Fragen zu meinem Feldahorn

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hwolf
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von hwolf »

Also auch nicht vergessen - es ist ein Feldahorn-Stamm ohne was dran, von dem ein Teilstück mit Arbeit interessant weren kann.. Bevor ich da Experimente mit einer so dermaßen deplatzierten und dazu noch hässlichen Wurzel machen würde, sollte ich doch mal die Prioritäten sortieren.
Der Baum war bis vor kurzem im Freiland, der hat also eh kein Nebari. Was da jetzt unter der Erde ist, wissen wir nicht. Also ganz klar -
1. Wurzeln freimachen und beurteilen. Hat der Wurzelansatz, der jetzt komplett unter der Erde ist, Potential, würde ich die dicke fragliche Wurzel einfach völlig sorgenlos glatt abschneiden (Feldahorn!) und
2. den Baum auf die richtige Höhe in eine große flache Kiste topfen.
3.Die Schnittführung oberhalb haben wir ja besprochen. Mit dem Auswachsen einer neuen Stammfortführung ergibt sich eine Baumgröße, die knapp unterhalb des Doppelten der jetzigen Größe liegt.
4.Welche Form? Weiß ich nicht, ich bin Europäer. Ich empfehle, einen Feldahorn in Form eines Laubbaums zu gestalten...

Oder Abmoosen -
Norberts Vorschlag führt sicherlich zu dem bestmöglichen Baum aus dem Vorhandenen. Dann stellt sich die Frage nach der Wurzel auch gar nicht. Abmoosen wäre dann Priorität Eins und Schnitte oder alles andere verschiebt sich dann auf frühestens nächstes Jahr Juni. Der zu erwartende Baum ist dann im Endeffekt kleiner oder muss tatsächlich nochmal als Basis für einige Jahre im Feld wachsen (natürlich ohne den linken Hauptast). Reihenfolge hier wäre:
1. dieses Jahr Abmoosen und in flachen Trainingsirgendwas pflanzen
2. 2023 linken Ast abschneiden
3. 2024 im Frühjahr Wurzeln schneiden, sortieren, ausrichten und ins Feld Pflanzen
4. 2026 (mit Wurzelarbeit) umschulen oder zurück in eine große Kiste für den Beginn der Arbeit an einem zukünftigen Rohling.
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Baalistic
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von Baalistic »

mydear hat geschrieben: 03.02.2022, 18:24
Baalistic hat geschrieben: 03.02.2022, 13:16 Je nachdem wie der Wurzelansatz rund herum ist, würde ich persönlich nicht unbedingt ganz abmoosen.

https://www.youtube.com/watch?v=zRxNXQzJqAY
Ui ui ui Simon, das ist schon Technik für Fortgeschrittene.
Es sieht bei dem Japaner halbwegs einfach aus. Probiert man es selbst verzweifelst du mit den eingedrückten Sämlingen. Vermutlich fallen sie immer wieder heraus und irgendwann gibst du genervt auf.
Das Teil-Abmoosen mit Abzwicken der Rinde würde ich mich nicht trauen. Wie tief gehst du? Ist dann die Wasserversorgung von unten noch gegeben, oder vertrocknet der Baum? Entstehen neue Wurzeln wenn die Rinde nicht rundum abgeschält wird?

Wäre interessant ob das schon mal jemand im Forum so probiert hat?

Grüße
Rainer
Klappt aber scheinbar ganz gut :)
Es gab dieses Jahr ein Update des gleichen Baumes, in dem der Erfolg des Eingriffes gezeigt wird.

M.E. ist es genau bei solchen Kandidaten, welche man umsonst ausbuddeln durfte sinnvoll mal etwas zu riskieren und somit zu lernen. Wenn man zwei linke Hände hat sollte man natürlich besser die Finger davon lassen.
Da sollte sich jeder selber einschätzen ob es möglich ist.

Da man ja Wurzelhormon mit drauf gibt... was soll im schlimmsten Fall passieren? es wachsen andere Wurzeln an der richtigen Stelle?
Das schwiergste dran ist erstmal Stecklinge von genau der gleichen Pflanze zu machen und dann zu warten *lach ... ich bin auch manchmal sehr ungeduldig :P

Aber so kann man ja in diesem Jahr den Schnitt machen und im nächsten dann ans Nebari.
Light91
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von Light91 »

Guten morgen,

Vielen Dank für die vielen Tipps und Ratschläge,
Ich habe jetzt noch einmal ein paar Tage nach gedacht und bin zu dem Entschluss gekommen erstmal Abmoosen und ab in eine Trainingsschale so wie Heinrich die Schritte noch einmal sehr schön aufgelistet hat, vielen Dank nochmal für die ausführliche Zusammenfassung.

