Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Die Rosskastanie „13.7“ ist auch eines der beiden existierenden Exemplare, die bis auf den Stamm zurückgeschnitten wurden. Es ist ein Steckling aus 2013 und wurde Ende Nov. 2016 mit einem weiteren Exemplar wie im Bild zu sehen ist zurückgeschnitten.
Im Frühjahr wurden beide Bäumchen ohne jegliche Knospen vor dem Austrieb in eine große Schale umgetopft.
Im Juni hatten beide ihren faszinierenden Austrieb. Im Bild nur 13.7.
Das andere Exemplar „13.5“ hatte zwar im Vorjahr ausgetrieben, aber im Jahr 2018 die Kraft verloren:
Hier der Zustand von „13.7“ im Okt. 2021
Der dicke Aststummel, der nach vor schaut, wurde im Frühjahr 2022, weil er zu übermächtig war, bis auf den Stamm abgeschnitten.
Richtig! Das hätte man früher sehen müssen, um nicht so eine große Wunde zu hinterlassen.
Der Zustand von 2024 ist in dem vorhergehenden Beitrag zu sehen.
Zurzeit ist das größte Mittelblatt vom Primäraustrieb (dunkelgrün) 60mm und hat eine Stiellänge von 68 mm.
Das größte Sekundärblatt (hellgrün) ist 45 mm lang und sitzt auf einem 45 mm langen Stiel. Die kleinsten Mittelblattlängen gehen bis auf 15 mm zurück.
Blick aus der Vogelperspektive: Vielleicht sollte ich die oberen großen Blätter entfernen, damit mehr Licht an die unteren Austriebe kommt.
Soviel dazu, Gruß Heiner
Richtig! Das hätte man früher sehen müssen, um nicht so eine große Wunde zu hinterlassen.
Der Zustand von 2024 ist in dem vorhergehenden Beitrag zu sehen.
Zurzeit ist das größte Mittelblatt vom Primäraustrieb (dunkelgrün) 60mm und hat eine Stiellänge von 68 mm.
Das größte Sekundärblatt (hellgrün) ist 45 mm lang und sitzt auf einem 45 mm langen Stiel. Die kleinsten Mittelblattlängen gehen bis auf 15 mm zurück.
Blick aus der Vogelperspektive: Vielleicht sollte ich die oberen großen Blätter entfernen, damit mehr Licht an die unteren Austriebe kommt.
Soviel dazu, Gruß Heiner
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Hier noch einmal eine Skizze zum allgemeinen Verständnis, was unter "Mittelblatt" zu verstehen ist.
Die Mittelblattlänge soll für mich ein Maß bzw. Bewertungskriterium für das Ziel, möglichst kleine Blätter zu erhalten, sein. Somit bekomme ich eine vergleichbare Bemessungsgröße.
Dafür nehme ich immer die Maße vom jeweils größten Blatt eines Baumes. Das gilt auch für Blätter, die ich aus Gründen der unproportionalen Größe oder aus Schattierungsgründen von sich entwickelden Knospen und kleinen Trieben entfernt habe.
Gruß Heiner
Dafür nehme ich immer die Maße vom jeweils größten Blatt eines Baumes. Das gilt auch für Blätter, die ich aus Gründen der unproportionalen Größe oder aus Schattierungsgründen von sich entwickelden Knospen und kleinen Trieben entfernt habe.
Gruß Heiner
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Ich habe festgestellt, dass alle Exemplare sich voneinander in ihrer Wuchsintensität unterscheiden.
Hier mal ein Beispiel bei Kastanie „11.3“, die erst über dem Stamm im Mai 2 Extremtriebe und viel später an dem Seitenast einen Extremtrieb gebildet haben, die demzufolge mit zeitlichem Abstand zurückgeschnitten werden konnten.
Hier 3 Zustände im Juni:
Zustand am 06.06. Zustand am 22.06. Zustand am 25.06. Es ist einfach faszinierend.
