Virtuelle Bonsaigestaltung - ein Lehrgang

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Reiner
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Virtuelle Bonsaigestaltung - ein Lehrgang

Beitrag von Reiner »

Liebe Freunde,
bevor ich anfange habe ich eine große Bitte an Euch. Bis dieser Beitrag fertig ist, werden einige Tage vergehen. Wenn Ihr Fragen habt, postet sie bitte nicht in diesem Thread!!!!!! Dadurch wird die Reihenfolge des Lehrgangs auseinandergerissen. Für Fragen mache ich einen neuen Beitrag: "Fragen zum Virtuallehrgang".
Danke für Euer Verständnis!

Reiner
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Liebe Bonsaifreunde,
hiermit möchte ich Euch die Bildbearbeitung mit ADOBE Photoshop näher bringen. Es ist zu hoffen, daß ich das auf einfache Weise vermitteln kann. Auch hier gilt allerdings: Nur Übung macht den Meister. Wobei auch ich noch eine Menge zu Lernen habe. Zum einfachen Nacharbeiten habe ich alle Arbeitsschritte mit Bildschirmfotos dargestellt. Sollte trotzdem etwas unklar bleiben, scheut Euch bitte nicht, Fragen zu stellen.

Achtet bitte nicht auf vorhandene Rechtschreibfehler. Es war eine ganze Menge Text zu bewältigen und dann wird es natürlich immer schwieriger alles richtig zu machen.
Wenn Ihr Spaß an dem Programm findet, wäre als kleine Arbeitserleichterung die Anschaffung eines Grafiktabletts eine gute Sache. Nach kurzer Einarbeitung geht dann vieles ganz von selbst. Es zeichnet sich mit einem Stift nun einmal wirklich besser, als mit der Maus.

Um zu einem ansprechenden Virtual zu kommen, habe ich hier alle Schritte auf einem Professionellen Weg erklärt. Nachdem Ihr alles ausprobiert habt, seid Ihr in der Lage ein Virtual auch auf einem wesentlich einfacheren Weg zu machen. Ich mache so etwas nicht! Wo bleibt denn da der Anspruch?

Viel Freude beim Ausprobieren!

Reiner Vollmari
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Der Lehrgang bezieht sich auf Photoshop 6.0. Ältere oder neuere Programmversionen arbeiten auf gleiche Weise. Mein erstes Virtual entstand mit Photoshop 3.0. Ältere Versionen bekommt man z. B. sehr günstig bei ebay.

Die Einstellungen
Um effizient mit Photoshop zu Arbeiten bedarf es einiger Grundeinstellungen im Programm. Photoshop bringt großen Speicherhunger mit sich. Deshalb ist es auch von Vorteil, daß beim Arbeiten mit Photoshop möglichst keine anderen Programme im Hintergrund geöffnet sind.
Zunächst sollte der virtuelle Speicher eingerichtet werden. Der virtuelle Speicher ist der Speicher auf der Festplatte, auf den Photoshop ausweicht, wenn der Arbeitsspeicher des Computers voll ist.
Unter >Bearbeiten-Voreinstellungen< findet man den Eintrag >Zusatzmodule & virtueller Speicher<. Ein Klick darauf
öffnet das Fenster >Voreinstellungen<. Unter der Einstellmöglichkeit „Arbeitsvolumes“ kann man nun unter „Erstes“, „Zweites“, „Drittes“, „Viertes“, den benötigten Festplattenspeicher verteilen. Als „Erstes“ gibt man Festplatte „C“ an, als „Zweites“ Festplatte „D“ u.s.w.
Damit ist der virtuelle Speicher eingestellt. Als nächsten wichtigen Schritt zur Speicherverwaltung muß die Nutzung des Arbeitsspeichers optimiert werden. Wenn man Photoshop ausreichend Arbeitsspeicher zur Verfügung stellen kann, dankt einem das Programm dies mit schnellster Arbeitsleistung. Dazu gehen wir folgendermaßen vor:
Unter >Bearbeiten - Voreinstellungen< findet man den Eintrag >Arbeitsspeicher & Bildcache<. Ein Klick darauf öffnet das Fenster Voreinstellungen.
Den Bildcache stellen wir auf 6 hoch und den physikalischen Speicher können wir bis zu 75 % Photoshop zuweisen. Diese Daten gehen von einer Arbeitsspeichergröße von mindestens 128 Megabyte aus. Bei dieser Arbeitsspeichergröße reichen Windows zum Betrieb 25 % aus.

