Swiss-Seki, Wundertüte-Sparky
Swiss-Seki, Wundertüte-Sparky
Salü Freunde der kleinen Steine,
Bei herrlichstem Wetter habe ich heute die Rosse vorgespannt und im gemütlichem Trab ging es das Rheintal hoch und bei Landquart links ins Prättigau.
Ich protegiere seit einiger Zeit eine Alleinerziehende Geflüchtete mit ihrem Teenager aus UA und nahm sie auf diesen Ausflug mit. Es war für sie eine willkommene Abwechslung zum trostlosen Alltagstrott.
Oben, in meinem Schürfgebiet angekommen, wollten sie sich nützlich machen und dachten, sie können mir bei meiner Steinesuche helfen. Leider musste ich immer wieder abwinken und bestimmt habe ich furchtbar undankbar gewirkt, dass ich die schönsten Steine der Schweiz, die sie mir anschleppten, einfach nicht gebührend ästimiert und eben nicht in den Wagen geladen habe.
Ich war dann sehr motiviert, schnell ein zwei brauchbare Steine zu finden, um ihnen zu zeigen, welche Modelle ich in Wirklichkeit suche.
Glücklicherweise ist mir das auch rasch gelungen und so musste ich mich dann nicht mehr für jeden verschmähten Stein entschuldigen.
Einer dieser Steine war dieser Kleine hier. Ich habe mit dem Sackmesser etwas daran rumgeschabt um den Zwei zu zeigen wie unter dem Verwitterungslehm die Matrix ausschaut.
Ich stelle euch das Steinchen erstmal ungereinigt vor. Gelegentlich gehe ich mal mit der Bürste drüber und dann geht es hier vielleicht weiter.
Der kleine Küstenfels ist knapp 13 cm lang, an der Basis 3 cm breit und etwa 2 cm hoch.
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Bei herrlichstem Wetter habe ich heute die Rosse vorgespannt und im gemütlichem Trab ging es das Rheintal hoch und bei Landquart links ins Prättigau.
Ich protegiere seit einiger Zeit eine Alleinerziehende Geflüchtete mit ihrem Teenager aus UA und nahm sie auf diesen Ausflug mit. Es war für sie eine willkommene Abwechslung zum trostlosen Alltagstrott.
Oben, in meinem Schürfgebiet angekommen, wollten sie sich nützlich machen und dachten, sie können mir bei meiner Steinesuche helfen. Leider musste ich immer wieder abwinken und bestimmt habe ich furchtbar undankbar gewirkt, dass ich die schönsten Steine der Schweiz, die sie mir anschleppten, einfach nicht gebührend ästimiert und eben nicht in den Wagen geladen habe.
Ich war dann sehr motiviert, schnell ein zwei brauchbare Steine zu finden, um ihnen zu zeigen, welche Modelle ich in Wirklichkeit suche.
Glücklicherweise ist mir das auch rasch gelungen und so musste ich mich dann nicht mehr für jeden verschmähten Stein entschuldigen.
Einer dieser Steine war dieser Kleine hier. Ich habe mit dem Sackmesser etwas daran rumgeschabt um den Zwei zu zeigen wie unter dem Verwitterungslehm die Matrix ausschaut.
Ich stelle euch das Steinchen erstmal ungereinigt vor. Gelegentlich gehe ich mal mit der Bürste drüber und dann geht es hier vielleicht weiter.
Der kleine Küstenfels ist knapp 13 cm lang, an der Basis 3 cm breit und etwa 2 cm hoch.
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Zuletzt geändert von Hippo am 19.10.2022, 20:57, insgesamt 1-mal geändert.
Grumpy old fat Kiboko.
Re: Swiss-Seki, Wundertüte
Oha, der ist echt gut, finde ich. Sieht mit der Platte wirklich wie eine Miniaturlandschaft a la Wüste USA aus. 
