Bonsaigrößen

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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Utz
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Bonsaigrößen

Beitrag von Utz »

Hi, nachdem ich meiner besseren Hälfte zum Muttertag einen kleinen Einsteigerwald (Metasequoia) aus dem Blumenladen mitgebracht habe, nähern wir uns dem Thema Bonsai langsam an. Ich habe mir mal einen kleinen Bergahorn aus dem Blumenkübel geschnappt und in einen Topf gesetzt, sowie zwei Jungbirken. Die Idee ist es ein paar Bonsaiexperimente auf der Terrasse durchzuführen. Grüner Daumen ist vorhanden, sowie das grundsätzliche Verständnis der Biologie (bin Dipl. Biologe).

Nun zu meiner Frage, die ich bisher nicht klären konnte: Woran orientiert man sich was die gedachte Endgröße eines Projektes angeht? Beim Suchen im Netz findet man Gartenbonsais in der Höhe von 2,5 Metern ebenso wie Bonsais in Handtellergröße. Das ist etwas verwirrend, wenn man sich einen ersten Eindruck verschafft.

Ebenso wie beim Thema Einstieg und Entwicklung eines Bonsais gibt es verwirrendes. Meist findet man Altpflanzen, die dann zurecht geschnitten werden, um schnell einen stärkeren Stamm zu bekommen. Oder Jungpflanzen, die dann erst noch wachsen und regelmäßig apikal gekappt werden und in einigen Videos ihren Stamm im Zickzack von Schnittstelle zu Schnittstelle entwickeln, ebenfalls um Dickenwachstum zu erhalten. Wenn man sich Ausstellungsbäume ansieht, dann sehen die aber kaum so aus, als wären die immer wieder mit großen Schnitten beglückt worden, sondern eher langsam harmonisch gelenkt worden.

Sorry, wenn ich gleich etwas grundsätzlicher einsteige ... und natürlich: Hallo erstmal :D
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achim73
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von achim73 »

ja, hallo erstmal :)

ausstellungsbäume sind oft sehr alte yamadori, d.h., pflanzen, die in der natur sehr langsam gewachsen sind.
grundsätzlich gibt es eben diese vorgehensweisen: aus jungpflanzen langsam aufbauen, vorteil: beste kontrolle, keine großen schnittstellen. nachteil: dauert extrem lange (30 + jahre je nach art) bis zum reifen baum.
Feldaufzucht, vorteil : man hat innerhalb von 5 - 8 jahren eine gute basis, in weiteren 5 - 8 jahren einen ansehnlichen baum. nachteil: gröbere struktur, große schnittstellen. die brauchen dann zeit, bis sie verwachsen, oder man baut sie bewußt in die gestaltung ein (uro, shari).

bei den größen gibt es klassen, die aus dem japanischen kommen.

für den aufbau eines baumes spielen aber eher überlegungen eine rolle wie:

- passt die erreichbare stammdicke zur geplanten endhöhe ?
- auf welcher höhe sollte der unterste ast sitzen

etc.

das in kürze. ausführliche informationen zu alldem findest du im bereich "fachwissen" im menü oben.

viel spaß :)
Gruss, Achim
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ania
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von ania »

Willkommen im Forum!

Viele Wege führen zum Ziel, und jeder hat so seine eigen Ziele. Es gibt nicht die eine einzig richtige Methode, Bonsai zu entwickeln.
Du kannst ja verschiedene Wege ausprobieren, wenn du mehrere Bäume hast.

Sooo jetzt hast du dich unbedacht als Biologe geoutet, da hätte ich gleich eine Frage, weil das wurmt mich. Ich habe mir so Gedanken zum Abmoosen gemacht.
Folgendes:
Wenn man Kambium und Phloem schält, kommen Zucker und Auxin nicht mehr unten an, stauen sich am Abmoosungsring, und über dem Ring wachsen neue Wurzeln. Soweit klar.
Nur, wieso treibt der Baum nicht unterhalb des Ringes grün aus? Es kommt kein Auxin an, die schlafende Knospe unterhalb müsste sich doch für den neuen Apex halten? Warum treibt ein Baum beim Kappen aus, aber beim Abmoosen nicht?
Utz
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von Utz »

achim73 hat geschrieben: 11.05.2022, 19:08 bei den größen gibt es klassen, die aus dem japanischen kommen.
Kennst Du einen Link wo man die mal nachlesen kann? Ich würde da gerne meine Verwirrung etwas lichten :)
LG
Utz
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von Utz »