Nun sollte Photoshop problemlos laufen. Wenn diese Einstellungen nicht gemacht sind, läuft das Programm auch ganz gut. Mit diesen Einstellungen beschleunigt sich die Sache aber wohltuend. Wichtig bei der Arbeit mit Photoshop ist es, kein Programm im Hintergrund laufen zu lassen. Das würde je nach Größe unseres zu bearbeitenden Bildes, daß Programm zum Stillstand bringen.

Als nächsten Schritt in den Grundeinstellungen richten wir nun die Darstellung der Werkzeuge ein.
Unter >Voreinstellungen-Bildschirm& Zeigerdarstellung< öffnet sich das entsprechende Fenster.
Bei den Malwerkzeugen klicken wir auf „Größe der Spitze“. Das hat bei den Arbeiten im Photoshop den Vorteil, daß wir genau sehen wie groß unsere verwendete Arbeitsspitze ist. Bei „anderen Werkzeugen“ aktivieren wir das „Fadenkreuz“, Damit kann man dann absolut exakt im kleinsten Pixelbereich arbeiten.
Weitere Einstellungen sind nun nicht so wichtig, deshalb kommen wir nun zum eigentlichen Arbeiten mit Photoshop.
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So solltet Ihr die Zeigereinstellung machen.
So solltet Ihr die Zeigereinstellung machen.
Zeigerdarstellung6.jpg (17.42 KiB) 16512 mal betrachtet
Zeigerdarstellung5.jpg
Zeigerdarstellung5.jpg (26.86 KiB) 16513 mal betrachtet
Hier stellt man den Bildcache und den physikalischen Speicher ein.
Hier stellt man den Bildcache und den physikalischen Speicher ein.
Bildcache4.jpg (17.62 KiB) 16514 mal betrachtet
Bildcache3.jpg
Bildcache3.jpg (30 KiB) 16514 mal betrachtet
Hier stellt man den Arbeitsvolumes ein. Damit hat man genügend virtuellen Speicher auf der Festplatte zur Verfügung.
Hier stellt man den Arbeitsvolumes ein. Damit hat man genügend virtuellen Speicher auf der Festplatte zur Verfügung.
Arbeitsvolumes2.jpg (29.53 KiB) 16514 mal betrachtet
Virtueller-Speicher1.jpg
Virtueller-Speicher1.jpg (29.78 KiB) 16514 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Reiner am 31.03.2004, 03:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Die Aufgabenstellung in diesem Lehrgang lautet:
Ein Bonsaibild aus dem Internet soll vom Hintergrund befreit werden. Es soll die Gestaltung in der Zukunft gezeigt werden. Laub einer gleichen Art, aber von einem anderen Bild, soll einkopiert werden. Der Baum soll in eine passende Schale eingetopft werden. Das freistellen des Baumes soll auf unterschiedlicher Art geschehen.

