Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Hallo,
der Zweitaustrieb einer meiner Kiefern ist recht unterschiedlich.
Wird der Zweitaustrieb im Herbst angeglichen?
Oder im Frühjahr vor Austriebsbeginn entsprechend zurückgeschnitten.?
Oder man zupft keine Nadeln und schneidet im Sommer beim Entfernen des Erstaustriebes in den benadelten Bereich des diesjährigen Austriebes zurück?
Eine kräftige Pflanze vorausgesetzt.
der Zweitaustrieb einer meiner Kiefern ist recht unterschiedlich.
Wird der Zweitaustrieb im Herbst angeglichen?
Oder im Frühjahr vor Austriebsbeginn entsprechend zurückgeschnitten.?
Oder man zupft keine Nadeln und schneidet im Sommer beim Entfernen des Erstaustriebes in den benadelten Bereich des diesjährigen Austriebes zurück?
Eine kräftige Pflanze vorausgesetzt.
Mit freundlichen Grüßen
Karl
Karl
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Ich habe mal Bilder eingefügt. Schwarzkiefer Rückschnitt Ende Juni
Bild 1
Neuaustrieb bis auf einen Stumpf entfernt. Der Zweitaustrieb wird sehr lang, zu lang..
Bild 2+3
Bei allen Ästen mit vorhandener Rückknospung habe ich als Versuch in den Austrieb des letzten Jahres geschnitten. Die Knospen sind später ausgetrieben und kurz.
Rein theoretisch war das Zupfen der Nadeln im Winter keine gute Massnahme. Hätte ich das nicht gemacht wäre es möglich gewesen die Zeige zu behalten weil ich erheblich weiter einkürzen könnte. Jetzt werde ich wohl den Ast auf innere Zweige kürzen müssen.
Das kann ja Zufall sein. Wenn nicht, hieße das ja generell im Sommer in den benadelten Bereich des alten Holzes zu schneiden und generell im Winter keine Nadeln entfernen.
Bild 1
Neuaustrieb bis auf einen Stumpf entfernt. Der Zweitaustrieb wird sehr lang, zu lang..
Bild 2+3
Bei allen Ästen mit vorhandener Rückknospung habe ich als Versuch in den Austrieb des letzten Jahres geschnitten. Die Knospen sind später ausgetrieben und kurz.
Rein theoretisch war das Zupfen der Nadeln im Winter keine gute Massnahme. Hätte ich das nicht gemacht wäre es möglich gewesen die Zeige zu behalten weil ich erheblich weiter einkürzen könnte. Jetzt werde ich wohl den Ast auf innere Zweige kürzen müssen.
Das kann ja Zufall sein. Wenn nicht, hieße das ja generell im Sommer in den benadelten Bereich des alten Holzes zu schneiden und generell im Winter keine Nadeln entfernen.
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Mit freundlichen Grüßen
Karl
Karl
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
ich habe inzwischen die Informationen. Das Thema hat sich daher erledigt.
Mit freundlichen Grüßen
Karl
Karl
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Hallo Karl,
teilst du sie mit uns?
Grüße
Rainer
teilst du sie mit uns?
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Jetzt lässt man den Baum einfach wachsen. Das Einkürzen in den benadelten Bereich im Frühjahr führt zur Rückknospung im alten Holz, bevorzugt aus den Nadeln. Das kann man sich bei Peter Chan ansehen. Rückschnitt nach dem Erstaustrieb in den Bereich des Vorjahres funktioniert genau so. Wenn man den Zuwachs behalten will oder die Verzweigung zu dicht wird kann man auch Nadeln zupfen. Zusätzlich sollte man etwa jedes zweite Jahr den Baum mal komplett in Ruhe lassen. Sonst besteht die Gefahr das der Baum immer schwächer wird.
Das gilt für Schwarzkiefern. Rotkiefern habe ich selbst nicht.
Bei Sylvestris hatte ich im Frühjahr hier im Forum gefragt. Ich habe darauf hin bei meiner Jungpflanze zu lange Kerzen eingekürzt. Die Kiefer hat nun reichlich Knospen selbst da wo die Raupen aktiv waren.
