Ahorn-Findlinge, Rinde mit Sonnenbrand

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Jen-Sen
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Ahorn-Findlinge, Rinde mit Sonnenbrand

Beitrag von Jen-Sen »

Diese Spitzahorne hab ich mal aus einer sehr schattigen Lage ausgegraben.
In der Sonne ist die Rinde an den exponiertesten Stellen abgestorben.
Das wird dauern ...

Meine Frage:
Gibt es sichere Methoden, die Rinde langsam an pralle Sonne zu gewöhnen?
Japanische Spezial-Bonsaisonnencreme mit hohem UV-Schutz :)?
Weiße Farbe, die sich über die Jahre restlos auflöst?
Kennt überhaupt jemand das Problem oder hab ich da eine seltene Ausnahme?

Bin für alle Tipps dankbar (außer vielleicht "Baum wegschmeißen" ;)).

Liebe Grüße,
Jens
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Der Stamm ist an der Stelle etwa 8cm dick. Es geht voran, aber langsam ...
Der Stamm ist an der Stelle etwa 8cm dick. Es geht voran, aber langsam ...
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Die Lücke ist noch etwa 4cm breit.
Die Lücke ist noch etwa 4cm breit.
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Derzeit lass ich den Baum einfach möglichst stark durchwachsen, damit´s schneller geht.<br />Nicht wundern über den doppelten Topf: der verdoppelt mir quasi das Substratvolumen, was (nach Poorter et al. 1012) das Wachstum um ca. 40% steigern sollte. Das funktioniert aber nur, wenn die Wurzeln ungehindert in den unteren Topf wachsen können, z.B. in Air Pruning Gefäßen aller Art. Hat der obere Topf normale Löcher, gelangen nur wenige Wurzeln nach unten, der Rest wächst oben fröhlich im Kreis und bringt nicht viel (hab auch das ausprobiert).
Derzeit lass ich den Baum einfach möglichst stark durchwachsen, damit´s schneller geht.
Nicht wundern über den doppelten Topf: der verdoppelt mir quasi das Substratvolumen, was (nach Poorter et al. 1012) das Wachstum um ca. 40% steigern sollte. Das funktioniert aber nur, wenn die Wurzeln ungehindert in den unteren Topf wachsen können, z.B. in Air Pruning Gefäßen aller Art. Hat der obere Topf normale Löcher, gelangen nur wenige Wurzeln nach unten, der Rest wächst oben fröhlich im Kreis und bringt nicht viel (hab auch das ausprobiert).
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espanna
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Re: Ahorn-Findlinge, Rinde mit Sonnenbrand

Beitrag von espanna »

Hallo Jens,

es gibt einige Beiträge hier im Forum über ähnliche Probleme wie du sie beschreibst. Heike hatte zum Beispiel bei einem Dreispitz auf einem Fels nach dem Blattschnitt Probleme.
Aus Ungarn kenne ich die Methode (auch für Wassermelonen) mit ganz feiner- weißer Kalkfarbe zu „streichen“, was mit der Zeit verschwindet. Durch die Zeit sollte sich die Rinde an die Wärme/Einstrahlung gewöhnen. So die Theorie, probiert habe ich das selber nicht und meine Meinung nach ist der Winkel eher entscheidend-> ich würde entweder (vielleicht auch nur den Stamm) schattieren, oder so kippen dass die Sonnenstrahlen in einem spitzen Winkel ankommen.
Gruß
László

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mydear
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Re: Ahorn-Findlinge, Rinde mit Sonnenbrand

Beitrag von mydear »

Jen-Sen hat geschrieben: 21.05.2023, 06:37 Diese Spitzahorne hab ich mal aus einer sehr schattigen Lage ausgegraben.
In der Sonne ist die Rinde an den exponiertesten Stellen abgestorben.
Hallo Jens,

ich kenne solche abgestorbenen Stellen nach starken Rückschnitten. Dann allerdings ausgelöst durch Saftrückzug. Könnte das bei deinem Ahorn auch zutreffen?

Grüße
Raner
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
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Gary
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Re: Ahorn-Findlinge, Rinde mit Sonnenbrand

Beitrag von Gary »

Hallo Jens,

schade um die Schäden an den Ahornen, doch vielleicht der Reihe nach.
mydear hat geschrieben: 21.05.2023, 11:17 Hallo Jens, ich kenne solche abgestorbenen Stellen nach starken Rückschnitten. Dann allerdings ausgelöst durch Saftrückzug. Könnte das bei deinem Ahorn auch zutreffen?
Grüße Raner
@mydear Betrachtet man die Fotos und Lage der Zugäste, kann Saftrückzug wohl zu 99 % ausgeschlossen werden.
Aufgrund der Vorgeschichte ist die Ursache wohl schon das was Jens "Sonnenbrand" nennt.

