Fundsache: Schefflera

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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helge4u
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Fundsache: Schefflera

Beitrag von helge4u »

Hallo miteinander,

letztes Jahr machten meine Frau und mein Hund und ich mit dem Wohnwagen in Griechenland Urlaub, auf der Halbinsel, und ich dachte, daß ich mit ein bisschen Glück auch ein bonsai-taugliches Olivenbäumchen finden könnte - typisch griechisch eben. Also ein ganz knorriges Ding das irgendwo im Niemandsland herumsteht, von Ziegen und Eseln regelmässig abgeknabbert, sich auf kargem Boden gegen die Unbill der Existenz behauptend, und natürlich: genau auf MICH wartend. :D

Ja denkste, gelle. Also da gab´s schon Olivenhaine soweit das Auge reicht, mit echt alten knorrigen Olivenbäumen - aber alle ab ca 20 cm Stammdurchmesser und 3 Meter Höhe. Nicht eine einzige Jungpflanze.

Als ich ohne Aussicht auf Beute von meinem x-ten Streifzug zum Campingplatz zurückging, sah ich auf einem großen Abfallhaufen am Strassenrand zwei eimergroße Plastikkübel mit ca 2 Meter hohen Pflanzen darin, achtlos weggeworfen.

Ausgerechnet Schefflera. Warum konnten es nicht Oliven sein ?!?!?

Nun bin ich eigentlich kein großer Freund vom "Lackblatt". Aber eine Schefflera mit einem Stammdurchmesser von 4,5 cm (!!) habe ich bisher noch nicht gesehen geschweige im Besitz gehabt - und dann gleich zwei.

Damit ich die Pflanzen überhaupt transportieren konnte, mussten sie kräftig gestutzt werden. Was ein Glück hat mir meine Frau vor Jahren ein "Swiss-Tool" geschenkt, das ich im Urlaub immer mit mir rumschleppe. Dessen scharfe Säge hat die Bäumchen erstmal auf Kfz-kompatible-Größe gestutzt, und so konnte ich sie zum Campingplatz schaffen. Die "Schalen", die ihr auf den Fotos seht, sind sozusagen das schalen-ähnlichste, was ich bei einem Ausflug auf das griechische Festland in einer Gärtnerei auftreiben konnte, aber ich fand, es passte recht gut. Denn die Plastik-Kübel waren nicht nur viel zu gross, sondern auch spröde, und ich musste alles auf ein Maß zurücktrimmen, welches den Transport über 2000 km ohne Gefährdung des häuslichen Friedens ermöglichte.

Das Umtopfen war ein Massaker. Nachdem ich die Plastikkübel aufgeschnitten hatte, und die Wurzelmasse in den Händen hielt, wurde mir sehr schnell klar, daß ich die Wurzeln komplett freilegen musste, um die Pflanzen in die eher bescheiden großen Tonschalen zu zwängen. Die Wasserzapfstelle vom Campingplatz mit ihrem scharfen Wasserstrahl war hilfreich. Aber würden die Pflanzen das alles überleben ???

Seit wir im Oktober 2005 wieder zurück in Deutschland waren, haben sich die Pflanzen bis heute gut entwickelt (obwohl die "Blumenerde", die ich in Griechenland kaufte, ein pulvriges Humus-Zeug ist, dessen Durchlässigkeit sehr zu wünschen übrig lässt). Die müssen einiges an Sonnen-Reserve getankt haben, um meine Misshandlungen zu überstehen, und aus allen Knopflöchern zu treiben.

Und da fängt dann das Kopfzerbrechen an: was macht man eigentlich mit Schefflera ? Wie könnte man die so entwickeln, daß es bisschen den Eindruck von Urwald-Riese, alt-ehrwürdigem Amazonas-Baum, Dschungel-Atmosphäre ausstrahlt ? Oder was ? Wie gesagt, Schefflera ist nicht so unbedingt mein Favorit, aber wie das Schicksal so spielt ... diese beiden gebe ich nicht mehr her.