Re: Swiss-Seki, Wundertüte
Richtig schönes Stück. Gefällt mir außerordentlich gut. Bin auf das gereinigte Ergebnis gespannt.Grüße, Roland
Re: Swiss-Seki, Wundertüte
Der hat was! 
Schöne Grüße,
Lutz
Ich freue mich über jeden Gedanken von Euch zu meinen Bäumen.
Lutz
Ich freue mich über jeden Gedanken von Euch zu meinen Bäumen.
-
Thomas D.
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Re: Swiss-Seki, Wundertüte
Sehr schöner Stein George. In deinem Schürfgebiet würde ich auch gerne mal eine kleine Wanderung unternehmen 
Re: Swiss-Seki, Wundertüte
Vielen Dank Freunde für eure Feedbacks! 
A propos Schürfgebiet; ich zeige es Suisekiinteressierten sehr gerne. Ist der südwestliche Hang des Montafon auf CH Seite.
A propos Schürfgebiet; ich zeige es Suisekiinteressierten sehr gerne. Ist der südwestliche Hang des Montafon auf CH Seite.
Grumpy old fat Kiboko.
Re: Swiss-Seki, Wundertüte
So, nun habe ich angefangen das Steinchen vom Verwitterungslehm zu befreien.
Stellenweise ist der Lehm sehr zäh und trotzdem habe ich erstmal auf eine Stahl-Drahtbürste verzichtet und schabe den Dreck sehr behutsam mit einem Skalpell ab. Ich befürchte eben auch, dass der filigrane Stein beim Kontakt mit der rotierenden Drahtbürste brechen könnte.
Bei dieser schonenden, aber sehr mühsamen Methode kamen nun viele, kleine, glitzernde Kristalle auf der Matrix zum Vorschein.
Ich habe nun erstmal die eine Seite gereinigt aber finde dieses Funkeln so interessant, dass ich es euch zeigen möchte.
Wenn man mit einer starken Lupe drangeht, sieht man, dass es keine Quarzkristalle sondern kleine Pyritquader sind, die je nach Lichteinfall glitzern.
Ich habe früher schon solche Steine eingefangen und finde den Effekt bei Suiseki irgendwie speziell.
Wir wissen ja, dass dieses Schiefergestein durch die Mitwirkung von organischen Sedimenten entstanden ist wovon auch die dunkle Farbe zeugt.
Der Eisengehalt der Sedimente wandelte sich mit dem Schwefel aus den organischen Verbindungen zu Eisensulfid und kristallisierte während der Metamorphose zu Katzengold aus. Diese Kristalle neigen recht stark zur Oxidation und ich schätze mich glücklich wenn ich solche Steine an der Oberfläche finde und die kleinen glitzernden Sternchen noch intakt sind.
. Die Schicht am relativ flachen Boden ist noch zäher als auf dem Rest und bedarf einer speziell schonenden Entfernung damit der Stein nicht als bearbeitet gilt.
Stellenweise ist der Lehm sehr zäh und trotzdem habe ich erstmal auf eine Stahl-Drahtbürste verzichtet und schabe den Dreck sehr behutsam mit einem Skalpell ab. Ich befürchte eben auch, dass der filigrane Stein beim Kontakt mit der rotierenden Drahtbürste brechen könnte.
Bei dieser schonenden, aber sehr mühsamen Methode kamen nun viele, kleine, glitzernde Kristalle auf der Matrix zum Vorschein.
Ich habe nun erstmal die eine Seite gereinigt aber finde dieses Funkeln so interessant, dass ich es euch zeigen möchte.
Wenn man mit einer starken Lupe drangeht, sieht man, dass es keine Quarzkristalle sondern kleine Pyritquader sind, die je nach Lichteinfall glitzern.
Ich habe früher schon solche Steine eingefangen und finde den Effekt bei Suiseki irgendwie speziell.
Wir wissen ja, dass dieses Schiefergestein durch die Mitwirkung von organischen Sedimenten entstanden ist wovon auch die dunkle Farbe zeugt.
