Auswahl der Korngröße

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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BenBonsai
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Auswahl der Korngröße

Beitrag von BenBonsai »

In den letzten Jahren habe ich viel mit der Substratzusammensetzung und Auswahl verschiedener Pflanzgefäße experimentiert. Ich bin inzwischen bei einer Lösung angekommen, die für meine Bedingungen halbwegs passt. Nun frage ich mich, ob ich vielleicht die Korngröße zu wenig beachtet habe. Bei IBUKI kann man die Empfehlung nachlesen, dass für kleine Schalen/Bäume 2,5-3mm, für mittlere 2-5mm und für große 6,5-7mm Korngröße ideal sei. Ich nutze bislang eine recht einheitliche Korngröße von 2-6mm (gesiebte Mischung aus etwa gleichen Teilen Akadama, Bims und Blähton mit geringen Anteilen an Weißtorf, Kanuma und Sphagnummoos). Alles unter 2mm und über 6mm kommt raus.

Im Grunde habe ich - wie wahrscheinlich die meisten von uns - vier Bedingungen, die man vielleicht grundsätzlich unterscheiden muss:

1. Kleine Schalen unter 25cm (ich habe sehr wenige Shonin)
2. Mittlere Schalen bis 25-40cm
3. Große Schalen ab 40cm
4. Holzkisten oder flache Plastikbehälter (30x30cm, 40x40cm, 50x50cm, 60x60cm und einige andere Größen)

Die reiferen Bäume stehen wie gewöhnlich in Schalen, die Bäume in Grobentwicklung/Vorbereitung/Regeneration in Holzkisten oder flachen Plastikbehältern. Der Löwenanteil meiner Sammlung sind mittlere bis größere Bäume (Schalen oder Kisten 30-50cm), viele davon sind Ahorne. Die Komplexität wird nicht geringer, wenn man die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Baumarten miteinbezieht. Diese Variable versuche ich momentan nur über die Zugabe bzw. Wegnahme von sauren Substratbestandteilen wie Kanuma und Weißtorf oder alkalischen wie Muschelkalk zu steuern. Mein Hauptanliegen dieses Threads ist jedoch die Korngröße. Im Wissen, dass es hier keine einfache Antwort geben wird.

Dennoch: hat sich jemand intensiv mit der Korngröße beschäftigt?
Sanne
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von Sanne »

Hallo Ben,

ich habe mich auch mit der Korngröße beschäftigt. Mein Substrat für Laubbäume besteht vorwiegand aus Akadama und Bims, bei Ahornen noch zusätzlich Kanuma. Für Nadelbäume nehme ich Akadama, Kirju und Bims.

Für Beisteller in ganz kleinen Schalen sowie einige Shohin nehme ich gern feinkörniges Substrat (Korngröße 2 – 3 mm). Jedoch habe ich bemerkt, dass das Substrat in manchen Shohinschalen zu lange nass bleibt, speziell bei japanischen Schalen und Porzellanschalen. Vielleicht liegt es an den kleineren Wasserabzugslöchern und am leichten Gewicht dieser Schalen? *kopfkratz*

So bin ich dazu übergegangen, gröberes Substrat (4 – 6 mm) auch für einige Shohin zu verwenden und natürlich für größere Bäume.

Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume…
(Zitat von Gisela V.)
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espanna
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von espanna »

Hallo Ben,

interessantes Thema, wird wahrscheinlich in die „was ist das beste Substrat“- Richtung gehen.
Ich möchte hier keine Empfehlung geben und was ich schreibe sind Meine Erfahrungen.

Grundsätzlich benutze ich als Substrat Fibotherm Trockenschüttung in 1—5 mm und 4-8mm Korngröse. Als Zusatz nehme ich Holzkohle, Torf, Pinienrinde, Spaghnum, Cocossubstrat - meistens eine Mischung aus allem, da ich benutzte Substrate immer wieder verwende.

Als ich mit dem Hobby angefangen habe, bin ich den Weg eingeschlagen dass ich kaum Bäume erwerben möchte, sondern eher abmoosen, ausbuddeln, selber ziehen wollte. Da ich am Anfang sehr ungeduldig war, habe ich schon größere Bäume ausgegraben. Die Kamen dann in große Mörtelkübel. Wenn ich damals die Bäume in Akadama, oder Ähnlichem gesetzt hätte, wäre das sehr teuer geworden.