Hier mal ein Beispiel bei Kastanie „11.3“, die erst über dem Stamm im Mai 2 Extremtriebe und viel später an dem Seitenast einen Extremtrieb gebildet haben, die demzufolge mit zeitlichem Abstand zurückgeschnitten werden konnten.
Hier 3 Zustände im Juni:
Zustand am 06.06. Zustand am 22.06. Zustand am 25.06. Es ist einfach faszinierend.
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Die Mittelblattlänge des größten Blattes an der Kastanie "11.3" ist zur Zeit ca. 28 mm lang; das Blatt vorn oben rechts. Die Blätter werden sicher noch weiter wachsen, denn der Sommer ist ja noch nicht vorbei.
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Hallo alle miteinander. Hier ein Update meiner Kastanien Sämlinge die ich in den Topf gepflanzt habe. das Wetter spielt mir dieses Jahr wohl auch in die Karten denn sie entwickeln sich wirklich prächtig. Lg und einen schönen Sonntag 
Sei dir bewußt, was du weißt. Was du hingegen nicht weißt, das gib zu. Das ist das richtige Verhältnis zum Wissen.
Konfuzius (551-479 v.Chr.)
Konfuzius (551-479 v.Chr.)
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Hallo Bonbag, Deine Rosskastanien sehen für dieses Jahr ziemlich spät aus. Wenn Du meine Beiträge gelesen hast, weißt Du, was für Arbeiten im Frühjahr fällig gewesen wären. Ich habe auch ähnlich Kandidaten dazu bekommen, bei denen ich überlegen muss, was in diesem Jahr noch daran zu tun ist.
Übrigens gefällt mir Deine Substratoberfläche und bleibe mit Deinen Höhenvorstellungen weit unter 90 cm; die Hälfte reicht.
Gruß Heiner
Übrigens gefällt mir Deine Substratoberfläche und bleibe mit Deinen Höhenvorstellungen weit unter 90 cm; die Hälfte reicht.
Gruß Heiner
Zuletzt geändert von HeinrichI am 08.07.2024, 22:46, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Vor gut einer Woche habe ich weitere Kastanien-Zugänge bekommen. Ich kenne einen Ort, an dem viele Sämlinge zu holen sind. Die Fundstelle war ideal, denn am Straßenrand (noch auf der Asphaltdecke) war Kastanienlaub zur Seite gefegt. Und da lugten viele Sämlinge heraus. Man braucht sie nur samt ihren Wurzeln aus dem Laubkompost herausziehen. Jede Pflanze hat seine eigene Tüte bekommen, um die Wurzeln zu schonen. Es war ein regelrechter Schatz, man schaue sich mal dieses phantastische Wurzelwerk an.
Und hier sogar noch mit der Kastanienfrucht:
Die habe ich am Abend gleich mit normale Pflanzerde in Blumentöpfe eingetopft.
Bei allen diesen Pflanzen ist das ursprüngliche Laub abgefressen; die ursprünglichen Stämme sind noch zu erkennen. Es sieht so aus, als wenn jetzt an den Stammenden, ganz fein-grünlich neue Austriebe kommen wollen.
Da habe ich wieder weiteres Material zum Experimentieren.
Gruß Heiner
Da habe ich wieder weiteres Material zum Experimentieren.
Gruß Heiner
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Bonbag, entschuldige, ich habe mir Deine Bilder nicht richtig angeschaut.
Die Kastanien sind, so wie ich das erkenne alle samt 2 Jahre alt. Somit wäre meine Empfehlung, den diesjährigen Neuaustrieb sofort noch komplett zu entfernen, so dass sich an dem verbleibenden Ende in diesem Jahr noch neue Knospen entwickeln können. Das wäre dann eine gute Basis für einen günstigen Austrieb für das nächste Jahr.
Wenn Du das so lassen würdest, wie es auf den Bildern zu sehen ist, würden im nächsten Jahr noch einmal mindestens 20 cm Höhe dazu kommen und würdest keine Feinverzweigung erreichen. Das hat mit Kastanienbonsai nichts mehr zu tun.
