Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

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Der-Bonsai-Beginner
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Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

Beitrag von Der-Bonsai-Beginner »

Hallo zusammen,

ich bin neu in der Bonsaiwelt und versuche gerade meine ersten Erfahrungen zu sammeln.
Letztes Jahr habe ich meine Bonsais in eine mineralische Substratmischung aus Akadama, Bims und Lava gestellt.
Das Mischverhältnis habe ich von der Webseite Bonsai Empire übernommen.

Laubbäume
  • 50 % Akadama
    25 % Bims
    25 % Lava
Nadelbäume
  • 33 % Akadama
    33 % Bims
    33 % Lava
Nach anfänglicher Begeisterung muss ich jedoch feststellen, dass die Qualität von Akadama nicht meinen Erwartungen entspricht und Akadama zu schnell zerfällt.
Ich suche daher nach einer Alternative mit hoher Strukturstabilität.

Mein erster Ansatz war die Verwendung der Fertigmischung Lechuza BASICPON, wo ausschließlich Bims, Lava und Zeolith verwendet wird.
Diese Substratmischung trocknet jedoch zu schnell und das exakte Mischverhältnis von Bims, Lava und Zeolith ist Betriebsgeheimnis.
Daher kam mir die Idee, eventuell noch etwas Seramis beizumischen, um die Wasserhaltekapazität zu erhöhen.

Unter Verwendung von ChatGPT habe ich folgende Werte ermittelt:

Wasserhaltekapazität:
  • 60-80 % - Seramis
    40-60 % - Akadama
    30-50 % - Zeolith
    25-40 % - Bims
    15-25 % - Lava
Strukturstabilität:
  • Sehr hoch - Lava
    Sehr hoch - Zeolith
    Hoch - Bims
    Mittel - Seramis
    Niedrig - Akadama
Folgende Substratmischungen hat mir ChatGPT danach vorgeschlagen:

Bims, Lava, Zeolith
Laubbäume
  • 40 % Bims
    30 % Lava
    30 % Zeolith
Nadelbäume
  • 50 % Bims
    30 % Lava
    20 % Zeolith
Bims, Lava, Zeolith, Seramis
Laubbäume
  • 30 % Bims
    30 % Lava
    20 % Zeolith
    20 % Seramis
Nadelbäume
  • 30 % Bims
    30 % Lava
    20 % Zeolith
    20 % Seramis
Da Seramis nur eine mittlere Strukturstabilität besitzt, wäre natürlich eine Variante ohne Seramis besser.
Davon abgesehen ist das Rot von Seramis in einem Bonsai sicherlich gewöhnungsbedürftig, könnte man jedoch in unteren Schichten verstecken.

Meine Fragen sind:
  • Sind die Berechnungen von ChatGPT korrekt?
    Kann ich den Anteil von Zeolith erhöhen und mir dadurch Seramis sparen?
    Gibt es eine Akadama freie Substratmischung, die sich in der Bonsaiszene durchgesetzt hat?
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AlexDuerr
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Wohnort: Tief im Steigerwald

Re: Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

Beitrag von AlexDuerr »

Hi, ob du da eine konkrete Aussage bekommst bezweifle ich.
Das Substratthema wurde hier schon seitenweise durchgekaut und letztlich hat jeder, der Bonsai schon länger betreibt, für sich so seine Erfahrungen sammeln können oder müssen.
Die Anti-Akadama-Phase hatten wir fast alle, spätestens jedoch nach Fukushima.
Aber vorher schon war Akadama irgendwie aus der Mode gekommenen.
Blähtonbruch, Blähschiefer, jegliche Art Baumaterialien bis hin zur Katzenstreu waren plötzlich das Substrat der Stunde. Auf weitere Details will ich jetzt überhaupt nicht eingehen. Bei Rohlingen in großen Kübeln verwende ich die Alternativen zu Akadama auf jeden Fall weiterhin, weil günstig und quasi ewig (wieder-) verwendbar. Preistechnisch bin ich auch sehr dankbar, das einige in der Bonsaiszene neue Wege bei der Substratmöglichkeit aufzeigten.
Aber für Bonsai in Schalen ist Akadama (für mich und mein nicht allzugeringes Bonsaiumfeld) als Substratbestandteil inzwischen wieder unverzichtbar. Meine Bäume wachsen feiner und ich meine auch sie sind gesünder.
Für meine Erfahrungen hören sich deine Berechnungen ganz logisch an. Den Rest musst du durch Beobachtung und Erfahrungsaustausch herausfinden, verrecken wird dir wegen deiner Substratrezeptur sicher kein Baum. Zum höheren Zeolithanteil kann ich aber keine Erfahrungswerte beisteuern, das kam bei mir auch nur im Lechuza als Anteil in mein Substrat.
Ps. Kiryu ist auch ein Material das du mal versuchen könntest, ich finde es für alle Baumarten super und formstabil.
Viele Grüße Alex
:-D
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mydear
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Wohnort: Regensburg