Nun zum eigentlichen Thema ;
-Bäume am Anfang egal ob Groß oder klein kommen immer in sehr grobes Substrat mit wenig organischem Zeug drin. Falls ich das Gefühl habe, dass das Substrat im Hochsommer zu schnell abtrocknet kommt eine Schüppe feinere Körnung oben drauf.
-Bäume, die schon in Schalen, oder flachen Kisten stehen, bei denen wir schon von einem Wurzelballen sprechen können, bekommen unten als Drainage ca. 1/3 sehr grobes Substrat und dann kommt 2/3 feineres ca.4 mm mit wenig Organischem, aber bisschen mehr als zuvor dazu.
-Bei Bäumen die einen fein verzweigten - Wurzelballen und meistens auch Krone haben, kommt nur eine Schicht grobes Substrat als Drainage nach unten und je nachdem wie flach die Schale ist bisschen mehr, oder weniger Organisches Zeug rein. Die Korngrösse liegt zwischen 3 und 5 mm.

Meine Meinung nach ist es sehr wichtig die Korngrösse nicht (nur) an der Baumgröße anzupassen, sondern dem Entwicklungsstadium. Je feiner die Wurzeln, je feiner die Verzweigung desto feiner das Substrat.

Ich hoffe es war, ist verständlich?!
Gruß
László

"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
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zopf
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von zopf »

Hallo
Für alle Bäumchen benutze ich eine 3-4mm Körnung ohne Drainage oder Schichtaufbau.
Shohin und Anwärter stehen in jap. Anzuchtschalen,
alle anderen in flachen, endgültigen was die Proportionen angeht, Schalen.
Die meisten Schalen haben viele, große Drainageöffnungen.
Einzig 3 Kiefern stehen in "hohen" Schalen,
hierbei ist im unteren Bereich Holzkohle (Drainage und Gewicht),
Mit Chris P. habe ich mich oft über den PH-Wert des Substrats unterhalten,
wobei er strikt die Meinung vertritt das der PH-Wert des Düngers
und nicht der PH-Wert des Substrats entscheidend ist.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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Georg
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von Georg »

Sanne hat geschrieben: 24.09.2023, 16:19 .....Für Beisteller in ganz kleinen Schalen sowie einige Shohin nehme ich gern feinkörniges Substrat (Korngröße 2 – 3 mm). Jedoch habe ich bemerkt, dass das Substrat in manchen Shohinschalen zu lange nass bleibt, speziell bei japanischen Schalen und Porzellanschalen. Vielleicht liegt es an den kleineren Wasserabzugslöchern und am leichten Gewicht dieser Schalen? *kopfkratz*

So bin ich dazu übergegangen, gröberes Substrat (4 – 6 mm) auch für einige Shohin zu verwenden und natürlich für größere Bäume.
Grüße, Sanne
Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Mit der ziemlich ähnlichen Konsequenz, auch im Hinblick auf unsre Sommerhitze. Da erscheint mir wichtig, daß gut Sauerstoff an die Wurzeln kommt.
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
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BenBonsai
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von BenBonsai »

Vielen Dank für Eure Kommentare. Mein Substrat für das kommende Frühjahr habe ich mit 2mm Maschenweite gesiebt. Ich werde noch einmal mit 4mm nachsieben und dann die Effekte beobachten.
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El Grindo
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von El Grindo »

Hallöchen,

nach vielen Jahren habe ich auch die Korngröße geändert.

Bei den Shohin nutze ich nun 2 - 4 mm Körnung für alle Substrat-Anteile. Ich konnte kürzere Internodien und mehr Verzweigung beobachten. Bei den zwei Chuhin ist die Korngröße jetz 2-6 mm. Die Lärche hat nun auch kleine Nadeln. Aber ob das nun an der Korngröße liegt ???

