Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
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Ländlesachse
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Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Hallo Zusammen,
vor einer guten Woche habe ich einen folgenschweren Fehler gemacht. Ich habe meinen Fächerahorn 3x innerhalb von drei Tagen intensiv mit Insektiziden gegen die traubenförmig an den jungen Trieben sitzenden und saugenden schwarzen Blattläusen besprüht. Mehrfach deshalb, weil nach der ersten Behandlung nahezu alles an Blattläusen noch munter weiter lebte und auch nach der zweiten Behandlung nach einem Tag (jeweils ohne direkte Sonneneinstrahlung während der Behandlung und dem Abtrocknen des Insektizides) immer noch Blattläuse lebend an den Zweigen saßen und sich daran zu schaffen machten. Heute habe ich bei abgedecktem Wurzelwerk den Baum komplett und intensiv mit klarem Wasser abgesprüht in dee Hoffnung, etwas von dem Insektizid wieder runter zu bekommen.
Nun bekommt er nur ganz wenig Wasser, steht auf meinem Südbalkon überwiegend schattig unter dem großen Balkontisch. Was kann ich ihm sonst noch gutes tun? Vollschattig stellen? Die Möglichkeit besteht, dann halt nicht auf dem Balkon.
Grüßle Ronny
vor einer guten Woche habe ich einen folgenschweren Fehler gemacht. Ich habe meinen Fächerahorn 3x innerhalb von drei Tagen intensiv mit Insektiziden gegen die traubenförmig an den jungen Trieben sitzenden und saugenden schwarzen Blattläusen besprüht. Mehrfach deshalb, weil nach der ersten Behandlung nahezu alles an Blattläusen noch munter weiter lebte und auch nach der zweiten Behandlung nach einem Tag (jeweils ohne direkte Sonneneinstrahlung während der Behandlung und dem Abtrocknen des Insektizides) immer noch Blattläuse lebend an den Zweigen saßen und sich daran zu schaffen machten. Heute habe ich bei abgedecktem Wurzelwerk den Baum komplett und intensiv mit klarem Wasser abgesprüht in dee Hoffnung, etwas von dem Insektizid wieder runter zu bekommen.
Nun bekommt er nur ganz wenig Wasser, steht auf meinem Südbalkon überwiegend schattig unter dem großen Balkontisch. Was kann ich ihm sonst noch gutes tun? Vollschattig stellen? Die Möglichkeit besteht, dann halt nicht auf dem Balkon.
Grüßle Ronny
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Gruss
Ronny
Ronny
Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Es ist unwahrscheinlich dass das Schaubild am Insektizid liegt.
In den Vollschatten stellen und mehrmals am Tag mit Wasser besprühen. In eine Anzuchtkiste mit reinem Bims 3-6 mm und abwarten. Ich drücke die Daumen!
In den Vollschatten stellen und mehrmals am Tag mit Wasser besprühen. In eine Anzuchtkiste mit reinem Bims 3-6 mm und abwarten. Ich drücke die Daumen!
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Ländlesachse
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Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Hallo BenBonsai,
Dankeschön für deine Nachricht. Ich habe ihn gerade an den schattigsten Außenplatz gestellt. Wenn du sagst: das Insektizid kann‘s nicht sein, dann glaube ich das einfach mal. Er hatte 2x 560km Autobahnfahrt hinter sich und vor der Behandlung stand er wirklich stabil da, nun sind 95%+ der Blätter welk. Ich hatte das bislang noch nie, aber wie du geschrieben hast, die Woche Südbalkon nach der Rückreise hätte ich ihm besser schon erspart. Jetzt heißt‘s wenig gießen, Pflege, Schatten & hoffen.
Dankeschön für deine Nachricht. Ich habe ihn gerade an den schattigsten Außenplatz gestellt. Wenn du sagst: das Insektizid kann‘s nicht sein, dann glaube ich das einfach mal. Er hatte 2x 560km Autobahnfahrt hinter sich und vor der Behandlung stand er wirklich stabil da, nun sind 95%+ der Blätter welk. Ich hatte das bislang noch nie, aber wie du geschrieben hast, die Woche Südbalkon nach der Rückreise hätte ich ihm besser schon erspart. Jetzt heißt‘s wenig gießen, Pflege, Schatten & hoffen.
Gruss
Ronny
Ronny
Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Das meiste sind doch ohnehin lange Triebe.
Wenn der Baum im letzten Jahr gesund war, schneide alle Triebe bis auf ein Auge ab und gut ist.