Der Eisengehalt der Sedimente wandelte sich mit dem Schwefel aus den organischen Verbindungen zu Eisensulfid und kristallisierte während der Metamorphose zu Katzengold aus. Diese Kristalle neigen recht stark zur Oxidation und ich schätze mich glücklich wenn ich solche Steine an der Oberfläche finde und die kleinen glitzernden Sternchen noch intakt sind.
. Die Schicht am relativ flachen Boden ist noch zäher als auf dem Rest und bedarf einer speziell schonenden Entfernung damit der Stein nicht als bearbeitet gilt.
Grumpy old fat Kiboko.
Re: Swiss-Seki, Wundertüte
Dieser Stein spricht mich ganz besonders an, George, sehr schön! 
Grüße
Monika
Monika
Re: Swiss-Seki, Wundertüte
Danke Monika, ja, der Kleine ist lustig, im Sinne von; macht Lust. 
Grumpy old fat Kiboko.
Re: Swiss-Seki, Wundertüte
So ihr Lieben,
Ich bin glücklich, dass ich das Steinchen ohne Schäden reinigen konnte. Allzuoft sind mir früher solche filigranen Steinchen an der rotierenden Stahlbürste in der Bohrmaschine zerbrochen. Deshalb war hier nur ein vorsichtiges Vorgehen angebracht.
Der Verwitterungslehm auf der hinteren und unteren Seite war mehr ein Zement als Lehm aber wenn man ganz fest will, kriegt man auch das weg. Stellenweise musste ich soviel Material abkratzen, dass nur noch ein dünner Grat von der Matrix stehenblieb, wie z.B. an der fast separat stehenden Klippe.
Ich nenne den Stein der Einfachheitshalber provisorisch Sparky, weil er unter dem Spot so hübsch funkelt. Auf den Fotos kommt das natürlich nicht so krass rüber.
Die Standfläche könnte man noch etwas mehr bekratzen aber ich wollte da nicht zu tief schürfen um die Matrix nicht zu verletzen. In einem späteren Dai sieht man das ja nicht und im Sand eines Suibans erst recht nicht.
Der letzte Schritt nach dem Beschaben und Bekratzen war das Bürsten mit einer weichen Messingbürste. Danach habe ich Sparky erst mit flüssiger Handseife gebürstet, dann kurz mit Kalkreiniger abgespült gegen metallische Rückstände und zum Schluss mit einem Entfetter gewaschen, damit allfällige Rückstände von der Seife und Säure entfernt werden. Jetzt darf Sparky erst mal richtig austrocknen. Hierbei könnte er seine braune Farbe mehr in Richtung Grau verändern, aber das eh nur minimal.
In meinen Anfängen habe ich solche braunen Steine auch schon mal mit einem wasserfesten Edding geschwärzt, dann mit etwas Aceton bepinselt damit die Schwärze tiefer reinzieht und zum Schluss geölt um die Farbe zu intensivieren und zu fixieren. Das sah hübsch aus, war natürlich Beschiss aber gemerkt hat das nie jemand.

Als Nächstes hoffe ich ein Stück dunkles Holz zu finden um einen Dai zu fräsen.
Aber hier erstmal der nackte Sparky von allen Seiten:
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Ich bin glücklich, dass ich das Steinchen ohne Schäden reinigen konnte. Allzuoft sind mir früher solche filigranen Steinchen an der rotierenden Stahlbürste in der Bohrmaschine zerbrochen. Deshalb war hier nur ein vorsichtiges Vorgehen angebracht.
Der Verwitterungslehm auf der hinteren und unteren Seite war mehr ein Zement als Lehm aber wenn man ganz fest will, kriegt man auch das weg. Stellenweise musste ich soviel Material abkratzen, dass nur noch ein dünner Grat von der Matrix stehenblieb, wie z.B. an der fast separat stehenden Klippe.
Ich nenne den Stein der Einfachheitshalber provisorisch Sparky, weil er unter dem Spot so hübsch funkelt. Auf den Fotos kommt das natürlich nicht so krass rüber.