Meine alte Sylvestris habe ich einfach wachsen lassen. Mitte August habe ich den kompletten Neuaustrieb auf etwa 2 cm zurückgeschnitten. Dort beginnt die Pflanze jetzt Knospen zu bilden. Und zwar an den Schnittstellen, am Übergang von Vorjahresaustrieb zu diesem Jahr und vermutlich auch an unbenadelten Zweigteilen. Das sieht man aber noch nicht gut. Alle Nadeln bleiben dran. Im Frühjahr wird umgetopft und ein Rückschnitt erfolgt dann erst im übernächsten Jahr vor dem Austrieb.
Diese Vorgehensweise habe ich mit Dennis Fuchs so besprochen. Die Pflanze stammt ja aus Karlstein. Auch da bleiben alle Nadeln am Baum.
Das gilt für Schwarzkiefern. Rotkiefern habe ich selbst nicht.
Bei Sylvestris hatte ich im Frühjahr hier im Forum gefragt. Ich habe darauf hin bei meiner Jungpflanze zu lange Kerzen eingekürzt. Die Kiefer hat nun reichlich Knospen selbst da wo die Raupen aktiv waren.
Meine alte Sylvestris habe ich einfach wachsen lassen. Mitte August habe ich den kompletten Neuaustrieb auf etwa 2 cm zurückgeschnitten. Dort beginnt die Pflanze jetzt Knospen zu bilden. Und zwar an den Schnittstellen, am Übergang von Vorjahresaustrieb zu diesem Jahr und vermutlich auch an unbenadelten Zweigteilen. Das sieht man aber noch nicht gut. Alle Nadeln bleiben dran. Im Frühjahr wird umgetopft und ein Rückschnitt erfolgt dann erst im übernächsten Jahr vor dem Austrieb.
Diese Vorgehensweise habe ich mit Dennis Fuchs so besprochen. Die Pflanze stammt ja aus Karlstein. Auch da bleiben alle Nadeln am Baum.
Mit freundlichen Grüßen
Karl
Karl
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Hallöchen,
folgend mal meine Pflegeschritte, die ich bei meinen Japanischen Schwarzkiefern anwende.
Diese Pflegeschritte gelten ausschließlich für diese Kiefern Art.
Ich habe diese Vorgehensweise von Ryan Neil von Bonsai Mirai, wo ich schon seit einiger Zeit Online eingeschrieben bin.
Ich arbeite bei meinen Schwarzkiefern jetzt so seit einigen Jahren und es funktioniert gut, wenn das Wetter mitspielt und
keine anderen Dinge passieren.
Vielleicht hilft es jemanden.
Pflegehinweise diverser Kiefern.
Japanische Schwarzkiefer (mehrfacher Austrieb pro Jahr)
1.1 Allgemeine Hinweise:
- die Kraft des Baumes kommt aus dem Wurzeln.
- Der Baum hat eine grobe Wurzelstruktur und benötigt zur guten Nährstoffversorgung eine Mikrokultur (Mykorrhizza), die die feine Wurzelstruktur ersetzt.
Aus diesem Grund ist es wichtig mit organischen Dünger zu düngen und beim Umtopfen immer etwas altes Substrat mit zu übernehmen.
- das Substrat muss durchlässig sein (Akadama oder Alternatives Substart Lava, Bimskies 1:1:1)
- Standort voll sonnig.
- Im Winter nicht unter -5 °C
- Drahten im Herbst nach Energie Neuverteilung (weil der Baum dann am besten zugänglich ist).
- es werden keine Nadeln geschnitten (Ausnahme siehe 1.3) und keine alten Nadeln entfernt da diese benötige Hormone enthalten.!
- Umtopfen im Frühling, wenn die Kerzen anfangen zu wachsen..Dann im Folgejahr nur Pflege, Gestaltungsmaßnahmen“nur“, wenn der Baum extrem vital erscheint.
- hat man einmal starken Harz Austritt an großen Schnittstellen, legt man eine Schicht Sphagnum Moos auf und umwickelt es mit Raffia.
1.2 Gleichmäßige Energieverteilung im Baum erfolgt über die Nadeln.
- um eine gleichmäßige Verteilung im Baum zu erreichen wird der am schwächsten ausgebildet Bereich des Baumes zugrunde gelegt.
Die Anzahl der Nadelpaare in diesem Bereich gibt die Anzahl vor, die in den andren stärkeren Bereichen angepasst (reduziert) wird.
Min. der zu verbleibenden Nadelpaare pro Bereich sind 8-12 Paar.
