Eine Esche als erster Baum

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Momiji
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Eine Esche als erster Baum

Beitrag von Momiji »

Hallo liebes Forum, hallo liebe Freunde des Bonsai!

Mir wurde vor kurzem ein lang gehegter (kleiner) Traum erfüllt, ein Geschenk in Form eines Bonsai, einer Esche.
Nachdem mich Pflanzen im Allgemeinen und Bäume im Speziellen schon lange interessieren und nun die Wohnsituation dies endlich zulässt, selbst ein wenig Natur zu haben, war dies eine tolle Überraschung.

Ich lese mich seit einiger Zeit schon in das Thema ein und versuche sowohl aus Büchern als auch in den einschlägigen Foren und Internetmedien, wie etwa hier oder Youtube, mir einen roten Faden für den Beginn und den kommenden Weg zurecht zu legen. Die Vielfalt und die Möglichkeiten erschlagen einen förmlich und man weiß nicht ganz recht, wo man beginnen oder enden soll und ob die ersten Schritte dann doch die richtigen sind.

Aus dieser Vorstellung wollte ich der Gemeinschaft hier zuerst für die vielen wertvollen Beiträge und Tipps danken, die ich bisher als stiller Mitleser genossen habe und die ein oder andere Sache bereits gut vor Augen geführt. Daran anschließend dachte ich mir, ich schreibe vielleicht meinen kleinen Punkteplan, den ich für meine Esche nun so ins Auge gefasst habe und vielleicht gibt es eurerseits noch ein paar Ratschläge bzw. Bestätigung, dass man nicht gänzlich falsch liegt.

Kurz zum Baum: es handelt sich um ein Geschenk, eine rund 30 Jahre alte Esche (vermutlich Fraxinus excelsior), ca. 35 cm in Höhe und Breite, die angeblich bisher bei einem älteren Herrn verweilen durfte. Leider kenne ich keine weiteren Details, da es ein Geschenk war und dies wohl über Umwege besorgt wurde.

In den letzten 3 Wochen, in denen ich den Baum betreut habe, scheint der momentane Standort (westseitig, mit ab mittags Sonne) gut angenommen worden zu sein und der Baum an und für sich gesund und gut ausgetrieben. Stamm, Wurzeln und Blätter (besonders die Größe) machen einen stimmigen Eindruck seitens Vitalität.

Wie viele japanische Dinge der Kunst kann Bonsai eine Art Lebensphilosophie sein, die Vorstellung eines Weges, der Veränderung, der Entschleunigung, des Abwartens oder des genauen Beobachtens. Viele dieser positiven Eigenschaften sind ein toller Ausgleich zu meinem Alltag, daher habe ich mir selbst auferlegt, hier geduldig und keinesfalls überhastet vorzugehen, denn auch die Natur ist selten ein prompter Wechsel als ein ständiger Wandel.

Lange Rede, kurzer Sinn, hier der besagte 1. Bonsai im eigenen Heim:
fraxinus.jpg
fraxinus.jpg (257.89 KiB) 1816 mal betrachtet
Derzeit finde ich ihn etwas wild, die Verzweigungen, soweit unter dem Blattwerk erkennbar, oft ineinander oder überkreuzt. Seine generelle kugelige Erscheinungsform der Krone (links mehr als rechts) lässt jedoch die Stammlinie verschwinden, es wirkt etwas wild, nervös, wenig "lesbar" (die gefiederten Blätter unterstützen das wohl bis zu einem Grad). Da wir uns bereits in der Mitte des Monats Mai befinden und der Baum gut ausgetrieben hat, wäre mein derzeitiger Plan, eigentlich nichts zu tun, was groß gestalterisch auf ihn einwirkt, sondern das Jahr bis zum Herbst oder evtl. Frühjahr dazu zu nutzen, ihn nur ab und zu einen kleinen Pflegeschnitt zur Erhaltung der derzeitigen Form zu verpassen um den Ankommen zu unterstützen und Kräfte zu schonen. Zeitgleich kann ich mir hoffentlich mehr Wissen aneignen, damit weniger Angst besteht etwas falsch zu machen bzw. mehr Wie und Warum etwas gemacht werden sollte.

Ab Herbst nehme ich an, ist mit fallendem Laub wesentlich leichter abzulesen, wohin die Reise gestalterisch gehen könnte bzw. was auch ausgeschlossen werden muss.
In meiner Vorstellung müsste er weiter Richtung Lesbarkeit definiert, dazu ausgelichtet werden. Ob Symmetrie oder Asymmetrie die Form begünstigen, ist wohl auch erst danach zu beurteilen.

Nun, somit beschränkt sich mein Einsatz derzeit auf Gießen und wöchentliches Düngen (Hiryo Gold) und den Baum besser kennenzulernen und ihn auf einem weiteren Lebensjahr zu begleiten und zu beobachten.
Ob ein Wurzelschnitt oder Umtopfen notwendig ist, würde ich auch allenfalls nächstes Jahr entscheiden - die Größe der Schale und des Baums wäre für mich ideal und kein Wunsch zu wachsen.

Was denkt ihr, habe ich etwas vergessen, ist das für einen Einsteiger mit der Ambition viel zu lernen, ein realistische Vorstellung?

Habt einen angenehmen Tag und danke für alle Tipps!
Hast du schon Erfahrung mit Bonsai
[ ] Ja – seit
[x] Nein, nur theoretischer Natur


Welchen Bonsai hast du und wie lange, ist der Name des Bonsai bekannt?
3 Wochen, Gemeine Esche (Fraxinus excelsior), ungefähr 30 Jahre alt
[ ] Indoor
[x] Outdoor


Wo steht dein Bonsai?
Auf einem westseitigen Balkon, ab ca. mittags bis abends sonnig, teils windgeschützt. Eine eigene kleine Bonsaibank wird noch kommen.