ania hat geschrieben: 11.05.2022, 19:51 Wenn man Kambium und Phloem schält, kommen Zucker und Auxin nicht mehr unten an, stauen sich am Abmoosungsring, und über dem Ring wachsen neue Wurzeln. Soweit klar.
Nur, wieso treibt der Baum nicht unterhalb des Ringes grün aus? Es kommt kein Auxin an, die schlafende Knospe unterhalb müsste sich doch für den neuen Apex halten? Warum treibt ein Baum beim Kappen aus, aber beim Abmoosen nicht?
Wie Du schon selbst schreibst: Auxin wird im Spross gebildet und kommt nicht mehr unten an, weil es Richtung Wurzel über das Phloem transportiert wird. Um eine Adventivknospe entstehen zu lassen fehlt es also. Beim Kappen fehlt es nicht, weil es ja im Spross selbst gebildet wird und auch die blattständigen Knospen sind ja im Regelfall noch nicht abgerufen wurden. Aber im Prinzip hast Du recht, dass ein komplett abgeringelter Baum genauso wieder ausschlagen müsste wie ein gefällter Baum - wobei sich damit viele Bäume schwer tun und deutlich mehr Zeit brauchen, als wenn nur eine Sprossspitze verloren geht.

Ich gehe aber eigentlich davon aus, dass Du beim Abmoosen nicht die komplette Verbindung zwischen Wurzel und Baum einmal ganz um den Baum herum beseitigst (keine Ahnung und davon grad viel)? Wenn da noch eine Verbindung besteht, dann ist der Spross halt jenseits der abgemoosten Zone noch als Triebspitze aktiv. Aber ich hätte vielleicht dazu schreiben sollen, dass ich Zoologe bin und kein Botaniker. Und ein Gärtner schon mal gar nicht ^^.
dax100
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von dax100 »

Utz hat geschrieben: 11.05.2022, 16:19
Nun zu meiner Frage, die ich bisher nicht klären konnte: Woran orientiert man sich was die gedachte Endgröße eines Projektes angeht? Beim Suchen im Netz findet man Gartenbonsais in der Höhe von 2,5 Metern ebenso wie Bonsais in Handtellergröße. Das ist etwas verwirrend, wenn man sich einen ersten Eindruck verschafft.
Man orientiert sich nicht unbedingt nach einer Tabelle, dir wird auch keiner sagen dein Bonsai ist mit 90cm zu groß, man hat ein Baum oder ein Rohling und schaut was man draus machen kann, das ergibt sich einfach ! Must du dir vorstellen wie beim Boxen, bist du zu schwer kommst du in die nächste Gewichtsklasse !
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ania
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von ania »

Beim Abmoosen bleibt nur die Xylem-Verbindung erhalten, Kambium und Phloem kommen rundherum weg.
Zoologe ist auch ok ;) ich bin Physiker.
Utz
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von Utz »

dax100 hat geschrieben: 11.05.2022, 21:00 Man orientiert sich nicht unbedingt nach einer Tabelle, dir wird auch keiner sagen dein Bonsai ist mit 90cm zu groß, man hat ein Baum oder ein Rohling und schaut was man draus machen kann, das ergibt sich einfach ! Must du dir vorstellen wie beim Boxen, bist du zu schwer kommst du in die nächste Gewichtsklasse !
Ah, super - danke, das hilft zum Verständnis auf jeden Fall weiter. Beim Bergahorn hatte ich anderswo ja auch schon gelesen, dass man da wegen der Blattgröße nicht unter 50cm landen sollte, damit es gut aussieht. Dann warte ich mal ab und schaue, was sich ergibt.
Utz
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von Utz »

ania hat geschrieben: 11.05.2022, 21:13 Beim Abmoosen bleibt nur die Xylem-Verbindung erhalten, Kambium und Phloem kommen rundherum weg.
Zoologe ist auch ok ;) ich bin Physiker.
Ok, dann brauchts natürlich die neuen Wurzeln. Ja, sollte sich dann wie ein gefällter Baum verhalten.
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von Fabian R »

ania hat geschrieben: 11.05.2022, 19:51 Nur, wieso treibt der Baum nicht unterhalb des Ringes grün aus? Es kommt kein Auxin an, die schlafende Knospe unterhalb müsste sich doch für den neuen Apex halten? Warum treibt ein Baum beim Kappen aus, aber beim Abmoosen nicht?
Folgendes sind nur Überlegungen:
- Beim Abmoosen geht der Transport nach OBEN ungehindert weiter und es entstehen nach oben nicht so starke "Stau" Effekte...
- Beim Abmoosen ist die Stelle am Stamm/ Ast in der Regel im Dunkeln oder zumindest beschatteter als beim Kapppen...
Once we rid ourselves of traditional thinking we can get on with creating the future - J. Bertrand
Utz
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Re: Proportionen

Beitrag von Utz »

Nochmal ne Frage: Gibts irgendeine Faustregel was die Schalengröße im Verhältnis zur Baumhöhe angeht ?
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mydear
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von mydear »

Ja, grob gesagt etwa 2/3 der Baumhöhe (Goldener Schnitt) und die Schalenhöhe soll etwa dem Stammdurchmesser entsprechen

Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Utz
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Re: Bonsaigrößen

Beitrag von Utz »

Super, danke...
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