Eine Frage hätte ich noch, muss ich unbedingt mit Hormonen am Baum arbeiten? Das Problem ist das habe ich noch nie gemacht.

Kleine Anmerkung noch für Simon, zwei linke Hände habe ich garantiert nicht sonst würde ich nicht seid 15 Jahren, erst den Beruf Landschaftsgärtner bei einer Privatfirma und jetzt Gärtner im Park Sanssouci bei der Stiftung Preußische Schlössern und Gärten sein. *daumen_new*

Grüße Timm
Light91
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von Light91 »

So nun ist der nächste Schritt gemacht auf dem langen Weg zum Bonsai!

Erstmal vorab ich muss mich vielmals entschuldigen das ich nur Bilder gemacht habe wo ich fertig war, ich wollte eigentlich jeden Schritt Fotografisch festhalten, aber ich war so vertieft in meiner Arbeit und voller Ideen und glücksmomente, das ich das voll vergessen habe😫

Nachdem ich die Erde aus dem Wurzelballen gespült hatte tat sich für mich eine völlig neue Perspektive auf, Erstmal sind die starkwurzeln am wurzelansatz total flach gewachsen, weil ich ja schlauer weise einen Deckel von einem Eimer beim letzten Umpflanzen drunter gelegt hatte, und sehr schön viele feinwurzeln sind auch dabei gewesen, also rundum super Wurzelwachstum! Klar jetzt müssen die nächsten Jahre erstmal geschaut werden ob man vielleicht doch nochmal abmoost, aber ihr könnt euch ja selber erstmal ein Bild machen und mir vielleicht noch Tipps geben was ich hätte vielleicht noch anders machen können, aber wie gesagt leider habe ich vergessen zu fotografieren.
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Light91
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von Light91 »

Moin moin,
Hat niemand ein Feedback für mich? :(
Ist es wirklich so schlecht geworden :cry:
ChrisHil

Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von ChrisHil »

Du hättest nicht alle Triebe mit den Knospen abschneide sollen.
Heiner B.
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von Heiner B. »

Hallo Timm,

wie "schlimm" das ganze sein wird, wird man natürlich erst sehen, wenn der Frühling kommt und der Baum wieder austreibt (oder eben nicht). Das sieht auf jedenfall erstmal ziemlich drastisch aus. Ich wünsche dir viel Glück, das alles gut geht.
Liebe Grüße
Heiner
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ania
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von ania »

Der neue Pflanzwinkel steht dem Stumpen gut.
Das Abschneiden der Triebe wirft ihn aber sicherlich zurück. Statt im Frühjahr gleich loszulegen, muss er sich jetzt aus schlafenden Augen regenerieren, du kannst nur hoffen dass er dafür genug Reserven hat. Bis zum Austrieb sind noch mindestens 2 Monate, ohne Knospen wohl eher mehr, bis dahin kann es sein dass die Spitze zurücktrocknet, wenn nicht noch mehr.
Schneid deinen Bäumen doch nicht immer alles gleich ab! Es gibt gute und schlechte Zeitpunkte. Solche drastischen Schnitte sind besser im Frühsommer, ein paar Wochen nach Aushärten der Blätter, weil dann der Baum sofort reagieren kann. Umtopfen war im Feber auch nicht optimal, besser direkt kurz vor dem Austrieb, oder im Spätsommer.
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Norbert_S
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von Norbert_S »

Das ist ein Feldahorn und der wird das schon wegstecken.
Handwerklich ist das eine glatte 6.
Wenn du schon vorher fragst, was mit dem Baum gestalterisch gemacht werden könnte....
Die Kappstelle des dicken Seitenastes muss an den Stammverlauf angepasst werden, auch wenn die Schnittstelle dadurch größer wird.
Oben auch nicht gerade abschneiden sondern schräg auf einen der abgeschnittenen Triebe, der dann Spitzentrieb wird.
Der Feldahorn überwallt gut, meist auch schön flach.
Solche Threads empfinde ich einfach nur ärgerlich.
Norbert

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espanna
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von espanna »

Hallo Tim,

Um den Baum ein bisschen unter die „Arme“ zu greifen würde ich den ganzen Pott in dunkle Folie / Müllsack packen und regelmäßig lüften. (Wenn die ersten Triebe da sind, kann die Folie weg).
Gruß
László