Herkunft des Bonsai?
Geschenk, von einem ehemaligen Bonsaisammler

Welches Substrat ist im Topf?
dunkel, fein ... vermutlich oberflächlich sehr erdig

Hast du den Baum schon mal umgetopft ?
Nein

Welchen Dünger verwendest du?
fest, Hiryo, einmal wöchentlich

Wie ist dein Gießverhalten?
Fingerprobe, dann gießen, bis es leicht aus der Tasse tropft. Beim derzeitigen Sonnenschein und rund 23 °C ca. 24 - 28 h bis angetrocknet. ~ 600 ml einen Tag abgestandenes Wasser

Hat die Schale mindestens ein Wasserabzugsloch?
[x] Ja, 2
[ ] Nein
Zuletzt geändert von Momiji am 15.05.2024, 21:48, insgesamt 1-mal geändert.
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achim73
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Re: Ein Esche als erster Baum

Beitrag von achim73 »

hallo (your name here),

erstmal willkommen im forum :)

bei deinem baum dürfte es sich um eine fraxinus sinensis (chinesische esche) handeln.
so wie der aussieht (nur grob zurückgeschnitten auf form), der schale und dem beschriebenen substrat nach ist die geschichte von dem alten herrn zwar nett, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass der baum direkt aus einem asiatischen anzuchtbetrieb kommt.
macht aber nix (es sei denn, deinen lieben leuten wurde damit unverhältnismäßig viel geld abgeknöpft.)
zu beachten ist (demnächst), dass es sich um eine kalthauspflanze handelt, die frostfrei, aber unter 10°C überwintern muss.
weitere infos dazu findest du hier:
https://bonsai-onlineshop.com/bonsai-es ... 5-cm-241-4
und hier
https://www.bonsai-shop.com/de/bonsai/eschen
und hier
viewtopic.php?t=43860&hilit=fraxinus+chinensis
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
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Momiji
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Re: Ein Esche als erster Baum

Beitrag von Momiji »

Hallo Achim!

Danke für die Rückmeldung und genauere Bestimmung. Zwecks Überwinterung wird noch ein Plätzchen gesucht, dass die Frostfreiheit garantiert. Licht ist in der Winterruhe denke ich weniger entscheidend, oder?

Zwecks Gestaltung, teilst du meine Auffassung jetzt mal nichts zu machen und das Frühjahr abzuwarten?
Gerade beim 1. Baum hat man das Gefühl, viel falsch machen zu können.

Vielen Dank
Momiji
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achim73
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Re: Ein Esche als erster Baum

Beitrag von achim73 »

grundsätzlich ist es sicher gut, einen neuen baum erstmal kennen zu lernen und sich auf die pflege zu konzentrieren. auf der anderen seite lese ich in barbara´s thread, dass die chinesische esche sehr starkwüchsig ist. also würde es auch nichts schaden etwas auszulichten. nur bitte frag jetzt nicht "wo und was genau soll ich denn schneiden" ? bei solchem material geht das nämlich einfach nicht aus der distanz...
Gruss, Achim
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Momiji
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Re: Ein Esche als erster Baum

Beitrag von Momiji »

Vielen Dank.

Ich fürchte, wenn ich einmal anfange, höre ich nicht auf.
Ich werde auf jeden Fall darüber nachdenken. In den 4 Wochen kam es mir auch vor, dass er bereits ordentlich zugelegt hat.
Immergrün
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Re: Ein Esche als erster Baum

Beitrag von Immergrün »

Wenn die Esche bei ausreichend geringen Temperaturen die Blätter abwirft - soweit ich das den Pflegehinweisen entnehmen konnte, tut sie das ja -, ist die Helligkeit weniger wichtig. Wenn sie die Blätter nicht abwirft, dann muss sie kühl UND hell stehen. Da sie beim Einwintern ja sicher noch Blätter hat, ist also zu Beginn auf jeden Fall ein heller Standort notwendig. Auch danach würde ich immer auf einen hellen und kühlen Standort achten, etwa vor einem Nordfenster in einem unbeheizten Raum.
Bei (sub)tropischen Bäumen ist die richtige Überwinterung immer entscheidend. Bei vielen Arten (vielleicht auch bei allen) ist die Luftfeuchtigkeit auch ein wichtiger Faktor. Olive und Lorbeer haben bei mir auch hohe Feuchte vertragen, bei Citrus gab es leider Pilzbefall.
Eine Überwinterung gelingt in der Regel nur dann, wenn sie gemäß den Bedürfnissen der Pflanze erfolgt, UND wenn die Pflanze gesund und kräftig in die Winterruhe geht.
LIebe Grüße, Stefan
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mydear
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Re: Ein Esche als erster Baum

Beitrag von mydear »

Nebenbei… dein Avatar-Bild ist hübsch und vermutlich zugeschnitten. Ich kenne das Original auf Insta. Ich wäre an deiner Stelle vorsichtig mit fremden Bildern…

Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
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Momiji
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Re: Eine Esche als erster Baum

Beitrag von Momiji »

Vielen Dank an @Immergrün für die dienlichen Hinweise. Ein Raum wäre vorhanden, jedoch muss die Temperatur und die Lichtverhältnisse noch überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
@Rainer: Ich habe das Bild durch ein generiertes ersetzt - vorsichtshalber.
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