Die Bildgröße

Beim Arbeiten mit mehreren Bildern, aus denen wir eines machen wollen, ist der wichtigste Schritt alle Bilder in die gleiche Größe zu bringen. Außerdem ist es sehr wichtig, ein vom Pixelumfang kleines Internetbild für die Bearbeitung im Photoshop in ein geeignetes Maß zu bringen. Das kann man sehr einfach mit dem Menü „Bildgröße“ machen.
Als Beispiel dient uns ein Wacholder, für den Walter Pall Gestaltungsvorschläge im Internet haben wollte (zweites Bild). Unter >Bild-Bildgröße< stellen wir zunächst die „Auflösung“ auf 300dpi ein. Somit können wir unsere Änderungen im Bild naturgetreuer darstellen, da wir damit genügend Pixel zum Arbeiten zur Verfügung haben.
Um ein fotorealistisches Bild zu erhalten, spielt gerade die Bildgröße eine sehr wichtige Rolle. Internetbilder haben meistens eine Auflösung von 72 dpi. Das ist gerade soviel an Bildinhalt, wie die Monitordarstellung noch zeigen kann. So ein Bild ist nicht mehr auszudrucken. Auch sind Bildbearbeitungen in der Größe fast unmöglich. Wir würden eine „Pixelleiche“ erhalten.
Für unser virtuelles Bild ist deshalb die Entscheidung wichtig, ob wir ein ansprechendes Bild zeigen wollen, oder eine grobe Skizze, bei der es nicht auf Fotorealismus ankommt.
Warum das so ist zeigt das Beispiel im ersten Bild. Im rechten Teil des Bildes habe ich das Radiergummiwerkzeug mit 72 dpi angewandt. Das Ergebnis zeigt deutliche Treppenbildung. Sieht man sich dagegen den linken Teil des Bildes an, fallen sofort die wesentlich feineren Konturen auf. Beim Gebrauch des Radiergummiwerkzeuges war die Auflösung auf 300 dpi eingestellt.
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Beachtet die unterschiedlichen Ergebnisse des Radiergummis.
Beachtet die unterschiedlichen Ergebnisse des Radiergummis.
72-300dpi.jpg (29.53 KiB) 16511 mal betrachtet
Wacholder-Bildgröße.jpg
Wacholder-Bildgröße.jpg (24.63 KiB) 16512 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Reiner am 31.03.2004, 03:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Reiner »

Die wichtigsten Werkzeuge

Jede Bearbeitung eines Bildes in Photoshop wird mit Werkzeugen gemacht. Dieses Programm bietet eine mehr als reichliche Palette an verschiedenen Werkzeugen. Im Werkzeugfenster sind aus diesem Grund nicht alle vorhandenen Werkzeuge sichtbar.
Das Bild zeigt die Werkzeugpalette mit den entsprechenden Werkzeugspitzen.

Führe ich den Mauszeiger auf ein Werkzeug, wird mir direkt der Name des Werkzeuges angezeigt. Ist ein kleines Dreieck bei diesem Werkzeug zu sehen, ist dort noch ein Untermenü mit weiteren Werkzeugen verborgen. So finde ich bei dem Pinselwerkzeug auch den Buntstift. Mit einem einfachen Klick der Maus aktiviere ich ein Werkzeug.. In der Kopfleiste des Programmes finde ich nun die „Werkzeugspitzen“. So gibt es zum Beispiel bei dem Radiergummiwerkzeug „harte“ und „weiche“ Werkzeugspitzen in unterschiedlicher Größe. Die weichen Spitzen erzeugen einen unscharfen Rand, während die harten Spitzen einen scharfen Rand erzeugen.
Zum Freistellen eines Bildes sind die Werkzeuge „Radiergummi“ und „Zeichenstift“ am besten geeignet. Der Begriff „Zeichenstift“ ist vielleicht etwas verwirrend, da ich damit nicht zeichnen, sondern nur einen „Pfad“ anlegen kann.
Ein „Pfad“ ist eine virtuelle Linie, die ich um ein Bild legen kann. Mit einem Pfad kann man sehr exakt einzelne Bereiche des Bildes freistellen. Später werde ich die Anwendung eines Pfades näher erkären.
Beim folgenden Arbeiten mit Photoshop werden diese verwirrenden Erklärungen leichter verständlich. Deshalb gehen wir jetzt in die Praxis über.
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Wekzeugspitzen-Werkzeuge.jpg
Wekzeugspitzen-Werkzeuge.jpg (31.38 KiB) 16639 mal betrachtet
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Beitrag von Reiner »