Das Jahr ist noch jung, der treibt wieder aus - wenn Ben Unrecht hat.
Aber ein so starker Befall deutet nicht auf einen wirklich fitten Baum hin.
Letztendlich sind die Sauger eben auch Schwächezeiger.
Die Maßnahme mit dem Wasser abspritzen, war deine vernünftigste.
Junge Fächerahorntriebe mögen manchmal kein Insektizid und 2x hintereinander schon gar nicht.
Schau dir doch einfach einmal deinen Baum in Ruhe an.
Die Triebe waren doch schon mehr als lang genug für einen Rückschnitt.
Damit hättest du ohne Gift schon 90% der Sauger erledigt.
Dann noch einen Blattschnitt bein letzten Blattpaar und es wäre Ruhe gewesen.
Wenn der Baum im letzten Jahr gesund war, schneide alle Triebe bis auf ein Auge ab und gut ist.
Das Jahr ist noch jung, der treibt wieder aus - wenn Ben Unrecht hat.
Aber ein so starker Befall deutet nicht auf einen wirklich fitten Baum hin.
Letztendlich sind die Sauger eben auch Schwächezeiger.
Die Maßnahme mit dem Wasser abspritzen, war deine vernünftigste.
Junge Fächerahorntriebe mögen manchmal kein Insektizid und 2x hintereinander schon gar nicht.
Schau dir doch einfach einmal deinen Baum in Ruhe an.
Die Triebe waren doch schon mehr als lang genug für einen Rückschnitt.
Damit hättest du ohne Gift schon 90% der Sauger erledigt.
Dann noch einen Blattschnitt bein letzten Blattpaar und es wäre Ruhe gewesen.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Ronny, hast Du mal ein Stück Rinde mit dem Fingernagel abgeschält und geschaut, ob es darunter grün ist? Für mich sieht das nach einem Trockenschaden aus. Meinen Südbalkon haben damals meine Ahorne gar nicht gemocht. Da können ein paar Stunden Hitze von oben (und von unten) schon einiges anrichten, und es gab einen massiven Temperatursprung.
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Ländlesachse
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Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Dankeschön euch Beiden. Trockenschaden kann ich nicht gänzlich ausschließen, vor gut einer Woche war ich mit dem Baum in der Nähe von Dresden (Besuch) und da stand der Baum im Hof mit teils intensiver Sonne. Hier in der Nähe von Stuttgart und auf dem Südbalkon war’s wenigstens gefühlt aber vor allem im letzten Jahr regelmäßig deutlich heißer, vor allem im Sommer, und da stand der Baum zwar in der linken Balkonecke in 1m Höhe mit praller Mittagssonne. Nie hatte er derartige Schwächen gezeigt, vielmehr durchschritt er alle Phasen der Blattfarbe von zartgrün im Frühjahr bis rotgelb im Herbst.
Rückschnitt stimmt, habe ich mich aber als Angsthase nach dem Umtopfen im späten Frühjahr von einer 7cm hohen Schale in diese nun flachere, wenn auch flächenmäßig größere Schale nicht getraut. Ich dachte dass es gut ist, wenn er nach dem Umtopfen erst mal in Ruhe gelassen wird und über die Photosynthese Kraft tanken kann.
Wahrscheinlich werfe ich die Münze und bei Zahl schnappe ich mir die Schere für einen von Norbert vorgeschlagenen Rückschnitt. Bei Kopf hingegen lasse ich ihn wie von BenBonsai beschrieben im schattigen Platz mit Wassersprühen und gelegentlichem Gießen.
Ich bin noch guter Hoffnung, will halt wenig falsch machen, meinem Bäumchen habe ich mit der dusseligen Antisaugerbrühe sicher genug geschadet. Das passt leider zeitlich zu sehr zum aktuellen Zustand. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Rückschnitt stimmt, habe ich mich aber als Angsthase nach dem Umtopfen im späten Frühjahr von einer 7cm hohen Schale in diese nun flachere, wenn auch flächenmäßig größere Schale nicht getraut. Ich dachte dass es gut ist, wenn er nach dem Umtopfen erst mal in Ruhe gelassen wird und über die Photosynthese Kraft tanken kann.
Wahrscheinlich werfe ich die Münze und bei Zahl schnappe ich mir die Schere für einen von Norbert vorgeschlagenen Rückschnitt. Bei Kopf hingegen lasse ich ihn wie von BenBonsai beschrieben im schattigen Platz mit Wassersprühen und gelegentlichem Gießen.
