Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Derhobbist
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Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Beitrag von Derhobbist »

Ich habe bei einem frisch in die Schale gesetzten Feldahorn ein Problem.

Ich hatte den dieses Jahr ausgegraben als die Knospen gerade anfingen etwas dicker
zu werden und hatte ihn dann in eine tiefe Schale gestellt:
20250402_144945.jpg
20250402_144945.jpg (169.77 KiB) 2685 mal betrachtet
Der hat bis jetzt einen Platz wo er Licht bekommt aber halt überwiegend im Schatten steht.

Weil der hat noch nicht so viele Saugwurzeln, da würde Sonne zu sehr stressen.

Aber heute, 2 Wochen später sind die Blätter tüchtig am hängen:
20250421_100929.jpg
20250421_100929.jpg (233.01 KiB) 2685 mal betrachtet
Ich bin jetzt etwas ratlos, was ich am besten unternehmen soll bzw. ob ich überhaupt was machen sollte.

Wie seht ihr das als erfahrene Bonsai Leute?

Sollte ich die langen Triebe erst einmal weg nehmen oder bekrabbelt der sich auch so?

Weil ich bin es gewohnt, dass der Feldahorn allgemein am Anfang die Blätter einklappt wenn es nachts
nochmal kalt wird, aber hier sieht das doch etwas ungewöhnlich stark aus.

Ich wollte die langen Enden nur noch nicht weg nehmen weil ich dachte, wenn er mehr Blattmenge
hat, wurzelt er stärker und schneller ein.
Es grüßt:

Stephan
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AlexDuerr
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Re: Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Beitrag von AlexDuerr »

Hi,
Naja, du hast gleich mehrere Fehler auf einmal gemacht.
Wie du selbst schon überlegtest, hast du zu wenig Rückschritt gemacht und die Wurzeln dürften jetzt ein wenig überfordert sein, das oberirdische zu versorgen.
Bonsais sitzen in Substrat und nicht in Blumenerde, das macht auf Dauer nur Probleme (Suchfunktion hier benutzen).
Und dein Topf ist viel zu groß, der Baum steht untenrum im Dauernass und kalt…..
Viele Grüße Alex
:-D
Derhobbist
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Re: Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Beitrag von Derhobbist »

Naja gut, die Äste habe ich nun etwas kürzer (Bild kommt später noch), ich bilde mir auch ein, die
Blätter richten sich nun wieder etwas mehr auf.

Mit Substrat muss ich schauen das ich mir was besorge, die Erde war jetzt erst einmal die
schnellste Notlösung weil der Gärtner kam und hätte den Baum sonst einfach raus gerupft.

Mir gefällt eigentlich der Ansatz mit Kokoserde und Fiboterm ganz gut.
Es grüßt:

Stephan
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Andreas Ludwig
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Re: Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Beitrag von Andreas Ludwig »

Derhobbist hat geschrieben: 21.04.2025, 10:17 Der hat bis jetzt einen Platz wo er Licht bekommt aber halt überwiegend im Schatten steht.

Weil der hat noch nicht so viele Saugwurzeln, da würde Sonne zu sehr stressen.

Aber heute, 2 Wochen später sind die Blätter tüchtig am hängen […]

Sollte ich die langen Triebe erst einmal weg nehmen oder bekrabbelt der sich auch so?
Andererseits (von oben nach unten):

- Wer versorgt hier wen? Die Wurzeln die Blätter oder die Blätter die Wurzeln? Wenn die Wurzeln mit Photosynthese-Produkten genährt werden - braucht es dann nicht doch etwas Sonne?

- Wieso sollten Blätter im Schatten bei kühlen Temperaturen massgeblich zulegen?

- Wenn sich der Baum nach Rückschnitt «bekrabbelt» (schönes Wort) - wann soll dann ein (gestalterisch nötiges) Dickenwachstum im Stammbereich einsetzen?

Auf Substratfragen gehe ich da nicht ein. Bonsai (Singular und Plural sind im Japanischen dasselbe) KANN man in «Trockenschütten» stellen, man muss aber nicht. Der Möglichkeiten sind viele und alle wurden hier schon mehrfach und ausgiebig, wenn nicht endlos diskutiert. Aber deine Anzuchterde würde ich dann doch eher wenigstens in den Halbschatten schieben. Oder doch in gute Sonne. Je nach Standort, Umgebungswärme, Durchlüftung etc. Dein Problem.

Im übrigen lernt man durch Fehler oft dazu. Feldahorne gibt es wie Unkraut, deiner wäre ein tragbarer Verlust.
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mydear
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Re: Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Beitrag von mydear »

Das mit den hängenden Blättern im Austrieb finde ich als ganz normal bei Feld- und Dreispitzahorn. Nach 1-2 Wochen sollten sich die Blätter dann aber strecken.
Dauert es länger, weist es auf Mangelversorgung der Blätter hin. Die obersten Blätter richten sich zuerst auf, die weiter unten kommen nach und nach. Bleiben die Wurzeln überfordert werden die untersten Blätter gelb. Der Baum trennt sich von den alten Blättern.