Das erste Virtual

Drei einzelne Bilder sind für unser erstes Virtual nötig. Als zu gestaltenden Bonsai haben wir ein Internetbild von Walter Pall. Die Schale ist, wenn ich nicht irre von Hans Kastner. Das Wacholderlaub ist eingescannt. Die Problematik bei dieser Montage sind die unterschiedlichen Größen der einzelnen Bilder. Außerdem ist das vorhandene Laub des Wacholders nicht für ein ansprechendes Bild zu gebrauchen.
Diesem Workshop liegen nun die drei Bilder in den unterschiedlichen Größen und bei. Eure Aufgabe ist es, alles zu einem gefälligem virtuellen Bild zusammenzufügen.
Dabei werdet Ihr feststellen, daß nach Aneignung einer gewissen Routine alles besser von der Hand geht. Professionalität erfordert eine Menge an Übung. Diese könnt Ihr Euch nur durch Ausdauer aneignen. Ich kann Euch nur den Weg erklären. Konnte ich vor meiner ersten virtuellen Gestaltung schon ordentlich mit Photoshop umgehen, war dieses Metier doch absolut neu und erforderte in vielerlei Hinsicht ein Umdenken. Wahrscheinlich habt Ihr es auch bei meinen Bildern gesehen, daß sie im Laufe der Zeit erst einen gewissen Anspruch erreichten.

Die Ausgangsbilder

Dieses Bild postete Walter Pall im Internet, um Gestaltungvorschläge zu erhalten.
Vorteilhaft an diesem Bild ist, daß durch den „Bettlakenhintergrund“ der Stamm deutlich zu erkennen ist und somit mit einfachen Mitteln freizustellen ist.
Das Laub ist sehr licht. Durch einfaches Kopieren würden wir nur ein sehr mäßiges Resultat erreichen. Es würden sich immer wieder die strahlenden Hintergründe des Bettlakens wiederholen.
Entweder man stellt das Laub bis ins kleinste Detail frei, oder man nimmt gleich das Laub eines anderen Baumes.
Hier geht es darum, schnelle, fotorealistische Ergebnisse zu bekommen. Deshalb leihen wir uns das Laub von einem anderen Wacholder.

Ich habe einen Wacholder mit schönen Laubetagen eingescannt. Die Probleme hierbei sind:
Rasterbildung, unterschiedliche Beleuchtung zu Walters Wacholder und natürlich die Größe des Bildes (leider mußte ich für das Internet alles schon auf 72 dpi herunterrechnen).

Dies ist die Schale und der Tisch, der für den Bonsai benutzt werden soll. Wieder andere Beleuchtung, Größe und Rasterbildung. Das Bild ist bewußt schräg eingescannt, um zu zeigen, wie man es im Photoshop geradestellt.
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Schale&Tisch.jpg
Schale&Tisch.jpg (58.83 KiB) 16509 mal betrachtet
Laub.jpg
Laub.jpg (59.75 KiB) 16510 mal betrachtet
Walters-Wacholder.jpg
Walters-Wacholder.jpg (59.4 KiB) 16511 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Reiner am 31.03.2004, 03:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Reiner »

Die nun vorgestellten Programmschritte können vielleicht verwirrend sein. Deshalb solltet Ihr versuchen, alles Schritt für Schritt genauso nachzuarbeiten, wie es hier beschrieben ist. Wenn man es zwei-bis dreimal probiert hat, werden die einzelnen Schritte verständlicher.
Vor allem die Freistellungstechniken können auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden.

Die Ebenen

Das wichtigste bei der Bildbearbeitung sind die Ebenen. Ebenen muß man sich wie durchsichtige Folien vorstellen, auf denen unterschiedliche Bildinhalte festgehalten sind. In unserem Fall gibt es eine Ebene mit der Schale, eine mit dem Stamm und mehrere Ebenen mit der Belaubung des Baumes. Alle Ebenen übereinandergelegt zeigen das ganze Bild. In jeder Ebene kann ich Änderungen aller Art vornehmen. Für uns ist wichtig, die Größe des Bildbereiches zu ändern und die Beleuchtung zueinander anzupassen. Lade ich ein Bild im Photoshop, ist es immer auf die „Hintergrundebene“ reduziert. Das heißt, daß mir keine Ebenen zum Arbeiten zur Verfügung stehen. Deshalb muß ich mein zu bearbeitendes Bild erst einmal als Ebene einsetzen.
Das geöffnete Bild von Walters Wacholder zeigt sich als Hintergrundebene (Bild 1). Hier sieht man das Ebenenfenster von Photoshop. Sollte dieses Fenster einmal nicht mit dem Programm geöffnet sein, findet man es in der Kopfleiste unter >Fenster - Ebenen einblenden<.
Das Ebenenfenster sollte immer geöffnet bleiben, da man während der Bearbeitung des Bildes ständig in den einzelnen Ebenen navigieren muß.
Alle Ebenen, die man anlegt, sind einzeln ansteuerbar. Man kann sie verschieben, so das der Bildinhalt entweder im Vordergrund, oder aber im Hintergrund sichtbar wird. Das ist wichtig, da wir ja Belaubung sowohl vor dem Stamm, als auch hinter dem Stamm darstellen möchten. Wichtig ist es auch, beim Arbeiten mit vielen Ebenen, diesen einen Namen zu geben. So verliert man nicht den Überblick über sein Bild.