Alle Bereiche anpassen indem die Nadel gezupft werden, vorrangig Nadel die am Ast nach unten wachsen.
- Es müssen auch immer alte Nadeln am Baum verbleiden, weil diese gewisse Hormone enthalten, die der Baum benötigt.
Es sollet vermieden werden Nadel zu schneiden (Ausnahme es ist für den Lichteinfall in manchen Bereichen erforderlich)
Die Nadel werden in der Entwicklung des Baumes automatisch kleiner, wenn sich feiner Wurzel in der Stammmitte bilden.
1.3 Jahrespflege (Voraussetzung der Baum ist vital)
- Düngen ab ca. Februar (wenn es warm genug ist das der Dünger aufgenommen werden kann. (ca. 10 Pallets Organischen Dünger (Bio Gold) über zwei Stellen verteilt alle 6-8 Wochen.
Der alte noch vorhandene Dünger wird bei Neuauflage an anderer Stelle nicht entfernt)
Wieviel Dünger gegeben wird ist davon abhängig, was man erreichen will und in welchen Stadium der Entwicklung der Bau ist (Entwicklung oder Verfeinerung)
- Letzte Düngung Mai. bzw. Juni, je nach Größe des Baumes.
- Bei größeren Bäume im Juni bei Kleineren im Juli, werden alle Kerzen (lange, kurze, nicht geöffnete) bis auf wenige mm des Neuaustriebes zurückgeschnitten.
Hierdurch wird die Rückknospung angeregt. In Bereichen, wo Längen- bzw. Dickenzuwachs benötigt wird, lässt man die Triebe wachsen.
So können an einem Baum verschieden Entwicklungsstadien vorhanden sein.
- Gleichzeitig wird, wenn die Kerzen geschnitten sind die Nadeln gezupft um die Energie gleichmäßig zu verteilen (siehe oben)
- der Baum wird im Anschluss bis zum Herbst nicht gedüngt. (Es entwickelt sich ein zweiter Austrieb mit kürzeren Nadel). Düngen würde zu längeren Nadeln führen, was man ja nicht will.
- Nach diesem Vorgang wird der Baum bis in den Herbst in Ruhe gelassen.
- Ab November erfolgt die Auswahl der Kerzen, die verbleiben sollen. Der Baum ist dadurch nicht mehr so Winterhart, daher Winterschutz vorhalten, oder Auswahl der Kerzen erst im Frühjahr vornehmen.
Mit der Auswahl der Kerzen erfolgt eine erneute Verteilung der Energie durch Zupfen der Nadeln.
- Ab Herbst kann wieder gedüngt werden, erneut in Abhängigkeit in welchen Stadium der Baum ist und was man erreichen will.
folgend mal meine Pflegeschritte, die ich bei meinen Japanischen Schwarzkiefern anwende.
Diese Pflegeschritte gelten ausschließlich für diese Kiefern Art.
Ich habe diese Vorgehensweise von Ryan Neil von Bonsai Mirai, wo ich schon seit einiger Zeit Online eingeschrieben bin.
Ich arbeite bei meinen Schwarzkiefern jetzt so seit einigen Jahren und es funktioniert gut, wenn das Wetter mitspielt und
keine anderen Dinge passieren.
Vielleicht hilft es jemanden.
Pflegehinweise diverser Kiefern.
Japanische Schwarzkiefer (mehrfacher Austrieb pro Jahr)
1.1 Allgemeine Hinweise:
- die Kraft des Baumes kommt aus dem Wurzeln.
- Der Baum hat eine grobe Wurzelstruktur und benötigt zur guten Nährstoffversorgung eine Mikrokultur (Mykorrhizza), die die feine Wurzelstruktur ersetzt.
Aus diesem Grund ist es wichtig mit organischen Dünger zu düngen und beim Umtopfen immer etwas altes Substrat mit zu übernehmen.
- das Substrat muss durchlässig sein (Akadama oder Alternatives Substart Lava, Bimskies 1:1:1)
- Standort voll sonnig.
- Im Winter nicht unter -5 °C
- Drahten im Herbst nach Energie Neuverteilung (weil der Baum dann am besten zugänglich ist).
- es werden keine Nadeln geschnitten (Ausnahme siehe 1.3) und keine alten Nadeln entfernt da diese benötige Hormone enthalten.!
