nach unten schwarz wurde, habe auf eine noch vorhandene Knospe am unteren Ende zurückgeschnitten um diese Knospe zu aktivieren, was sie aber nicht tat.
Dieses Frühjahr ist der eingetrocknete Bereich dann nochmal weiter nach unten fortgeschritten.
Wenn ich nun nächstes Jahr, ca. im Mai noch weiter unterhalb der Krone zurückschneide, so meine Befürchtung, trocknet die Spitze erneut ein weiteres Stück ein. Irgendwann - möglicherweise ist dann bald nichts mehr vom Baum übrig.
Würdet Ihr zum jetzigen Zeitpunkt den vorhandenen, sehr langen und scheinbar gesunden Austrieb zurückschneiden, um schlafende Knospen zu aktivieren? Idealerweise wären dann auch Knospen dabei, welche in Stammnähe der obersten Äste gelegen sind.
Den Austrieb würde ich dann wieder frei wachsen lassen.
Oder würdet Ihr den Schnitt, ganz oder teilweise, auf unbestimmte Zeit verschieben?
Viele Grüße
Norbert
Re: Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
nach der lage der großen schnittstellen könnte es sein, dass sie einfach zu dicht übereinander waren und den saftfluss zu sehr gestört haben. deshalb ist (evtl. ) der oberste trieb dann eingetrocknet.
das sollte aber bei einem weiteren absetzen -im frühsommer- nicht passieren, weil darunter ja alles intakt bleibt.
ich denke, einen rückschnitt kann man noch machen, es wird aber auch nicht schaden, einfach bis zum nächsten früphjahr gar nichts zu machen.
das sollte aber bei einem weiteren absetzen -im frühsommer- nicht passieren, weil darunter ja alles intakt bleibt.
ich denke, einen rückschnitt kann man noch machen, es wird aber auch nicht schaden, einfach bis zum nächsten früphjahr gar nichts zu machen.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
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Re: Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
Hallo Achim,
nochmal danke für Deine Erklärung zum Eintrocknen der Krone, die für mich nachvollziehbar klingt.
Ich lasse den Baum also unberührt. Gegen Ende d. Monats ist evtl. wieder ein Treffen meines Arbeitskreises,
den Hartmut Münchenbach in Pfronten leitet.
Da nehme ich den Baum mit und hole eine Zweit- / Drittmeinung ein.
Viele Grüße aus`m Allgäu
Norbert
nochmal danke für Deine Erklärung zum Eintrocknen der Krone, die für mich nachvollziehbar klingt.
Ich lasse den Baum also unberührt. Gegen Ende d. Monats ist evtl. wieder ein Treffen meines Arbeitskreises,
den Hartmut Münchenbach in Pfronten leitet.
Da nehme ich den Baum mit und hole eine Zweit- / Drittmeinung ein.
Viele Grüße aus`m Allgäu
Norbert
- Herbert A
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- Registriert: 07.01.2004, 10:00
- Wohnort: SalzburgerLand
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Re: Acer Palmatum Deshojo: Krone verdorrt
Servus
Selten ein Schaden wo nicht auch ein Nutzen dabei ist. So sagt man jedenfalls und oft stimmt das auch.
Du kannst die Situation gleich nutzen um den Baum neu und schöner aufzubauen. Jetzt hast du lange Triebe mit denen du sehr wahrscheinlich einen dazu verwenden kannst mittels einer Bohrablaktion eine neue Krone weiter unten aufzubauen.
Es dauert zwar ein paar Jährchen aber dafür wird der Baum um Klassen besser.
Vielleicht hilft dir dieser Thread weiter.
viewtopic.php?f=4&t=31800&p=333200&hili ... jo#p333200
lg
Herbert
Selten ein Schaden wo nicht auch ein Nutzen dabei ist. So sagt man jedenfalls und oft stimmt das auch.
Du kannst die Situation gleich nutzen um den Baum neu und schöner aufzubauen. Jetzt hast du lange Triebe mit denen du sehr wahrscheinlich einen dazu verwenden kannst mittels einer Bohrablaktion eine neue Krone weiter unten aufzubauen.
Es dauert zwar ein paar Jährchen aber dafür wird der Baum um Klassen besser.
Vielleicht hilft dir dieser Thread weiter.
viewtopic.php?f=4&t=31800&p=333200&hili ... jo#p333200
lg
Herbert
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.
Info: www.bonsaisalzburg.net
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