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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von Light91 »

Gut ok harte Kritik, aber ich werde auch die Schnittstellen nach Arbeit, die sind echt Müll geworden gebe ich selber zu.
Ich bin eigentlich davon ausgegangen das ein feldahorn drastische Rückschnitte ab kann, ich weiß nicht ob hier jemand den Youtuber Detlef Römisch kennt? Er hat seinen feldahorn auch so drastisch zurück geschnitten und der ist wieder ausgetrieben. Jetzt habe ich Angst das alles schief gegangen ist :cry:

Auf dem Bild habe ich den großen Schnitt nochmal angepasst.

Sorry nochmal das ich doch alles anders gemacht habe wie ursprünglich gedacht, die Idee ist beim Arbeiten gekommen, ich mache das ja mit den bonsai such als Hobby, möchte ja damit keine Ausstellung gewinnen, es ist für mich einfach eines der schönsten Hobbys die es gibt. Bin sehr dankbar für alle Tipps und Tricks.
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Norbert_S
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von Norbert_S »

Der Feldahorn wird überleben, da habe ich keine Bedenken.
Auch der neue Pflanzwinkel ist eine deutliche Verbesserung. Es passiert immer wieder, das sich während der Arbeiten am Baum neue Möglichkeiten ergeben.
Aber du musst versuchen, den Baum in seinen Eigenarten zu verstehen. Nur so kannst du ihn richtig pflegen und entwickeln. Sauber gearbeitete Schnittstellen gehören dazu.
Norbert

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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von hwolf »

Ist das Lac-Balsam auf den Schnitten? Sieht so aus....
Wenn dem so ist, möchte ich zwar aufrichtig belustigt, aber keinesfalls arrogant feststellen, dass Du dieses, wie Du sagst, schönste Hobby der Welt betreibst, wie ein Schlosser, der seine Schweißnähte mit einem Putzhobel versäubert.
Du hast noch nicht so viel über das Arbeiten mit den kleinen Bäumen gelernt, aber da in deiner Pflege einen nicht gerade schrecklichen Rohling - gönne ihm und Dir die Zeit, ab jetzt etwas überlegter an die Sache ran zu gehen und vielleicht mal kurz hier im Forum querzulesen, bevor Du irgendwas auf deine Bäume schmierst, was man nur wieder abschneiden kann (neue Wunde) und worunter es gerne mal anfängt, zu rotten (Krankheiten). Bonsai hat zwar viel mit Glück zu tun, wie man an Detlef Römisch sieht, aber eben auch noch mehr mit Wissen. Sehr wenig allerdings mit Geld, falls das Deine gegenteilige Befürchtung ist.
Weiter viel Spaß mit dem Bäumen, der Suchfunktion und des riesigen Fachwissenkatalogs dieses Forums :)

Heinrich
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von Light91 »

Vielen Dank Norbert das du mir mut machst das, dass auch was werden kann, und den Winkel finde ich auch viel besser als vorher, ich freue mich schon drauf wenn das Projekt klappt.

Ja Heinrich das ist lackbalsam, das verstehe ich gerade das Problem nicht, ich hatte damit noch nie Probleme, aber meinst du ich sollte weniger rauf schmieren🤔
Und weil du ja meine Arbeit so schön als Schlosser Arbeit bezeichnest, du sollst bitte wissen das jeder mal klein angefangen hat und noch kein Meister vom Himmel gefallen ist *daumen_new* ich nutze viel Lektüre um mich weiter zu bilden, aber an den Bäumen ist das halt eine andere Hausnummer, zwischen Theorie und Praxis liegen leider nunmal Welten.

Gruß Timm
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mydear
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Re: Fragen zu meinem Feldahorn

Beitrag von mydear »

Light91 hat geschrieben: 09.02.2022, 09:56 Ja Heinrich das ist lackbalsam, das verstehe ich gerade das Problem nicht, ich hatte damit noch nie Probleme, aber meinst du ich sollte weniger rauf schmieren🤔
LacBalsam wird von den meisten vermieden. Es kann nur schwer wieder entfernt werden und klebt die Stelle zu. Sollte darunter Fäulnis auftreten siehst du es auch nicht. Es gibt ja viele Alternativen, vor allem die Japanische Wundknete im runden Topf hat sich etabliert.

viewtopic.php?p=599127#p599127

https://bonsaischule.de/zubehoer/pflanz ... ittel?c=42

Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
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