Die Standfläche könnte man noch etwas mehr bekratzen aber ich wollte da nicht zu tief schürfen um die Matrix nicht zu verletzen. In einem späteren Dai sieht man das ja nicht und im Sand eines Suibans erst recht nicht.
Der letzte Schritt nach dem Beschaben und Bekratzen war das Bürsten mit einer weichen Messingbürste. Danach habe ich Sparky erst mit flüssiger Handseife gebürstet, dann kurz mit Kalkreiniger abgespült gegen metallische Rückstände und zum Schluss mit einem Entfetter gewaschen, damit allfällige Rückstände von der Seife und Säure entfernt werden. Jetzt darf Sparky erst mal richtig austrocknen. Hierbei könnte er seine braune Farbe mehr in Richtung Grau verändern, aber das eh nur minimal.
In meinen Anfängen habe ich solche braunen Steine auch schon mal mit einem wasserfesten Edding geschwärzt, dann mit etwas Aceton bepinselt damit die Schwärze tiefer reinzieht und zum Schluss geölt um die Farbe zu intensivieren und zu fixieren. Das sah hübsch aus, war natürlich Beschiss aber gemerkt hat das nie jemand.
Als Nächstes hoffe ich ein Stück dunkles Holz zu finden um einen Dai zu fräsen.
Aber hier erstmal der nackte Sparky von allen Seiten:
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Grumpy old fat Kiboko.
Re: Swiss-Seki, Wundertüte-Sparky
Schön geworden das kleine, funkelnde Schmuckstück. Sparky, das Pinup des Monats Oktober im Suiseki Forum 
Re: Swiss-Seki, Wundertüte-Sparky
Grumpy old fat Kiboko.
Re: Swiss-Seki, Wundertüte-Sparky
Hallo George,
ich hatte ja schon mal geschrieben das der Stein für mich irgend etwas hat.
Wenn ich mir diesen Stein ansehe, habe ich immer ein Bild im Kopf. Ich weiß nicht warum, denn ich war noch nie in dieser Gegend, aber das ist wahrscheinlich das was uns an den Steinen so fasziniert.
(Wenn die Skizze stört nehme ich es sofort wieder raus.)
ich hatte ja schon mal geschrieben das der Stein für mich irgend etwas hat.
Wenn ich mir diesen Stein ansehe, habe ich immer ein Bild im Kopf. Ich weiß nicht warum, denn ich war noch nie in dieser Gegend, aber das ist wahrscheinlich das was uns an den Steinen so fasziniert.
(Wenn die Skizze stört nehme ich es sofort wieder raus.)
Schöne Grüße,
Lutz
Ich freue mich über jeden Gedanken von Euch zu meinen Bäumen.
Lutz
Ich freue mich über jeden Gedanken von Euch zu meinen Bäumen.
Re: Swiss-Seki, Wundertüte-Sparky
Salü Lutz,
Du bist ein wahrer Romantiker und auch noch ein Künstler! Chapeau!
Ja, hat tatsächlich was von Arizona. Und unterstehe dich deine Zeichnung wieder rauszunehmen. Ich empfinde es als grosses Kompliment an die künstlerischen Fähigkeiten der Natur!
Ich war auch noch nie da aber wenn man manche Suiseki lange genug betrachtet, kann man sich durchaus in andere Gefilde phantasieren.
Gruss George
Du bist ein wahrer Romantiker und auch noch ein Künstler! Chapeau!
Ja, hat tatsächlich was von Arizona. Und unterstehe dich deine Zeichnung wieder rauszunehmen. Ich empfinde es als grosses Kompliment an die künstlerischen Fähigkeiten der Natur!
Ich war auch noch nie da aber wenn man manche Suiseki lange genug betrachtet, kann man sich durchaus in andere Gefilde phantasieren.
Gruss George
Grumpy old fat Kiboko.
Re: Swiss-Seki, Wundertüte-Sparky
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