Trotzdem nehm ich für Drainage eine Lage Bims mit 5-7 mm.
.
Ausserdem wurde bei Shohin-Laubbäumen begonnen, den 25-30%igen Akadama-Anteil am Substrat (ertmal bei Forsythie, Berberitze, Pfaffenhut und Cotoneaster) zu ersetzen (hier mit Bims, Zeolith und Seramis Pflanzsubstrat), denn das Akadama (die gute Qualität!) hat das Substrat durch Zerfall vorallem im Winter und Frühjahr bei dem ständigen Wechsel der Temperaturen um die Null-Grade sehr stark verdichtet und beim Gießen ist das Wasser kaum noch in die kleinen Schalen eingedrungen. Das Problem ist nun gelöst. Das Wasser läuft super ab und es kommt viel Luft an die Wurzeln. Das Substrat ist frostfest im Bezug auf Zerfall. Den Bäumen geht es bisher sehr gut.

Nächstes Frühjar werd ich das auch bei den anderen Laubbäumen machen (Apfel, Buche und Feldahorn). Aber das Seramis wird wegen der häßlichen roten Farbe durch hellbraunes Sakadama ersetzt.

VG, Daniel
masterB
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von masterB »

Hi Ben,

wie ich schon mehrmals aus deinen Posts lesen durfte, überschneiden sich unsere Sammlungen und Techniker in vielerlei Hinsicht. Ich habe hauptsächlich verschiedene Ahorn Arten von unreif (in Teichkörben) bis reifere Exemplare (in Schalen), aktuell 260+ Acer palmatum (ohne monspessulanum, buergerianum, japonica) in sehr verschiedenen palmatum Subarten (ca. 100 Subarten), Größenkategorie Kifu bis Oogata, keine (Acer) Shohin oder Bäume welche als Shohin geplant sind. Als Substrat nehme ich ebenso Zeolith, Lava, Bähton, etwas Pinienrinde, und bei Ahorn mit etwas Kanuma. Manchmal ist Spaghnum mit drin. Weißtorf halte ich für sehr geeignet, habe ich aber verlassen, weil er nur durch Umweltzerstörung von Mooren gewonnen werden kann, Pinienrinde ist aus meiner Sicht ebenbürtig.

Nun zur Körnung. Ich rede jetzt mal nur von meiner Erfahrung mit den Acer palmatum und mit allen Größen außer Shohin Größe. Von der Körnung nehme ich 2-7mm für bisher alle Pflanzen. Ich habe Versuche gemacht für Chuhin/Oogata Größe eine Drainage Schicht mit sehr groben (10-14mm) Bims oder Kies unten in die Schale zu machen, habe aber keinerlei Unterschiede bemerkt, von der Länge der Feuchtigkeit in der Schale, von der Verdichtung des Subtrates über wenige (2-4) Jahre, von den Internodienabständen oder Wuchsverhalten, oder vom Wurzelballen beim Umtopfen. Da ich kein oder kaum Akadama verwende setzt bei mir auch wenig die Abflusslöcher zu, außer Düngerreste der biologischen Dünger (Biogold, Tosho manzoku). Auch die Pinienrinde ist sehr strukturstabil aus meiner Sicht. In den Teichkörben nehme ich keinerlei Drainage Schicht. Die Pflanzen haben dort genug Luft und genug Wasser (wenn man im Hochsommer darauf achtet) aus meiner Sicht. In den Schalen benutze ich, auch bei kleineren Größen) mein relativ strukturstabiles Substrat ohne Drainageschicht. Bisher habe ich da keine Probleme feststellen können. Sie sind nicht die ganze Zeit nass und verfaulen auch nicht. Auch bei längeren Umtopfintervallen nicht.

Die Fragen sind ja, soweit ich das verstehe: 1. Unterscheidet sich das Überleben/Wachstumsverhalten/Wohlergehen wirklich durch unterschiedliche Korngröße? Ist die Versorgung mit Feuchtigkeit und mit Nährstoffen, sowie mit ausreichend Belüftung wirklich unterschiedlich (liegt ja auch am Gießverhalten und Düngeverhalten)? Meine Antwort auf beide wäre, es ist dem Baum relativ egal ob es 2-3 mm oder 4-6mm sind. Das Verhalten des Baumes entscheidet sich viel mehr an der Unterart/Genetik und selbst diese (Acer palmatum) Unterarten verhalten sich bei gleichen Bedingungen noch sehr unterschiedlich in Wachstum, Feinverzeigung und Wurzelwachstum. Ich habe z.B. 'Higasa yama' von Guy Maillot aus Lyon, Frankreich und von Plantentuin Esveld, Boskoop, Niederlande. Sie sind ähnlich im Aussehen, aber verhalten sich sehr Unterschiedlich in der Feinverzweigung und im Wurzelwachstum.