Re: Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

Beitrag von mydear »

Der-Bonsai-Beginner hat geschrieben: 21.04.2025, 20:36 Mein erster Ansatz war die Verwendung der Fertigmischung Lechuza BASICPON, wo ausschließlich Bims, Lava und Zeolith verwendet wird. Diese Substratmischung trocknet jedoch zu schnell und das exakte Mischverhältnis von Bims, Lava und Zeolith ist Betriebsgeheimnis.
Daher kam mir die Idee, eventuell noch etwas Seramis beizumischen, um die Wasserhaltekapazität zu erhöhen.

Da Seramis nur eine mittlere Strukturstabilität besitzt, wäre natürlich eine Variante ohne Seramis besser.
Davon abgesehen ist das Rot von Seramis in einem Bonsai sicherlich gewöhnungsbedürftig, könnte man jedoch in unteren Schichten verstecken.

Meine Fragen sind:
  • Sind die Berechnungen von ChatGPT korrekt?
    Das mit den Zusammensetzungen paßt schon, die Unterschiede sind nicht so groß. Was du mit der KI ins Spiel bringst hast du dir mit Wasserhaltekapazität und Strukturfestigkeit selbst definiert. Bonsai wachsen in fast jedem Substrat. Wichtiger erscheint mir deine Parameter für Gießverhalten, Wasserqualität, Standortbedingungen und Düngeverhalten zu berücksichtigen.

    Kann ich den Anteil von Zeolith erhöhen und mir dadurch Seramis sparen?
    Ja, das kannst du.
    Für mich wäre Seramis absolutes No-Go. Diese roten Farbtupfer sind Karneval pur. Seramis in untere Schichten funktioniert theoretisch. Spätestens beim ersten Umtopfen ist das rote Zeugs dann überall. Außer du wäscht das Substrat vollständig aus. Substrat-Recycling dürfte dann ausscheiden, zumindest in den oberen Schichten.


    Gibt es eine Akadama freie Substratmischung, die sich in der Bonsaiszene durchgesetzt hat?
    Wie Alex schon geschrieben hat, hat da fast jeder seine eigene Zusammensetzung bzw. Bezugsquelle. Da hilft nur selbst ausprobieren. Mit Lechuza/Pon hat vermutlich Martina (@Moya) am meisten Erfahrung.
    Für bessere Wasserretention könntest du auch organische Anteile beimengen wie Pinienrinde oder Kokosfasern. Auch Sphagnummoos wird gerne untergemischt.

    Grüße, Rainer

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Norbert_S
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Re: Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

Beitrag von Norbert_S »

Wenn doppelt gebranntes Akadama verwendet wird, ist es sehr strukturstabil, höchstwahrscheinscheinlich zu Ungunsten der Speicherfähigkeit.
Ich liebe meinen Karneval pur.
Norbert

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Andreas Ludwig
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Re: Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

Beitrag von Andreas Ludwig »

Norbert - weil ich diesem Ausdruck «doppelt gebrannt» immer wieder mal begegne: Bist du dir sicher, dass da etwas gebrannt wurde? Soweit ich orientiert bin, ist Akadama immer «naturbelassen».

«Double line brand» z.B. hat mit einem Brennvorgang nichts zu tun, sondern bedeutet lediglich «Die Marke mit der Doppellinie» (Ibaraki scheint da Marktleader). «Brand» bedeutet ja im Englischen «Markenname», hergeleitet von den Brandzeichen auf Teekisten (oder Rindern). Aber ich kann mich irren, weshalb ich frage.
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Suikinkutsu
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Re: Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo und herzlich willkommen im Forum,

als ich letztes Jahr hier aufgeschlagen bin, wurde ich gebeten, trotz Nick ruhig mit meinem Vornamen zu unterschreiben. Ist einfach persönlicher und manche hier antworten auch nur dann. Kannst Du Dir ja mal überlegen.