Was kann getan werden: das Substrat nicht dauernass halten, so oft wie möglich übersprühen, halbschattiger Standort. Der Stamm sollte fest im Topf fixiert sein. Wackelt er, reißen womöglich die frischen Saugwurzeln ab und der versorgungs-Mangel bleibt bestehen.

Grüße Rainer
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Re: Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Beitrag von Derhobbist »

mydear hat geschrieben: 21.04.2025, 15:31
Was kann getan werden: das Substrat nicht dauernass halten, so oft wie möglich übersprühen, halbschattiger Standort. Der Stamm sollte fest im Topf fixiert sein. Wackelt er, reißen womöglich die frischen Saugwurzeln ab und der versorgungs-Mangel bleibt bestehen.
Dann haben wir beide ja in etwa den gleichen Ansatz.

Ich kippe die Untersetzer nach Regenfällen auch restlos aus weil das ist ja nur dazu da, damit man
dem im Sommer mehr Wasser geben kann.

Und den Ahorn habe ich mit Drähten durch den Boden der Schale festgebunden.

Also der kann sich minimal bewegen, aber längst nicht so wie wenn er frei stehen würde.

So sieht das Ganze mit kürzeren Ästen aus:
20250421_175638.jpg
20250421_175638.jpg (193.89 KiB) 2557 mal betrachtet
Ich hab jetzt erst einmal so grob auf die Austriebe zurück gekappt, wo ich mir vorstellen könnte, dass
man von dort aus mit einer Verzweigung weiter machen kann.

Dickenwachstum ist mir klar, das bekommt man nur hin wenn man den lange Triebe ausbilden lässt und
die dann in en Folgejahren immer konsequent stark einkürzt.

Aber meine Lernkurve was Bäume angeht befindet sich ja ohnehin noch ziemlich am Anfang.

Ich hätte nur eine vorerst letzte Frage.

Wann beginnt ihr, eure Zöglinge zu düngen?

Sollte man das jetzt schon oder erst wenn kein Nachtfrost mehr zu erwarten ist?
Es grüßt:

Stephan
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mydear
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Re: Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Beitrag von mydear »

Deine Erde sieht aus, als wären erstmal genug Nährstoffe enthalten. Erst wenn sich neue Blätter entwickeln würde ich mit dem Düngen beginnen.

Grüße, Rainer
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Andreas Ludwig
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Re: Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Beitrag von Andreas Ludwig »

Und such die mal durch zu Berichten über «Futteräste». Dein Ahorn ist ein Bleistift.
Wenn du so weitermachst, rechne 30 bis 40 Jahre für einen halbwegs brauchbaren Stamm.
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Derhobbist
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Re: Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Beitrag von Derhobbist »

Ist schon klar, dass dieser Ahorn nicht sonderlich dick vom Stamm her ist.

Ich habe auch schon über das Thema Opferäste nachgelesen und dazu ein paar Überlegungen.

Da da Dickenwachstum ja im Prinzip unterhalb bzw. bis zum Opfertrieb stattfindet, ist die Frage, ob
es sinnvoller ist, oben einen oder zwei Äste durchtreiben zu lassen oder besser im Unteren Bereich.

Oder ob man den Baum in der nächsten zeit einfach an allen Enden ausufern lässt und dann irgendwann
zurückschneidet.

Klar, das Spiel mit den Opfertrieben muss man dann regelmäßig so wiederholen, also 2-3 Jahre raus
treiben lasen und dann einkürzen.

So lange bis einem die Dicke und der Aufbau gefallen.
Es grüßt:

Stephan
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Andreas Ludwig
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Re: Mein Feldahorn lässt sich hängen.

Beitrag von Andreas Ludwig »

Du beschreibst das Prinzip richtig: Opgeräste führen zu Dickenwachstum. Willst du also den ganzen Stamm verdicken, von unten bis oben, brauchst du oben soviel Wachstum wie möglich. Auch möglich ist ein gestufter Zuwachs. Dazu müsstest du den Ahorn erst in der unteren Zone zulegen lassen, oben aber noch nicht.

Da gibt es - wie so oft bei Pflanzen - nicht «richtig» und «falsch». Die Sache mit den Opferästen ist ein Wirkprinzip, eine Technik. Wie man die dann anwendet, z.B. pauschal und schnell oder abgestuft und geduldig, hängt ganz vom Ziel ab, das man hat, vom Plan, der sich daraus ergibt.
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