Was passiert bei diesem "Sonnenbrand"?
Plötzlich besonnte Stammteile erhitzen sich. Schon vergleichsweise geringe Hochsommertemperaturen können über den Tag hinweg die Holztemperatur unter einer durchschnittlich dicken Rinde auf 45° C ansteigen lassen. Und damit ein flächiges Absterben von Stammteilen zur Folge haben. Forschungen zeigen, dass selbst bei moderaten 26° C Tageshöchsttemperatur unter der dünnen Rinde einer Buche 50° C, unter der dünnen Rinde einer Fichte 49° C auftreten können. Da direkt unter der Rinde das Kambium des Baumes liegt, welches das Zellwachstum im Stamm steuert, sind Schäden durch Sonnenbrand unvermeidbar.

Gefährdet sind alle Baumarten mit vergleichsweise dünner Rinde. Hierzu zählen z.B. Buchen, Hainbuchen, Ahorne, Linden, Eschen und Erlen aber auch die Fichte.
espanna hat geschrieben: 21.05.2023, 09:39 Aus Ungarn kenne ich die Methode (auch für Wassermelonen) mit ganz feiner- weißer Kalkfarbe zu „streichen“, was mit der Zeit verschwindet. Durch die Zeit sollte sich die Rinde an die Wärme/Einstrahlung gewöhnen. So die Theorie, probiert habe ich das selber nicht und meine Meinung nach ist der Winkel eher entscheidend-> ich würde entweder (vielleicht auch nur den Stamm) schattieren, oder so kippen dass die Sonnenstrahlen in einem spitzen Winkel ankommen.
Hauptsächlich im Obstanbau wird oft dieser Weißanstrich (meist Kalkfarbe) verwendet. Die weiße Farbe senkt über Abstrahlung die partielle Erwärmung, doch ein Gewöhnungseffekt beim Baum konnte noch nicht nachgewiesen werden, weshalb der Weißanstrich auch jedes Jahr erneuert wird.
Eine Äußerung zur Winkeltheorie überlasse ich den Physikern, definitiv hilft Beschattung zur Schadensvermeidung.
Jen-Sen hat geschrieben: 21.05.2023, 06:37 Diese Spitzahorne hab ich mal aus einer sehr schattigen Lage ausgegraben.
In der Sonne ist die Rinde an den exponiertesten Stellen abgestorben.
Das wird dauern ...

Meine Frage:
Gibt es sichere Methoden, die Rinde langsam an pralle Sonne zu gewöhnen?
Funktionieren sollte wohl "langsames" gewöhnen an die Sonneneinstrahlung. Das dauert aber mehrere Wachstumsperioden.

Bei Dir ist der Schaden ja nun schon eingetreten. Habe also vor allem ein Auge darauf, dass das nekrotische Gewebe nicht die Eingangspforte für Fäulepilze wird. In der Natur ist dies die häufigste Folgeerscheinung.
Bei Baum Nr. 1 (IMG_0722) liegt die Schadstelle so im Saftfluss, dass ein Zuwachsen wohl 10 und mehr Jahre dauern kann.
Bei Baum Nr. 2 (IMG_0724) würde ich aufgrund der Lage auf einen noch längeren Zeitraum schließen, eventuell kommt es, aufgrund der Stammwölbung, gar nie zu einer vollständigen Überwallung.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Jen-Sen
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Re: Ahorn-Findlinge, Rinde mit Sonnenbrand

Beitrag von Jen-Sen »

Danke für die äußerst hilfreichen Antworten (ich liebe Beiträge die das Worte "Studie" enthalten :-D )
Besonders das mit der Hitze unter dünnen Rinden ist hoch interessant.
Da hab ich mit ein paar Fichten ganz schön Glück gehabt ...

Ich werd versuchen für größtmöglichen Zuwachs zu sorgen, vielleicht kann ich das Schließen der Löcher zumindest ein bisschen fördern.
Mit etwas Glück geht ja noch an einer geeignete Stelle eine Knospe auf, dann würde ich natürlich einen Opferast daraus wachsen lassen.

Kalkfarbe, die über die Zeit verschwindet, könnte auch ohne Studie einen Versuch wert sein. Als zusätzliche Maßnahme zumindest.
Nutzt´s nix, schad´s nix, oder?

Nochmals danke,

Jens
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