Wolfgang hat geschrieben:Bei einem Virtual kann man sehr viel "hindrehen" / zurecht richten, damit der Betrachter im ersten Moment begeistert ist. (

obwohl ich solche virtuellen Gestaltungen keinesfalls herabsetzen möchte.
Das Problem mit virtuellen Gestaltungen ist, dass sie ein 'abgeschlecktes'

Endresultat präsentieren, ohne Aufschluss darüber zu geben, was Saison für Saison und Jahr für Jahr geschehen muss, um es zu erreichen. Dem Anfänger nur das Ziel zu zeigen reicht nicht, denn er wird es nie erreichen, wenn er nicht weiss, wie es gemacht wird.
Wenn ich einen Baum anfange, habe ich oft keine Vorstellung davon, wie er einmal aussehen wird. Ich mache meine Astauswahl so gut es geht nach 'allen Regeln' :D der Kunst, und dann reagiere ich darauf, wie der Baum wächst.
- Sie faszinieren mich und helfen bestimmt sehr gut mit, einen Weg zur Gestaltung eines Baumes zu finden, ...
Wie gesagt, den Weg zeigen sie nicht, nur das Ziel.
... aber einen Baum so zu gestalten, wie er am Virtual perfekt aussieht, wird vermutlich kein Mensch schaffen.

)
Naja, 'kein Mensch' will ich nicht sagen. :D

:D

:D
Ich befürchte aber, dass mancher Anfänger frustriert aufgibt, wenn es ihm nicht gelingt (und es wird ihm mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gelingen), das vorgegebene Ziel zu erreichen.
Ich finde Virtuals gut, wenn sie sich darauf beschränken, wie und wo ein Rohling beschnitten werden sollte, um einmal einen gefälligen Bonsai abzugeben, wie hier letztlich geschehen mit einer Buche. Das ist gute praktische Beratung.
Einen kahlen Krüppel mit Grünzeug zu bepinseln ist es nicht.
Und so stimme ich mit Wolfgang überein: es muss erlaubt sein, 'halt stop' zu sagen. Dass es erlaubt ist, ist wohl klar, aber es muss auch
toleriert werden. Wenn Alles und Jedes belobhudelt wird, fühlen wir uns alle zwar 'warm and fuzzy', aber der Sache Bonsai ist damit schlecht gedient.
Reiner G.