Ich bin noch guter Hoffnung, will halt wenig falsch machen, meinem Bäumchen habe ich mit der dusseligen Antisaugerbrühe sicher genug geschadet. Das passt leider zeitlich zu sehr zum aktuellen Zustand. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Zuletzt geändert von Ländlesachse am 12.05.2025, 20:58, insgesamt 1-mal geändert.
Gruss
Ronny
Ronny
Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Du hast das Umtopfen noch gar nicht erwähnt. Dann kann die Ursache auch im Wurzelbereich liegen, vermutlich in Kombination mit zuviel Hitze. Nach meiner Erfahrung reagieren geschwächte Ahorne am besten auf Kistenkultur, manch Totgeglaubter hat sich dadurch erholt. Und eher mehr als weniger giessen und so gut es geht für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen, nicht leicht bei dem derzeitigen Wetter. Das geht auch mit Schnitt im Kronenbereich, wie von Norbert vorgeschlagen.
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Ländlesachse
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Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
BenBonsai, das werde ich tun, Denke (und könnte mich für die zusätzliche Stresswoche Südbalkon „prügeln“) dass deine Ratschläge genauso befolgt werden sollten. Jetzt abend auch noch mal besprühen? Werde die Sprühflasche für meine netten Miteigentümer an‘s Bäumchen stellen, morgen bin ich von 07:00-21:00 beruflich unterwegs.
Gruss
Ronny
Ronny
- Dirk K. aus L.
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Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Bevor hier noch mehr schwammig ins Blaue geschrieben wird:
Mit welchen "Insektiziden" [Plural, vgl. 1. Beitrag] wurde der Baum gespritzt und in welcher Dosierung?
Mit welchen "Insektiziden" [Plural, vgl. 1. Beitrag] wurde der Baum gespritzt und in welcher Dosierung?
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Du solltest auf deine Wortwahl achten, Dirk.
Norbert
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Sullivan, 1924
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- Dirk K. aus L.
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Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Ihr könnt hier gerne weiter Händchen halten. Ich bin raus.
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
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Ländlesachse
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Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Hallo Dirk,
Die beiden Mittel kann ich am morgigen Dienstag telefonisch erfragen.
ganz wunder Punkt, den ich erst nach Rücksprache mit meinem Vater beantworten kann. 1. Lösung war eine Mischung mit Wasser und die 2. ein uraltes Mittel gegen saugende Insekten aus einem Pumpzerstäuber. Alles großer Mist, für diese meine Dummheit „zahle ich nun Lehrgeld“, wahrscheinlich hätte (hätte - hätte - Fahrradkette) jedes selbst zusammen gemischte Hausmittel aus Fit und Wasser oder Ähnliches den schwarzen Blattläusen mehr und meinem Bäumchen gar nicht zugesetzt. Das ist nun aber & leider (zu meinem größten Bedauern) einmal geschehen.Dirk K. aus L. hat geschrieben: 12.05.2025, 21:06 Bevor hier noch mehr schwammig ins Blaue geschrieben wird:
Mit welchen "Insektiziden" [Plural, vgl. 1. Beitrag] wurde der Baum gespritzt und in welcher Dosierung?
Die beiden Mittel kann ich am morgigen Dienstag telefonisch erfragen.
Gruss
Ronny
Ronny
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Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Ich habe einen großen Fehler gemacht und bin für jeden Rat von Allen von euch dankbar. Mein Dank gilt ausnahmslos Allen. Ich habe in meinem Eröffnungspost doch nicht bewusst Dinge nicht genannt (Umtopfen, Spritzmittel). Die Spritzmittel stehen 560km entfernt bei meinem Vater. Ich hätte ganz anderes Zeug genommen, das ich vor Allem gut kenne und in dem kaum mehr als Rapsöl und Pyrethrine enthalten sind. Das hatte ich jedoch nicht, das stand 560km entfernt in meiner Wohnung in Baden Württemberg.
Gruss
Ronny
Ronny
Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Dein Rundumschlag ist destruktiv, Dirk.
Oft ist die Rekonstruktion der Ursachen nicht bis ins Detail möglich, weil eine Kombination aus verschiedenen Faktoren. Der Baum ist geschwächt, das ist jetzt das wichtigste, und es gibt Mittel, ihm zu helfen.
Oft ist die Rekonstruktion der Ursachen nicht bis ins Detail möglich, weil eine Kombination aus verschiedenen Faktoren. Der Baum ist geschwächt, das ist jetzt das wichtigste, und es gibt Mittel, ihm zu helfen.