- Umtopfen im Frühling, wenn die Kerzen anfangen zu wachsen..Dann im Folgejahr nur Pflege, Gestaltungsmaßnahmen“nur“, wenn der Baum extrem vital erscheint.
- hat man einmal starken Harz Austritt an großen Schnittstellen, legt man eine Schicht Sphagnum Moos auf und umwickelt es mit Raffia.
1.2 Gleichmäßige Energieverteilung im Baum erfolgt über die Nadeln.
- um eine gleichmäßige Verteilung im Baum zu erreichen wird der am schwächsten ausgebildet Bereich des Baumes zugrunde gelegt.
Die Anzahl der Nadelpaare in diesem Bereich gibt die Anzahl vor, die in den andren stärkeren Bereichen angepasst (reduziert) wird.
Min. der zu verbleibenden Nadelpaare pro Bereich sind 8-12 Paar.
Alle Bereiche anpassen indem die Nadel gezupft werden, vorrangig Nadel die am Ast nach unten wachsen.
- Es müssen auch immer alte Nadeln am Baum verbleiden, weil diese gewisse Hormone enthalten, die der Baum benötigt.
Es sollet vermieden werden Nadel zu schneiden (Ausnahme es ist für den Lichteinfall in manchen Bereichen erforderlich)
Die Nadel werden in der Entwicklung des Baumes automatisch kleiner, wenn sich feiner Wurzel in der Stammmitte bilden.
1.3 Jahrespflege (Voraussetzung der Baum ist vital)
- Düngen ab ca. Februar (wenn es warm genug ist das der Dünger aufgenommen werden kann. (ca. 10 Pallets Organischen Dünger (Bio Gold) über zwei Stellen verteilt alle 6-8 Wochen.
Der alte noch vorhandene Dünger wird bei Neuauflage an anderer Stelle nicht entfernt)
Wieviel Dünger gegeben wird ist davon abhängig, was man erreichen will und in welchen Stadium der Entwicklung der Bau ist (Entwicklung oder Verfeinerung)
- Letzte Düngung Mai. bzw. Juni, je nach Größe des Baumes.
- Bei größeren Bäume im Juni bei Kleineren im Juli, werden alle Kerzen (lange, kurze, nicht geöffnete) bis auf wenige mm des Neuaustriebes zurückgeschnitten.
Hierdurch wird die Rückknospung angeregt. In Bereichen, wo Längen- bzw. Dickenzuwachs benötigt wird, lässt man die Triebe wachsen.
So können an einem Baum verschieden Entwicklungsstadien vorhanden sein.
- Gleichzeitig wird, wenn die Kerzen geschnitten sind die Nadeln gezupft um die Energie gleichmäßig zu verteilen (siehe oben)
- der Baum wird im Anschluss bis zum Herbst nicht gedüngt. (Es entwickelt sich ein zweiter Austrieb mit kürzeren Nadel). Düngen würde zu längeren Nadeln führen, was man ja nicht will.
- Nach diesem Vorgang wird der Baum bis in den Herbst in Ruhe gelassen.
- Ab November erfolgt die Auswahl der Kerzen, die verbleiben sollen. Der Baum ist dadurch nicht mehr so Winterhart, daher Winterschutz vorhalten, oder Auswahl der Kerzen erst im Frühjahr vornehmen.
Mit der Auswahl der Kerzen erfolgt eine erneute Verteilung der Energie durch Zupfen der Nadeln.
- Ab Herbst kann wieder gedüngt werden, erneut in Abhängigkeit in welchen Stadium der Baum ist und was man erreichen will.
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Hallo,
vielen Dank für die ausführliche Erläuterung.
vielen Dank für die ausführliche Erläuterung.
Mit freundlichen Grüßen
Karl
Karl
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Update. Der Zweitaustrieb hat sich nicht voll entwickelt und die Nadeln werden wohl in diesem Jahr weiter Wachsen. hatte ich an zwei anderen Kiefern schon mal. Die zu Langen Triebe aus letztem Herbst werde ich wohl vor dem Neuaustrieb zurückschneiden.
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Mit freundlichen Grüßen
Karl
Karl
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Hallo Karl,
in der aktuellen BA 183 steht, wenn ich es richtig verstanden habe, dass in Japan die Schwarzkiefern aufgrund des Klimawandels und eines zu späten Schnitttermins auch nur einen spärlichen zweiten Austrieb zeigen.