Also ich konnte dir mutmaßlich wenig Hilfstellung geben, aber die absolute Korngröße in mm (in dem groben o.g. Bereich) oder z.B. auch das Messen vom pH-Wert im Substrat (wenn das Wasser halbwegs passt und man wenig/kein Mutterboden verwendet) geht für mich so in den Esoterik Bereich.

Grüße,
Max
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Herbert A
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von Herbert A »

BenBonsai hat geschrieben: 24.09.2023, 10:41
Dennoch: hat sich jemand intensiv mit der Korngröße beschäftigt?
Hi Ben
die Körnung spielt für mich nur bei Kiefern in der Einwachsphase eine Rolle. Da verwende ich nur eine Körnung von 2-5 mm.
Für das Wachstum ist es ziemlich egal welche Korngröße man verwendet.
Ich habe aber festgestellt dass der Wurzelballen auch nach Jahren wieder zerfällt wenn man gröberes Subtrat verwendet.
Das passiert bei kleinerer Körnung nicht. Somit kann ich einen Positionswechsel problemloser und gefahrloser vornehmen.

schöne Weihnachten
Herbert A
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.

Info: www.bonsaisalzburg.net
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HeinrichI
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von HeinrichI »

Allen ein gesundes neues Jahr.

Zu den vorhergehenden Beiträgen ist weiter nichts zu sagen. So höre ich immer wieder von Varianten, über die ich staunen muss, die aber nach Aussagen der Besitzer gut funktionieren. Demzufolge scheint ja der Spielraum ziemlich groß zu sein.
Wichtiger ist wohl dabei, wie man unter den entsprechenden Gegebenheiten (Substrat, Sonne, Wind, Wärme, Standort) den richtigen Wasserhaushalt einhält.

Mein Substrataufbau ist wie folgt. Als Drainage verwende ich Steine als absolut stabiles Material und für das Hauptsubstrat Akadama bzw. Kanuma, Tonbruch und Lava in einer Mischung von annähernd gleichen Volumenteilen.

Die Körnung der Steindrainage als unterste Schicht ist > 6,0 mm; darauf kommt eine grobe Substratmischung mit 4,2 – 6,0 mm und darauf eine Feinere mit einer Körnung von 2,5 – 4,2 mm.

Als Abschluss kommt eine ca. 1 cm Deckschicht, bestehend aus zerkleinertem Pferdemist mit Kokosfasern, Lava und Tonbruch mit 1,0 – 2,4 mm und feiner Walderde bzw. Kompost.
Schichten.JPG
Schichten.JPG (107.85 KiB) 3100 mal betrachtet
Das oben beschriebene Substrat wird für alle Bäume angewendet und entsprechend den speziellen Ansprüchen angepasst.
Meine Logik bei diesem Schichtaufbau ist, dass
- nach unten hin die Drainagefähigkeit zu nimmt und
- nach oben hin die Speicherfähigkeit zunimmt und zudem ein relativer Verdunstungsschutz vorhanden ist.
So ein Schichtaufbau funktioniert bei mir bereits seit einigen Jahrzehnten.
Siehe auch die Interpretation vom Bonsaicoach John van der Laan.

Übrigens:
- bei mir gibt es nicht das Problem mit zerfallenem oder verklumptem Akadama
- Vorsicht bei Zeolith, es reagiert basisch
- Ich verwende gebrauchtes Substrat auch immer wieder; es wird bei 130 °C getempert, ausgesiebt und mit einer Windvorrichtung von organischen Stoffen befreit.