Ich habe letztes Jahr nach der Anleitung von Walter Pall begonnen (Edit: mein Substrat zu mischen und die Bäume zu gießen und zu düngen). Isb. was den mineralischen Anteil am Substrat angeht, ist ihm die passende Körnung viel wichtiger, als die genaue Zusammensetzung. Ich mag es bunt und mische fröhlich Lavabruch, Tonkugelbruch, Bims, Zeolith und auch Seramis nach Gefühl. Ich siebe nach (>2<8mm) und wasche dann den Staub aus und füge, wie von Pall empfohlen, 20-25% organisches Material zu. Ursprünglich groben Torf, inzwischen Pinienrinde der Körnung 4-8mm. Letzteres habe ich mir - wie die bei vielen offenbar verpönte Verwendung von Seramis, bei Norbert_S abgeschaut (der nimmt afaik bei Pinienrinde 0-7mm). Seramis ist ein toller Wasserspeicher.

Zur Verwendung mineralischer Substrate gibt es hier, wie Du bereits merkst, viele Für und Wieder, u.a. dahingehend, dass dabei alle Bäume mit ihren artspezifischen oder auch individuellen Bedürfnissen im Wesentlichen über einen Kamm geschert werden. Ich finde es aber gerade am Anfang eine enorme Erleichterung, mit der Herangehensweise von Walter Pall (die auch das Gieß- und Düngeregiem umfasst) eine Grundlage für die Pflege meiner Bäumchen zu haben, mit der ich - meines Erachtens - erstmal nicht allzuviel falsch machen - und gut beobachten und lernen kann.
Zuletzt geändert von Suikinkutsu am 22.04.2025, 15:06, insgesamt 1-mal geändert.
Schöne Grüße

Tim
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Norbert_S
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Re: Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

Beitrag von Norbert_S »

Ja, Andreas, das ist mir bewusst, aber das Zeug ist härter und strukturstabiler als Seramis.
Die Bezeichnung habe ich gewählt, eben weil sie gebräuchlich ist.
Grundsätzlich halte ich es für überflüssig sich zuviel Gedanken um das Substrat zu machen, die darauf abgestimmte Pflege ist entscheidend für vitale Bäume.
Norbert

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Andreas Ludwig
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Re: Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

Beitrag von Andreas Ludwig »

Norbert - danke. Was mich erstaunt, ist die Infragestellung der Stabilität von Seramis. Vielleicht gibts da Unterschiede, aber das, was ich verwende, ist tatsächlich gebrannt und (bei mir, siehe unten) deutlich länger stabil als Akadama. Mischt man es zum Substrat und lässt es lange genug drin, legt sich auch das impertinente Rot.

Aber eben: Letztlich ist es Energieverschwendung (gerade eben erst von Sam Altman bestätigt), mit wenigen Parametern wie Absorbtion und Struktur eine KI eine Berechnung durchführen zu lassen. Erstens bezieht das Helferlein seine Weisheit aus eingespiesenen Daten - die im Bonsaibereich nicht gerade wissenschaftlich valide sind, wie man weiss - und zweitens gehören weitere Parameter wenn schon auch in die Berechnung, angefangen bei der Wasserhärte, dann über die Sonneneinstrahlung, die Durchlüftung, ja sogar die Bodenrabe und deren Wäremabstrahlung bis zur Giesswassertemperatur.

Ich finde es wesentlich einfacher, mit der Zeit ein Gefühl für so etwas zu entwickeln, als eine Doktorarbeit in angewandter Physik darüber anzugehen.
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Norbert_S
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Re: Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

Beitrag von Norbert_S »

Andreas, du schreibst mir aus der Seele.
Ich berate/unterstütze zwei Freunde mit sehr hochwertigen Bäumen. Das für sie nervigste daran war mein dauerndes Hinweisen auf Mängel in der Wahrnehmung des Baumes.
Alles ist tiptop schriftlich festgehalten, was, wann, wo an den Bäumen gemacht wurde, aber am Blick für den Baum hat es lange gemangelt.
Nachdem das besser wurde, war der Drops gelutscht.
Jetzt helfe ich noch beim umtopfen und etwas beim schneiden - reines Vergnügen an vitalen Bäumen.
Norbert

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Re: Mineralische Substratmischung (strukturstabil)

Beitrag von Andreas Ludwig »

Korrekturversuch: «Bodenrabe» hiess eher sowas wie «Bodenbeschaffenheit».
Raben haben da nix zu suchen.
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