Klickt man doppelt in den blau unterlegten Bereich im Ebenenfenster, öffnet sich das Fenster „Neue Ebene“ (Bild 2). Dort kann man der Ebene einen Namen geben. Da wir von Walters Bild nur den Stamm behalten wollen, nennen wir die Ebene „Stamm“. Ein Klick auf OK setzt nun das Bild als Ebene ein und ab hier haben wir auf alle Funktionen von Photoshop Zugriff.

(Bild 3)Hier ist zu sehen, wie aus der Hintergrundebene, die Ebene „Stamm“ geworden ist.

Der größte Vorteil der Ebenen liegt darin, daß wir Bildbereiche transparent machen können. Das heißt, daß wir unser Bild im wahrsten Sinne des Wortes „Freistellen“. Nur der Bereich, den wir darstellen wollen bleibt sichtbar.
Transparente Bereiche werden durch ein graues Karomuster dargestellt.
So können wir bei Ansicht aller Ebenen immer sehen, wie unser Bild im Ganzen wirkt.
Wie man einzelne Ebenen sichtbar macht, oder verbirgt, zeige ich in den folgenden Erklärungen. Zunächst entfernen wir den Hintergrund aus Walters Bild.
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Ebene-1-Stamm.jpg
Ebene-1-Stamm.jpg (28.39 KiB) 16635 mal betrachtet
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Beitrag von Reiner »

Die Bildansicht vergrößern

Um effektiv mit Photoshop zu arbeiten, ist es oft nötig den Arbeitsbereich unseres Bildes zu vergrößern. Um exakte Retuschearbeiten zu machen, oder wenn man ein Bild im Detail freistellen möchte, kann man den gewünschten Bildausschnitt auf mehreren Wegen in die richtige Größe bringen.
Als erstes bietet sich natürlich die Lupe an. Dieses Werkzeug gibt es in allen Bildbearbeitungsprogrammen. Wenn man die Lupe im Photoshop aktiviert hat (Linksklick auf das Symbol in der Werkzeugleiste) reicht ein einfacher Linksklick in das Bild, um es in 100% Schritten zu vergrößern. Mit der Lupe können wir allerdings auch einen Auswahlrahmen aufziehen.
Wollen wir einen exakten Bildausschnit vergrößern klicken wir einmal auf das Lupenwerkzeug (1). Mit gedrückter linker Maustaste können wir anschließend einen Auswahlrahmen um den gewünschten Bildausschnitt ziehen (2). Wenn wir nun die Maustaste loslassen, vergrößert sich der Bildbereich auf die gesamte Monitorbreite.
Als weiteres Hilfsmittel zur Bildvergrößerung bietet Photoshop die Tastatur an. Mit dem Shortcut
>Strg - +< vergrößern wir unser Bild, mit >Strg - -<
können wir es wiederum verkleinern. Dann gibt es als dritte Möglichkeit noch den Navigator. Wie der Name es schon sagt können wir damit im Bild navigieren.
Unter >Fenster - Navigator einblenden< finden wir dieses Werkzeug.
Der Navigator bietet einige Funktionen um das Bild zu vergrößern, oder zu verkleinern.
Mit dem Schieberegler (1) können wir die exakte Bildgröße einstellen. Einzoomen (2) arbeitet ähnlich wie die Lupe und vergrößert in 100% Schritten. Auszoomen (3) verkleinert wieder das Bild. Mit gedrückter linker Maustaste können wir im Auswahlrahmen (4) in den gewünschten Bildbereich navigieren.
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Navigator-erklärt.jpg (15.26 KiB) 16633 mal betrachtet
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Fenster-Navigator.jpg (24.81 KiB) 16633 mal betrachtet
Mit der Lupe die Ansicht vergrößern.
Mit der Lupe die Ansicht vergrößern.
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Beitrag von Reiner »

