Nachfragen zum Artikel "Neue Version von 'Substrat, Wässern, Düngen'"

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Suikinkutsu
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Nachfragen zum Artikel "Neue Version von 'Substrat, Wässern, Düngen'"

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo zusammen,

beim Einlesen zum Thema Bonsaipflege, konkret: "Substrat, Wässern und Düngen" habe ich den gleichnamigen Artikel von Walter Pall in der überarbeiteten Version gefunden. Ich finde das Prinzip plausibel und für mich als Anfänger grundsätzlich auch relativ einfach zu verstehen und umzusetzen.
Für die Praxis ergeben sich bei mir aber zwei Fragen:

1. Wo bekomme ich groben Torf her?
(Einschub: bitte keine Grundsatzsidkussion. Ich will den ausschließlich für Bonsai benutzen und nicht großflächig im Garten verteilen. Das finde ich vertretbar.)
In den hiesigen Garten- und Baumärkten finde ich nur fein gemahlenen, der nach meinem Verständnis nicht geeignet ist. Was ich suche, ist anschaulich im "Kleinen Erdkundeunterricht" von Reiner erklärt. Tips zu Produkten oder Bezugsquellen gern auch per PM, wenn das sonst problematisch ist (Werbung und so).

2. Wie ist das mit den Spurenelementen?
Walter schreibt, er habe zunächst "von Anfang April bis Mitte Oktober [.] alle zehn Tage mit der Gießkanne in normales Wasser aufgelöste[n] Flüssigdünger zugeführt, mit drei bis vier mal der empfohlenen Dosis." Die Bäume dankten es ihm "mit sagenhaft kräftigem und gesundem Wuchs. Nur die fünfnadeligen Kiefern und der gemeine Wacholder litten sichtlich. Wegen des Erfolges habe er dann "die Düngergaben gesteigert. Die Bäume wuchsen noch besser. Leichte Mangelerscheinungen wurden erst einmal mit einem Achselzucken hingenommen." Es wurde dann "eine dritte Periode der organischen Düngung gegen Mitte Juli eingeführt. Die mineralischen Gaben wurden [noch einmal] leicht gesteigert. Dann entstanden plötzlich deutliche Mangelerscheinungen" und das im Weiteren dann auch an Laubbäumen.

Wie der entstanden ist (Gesetz des Minimums) und wie er den dann behoben hat, meine ich auch verstanden zu haben. Die Behebung ist aber schon wieder aufwändig und speziell, deshalb würde ich einen Mangel an Spurenelementen gern von Anfang an vermeiden. Ich bin nur unsicher, ob das möglich ist, wenn man nach dem System vorgeht.

Was mir aus dem Artikel nicht klar wird, ist zunächst, ob Walter Pall als Flüssigdünger einen reinen NPK-Dünger genommen hat oder einen von den inzwischen gängigen NPK-Düngern mit Spurenelementen.

Anders gefragt: muss ich, wenn ich es bei der ursprünglichen Dosierung (von Anfang April bis Mitte Oktober alle zehn Tage das Drei- bis Vierfache der empfohlenen Dosis) belasse und einen Flüssigdünger mit Spurenelementen benutze, ebenfalls mit Mangelerscheinungen rechnen?
Mir würde "sagenhaftes Wachstum" für den Anfang ja erstmal reichen :wink:.

Könnte man, wenn man sich noch etwas weiter bescheiden kann und einem fürs Erste gut und gesund gedeihende Pflanzen reichen würden..., auch noch etwas niedriger dosieren (auf das Zwei- bis Dreifache) - oder würde das das System, um das es sich ja handelt, zu sehr verschieben, als das es noch gut funktionieren würde (also quasi ein Fehler sein ähnlich dem: "packen wir sicherheitshalber doch noch etwas Kompost ins Substrat" oder "soviel gießen kann ja garnicht gut sein")?

Schöne Grüße
Suikinkutsu
Zuletzt geändert von Suikinkutsu am 04.04.2024, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.
Schöne Grüße

Tim
Immergrün
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Re: Nachfragen zum Artikel "Neue Version von 'Substrat, Wässern, Düngen'"

Beitrag von Immergrün »

Hallo,
aus ökologischen Gründen ersetze ich Torf stets durch Kokosfasern. Gibt es in jedem Baumarkt und kann in aufgequollenem Zustand problemlos zerkleinert werden. Hat auch einen neutralen ph-Wert. Will ich aufsäuern, ergänze ich Walnußlaub oder Rindenmulch. Dünge ich mit Rinderdung, wird das Substrat auch bei längerer Standzeit etwas aufgesäuert. Torf speichert meiner Erfahrung nach Wasser erheblich schlechter als Kokosfaser.
LIebe Grüße, Stefan
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Re: Nachfragen zum Artikel "Neue Version von 'Substrat, Wässern, Düngen'"