Du solltest Dir mal den ersten Beitrag von Andreas genau durchlesen, dann weißt Du, was für Arbeite zu welchem Zeitpunkt notwendig sind. Das ist ein Foto vom 27.05., weit nach dem der Extremtrieb zurückgeschnitten wurde. Die beiden angetrockneten Stummel erkennt man noch.
Die Kastanien sind, so wie ich das erkenne alle samt 2 Jahre alt. Somit wäre meine Empfehlung, den diesjährigen Neuaustrieb sofort noch komplett zu entfernen, so dass sich an dem verbleibenden Ende in diesem Jahr noch neue Knospen entwickeln können. Das wäre dann eine gute Basis für einen günstigen Austrieb für das nächste Jahr.
Wenn Du das so lassen würdest, wie es auf den Bildern zu sehen ist, würden im nächsten Jahr noch einmal mindestens 20 cm Höhe dazu kommen und würdest keine Feinverzweigung erreichen. Das hat mit Kastanienbonsai nichts mehr zu tun.
Du solltest Dir mal den ersten Beitrag von Andreas genau durchlesen, dann weißt Du, was für Arbeite zu welchem Zeitpunkt notwendig sind. Das ist ein Foto vom 27.05., weit nach dem der Extremtrieb zurückgeschnitten wurde. Die beiden angetrockneten Stummel erkennt man noch.
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Grüß dich Heinrich. Vielen lieben dank für die anregenden Tipps zu den Kastanien. Ich werde das alles mit berücksichtigen. Die Kastanien sind ( ich habe vergessen es dazu zu schreiben) von diesem Jahr.
Was bedeutet das ich den neuaustrieb nicht entfernen kann da ich sonst den kompletten Sämlig killen würde.
Ich hab die Kastanien Anfang diesen Jahres wie zuvor schon berichtet als frischen Austrieb auf der Wiese an unserer Gemeide entdeckt und mitgenommen. Dieses Jahr würde ich sie noch frei Wachsen lassen und nächstes Jahr dann mit der Erstgestaltung beginnen. Ich finde es super spannend wie unterschiedlich sich die drei jetzt schon entwickeln. Ich habe mir deinen Größenvorschlag noch einmal durch den Kopf gehen lassen und denke du hast Recht was die Endgröße angeht. Das Substrat ist eine Mischung aus Kompost / Hörnspänen und Lemhaltigen Boden. Das scheint ein guter Katalysator für die kleinen zu sein da sie jetzt schon verholzen und eine zweite Wachstumsphase einleiten. Glg Bonbag
Sei dir bewußt, was du weißt. Was du hingegen nicht weißt, das gib zu. Das ist das richtige Verhältnis zum Wissen.
Konfuzius (551-479 v.Chr.)
Konfuzius (551-479 v.Chr.)
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Das ist nicht korrekt mit dem Killen. Du kannst mir schon glauben, wenn ich Dir so einen Vorschlag mache.
Zur Erklärung: Wie auf Deinen Bildern zusehen ist, gibt es an dem Endbereich des ersten Austriebes immer noch ein Blattpaar bzw. ein Blatt, dass beim Entfernen des Neuaustriebes Deine Pflanze weiter versorgen würde. Und über diesem "älteren" Blattpaar schneidest Du den Neuaustrieb soweit ab, dass 5 - 10 mm vom Neuaustrieb stehen bleiben. Damit zwingst Du Deine Pflanze am oberen Ende noch in diesem Jahr neue Knospen zu bilden (denn das Jahr ist noch lange nicht um, um weiter zu arbeiten). Somit hast Du die beste Voraussetzung für einen Neustart im nächsten Frühjahr, nämlich einen kleinen und kompakten Wuchs zu erreichen. Bombag, entschuldige, ich habe diesen Satz entfernt, denn Du warst ja bereits seit Mai mit einem Beitrag an diesem Thema beteiligt.