Würdest du die sommerliche Hitze des letzten Jahres auch für den Fall deiner Schwarzkiefer als relevant erachten? Dann wäre vielleicht ein deutlich früherer Schnitttermin interessant (wenn es dazu kommt, dass viel zu heiße Sommer die Norm werden)?
in der aktuellen BA 183 steht, wenn ich es richtig verstanden habe, dass in Japan die Schwarzkiefern aufgrund des Klimawandels und eines zu späten Schnitttermins auch nur einen spärlichen zweiten Austrieb zeigen.
Würdest du die sommerliche Hitze des letzten Jahres auch für den Fall deiner Schwarzkiefer als relevant erachten? Dann wäre vielleicht ein deutlich früherer Schnitttermin interessant (wenn es dazu kommt, dass viel zu heiße Sommer die Norm werden)?
LIebe Grüße, Stefan
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
svencux hat geschrieben: 29.08.2023, 20:08 Hallöchen,
folgend mal meine Pflegeschritte, die ich bei meinen Japanischen Schwarzkiefern anwende.
Diese Pflegeschritte gelten ausschließlich für diese Kiefern Art.
Ich habe diese Vorgehensweise von Ryan Neil von Bonsai Mirai, wo ich schon seit einiger Zeit Online eingeschrieben bin.
Ich arbeite bei meinen Schwarzkiefern jetzt so seit einigen Jahren und es funktioniert gut, wenn das Wetter mitspielt und
keine anderen Dinge passieren.
Vielleicht hilft es jemanden.
Pflegehinweise diverser Kiefern.
Japanische Schwarzkiefer (mehrfacher Austrieb pro Jahr)
1.1 Allgemeine Hinweise:
- die Kraft des Baumes kommt aus dem Wurzeln.
- Der Baum hat eine grobe Wurzelstruktur und benötigt zur guten Nährstoffversorgung eine Mikrokultur (Mykorrhizza), die die feine Wurzelstruktur ersetzt.
Aus diesem Grund ist es wichtig mit organischen Dünger zu düngen und beim Umtopfen immer etwas altes Substrat mit zu übernehmen.
- das Substrat muss durchlässig sein (Akadama oder Alternatives Substart Lava, Bimskies 1:1:1)
- Standort voll sonnig.
- Im Winter nicht unter -5 °C
- Drahten im Herbst nach Energie Neuverteilung (weil der Baum dann am besten zugänglich ist).
- es werden keine Nadeln geschnitten (Ausnahme siehe 1.3) und keine alten Nadeln entfernt da diese benötige Hormone enthalten.!
- Umtopfen im Frühling, wenn die Kerzen anfangen zu wachsen..Dann im Folgejahr nur Pflege, Gestaltungsmaßnahmen“nur“, wenn der Baum extrem vital erscheint.
- hat man einmal starken Harz Austritt an großen Schnittstellen, legt man eine Schicht Sphagnum Moos auf und umwickelt es mit Raffia.
1.2 Gleichmäßige Energieverteilung im Baum erfolgt über die Nadeln.
- um eine gleichmäßige Verteilung im Baum zu erreichen wird der am schwächsten ausgebildet Bereich des Baumes zugrunde gelegt.
Die Anzahl der Nadelpaare in diesem Bereich gibt die Anzahl vor, die in den andren stärkeren Bereichen angepasst (reduziert) wird.
Min. der zu verbleibenden Nadelpaare pro Bereich sind 8-12 Paar.
Alle Bereiche anpassen indem die Nadel gezupft werden, vorrangig Nadel die am Ast nach unten wachsen.
- Es müssen auch immer alte Nadeln am Baum verbleiden, weil diese gewisse Hormone enthalten, die der Baum benötigt.
Es sollet vermieden werden Nadel zu schneiden (Ausnahme es ist für den Lichteinfall in manchen Bereichen erforderlich)
Die Nadel werden in der Entwicklung des Baumes automatisch kleiner, wenn sich feiner Wurzel in der Stammmitte bilden.
1.3 Jahrespflege (Voraussetzung der Baum ist vital)
- Düngen ab ca. Februar (wenn es warm genug ist das der Dünger aufgenommen werden kann. (ca. 10 Pallets Organischen Dünger (Bio Gold) über zwei Stellen verteilt alle 6-8 Wochen.