Beitrag von Immergrün »

Ein Nachtrag: Prinzipiell bin ich gegen Patentrezepte - alte oder neue. Wasserspeicherfähigkeit des Substrats und seine Wasserdurchlässigkeit werden ebenso wie die Zufuhr von Nährstoffen m.E. immer von der konkreten Situation selbst definiert: Artspezifische und altersspezifische Ansprüche der Pflanze, Schalentiefe, Höhe des Standorts des Baums im Garten/auf dem Balkon vom Erdboden gemessen, Luftfeuchte, (fehlender) Niederschlag am Standort, belüfteter/windgeschützter Standort, Standort über reflektierenden Steinplatten oder Waldboden etc. Zwei Bonsai der gleichen Art können vor diesem Hintergrund an zwei Standorten, die ein paar Meter voneinander getrennt sind, durchaus unterschiedliche Bedürfnisse haben.
Ich halte mich an die Prinzipien der hohen Speicherfähigkeit des Substrats bei Wasser und zugleich der hohen Durchlässigleit des Bodens mit der Möglichkeit, ausreichend Luft an die Wurzeln gelangen zu lassen. Ich dünge gerne "üppig", aber organisch. Oft auch länger im Jahr als häufig angegeben, weil die Vegetationsperiode länger geworden ist. (Gelegentlicher) Dauerregen spült ohnehin eventuelle Rückstände des Düngers wieder raus.
Wann gieße ich und wie oft dünge ich? Auch hier schaue ich einfach auf die Pflanze und sehe eigentlich, was ich wann tun muss. Im Zweifelsfall habe ich ein Holzstäbchen drin, das mir beim Rausziehen den Feuchtegrad anzeigt. Da ich eine sehr hohe Luftfeuchte im Garten habe und schattenspendende Bäume, muss ich weniger gießen als ein Nachbar ein paar hundert Meter weiter weg. Prinzipiell gehen mir Pflanzen nicht ein wegen zu viel Licht oder zu viel Kälte, sondern wegen zu viel Feuchte im Boden. Das liegt im Herbst/Winter oft am Wetter, sonst aber leider an der Luftfeuchte und meinem Gießverhalten. Daher habe ich sogar Kies im Substrat, damit es trockener bleibt. Beim Dünger wechsele ich ständig die Sorten, um Schwankungen in der Zusammensetzung auszugleichen. Bei Bonsai mit einem höheren Anteil an organischen Bestandteilen im Substrat verwende ich Rinderdungpellets. Sonst eigentlich alles, was mir in den Einkaufswagen fällt.
Weiterhin bewahre ich so viel Gelassenheit und Geduld wie möglich bei Schnitt- und Gestaltungsmaßnahmen. Wenn ich mal etwas mache, dann richtig. Aber wenn - etwa eine Kiefer oder Eibe - zwei, drei Jahre Ruhe brauchen, dann mache ich in der Zeit auch nichts.
LIebe Grüße, Stefan
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mydear
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Re: Nachfragen zum Artikel "Neue Version von 'Substrat, Wässern, Düngen'"

Beitrag von mydear »

Suikinkutsu hat geschrieben: 04.04.2024, 12:54 2. Wie ist das mit den Spurenelementen?

Was mir aus dem Artikel nicht klar wird, ist zunächst, ob Walter Pall als Flüssigdünger einen reinen NPK-Dünger genommen hat oder einen von den inzwischen gängigen NPK-Düngern mit Spurenelementen.

Anders gefragt: muss ich, wenn ich es bei der ursprünglichen Dosierung (von Anfang April bis Mitte Oktober alle zehn Tage das Drei- bis Vierfache der empfohlenen Dosis) belasse und einen Flüssigdünger mit Spurenelementen benutze, ebenfalls mit Mangelerscheinungen rechnen?
Mir würde "sagenhaftes Wachstum" für den Anfang ja erstmal reichen :wink:.

Könnte man, wenn man sich noch etwas weiter bescheiden kann und einem fürs Erste gut und gesund gedeihende Pflanzen reichen würden..., auch noch etwas niedriger dosieren (auf das Zwei- bis Dreifache) - oder würde das das System, um das es sich ja handelt, zu sehr verschieben, als das es noch gut funktionieren würde (also quasi ein Fehler sein ähnlich dem: "packen wir sicherheitshalber doch noch etwas Kompost ins Substrat" oder "soviel gießen kann ja garnicht gut sein")?
Was bei Walter funktioniert, kann bei dir eventuell zum Totalverlust führen. Walter hat ein auf ihn zugeschnittenes System.
Er düngt mittlerweile nicht mehr so hochdosiert. Früher nahm er den günstigsten NPK-Dünger vom Discounter, klar bei so großem Bedarf.