Nr 1 hat viele fette Verzweigungen in alle Himmelsrichtungen. Die haben alle ausgetrieben. Ich habe sie mit Japan-Knete zugesülzt. Nr 2 hat drei Triebe, wie eine Mistgabel: nach oben, links und rechts. Da habe ich nix gekittet. Es hat übrigens null Unterschied gemacht ob Japan-Kitt oder nicht, das hätte ich mir ganz sparen können.

Bitte, wenn ihr Ideen habt, was man mit so tollen Pflanzen machen könnte, dann würde ich mich sehr freuen. Diese Blätter mit ihren ewig langen Stielen machen aber was sie wollen. Ich habe da keinen Plan ... und warte auf den Sommer, damit sie auf den Balkon können, und sich zumindest nicht mehr einseitig nach dem Licht ausrichten !

Grüsse vom Main,
Helge
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Grüße aus Hattersheim,
Helge
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Barbara
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Beitrag von Barbara »

Hallo Helge

Die Schefflera ist zwar sehr robust, eigentlich gar nicht kaputt zu kriegen, aber sehr schwer zu gestalten, da sehr sparrig. Außerdem verzweigt sie sich ganz schlecht, man muss sie immer wieder zurückschneiden, wenn man Glück hat ,und die Pflanze ein Einsehen hat, bildet sie mal 2 Triebe statt einem aus.

Ich habe 2 von der Sorte, einen mit kleinen Blättern, war so ein Stangerl aus dem Baumarkt, den ich zur Kaskade gezwungen habe, und einen, der wohl eher deiner Art ähnelt.Bei ihm habe ich ein wenig gepfuscht und eine Moorkinwurzel mit eingearbeitet.
Vielleicht geben sie dir ein paar Anregungen.

Liebe Grüße, Barbara
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helge4u
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Beitrag von helge4u »

Barbara hat geschrieben:Hallo Helge

Die Schefflera ist zwar sehr robust, eigentlich gar nicht kaputt zu kriegen, aber sehr schwer zu gestalten, da sehr sparrig. Außerdem verzweigt sie sich ganz schlecht, man muss sie immer wieder zurückschneiden, wenn man Glück hat ,und die Pflanze ein Einsehen hat, bildet sie mal 2 Triebe statt einem aus.

Ich habe 2 von der Sorte, einen mit kleinen Blättern, war so ein Stangerl aus dem Baumarkt, den ich zur Kaskade gezwungen habe, und einen, der wohl eher deiner Art ähnelt.Bei ihm habe ich ein wenig gepfuscht und eine Moorkinwurzel mit eingearbeitet.
Vielleicht geben sie dir ein paar Anregungen.

Liebe Grüße, Barbara
Hallo Barbara,

Wahnsinn, wie schnell man hier Antwort bekommt. :D
Die Kaskade ist nicht so mein Ding, aber Deine zwoote Pflanze gefällt mir recht gut. Die Probleme die Du beschrieben hast (sparriger Wuchs, verzweig-unwillig) kenne ich, aber Dein Foto Nr 2 gibt mir Hoffnung, daß man damit umgehen kann ! Das man die Schefflera "eigentlich gar nicht kaputt bekommt" kann ich so nicht bestätigen. Ich hatte vor 20 Jahren mal eine die ich an Hydrokultur umgewöhnt habe. Das hat die mir nach 3 Jahren übel genommen !! :twisted: Seitdem habe ich keine mehr kultiviert. Aber nach SO einem Fund... was soll ich sagen ...

tschö vom Main,
Helge
Grüße aus Hattersheim,
Helge
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Stephen Reiling
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Beitrag von Stephen Reiling »

Hallo Helge!

Kann Dich zu Deinem "Müll" nur beneiden!! Wie Barbara schon beschrieben hat, ist die Schefflera sehr eigensinnig, aber :D : Du kannst die Pflanze im Frühjahr völlig vom Laub trennen, sprich: mach'se mal ganz kahl! Und siehe, die Pflanze treibt an den unmöglichsten Stellen wieder aus! So kann man ein klein wenig Form in 'ne Scheflera bringen!Die Barbara hat zudem echt schöne Scheffleren!Beneidenswert zu dem was ich jetzt zeige!!