Der alte noch vorhandene Dünger wird bei Neuauflage an anderer Stelle nicht entfernt)
Wieviel Dünger gegeben wird ist davon abhängig, was man erreichen will und in welchen Stadium der Entwicklung der Bau ist (Entwicklung oder Verfeinerung)
- Letzte Düngung Mai. bzw. Juni, je nach Größe des Baumes.
- Bei größeren Bäume im Juni bei Kleineren im Juli, werden alle Kerzen (lange, kurze, nicht geöffnete) bis auf wenige mm des Neuaustriebes zurückgeschnitten.
Hierdurch wird die Rückknospung angeregt. In Bereichen, wo Längen- bzw. Dickenzuwachs benötigt wird, lässt man die Triebe wachsen.
So können an einem Baum verschieden Entwicklungsstadien vorhanden sein.
- Gleichzeitig wird, wenn die Kerzen geschnitten sind die Nadeln gezupft um die Energie gleichmäßig zu verteilen (siehe oben)
- der Baum wird im Anschluss bis zum Herbst nicht gedüngt. (Es entwickelt sich ein zweiter Austrieb mit kürzeren Nadel). Düngen würde zu längeren Nadeln führen, was man ja nicht will.
- Nach diesem Vorgang wird der Baum bis in den Herbst in Ruhe gelassen.
- Ab November erfolgt die Auswahl der Kerzen, die verbleiben sollen. Der Baum ist dadurch nicht mehr so Winterhart, daher Winterschutz vorhalten, oder Auswahl der Kerzen erst im Frühjahr vornehmen.
Mit der Auswahl der Kerzen erfolgt eine erneute Verteilung der Energie durch Zupfen der Nadeln.
- Ab Herbst kann wieder gedüngt werden, erneut in Abhängigkeit in welchen Stadium der Baum ist und was man erreichen will.
Genau so und nicht anders ! Nicht nur Ryne Neil macht es so, auch Björn Bjorholm hat es genau so in seiner Online-Schule erklärt und auch in einer älteren BonsaiArt werden diese Techniken von einem Japaner ausführlich beschrieben.
Aber so gut und kompakt zusammengefasst habe ich die Informationen noch nicht gelesen, gute Arbeit
In den Wäldern drüben,
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Spannend. Durch diesen Thread denke ich wieder mal über den Erwerb einer Jap. Schwarzkiefer nach...
(Einzelne Tipps kenne ich allerdings auch schon aus anderen Beiträgen hier, wo sie z.T. auch auf andere Kiefern bezogen werden. Aber alles so zusammengefasst zu einer einzelnen Art ist sehr interessant.)
(Einzelne Tipps kenne ich allerdings auch schon aus anderen Beiträgen hier, wo sie z.T. auch auf andere Kiefern bezogen werden. Aber alles so zusammengefasst zu einer einzelnen Art ist sehr interessant.)
LIebe Grüße, Stefan
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
@Immergrün
Die Techniken sind so nur für Kieferarten geeignet die zwei austriebe pro Jahr produzieren.
Mit einer jap. Mädchenkiefer als Beispiel muss ganz anders gearbeitet werden.
Die Techniken sind so nur für Kieferarten geeignet die zwei austriebe pro Jahr produzieren.
Mit einer jap. Mädchenkiefer als Beispiel muss ganz anders gearbeitet werden.
In den Wäldern drüben,
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Zuletzt geändert von Immergrün am 06.02.2024, 10:05, insgesamt 1-mal geändert.
LIebe Grüße, Stefan
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Das stimmt, wollte das nur nochmal sagen weil du geschrieben hattest das du einzelne Tipps schon von anderen Kieferarten kennst und wer das nur überfliegt überliest das vllt.
In den Wäldern drüben,
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.
Re: Wachstumsausgleich beim Zweitaustrieb von kiefern
Keine Ahnung inwieweit das Wetter im letzten Jahr eine Rolle gespielt hat. Eventuell wäre es besser gewesen etwas früher den Erstaustrieb zu entfernen. Ich überlege mir ob ich bei einigen Schwarzkiefern ähnlich wie bei einer Sylvestris den Erstaustrieb ende August nur einkürze. Alternativ könnte man auch jetzt vor dem Austrieb zurückschneiden. das habe ich bei Peter Chan so gesehen. Der Zweitaustrieb ist ,wenn auch nicht ausgewachsen, in den meisten Fällen zu lang.
Mit freundlichen Grüßen
Karl
Karl