Maximales Wachstum erreichst du neben Düngung vor allem durch Auspflanzen, alternativ mit Teichpflanzkörben oder Nudelsieb.

Grüße
Rainer
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Suikinkutsu
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Re: Nachfragen zum Artikel "Neue Version von 'Substrat, Wässern, Düngen'"

Beitrag von Suikinkutsu »

mydear hat geschrieben: 04.04.2024, 16:31Maximales Wachstum erreichst du neben Düngung vor allem durch Auspflanzen, alternativ mit Teichpflanzkörben oder Nudelsieb.
Hallo Rainer,
vielen Dank für Deine Antwort! Bevor hier ein Mißverständnis aufkommt (vielleicht wegen meiner Hainbuche): es geht mir erstmal garnicht um maximales (Dicken-)Wachstum, sondern darum, diese und eventuelle weitere Pflanzen gut zu pflegen und ihren Bedürfnissen gut gerecht zu werden. Sozusagen eine einfach umzusetzende Basisversorgung. Ich hatte die Anleitung so verstanden, dass sie für Jedermann anwendbar ist. Das scheint dann zu einfach gedacht zu sein.
Als Pflanzgefäß wollte ich tatsächlich erstmal auf den Teichpflanzkorb setzen, aber eher aus praktischen Gründen (günstig, bestens drainiert, Vorteile bei der Entwicklung der Wurzeln, etc.).
Schöne Grüße
Tim
Schöne Grüße

Tim
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Re: Nachfragen zum Artikel "Neue Version von 'Substrat, Wässern, Düngen'"

Beitrag von Immergrün »

Teichpflanzkörbe und Nudelsiebe mit geeignetem Substrat wirken wahre Wunder, wenn es um Wachstum geht. Bei größeren Pflanzen sind es dann Holzkisten mit Netzgitterfolie. Habe ich gerade auch bei meiner Mirabelle.
LIebe Grüße, Stefan
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Re: Nachfragen zum Artikel "Neue Version von 'Substrat, Wässern, Düngen'"

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo Stefan,
entschuldige, habe Dich oben ganz vergessen: vielen Dank auch für Deine Ausführungen.
Zu Kokosfasern hatte ich den freundlichen Hinweis bekommen, dass die für Anfänger später beim Umtopfen gern mal mit Feinwurzeln verwechselt werden, mit u.U. üblen Folgen für den Pflegling. Kann ich mir schon vorstellen. Aber wie es aussieht ist eh nicht viel mit Wünschen: groben Weißtorf bekommt man hier in der Gegend zumindest im niedergelassenen Einzelhandel nicht für Geld noch gute Worte. Was es noch an Torf gibt ist gemahlen. Das strubbelige Zeug, das ich noch von meinen Eltern kenne (die das in den 1970ern und 1980ern gern und reichlich zwischen den Rodhodendren ausgebracht haben), scheint hier bereits abgeschafft zu sein.
Da ich kein Grobmotoriker bin, habe ich aber die Hoffnung, dass ich das Umtopfen auch mit Kokos im Substrat hin bekomme.

Was Du zur Pflege schreibst, ist ja richtig. Es ist auch nicht so, dass ich noch nie im Garten gestanden hätte (oder an der Fensterbank). Aber gerade deshalb habe ich gehörigen Respekt davor, eine Pflanze, die eigentlich 30m hoch werden möchte, in einem (vergleichsweise) winzigen Behälter zu halten und meine größten Sorgen sind in der Tat Staunässe und ausreichende Versorgung mit Dünger. Sonne bekomme ich hin, denke ich.
Kurz gesagt: ich suche nach einem brauchbaren Startpunkt, einer Basis, von der ich starten kann. Ich hatte gehofft, die mit dem Pall'schen System gefunden zu haben.
Letzten Endes muss ich es selbst entscheiden und werde das auch tun. Ich wollte mich vorher nur so gut, wie möglich informieren.

Schöne Grüße und schönen Abend!

Tim
Schöne Grüße

Tim
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Re: Nachfragen zum Artikel "Neue Version von 'Substrat, Wässern, Düngen'"

Beitrag von Immergrün »

Tim, dann sehe ich bei dir nur die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bonsai-Gärtnern! Alles Gute! :-D :-D
LIebe Grüße, Stefan
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Re: Nachfragen zum Artikel "Neue Version von 'Substrat, Wässern, Düngen'"

Beitrag von Suikinkutsu »

Oha, Dein Wort in Gottes Ohr... :oops:
Schöne Grüße

Tim
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