Hallo Andreas,
Andreas Ludwig hat geschrieben:... aus dir klingt das Bauhaus, wohl ausbildungsbedingt. Gute Form und so...
Ich mag Bauhaus! Sogar sehr! Allerdings liebe ich auch den Jugendstil. Im allgemeinen mag ich extreme Gegensätze. Handgemachte deutsche Rockmusik (Tocotronic, hör ich auch grade mal) findet sich bei mir ebenso wie "totproduzierte" Elektronikmusik á la Orbital (lief vorher) oder Chemical Brothers. Ich liebe Frauen. Und Männer (also im allgemeinen

).
Andreas Ludwig hat geschrieben:Darum wohl das quadratische Broschürchen.
Hmmm... Eher nicht. Es war einfach nur eine Entscheidung vom standard-hochformatigen Broschürchen wegzugehen. Ein anderes Seitenverhältnis ist einfach nicht weit genug weg, Querformat kam gar nicht in Frage -> Quadrat.
Andreas Ludwig hat geschrieben:(Gegenmeinung: Jan Tschichold über «Bücher quadratischen Zuschnitts»: «Es bedarf ihrer nicht.». Warum? Weil wir Menschen blättern müssen und erst noch Daumen haben, also eine ergonomisch-rationale Begründung, die dem Bauhaus eigentlich naheliegen müsste. Aber egal).
Nochmal hmmm... ich habe noch nicht festgestellt, dass sich quadratische Bücher schlechter blättern lassen als hochformatige. Eher, dass sich zu große und schwere Bücher schlecht blättern lassen. Vor allem wenn das Papier zu dünn ist und dazu noch... äh, lassen wir das. Die Ergonomie eines Buches allein auf die Formatfrage zu beschränken ist jedenfalls zu wenig!
Andreas Ludwig hat geschrieben:Design von Kunst trennen – das geht eben auch nur aus diesem rationalen Verständnis heraus. Zur Erinnerung: Bauhaus war in Richtung der indiustriellen Produktion orientiert. Das macht viel aus. Wir habens grundsätzlich mit Einzelstücken zu tun. Die Philosophie des Industriedesigns ist also wenig sinnvoll, aber auch kein Beweis für irgendein Gegenteil. Oder einfacher: Für Cellinis Salzfass oder eine orthodoxe Ikonostase – beides Objekte mit Funktion – geht deine Argumentation nicht auf. Die sind Kunst UND Design. Was darauf hinweist, dass Kunst wie Design beide auf eine Ästhetik abstützen. Also gehts wenn schon da weiter.
Stop! Sooo strikt wollte ich das gar nicht trennen. Sorry, da hab ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Ich hatte ja gehofft, dass das Plakat ein wenig Aufschluss darüber gibt, was ich meine. Das Stichwort Ästhetik ist da schon mal gut. Bonsai stützt sich natürlich auch auf Ästhetik! ... pfff, ich find jetz irgendwie keine adäquaten Worte. Kategorisch ausschließen wollte ich die beiden Begriffe nicht voneinander. Sicherlich gibt es einige (wenige) Bonsai, die man als Kunstwerke bezeichnen kann (mir fällt da spontan ein Foto aus den 80ern von einem Naka-Baum ein, den ich spontan in die Richtung einordnen würde. Ein mächtig wirrer Nadelbaum mit wahnsinnig viel und wahnsinnig verschlungenem Totholz).
Das rechtfertigt aber nicht, Bonsai
an sich als Kunst(richtung) anzusehen.
Andreas Ludwig hat geschrieben:Tja. Was zu befürchten war: Wir brauchen nicht weitere Unterteilungen, Abtrennungen und Unterbegriffe, sondern im Gegenteil integratives Denken.
Integratives Denken ist gut. Entwicklung findet nur dann statt, wenn Bewegung da ist, wenn sich jemand traut, neue Impulse in eingewachsene Strukturen zu bringen. Dazu gehört auch, einfach mal bewusst Regeln zu brechen. Das erfordert aber gute Kenntnisse über eben diese Regeln.
Andreas Ludwig hat geschrieben:Wir diskutieren oft darüber, was NICHT Bonsai ist und wo es aufhört, statt darüber, was AUCH Bonsai sein kann und wie es weitergeht. So bleibt der Kreis der «Wahren Freunde des Bonsai» zwar fein, aber auch klein…
Ich lasse jetzt einfach mal den Begriff "Stahsai" im Raum stehen!
Allen meinen Ausführungen möchte ich noch hinzufügen, dass sie lediglich meine bescheidene Meinung darstellen.
Puh, watn Roman...
