Libanonzeder - Grundgestaltung

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Florian Günzburg
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Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Florian Günzburg »

Hallo zusammen,

ich habe eine Libanonzeder, die ich vor drei Jahren als Jungpflanze gekauft habe und seitdem nur den Stamm bisher etwas in Form gedrahtet. Ich habe 2020 erst mit Bonsai begonnen und wollte damals eine Halbkaskade machen. Ich hatte deswegen den oberen Teil ziemlich stark nach unten gebogen, allerdings etwas wenig darauf geachtet, wo jeweils Äste sitzen. Eine Halbkaskade scheint mit mittlerweile unpassend für den Baum und daher wollte ich jetzt ein wenig Feedback einholen, was ich nun stattdessen daraus machen könnte. Die obere Hälfte ist noch recht flexibel, sodass man diese noch gut in Form drahten kann.


Zunächst mal ein paar Bilder vom Baum, um den es geht:
Das letzte Bild zeigt in einem Winkel leicht von oben, wo ich den Stammverlauf eigentlich am interessantesten finde.
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Florian Günzburg
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Florian Günzburg »

Ich habe jetzt einmal drei Virtuals erstellt, in welche Richtung es aus meiner Sicht gehen könnte und da ich noch nicht viel Erfahrung habe, wäre ich dankbar für Tipps, was ihr davon haltet.

Außerdem wollte ich auch fragen, wie ich da am besten vorgehe. Ich weiß tatsächlich nicht, wie der Wurzelansatz aussieht. Sollte ich zunächst einmal umtopfen jetzt im Herbst bevor ich großartig Äste entferne?

lieben Dank schon einmal vorab!

VG
Florian
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Lennart Rausch
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Lennart Rausch »

hallo florian, was hälst du von einem tanuki?


lg lennart
Florian Günzburg
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Florian Günzburg »

Finde ich grundsätzlich schön, wobei ich bei dem Baum gar nicht auf die Idee gekommen wäre.
Aber da bräuchte ich ja ein geeignetes Totholz, oder? Wo bekommt man denn sowas her?

Und ich weiß nicht, ob mir das technisch bei meinem Erfahrungslevel nicht zu anspruchsvoll ist... ^^"
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Andre K.
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Andre K. »

Hallo Flori,

Für einen Tanuki ist die Ausgangsbasis ein wirklich gutes Stück Totholz, so man denn eines hat oder findet. Sonst macht diese Technik keinen Sinn.

Deine Skizzen finde ich als Ausgangsbasis für den Anfang schon gar nicht so schlecht und denke eher, so wie du das angehst, brauchst du unsere Hilfe erst mal gar nicht. Außerdem ist genau das doch der erfüllendste Moment im Bonsai, wenn nach reiflicher Beschäftigung mit einem Baum der Groschen fällt und man eine Vision vors innere Auge bekommt.

Daher wäre mein Rat, beschäftige dich weiter intensiv mit dem Baum und deinen Skizzen, erkenne die Stärken und Schwächen verschiedener Möglichkeiten und versuche die Entwürfe weiterzuentwickeln.

Dabei könnsest du schauen, dass du vielleicht mit mehr als zwei Ästen arbeitest (bzw. der Zwischenraum zwischen ihnen und der Spitze nicht zu groß wird). Achte auch auf die Rückseite, Bäume wachsen in alle Richtungen und ohne Äste hinten wirken sie fast immer sehr zweidimensional.
Schau dir immer wieder gute Bäume an und versuche deren Aufbau zu verinnerlichen und schau auch, wie Zedern natürlicherweise wachsen.
Und zuletzt, deine Kronen sehen alle etwas tellerförmig aus (was wahrscheinlich nur an der zeichnerischen Umsetzung liegt) und müssten mehr ins Halbrunde gehen.

Viel Glück weiterhin mit dem Baum, und berichte bitte wieder👍
Florian Günzburg
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Florian Günzburg »

Hallo Andre,

danke für die Tipps. Ich tendiere aktuell auch eher in Richtung des dritten Bildes mit etwas mehr Ästen mit spärlichen Polstern und recht langem Astlosem Stamm - also eher in Richtung "Bunjin".

Das Tellerförmige war teilweise schon Absicht, gerade weil ich mir Bilder von alten Libanonzedern angesehen habe und sie darauf oft eher so "Schirmförmige" Etagen bilden.

Die Frage bleibt allerdings noch, ob ich lieber jetzt im Herbst umtopfen und den Wurzelansatz inspizieren sollte, bevor ich an die weitere Gestaltung gehe?
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Andre K.
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Andre K. »

Der seht da jetzt drei Jahre drin?

Umtopfen ganz grundsätzlich kannst du auf jeden Fall.
Zur Herbsttopfung sag ich aber mangels Praxis (bin Frühjahrsumtopfer) nichts..
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Barbara
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Barbara »

Hallo Florian,

ich habe meine Atlaszeder vor einer Woche umgetopft. Im Spätsommer geht das gut.
Die Zedern sind in Allem sehr heikel. Beim Wurzelschnitt nicht zuviel auf einmal machen. Dann unbedingt ein Jahr warten, bis du etwas an der Krone machst, in dem Jahr des Wurzelschnittes gar nichts obenrum machen. Dann auch nie zuviel abschneiden, sonst packen die Zedern das nicht. Immer alles in kleinen Schritten.....
Viel Spaß und v.a. viel Geduld mit deinem Bäumchen.

Liebe Grüße,
Barbara
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE
Florian Günzburg
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Florian Günzburg »

Hi Barbara,

danke für die Hilfe. Das hatte ich auch schon gelesen, dass Zedern (bzw. viele Nadelbäume) bei Wurzelarbeiten etwas sensibel sind. Daher hatte ich auch nochmal nach dem besten Vorgehen gefragt.
Aber wahrscheinlich topfe ich sie dann erstmal kommendes Wochenende um und schaue nächstes Jahr, wie sie dasteht und ob man dann oben was machen kann.