Gruß Stephen

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viele Grüße Stephen
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Toni Bonsai
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Beitrag von Toni Bonsai »

Hallo Helge,
wenn du die Möglichkeit hast deine Pflanzen in ein tropisches Gewächshaus in einem botanischen Garten oder einer Baumschule zu bringen, dann würden sich Luftwurzeln bilden die den altehrwürdigen, exotischen Ausdruck verstärken würden.Aber mir fällt gerade erstmal keine Grundgestaltung ein die was tropisches hätte.Wenn nicht such evtl. Anregungen im Forum wie in dem Beitrag von Ulf über seinen Ficus der auch ein "Urwaldriese" werden soll (Therad find ich gerade nicht)
Grüße Toni
Grüße, Toni
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Ingolf
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über Felsen

Beitrag von Ingolf »

Hallo Helge!

Ich habe eine über einen Felsen wachsen lassen.
Ob es je ein "richtiger" Bonsai wird, weiß ich nicht. Gleiche Erfahrung wie Barbara.
Von 15.5. - 15.9. steht meine schattig im Garten.
Inzwischen steht sie in einer anderen Schale.
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Grüße! Ingolf
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helge4u
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Re: über Felsen

Beitrag von helge4u »

Ingolf hat geschrieben:Hallo Helge!

Ich habe eine über einen Felsen wachsen lassen.
Hallo Ingolf,

schönes Stück hast Du da !

Ich hatte ja in Griechenland auch schon einen schönen passenden Felsen gefunden, aber als ich den auch noch mit nach Hause nehmen wollte, war ich heftigen Protesten meiner besseren Hälfte ausgesetzt. :lol:
Grüße aus Hattersheim,
Helge
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helge4u
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Beitrag von helge4u »

Toni Bonsai hat geschrieben:Hallo Helge,
such evtl. Anregungen im Forum wie in dem Beitrag von Ulf über seinen Ficus der auch ein "Urwaldriese" werden soll (Therad find ich gerade nicht)
Grüße Toni
Hi Toni,

den Thread kenne ich, aber da ging es um ... wie heissen die Dinger noch ... um diese Urwaldbäume, die im Wesentlichen einen langen und ziemlich kahlen Stamm und obendrauf eine breite Krone haben, die durch´s Blätterdach des Urwalds guckt. Das ist aber nicht so ganz die Form die ich im Sinn habe.
Grüße aus Hattersheim,
Helge
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Ingolf
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Re: über Felsen

Beitrag von Ingolf »

helge4u hat geschrieben:schönes Stück hast Du da !
Hallo Helge!

Der Stein kommt auf dem Foto nicht gut heraus. Er ist ein rötlicher Vulkanstein aus den Anden (Ecuador) in ca 4800 m gefunden.

Ich bringe von Reisen immer einen oder mehere interesante Steine mit - keine Suiseki!
So habe ich schwarze Lava von den Kanaren, versteinerte Muscheln aus der Sahara, helle Lava aus Island, Kreide aus Rügen usw.

EIN Spleen reicht mir nicht!
Grüße! Ingolf
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helge4u
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Re: über Felsen

Beitrag von helge4u »

Ingolf hat geschrieben: Ich bringe von Reisen immer einen oder mehere interesante Steine mit - keine Suiseki!
So habe ich schwarze Lava von den Kanaren, versteinerte Muscheln aus der Sahara, helle Lava aus Island, Kreide aus Rügen usw.

EIN Spleen reicht mir nicht!
Hallo Ingolf,

also, DAS (das Steinesammeln) ging bislang knapp, ganz knapp, an mir vorbei. Ich habe mal Sand gesammelt, das war schon spleenig genug. Um den Spleen loszuwerden, habe ich den Sand dann als Beton verarbeitet ! :twisted:

Bei den "Über- den-Stein" Kreationen von Bonsai habe ich immer wieder das Problem, daß ich mich ungerne auf alle Ewigkeit festlege. Na gut, im Dezember habe ich jetzt endlich geheiratet, aber das ist was anderes und ausserdem seit 14 Jahren erprobt. :P

Aber bei Bonsai .. ich habe noch nicht den "Stein der Weisen" gefunden, der mich wirklich zu so einer Gestaltung veranlasst hätte - und wenn ich den Stein hätte, würde mir garantiert die passende Pflanze fehlen.
Grüße aus Hattersheim,
Helge
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