- Andreas Ludwig
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- Registriert: 29.03.2005, 16:50
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Re: Schadensbild Fächerahorn 30 Jahre+
Ländlesachse - Da ich alle Hände voll zu tun habe, darfst du meine Gedanken als reinen Pragmatismus verstehen...
Wie Ben erwähnt, täuschen wir uns recht oft über die Komplexität der Zusammenhänge. Wir neigen dazu, den einen Fehler zu suchen und übersehen, wieviele Faktoren wir da haben. Dann werden wir hektisch und «behandeln» auf Wurzelschaden oder Nährstoffmangel oder auf Pilze. Ganz falsch liegt Dirk ja nicht, tatsächlich haben vor allem ältere Insektizide manchmal Nebenwirkungen. Man kann z.B. einen Holunder mit Gesal Rosen-Spritzmittel völlig entlauben.
Ich würde ähnlich raten wie Ben: Pflegliche Obhut, nicht mehr. Die gute Nachricht: Der Baum ist entlaubt. Falls da was war in der Art von Spinnmilben vielleicht (hatte ich auch schon), haben die sich grad das Substrat entzogen. Ätsch. Weiter Rückschnitt. Es ist nicht nötig, die ganzen Triebe zu erhalten. Eigentlich können zwei Drittel weg. Wir haben Ende Mai, da reicht es problemlos für einen Juniaustrieb. Vor allem Ruhe, keine weiteren Transporte in wie immer klimatisierten Autos, an völlig neue Standorte, womöglich an der Grenze zu Trockenheit, weil das Auto ja nicht eine Badewanne ist. Einfach stehen lassen, das Ding und keine weitere Hektik. Medicus curat, natura sanat...
Noch einen klassisch-idealistischen Händchenhalte-Tipp oben drauf: Blattläuse kann man recht elegant mit Marienkäferlarven bekämpfen, die man im Internet kriegt. Die sind dann frisch, lebendig und ohne Nebenwirkungen. Sie fressen pro Individuum ein halbes Dutzend Läuse am Tag locker und bilden standorttreue Populationen, bedürfen keines Unterhalts und tun ihren Job auch 1000 km weiter weg. So hat man den Ärger nicht, den man kriegen kann mit «uralten, nicht genau bestimmbaren» Spritzmitteln. Die würde ich umgehend in die Sonderabfuhr bringen. Man wendet keine Therapeutika an, die man nicht kennt.
Wie Ben erwähnt, täuschen wir uns recht oft über die Komplexität der Zusammenhänge. Wir neigen dazu, den einen Fehler zu suchen und übersehen, wieviele Faktoren wir da haben. Dann werden wir hektisch und «behandeln» auf Wurzelschaden oder Nährstoffmangel oder auf Pilze. Ganz falsch liegt Dirk ja nicht, tatsächlich haben vor allem ältere Insektizide manchmal Nebenwirkungen. Man kann z.B. einen Holunder mit Gesal Rosen-Spritzmittel völlig entlauben.
Ich würde ähnlich raten wie Ben: Pflegliche Obhut, nicht mehr. Die gute Nachricht: Der Baum ist entlaubt. Falls da was war in der Art von Spinnmilben vielleicht (hatte ich auch schon), haben die sich grad das Substrat entzogen. Ätsch. Weiter Rückschnitt. Es ist nicht nötig, die ganzen Triebe zu erhalten. Eigentlich können zwei Drittel weg. Wir haben Ende Mai, da reicht es problemlos für einen Juniaustrieb. Vor allem Ruhe, keine weiteren Transporte in wie immer klimatisierten Autos, an völlig neue Standorte, womöglich an der Grenze zu Trockenheit, weil das Auto ja nicht eine Badewanne ist. Einfach stehen lassen, das Ding und keine weitere Hektik. Medicus curat, natura sanat...
Noch einen klassisch-idealistischen Händchenhalte-Tipp oben drauf: Blattläuse kann man recht elegant mit Marienkäferlarven bekämpfen, die man im Internet kriegt. Die sind dann frisch, lebendig und ohne Nebenwirkungen. Sie fressen pro Individuum ein halbes Dutzend Läuse am Tag locker und bilden standorttreue Populationen, bedürfen keines Unterhalts und tun ihren Job auch 1000 km weiter weg. So hat man den Ärger nicht, den man kriegen kann mit «uralten, nicht genau bestimmbaren» Spritzmitteln. Die würde ich umgehend in die Sonderabfuhr bringen. Man wendet keine Therapeutika an, die man nicht kennt.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
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