@Andre: ja. Glaub ich hab sie 2021 als Jungpflanze gekauft und hatte sie da eigentlich nur "eingetopft" ohne was an den Wurzeln zu machen. Daher weiß ich auch gar nicht, wie die Wurzelhals aussieht. Ich sehe mir das wohl besser erstmal an, bevor ich oben großartig was mache.
Florian Günzburg
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Florian Günzburg »

Ok, habe ihn jetzt am Wochenende umgetopft.

Ich wollte mir mal die Wurzeln und vor allem den Wurzelhals ansehen. Ich habe dem Stamm gute 2cm weiter nach unten freigelegt, aber bin wider Erwartung nicht auf etwas gestoßen, was man als Wurzelhals bezeichnen könnte. Noch tiefer wollte ich jetzt nicht freilegen, weil ich dann recht viele Wurzeln oben hätte beschädigen müssen.
Die Wurzeln sehen aber insgesagt sehr schön und gesund aus und sind reichlich vorhanden. Er war bisher wohl hauptsächlich in einer Mischung aus Vulkatec und Akadama (was ich nicht mehr wusste).
Ich hab daher jetzt nur unten ein wenig Wuzeln gekürzt und ihn sonst nur etwas schräger wieder in einen eher großen Topf gesetzt, wie er mir besser gefällt.

Im zweiten Bild sieht man dort wo das Moos am Stamm ist, war vorher die Erdoberfläche. Wie würdet ihr hier vorgehen? Sukzessive noch weiter freilegen oder einen ganz neues Nebari versuchen aufzubauen?
Wurzelballen vor dem Einkürzen
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Stamm
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Andre K.
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Andre K. »

Hätte eher oben weiter freigelegt (und dafür evtl. unten nichts geschnitten).
Das ganze querlaufende Zeug da wird ja nicht besser, wenn du es weiter wachsen lässt.

Aber gut, der Schritt ist getan und du bist jetzt ein Stück schlauer. Zudem steht der Baum ja noch ganz am Anfang und es kommen noch viele Gelegenheiten für die weitere Bearbeitung.
Florian Günzburg
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Florian Günzburg »

Hi Andre,

ja, wäre vielleicht besser gewesen. Ich habe aber unten eigentlich auch nicht viel weggeschnitten, sondern nur die sehr weit runter gehangen sind.

Ich überlege gerade noch, ob ich nicht einfach oberhalb dieses "Knäuels" einen Draht um den Stamm binde, sodass er sich darüber verdickt und irgendwann einen neuen Wurzelhals bildet. Weil das was man bisher sieht, sieht nicht wirklich vielversprechend für mich aus. Habt ihr damit Erfahrung?
Das mit dem Verdicken hat bei meiner Schwarzkiefer zumindest schon ziemlich gut funktioniert.
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Lennart Rausch
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Lennart Rausch »

schneid doch oben erst mal alles weg und such nach dem untersten wurzelansatz.


lg lennart
tisati
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von tisati »

Florian Günzburg hat geschrieben:Hi Andre,

ja, wäre vielleicht besser gewesen. Ich habe aber unten eigentlich auch nicht viel weggeschnitten, sondern nur die sehr weit runter gehangen sind.

Ich überlege gerade noch, ob ich nicht einfach oberhalb dieses "Knäuels" einen Draht um den Stamm binde, sodass er sich darüber verdickt und irgendwann einen neuen Wurzelhals bildet. Weil das was man bisher sieht, sieht nicht wirklich vielversprechend für mich aus. Habt ihr damit Erfahrung?
Das mit dem Verdicken hat bei meiner Schwarzkiefer zumindest schon ziemlich gut funktioniert.
Erfahrungen noch nicht, aber bei einem kleinen Setzling einer Eiche habe ich das auch geplant, um die Pfahlwurzel nach einiger Zeit kappen zu können. Das werde ich aber erst im kommenden Frühjahr machen, nachdem sie sich dieses Jahr vom Ausgraben erholen konnte.

Zedern sind aber meines Wissens nach nicht besonders freudig darin, neue Wurzeln zu bilden. Bei meinem Versuch, die große Atlaszeder in meinem Garten an ein paar Stellen abzumoosen, habe ich aber mit dem Gedanken auch einen Draht in den Ring gedreht. Dieses Jahr habe ich bisher nur an einer Stelle reingeschaut, da war es noch erfolglos.

Edit: wenn du das machst, am besten auch etwas Sphagnummoos um die Stelle herum, damit sie gut feucht bleibt und nicht so schnell als obere Schicht Akadama o.ä. austrocknet.

Florian Günzburg
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Re: Libanonzeder - Grundgestaltung

Beitrag von Florian Günzburg »

Hallo zusammen,

nachdem ich die obige Zeder damals umgetopft hatte, habe ich sie letztes Jahr in Ruhe gelassen und sie sah eigentlich gesund aus. Ich habe sie im Folienzelt (wie zuvor auch) überwintert. Jetzt im Frühjahr hat sie begonnen, ungut auszusehen und die Nadeln werden teilweise von der Spitze her braun. :(
Ich suche daher Hilfe, woran das liegen kann und was ich machen kann? Will es jetzt nicht durch Aktionismus noch schlimmer machen.

@Barbara Du kennst dich doch gut gut mit Zedern aus, oder? Vielleich hast du einen Tipp? Ich würde sie nur ungern verlieren, weil ich sie jetzt schon seit mehreren Jahren großziehe.

Wäre für einen Rat dankbar!

LG Florian
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