Aber schau Dir den Beitrag von holgermueller vom 31.01.2020 noch einmal an. Die Kastanie sieht schon ziemlich attraktiv aus, aber es hätte alles kompakter mit kürzeren Trieben sein können. Er hat sich nicht wieder gemeldet, um zu zeigen, was er nach seiner Anfrage gemacht hat.
Vielleicht machst Du das nur an einer oder zwei Pflanzen. Dann kannst Du gleich selbst den Unterschied erkennen.
Es dauert noch lange, bis zu solchen Babys "Bonsai" sagen kannst.
Immer nach der Devise handeln: alles kurz halten, so dass man bei Kastanien überhaupt eine Verzweigung erreichen kann.
Gruß Heiner
Zur Erklärung: Wie auf Deinen Bildern zusehen ist, gibt es an dem Endbereich des ersten Austriebes immer noch ein Blattpaar bzw. ein Blatt, dass beim Entfernen des Neuaustriebes Deine Pflanze weiter versorgen würde. Und über diesem "älteren" Blattpaar schneidest Du den Neuaustrieb soweit ab, dass 5 - 10 mm vom Neuaustrieb stehen bleiben. Damit zwingst Du Deine Pflanze am oberen Ende noch in diesem Jahr neue Knospen zu bilden (denn das Jahr ist noch lange nicht um, um weiter zu arbeiten). Somit hast Du die beste Voraussetzung für einen Neustart im nächsten Frühjahr, nämlich einen kleinen und kompakten Wuchs zu erreichen. Bombag, entschuldige, ich habe diesen Satz entfernt, denn Du warst ja bereits seit Mai mit einem Beitrag an diesem Thema beteiligt.
Aber schau Dir den Beitrag von holgermueller vom 31.01.2020 noch einmal an. Die Kastanie sieht schon ziemlich attraktiv aus, aber es hätte alles kompakter mit kürzeren Trieben sein können. Er hat sich nicht wieder gemeldet, um zu zeigen, was er nach seiner Anfrage gemacht hat.
Vielleicht machst Du das nur an einer oder zwei Pflanzen. Dann kannst Du gleich selbst den Unterschied erkennen.
Es dauert noch lange, bis zu solchen Babys "Bonsai" sagen kannst.
Immer nach der Devise handeln: alles kurz halten, so dass man bei Kastanien überhaupt eine Verzweigung erreichen kann.
Gruß Heiner
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Eine Besonderheit ist für mich auch meine Rosskastanie „13/6“, die 2013 auch wieder aus einem Steckling entwickelt wurde.
Sie ist in diesem Jahr am 17.03. umgetopft worden; siehe linkes Exemplar: Die Besonderheit dieser Kastanie ist, dass die jeweils erste Internodienlänge eines jeden Triebes nicht mehr als 5 mm lang war; manche sogar „nur“ Null; demzufolge gab es wie überall 2 Blattpaare und eine Apikalknospe. Im Bildvordergrund sind sogar nur Ein-Blatt-Paare zu sehen: Mitte Mai wurden die größten Blätter bis auf einen kurzen Stiel entfernt.
Vor dem Schnitt: Nach dem Schnitt: Die an der rechten Seite hier noch geschlossene Knospe hat später auch mit einer Null-Internodie nur Blätter entwickelt. Hier ein Foto von heute: Heute sieht das Exemplar „13.6“ so aus: Im Nachhinein stellt sich die Frage, wie sich dieses Exemplar im nächsten Jahr verhält, nämlich, ob sie dieses Wachstumsverhalten (kurze Internodien) beibehält, oder so wie alle anderen mit einem Extremaustrieb reagiert.
Man könnte auch vermuten, dass das Exemplar nicht ausreichend mit Nährstoffen versorg wurde. Das ist schon möglich.
Aber andererseits könnte das geringe Wachstum auch auf die Vielzahl der vorhandenen Triebstellen bzw. Knospen zurück führen sein.