Gruß Heiner
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HeinrichI
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von HeinrichI »

Um noch einmal auf die Bedeutung der Deckschicht zurück zu kommen, ist sie eine Möglichkeit (gerade in den Sommermonaten) die oberste meist grobe Substratschicht vor zu schneller Austrocknung zu schützen.
Ist so eine Schutzschicht vorhanden, können sich auch in den oberen Schichten neue feine Wurzeln bilden.
Ich möchte dabei einen Beitrag von Hanno erwähnen, der auch eine seiner Jungpflanzen mit einer zusätzlichen lockeren Schicht und dann noch mit einem Fahrradschlauch abgedeckt hat, davon geschwärmt und hervorgehoben hat, dass feine Wurzel sogar in diese Zusatzschicht gewachsen sind.
Um es mal plastisch zu betrachten, würde ich mein relativ grobes Substrat niemals "nackig" lassen.
Außerdem dient diese Schicht nicht nur als Wasserspeicher sondern auch als Wasserverteiler, ebenso für die Nährstoffe. Weiterhin betrachte ich dies Schicht als Fermentier- Zone nicht nur für organischen Dünger, denn dort können sich schon viele wichtige Bodenlebewesen aufhalten, die für die Aufbereitung der Nährstoffen zuständig sind.
Es muss auch niemand Bedenken haben, dass dieses Material in die untersten Schichten eingeschwemmt wird. Dafür ist auch die oben benannte Schichtfolge wichtig. Auch beim Umtopfen ist zu erkennen, dass die Drainageschicht kaum von feinem Material durchsetzt ist.
Hier ein Beispiel an einem Acer, der 2019 das letzte Mal umgetopft wurde.
P1100979_kd.jpg
P1100979_kd.jpg (150.81 KiB) 2788 mal betrachtet
Gruß Heiner
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HeinrichI
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von HeinrichI »

Übrigens, mein, wie oben beschriebenes recyceltes Substrat, wird wegen möglicher Düngerreste mehrmals in Wasser gespült und nach dem Trocknen mit einer speziellen Erde "biologisch aktiviert". Vor dem Einsatz des so aktivierten Substrates wird diese spezielle Erde wieder ausgesiebt. Möglicherweise kann sogar ein größerer Teil dieser Erde im Substrat verbleiben.
Das muss aber noch ausprobiert werden.
Gruß Heiner
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HeinrichI
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Re: Auswahl der Korngröße

Beitrag von HeinrichI »

Zu dem oben erwähnten Schichtaufbau ist noch folgendes zu sagen.
Leider habe ich (vielleicht betrifft das auch Andere) einige Bonsai mit einer verfilzt-verhärteten Wurzelplatte, die aus einer Zeit (DDR) stammen, wo noch nicht auf ein lockeres Wurzelsystem geachtet wurde. Die Wurzelplatten sind so verhärtet, dass keine Korrektur möglich war (jedenfalls für mich nicht). Egal, wie...!
Hat man eine Wurzelplatte, wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist, kann man unter solch einer Wurzelplatte natürlich nicht so ein Schichtsystem wie oben erwähnt aufbauen.
P1100986_kd.jpg
P1100986_kd.jpg (100.35 KiB) 2425 mal betrachtet
Der Platz reicht gerade Mal (vor allem bei einer flachen Schale) für eine angemessene Drainageschicht aus.
Die Drainageschicht wird aber so angehäuft, dass sie schon weitestgehend den Unebenheiten der unteren Wurzelplatte entspricht, so dass nach unten hin ein vollständiger Kontakt zwischen Wurzelplatte und Untergrund zustande kommt.
Vorher wird allerdings noch ein Draht für die Fixierung des Baumes angebracht; in die Wurzelplatte werden dazu an den entsprechenden Positionen Löcher gebohrt, durch die der Fixierdraht geschoben wird.
Bevor der Draht festgezogen wird, wird die Wurzelplatte in den Untergrund durch hin- und herdrehen bündig eingebettet.
Nun wird in den Randbereichen zwischen Schalenwandung und Wurzelplattenkante der Schichtaufbau (wie oben beschrieben) ausgeführt. Im Folgenden an einem Beispielbaum:

Zuerst das grobe Substrat (4,2 - 6,0 mm)
P1100981_2.jpg
P1100981_2.jpg (180.8 KiB) 2425 mal betrachtet
Danach das feinere Substrat (2,2 - 4,2 mm)
P1100982_3.jpg
P1100982_3.jpg (141.7 KiB) 2425 mal betrachtet
Und zum Schluss die Deckschicht:
P1100983_1.jpg
P1100983_1.jpg (136.77 KiB) 2425 mal betrachtet
Und das Wässern nicht vergessen, bevorzugt die nach der Winterruhe ziemlich ausgetrocknete Wurzelplatte.
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