Das Freistellen eines Bildes

Zum Freistellen unseres Bildes haben wir eine Pallette unterschiedlicher Werkzeuge zur Verfügung. Das einfachste Werkzeug dazu ist der Radiergummi. Habe ich mein Bild als Ebene eingesetzt, kann ich somit den Hintergrund transparent machen. Um den Stamm unseres Bildes freizustellen, wähle ich eine harte Werkzeugspitze aus.
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Radiergummi.jpg (2.61 KiB) 16593 mal betrachtet
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Beitrag von Reiner »

Zur groben Entfernung unerwünschter Bildteile kann man sehr gut das „Lasso“ verwenden. Mit diesem Werkzeug umrandet man mit der gedrückten linken Maustaste den unerwünschten Bildbereich. Dadurch wird eine „Auswahl“ (das Thema „Auswahl“ wird weiter unten noch genauer erklärt) erstellt. Unter >Bearbeiten - Löschen< (oder mit dem Tastaturshortcut >STRG - X<) kann man dann den ausgewählten Bildbereich entfernen.
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Lasso.jpg (2.64 KiB) 16591 mal betrachtet
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Beitrag von Reiner »

Der „Zeichenstift“ ist nun der Profi unter den Freistellungswerkzeugen. Mit diesem Werkzeug können wir sehr detailliert arbeiten. Der Zeichenstift „zeichnet“ sogenannte Pfade. Pfade anzulegen bietet sich immer dann an, wenn der freizustellende Bereich des Bildes viele gerade Linien enthält. Da in unserem Falle das auf die Schale zutrifft, wird die vorgehensweise beim Freistellen der Schale genauer erklärt werden. Wer gerne mit der Maus klickt, kann sich auch um den ganzen Stamm mit vielen Markerpunkten herumklicken. So kann man gut im Detail freistellen. Wartet aber bitte ab, bis ich weiter unten die Pfadtechnik genauer erklärt habe.
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Beitrag von Reiner »

Freistellen mit dem Lasso

(Bild 1)Um die gröbsten Bereiche unseres Stammes freizustellen, verwenden wir im ersten Schritt das Lassowerkzeug. Mit einem Linksklick der Maus aktivieren wir es. Mit gedrückter, linker Maustaste umranden wir nun den Bereich, den wir entfernen wollen. Dieser Bereich wird nun durch eine animierte, umlaufende Strichlinie angezeigt.

(Bild 2)Mit gleichzeitigem drücken der Tasten >STRG - X< auf der Tastatur, oder über >Bearbeiten - Löschen< im Programm entfernen wir nun diesen umrandeten Bereich. Nach dem Löschen unserer „Auswahl“ sehen wir ein graues Karomuster. Dadurch erkennt man die transparenten Bereiche im Photoshop.

(Bild 3)Hier ist der Stamm im Groben schon einmal freigestellt. Die Feinarbeiten werden nun mit dem „Radiergummiwerkzeug gemacht. Da wir dafür das Bild auf dem Monitor stark vergrößern müßen, kommt uns nun die vorher eingestellte Auflösung von 300 dpi sehr entgegen.
Beim Radieren sollten wir immer nur kleine Bereiche freistellen, um zwischendurch einmal die linke Maustaste loslaßen zu können. Das ist wichtig, da schon einmal etwas zuviel wegradiert wird. Unter >Bearbeiten - Widerrufen<, oder >STRG - Z< können wir solche Fehler wieder rückgängig machen.
Also, wichtig ist immer: kleine Bereiche mit dem Radiergummi freistellen, kurz die linke Maustaste loslaßen, dann gleich weiterradieren.
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Lasso_fertig.jpg
Lasso_fertig.jpg (33.67 KiB) 16584 mal betrachtet
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Lasso_freigestellt.jpg (29.37 KiB) 16584 mal betrachtet
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Beitrag von Reiner »