Möglicherweise kann man vielleicht auch davon ausgehen, dass, wenn viele Knospen vorhanden sind, so extremes Wachstum überhaupt gar nicht mehr entstehen kann. Wir werden es im nächsten Jahr sehen.
Gruß Heiner
Sie ist in diesem Jahr am 17.03. umgetopft worden; siehe linkes Exemplar: Die Besonderheit dieser Kastanie ist, dass die jeweils erste Internodienlänge eines jeden Triebes nicht mehr als 5 mm lang war; manche sogar „nur“ Null; demzufolge gab es wie überall 2 Blattpaare und eine Apikalknospe. Im Bildvordergrund sind sogar nur Ein-Blatt-Paare zu sehen: Mitte Mai wurden die größten Blätter bis auf einen kurzen Stiel entfernt.
Vor dem Schnitt: Nach dem Schnitt: Die an der rechten Seite hier noch geschlossene Knospe hat später auch mit einer Null-Internodie nur Blätter entwickelt. Hier ein Foto von heute: Heute sieht das Exemplar „13.6“ so aus: Im Nachhinein stellt sich die Frage, wie sich dieses Exemplar im nächsten Jahr verhält, nämlich, ob sie dieses Wachstumsverhalten (kurze Internodien) beibehält, oder so wie alle anderen mit einem Extremaustrieb reagiert.
Man könnte auch vermuten, dass das Exemplar nicht ausreichend mit Nährstoffen versorg wurde. Das ist schon möglich.
Aber andererseits könnte das geringe Wachstum auch auf die Vielzahl der vorhandenen Triebstellen bzw. Knospen zurück führen sein.
Möglicherweise kann man vielleicht auch davon ausgehen, dass, wenn viele Knospen vorhanden sind, so extremes Wachstum überhaupt gar nicht mehr entstehen kann. Wir werden es im nächsten Jahr sehen.
Gruß Heiner
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Viele Knospen zu bekommen ist das eine, man muss sie aber auch selektieren und die Kraft lenken.
Eine Kastanie hat ja einen ziemlich typischen Wuchs. Da steht ein riesiges Astgebilde auf einem kurzen Stamm. Selbst, wenn nur ein typischer idealisierter Bonsai entwickelt werden soll, sollte der Stamm etwa 1/3 der Gesamthöhe betragen.
Diese Kurztriebe mit den kurzen Internodien, zeigen schon durch ihren Wuchs die ihnen innewohnende Schwäche an. An meiner Kastanie habe ich auch solche Triebe, teilweise seit Jahren. Sie verzweigten sich nur nicht.
Der wichtigste Aspekt von Andys Schnittempfehlung ist die reichliche Düngung. Ohne die wird das nichts.
Ob ich die Hauptknospe erst einmal riesig wachsen lasse oder die Kraft auf die zwei Nebenknospen durch ausbrechen der Spitzenknospe lenke, wie ich es über Jahre der Entwicklung gemacht habe, ist zweitrangig. Wichtig ist eine konsequente Entwicklung der Äste, sonst entstehen nur unansehnliche Gnubbel.
Eine Kastanie hat ja einen ziemlich typischen Wuchs. Da steht ein riesiges Astgebilde auf einem kurzen Stamm. Selbst, wenn nur ein typischer idealisierter Bonsai entwickelt werden soll, sollte der Stamm etwa 1/3 der Gesamthöhe betragen.
Diese Kurztriebe mit den kurzen Internodien, zeigen schon durch ihren Wuchs die ihnen innewohnende Schwäche an. An meiner Kastanie habe ich auch solche Triebe, teilweise seit Jahren. Sie verzweigten sich nur nicht.
Der wichtigste Aspekt von Andys Schnittempfehlung ist die reichliche Düngung. Ohne die wird das nichts.