Freistellen mit dem Radiergummi

(Bild 1) Im linken Teil des Bildes sehen wir erste ausradierte Bereiche. Für unser Internetbild reicht hier eine mittelgroße Werkzeugspitze. Die abschließende Reduzierung des Bildes auf 72 dpi läßt Fehler in der Freistellung kaum erkennen. Soll unser Bild allerdings Druckqualität erreichen, müßen wir hierbei sehr exakt vorgehen und mit unterschiedlich großen Werkzeugspitzen den Stamm im Detail ausarbeiten. Meine angesprochenen, stundenlangen Arbeiten an solchen Bildern rühren daher, daß ich stets nur im Detail arbeite, um mich ständig zu verbessern.
(Bild 2) So sieht das Bild nun fertig radiert aus. Da wo Laub über dem Stamm lag, sind noch Nacharbeiten nötig, um eine einheitliche Rinde zu erhalten. Die Farbe des Stammes ist auch nicht so prickelnd, da sind weitere Verbesserungen von Nöten.
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Radiergummi-fertig.jpg
Radiergummi-fertig.jpg (29.71 KiB) 16576 mal betrachtet
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Beitrag von Reiner »

Ein Nachteil muß hier noch erwähnt werden. Das Karomuster der Transparenz führt dazu, daß man nicht exakt beurteilen kann, ob man wirklich den kompletten Hintergrund entfernt hat. Deshalb ist es wichtig, eine neue Ebene mit einem farbigen Hintergrund anzulegen.
Unter >Ebene - Neu - Ebene< in der Kopfleiste legen wir eine neue Ebene an (Bild 1).

Es öffnet sich das Fenster >Neue Ebene<. Als Name tragen wir Schwarz ein, weil wir diese Ebene mit schwarzer Farbe füllen werden (Bild 2).

(Bild 3)Einen bestimmten Bereich in einer Auswahl, oder in einer neuen Ebene kann ich mit Hilfe des „Füllwerkzeuges“ farbig gestalten. Ein Klick auf das Werkzeug und anschließend in den zu füllenden Bereich färbt mein Bild nun in der gewünschten Farbe ein. Das „Füllwerkzeug“ liegt zusammen mit dem „Verlaufswerkzeug“ in einer Schalterfläche. Wenn man es nicht gleich sehen sollte, liegt bestimmt das „Verlaufswerkzeug“ oben. Dann über das „Verlaufswerkzeug“ mit gedrückter Maustaste das Ausklappmenü mit dem „Füllwerkzeug“ öffnen.
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Beitrag von Reiner »

Wie bekommt man nun die richtige Farbe ins Bild? Das kann man mit Hilfe der Vorder- und Hintergrundfarbe steuern. Im Symbol (Bild 1) sehen wir die größeren Schaltflächen. Die schwarze Schaltfläche, die über der weißen liegt, symbolisiert die Vordergrundfarbe. Die weiße Schaltfläche ist für die Hintergrundfarbe zuständig. Das „Füllwerkzeug“ füllt den ausgewählten Bereich immer mit der Vordergrundfarbe. Die gebogene, kleine Linie mit den Pfeilspitzen wechselt die Vorder- mit der Hintergrundfarbe. Ein kurzer Klick darauf und Weiß wäre die Vordergrundfarbe. Das kleine Vorder-Hintergrundfarbsymbol setzt die eingestellten Farben beim Anklicken wieder auf Schwarz/Weiß.

Ein Klick in die Fläche für die Vorder- oder Hintergrundfarbe öffnet das Fenster „Farbwähler“ (Bild 2). In der Regenbogenauswahl kann man den gewünschten Farbton auswählen. Im großen Farbfenster kann ich den Farbton nach Hell- oder Dunkeltönen wählen. Mit OK bestätigen und schon habe ich eine neue Farbe zur Verfügung.
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