Ob ich die Hauptknospe erst einmal riesig wachsen lasse oder die Kraft auf die zwei Nebenknospen durch ausbrechen der Spitzenknospe lenke, wie ich es über Jahre der Entwicklung gemacht habe, ist zweitrangig. Wichtig ist eine konsequente Entwicklung der Äste, sonst entstehen nur unansehnliche Gnubbel.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Vielen Dank Norbert für Deinen Kommentar, ich habe schon befürchtet, hier als Alleinunterhalter zu verbleiben.
Nur mit der Erfahrung Anderer kommt man richtig weiter und freue mich, dass gerade Du Dich hier eingeklinkt hast.
Ich sehe das genauso, wie Du es beschrieben hast. Mein erstes Ziel war allerdings, kleine Blätter zu bekommen, was ich auch erreicht habe.
Was die entscheidende Düngung betrifft, bin ich in diesem Jahr erst seit Anfang Juni zu meinem Einsatz von Taubenmist gekommen. Vorher hatte ich schon Schwalbendung verwendet. Diesen Taubendung haben nicht nur meine Kastanien bekommen, sondern auch alle anderen Bonsais, Blumen und andere Pflanzen. Durch die Temperung des Taubendungs ist ihm die "Schärfe" genommen und alle Pflanzen haben es "gut dosiert" auch gut verkraftet (bis jetzt).
Gruß Heiner
Nur mit der Erfahrung Anderer kommt man richtig weiter und freue mich, dass gerade Du Dich hier eingeklinkt hast.
Ich sehe das genauso, wie Du es beschrieben hast. Mein erstes Ziel war allerdings, kleine Blätter zu bekommen, was ich auch erreicht habe.
Was die entscheidende Düngung betrifft, bin ich in diesem Jahr erst seit Anfang Juni zu meinem Einsatz von Taubenmist gekommen. Vorher hatte ich schon Schwalbendung verwendet. Diesen Taubendung haben nicht nur meine Kastanien bekommen, sondern auch alle anderen Bonsais, Blumen und andere Pflanzen. Durch die Temperung des Taubendungs ist ihm die "Schärfe" genommen und alle Pflanzen haben es "gut dosiert" auch gut verkraftet (bis jetzt).
Gruß Heiner
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Dein Ziel solltest du überdenken, es ist in meinen Augen keins.
Du beschäftigst dich mit Bonsai, d.h. du solltest so etwas wie die Struktur des Baumes oder des Astwerks, oder die Ausstrahlung des fertigen Baumes vor Augen haben.
Bewegung, Verjüngung, Verzweigung sind so gängige Begriffe mit denen man eine Baumstruktur einfangen kann.
Kleine Blätter kommen von alleine, wenn das Astwerk entwickelt und ausreichend verzweigt ist.
Dann muss man nur noch störende Einzelblätter entfernen.
Bonsai ist ein Marathon kein Sprint.
Du beschäftigst dich mit Bonsai, d.h. du solltest so etwas wie die Struktur des Baumes oder des Astwerks, oder die Ausstrahlung des fertigen Baumes vor Augen haben.
Bewegung, Verjüngung, Verzweigung sind so gängige Begriffe mit denen man eine Baumstruktur einfangen kann.
Kleine Blätter kommen von alleine, wenn das Astwerk entwickelt und ausreichend verzweigt ist.
Dann muss man nur noch störende Einzelblätter entfernen.
Bonsai ist ein Marathon kein Sprint.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Re: Über Schnittmaßnahmen bei Rosskastanien
Das könnte natürlich auch daran liegen, dass es sich hier um einen Fachbeitrag im Unterforum "Bonsaipflege" handelt, den die meisten sicherlich sehr schätzen und daher hier nicht schreiben, sondern das gesammelte und konzentrierte Wissen unverwässert für weitere Nutzer gesichert wissen wollen.HeinrichI hat geschrieben: 15.07.2024, 18:13 ich habe schon befürchtet, hier als Alleinunterhalter zu verbleiben.
Man kann ja zur kleinstteiligen Dokumentation eigener Spielereien auch einfach ein eigenes Thema in einem geeigneten Unterforum eröffnen.
LG
Heinrich
