Suche Nachhilfe in Ahornesisch

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Suikinkutsu
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Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von Suikinkutsu »

Es nervt mich inzwischen schon selbst, hier so Mimimi-Fragen zu stellen, aber ich weiß mir keinen Rat: hat jemand eine Idee, was diesem Feldahorn fehlen könnte?

Blätter des Feldahorns
Blätter des Feldahorns
2025-05 Blätter.jpg (125.63 KiB) 5678 mal betrachtet

Letztes Jahr als zweijährige Jungpflanze im Fachhandel gekauft und in mineralisches Substrat + 25% Torf gesetzt. Hat sich bisher prima entwickelt, meiner Erinnerung nach auch im Frühjahr erstmal normal ausgetrieben. [Edit: Ich habe ihn allerdings sehr spät zurückgeschnitten und er hat recht lange "geblutet"].
Vor zwei, drei Wochen sah es aus, wie eine (Eisenmangel-)Chlorose und ich habe zwei oder drei Mal im Abstand einer Woche mit Eisenchelat gedüngt. Dies und/oder ein Umtopfen in neues Substrat brachten letztes Jahr Erfolg bei einer älteren Pflanze.
Getier vermag ich nicht zu erkennen.
Oder erholt der sich nur von der Chlorose und sieht deshalb in Teilen aus, als stehe er auf Leopardenfellmuster?

Hat jemand, der sich mit Ahörnchen auskennt, einen Tip?

PS: gern mache ich aus andere Fotos, wenn das weiter hilft.
Schöne Grüße

Tim
sauwoidman
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von sauwoidman »

Ja, das ist ziemlich fix Eisenmangel.
Feldahorne brauchen viel Eisen, keine Ahnung warum. Nach der Düngung sollten die neu austreibenden Blätter grün werden/bleiben, aber ob sich die bereits bestehenden chlorotischen Blätter nochmal umfärben, wage ich zu bezweifeln.
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Norbert_S
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von Norbert_S »

Eine Eisengabe sollte reichen, Tim. Die Bäume können das Zuviel der Gabe speichern.
Bäume sind keine Sprinter, du musst ihnen auch Zeit lassen mit der Antwort auf deine Aktionen.

Pflegetips möchte ich nicht geben, da ich mich mit Substraten mit hohem Torfanteil nicht auskenne.
Norbert

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Sullivan, 1924
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roro
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von roro »

Hallo Tim,
verpass deinem Feldahorn mal eine gehörige Portion feingemahlene Eierschalen oder etwas Gesteinsmehl.
Dein Substrat ist für den Feldahorn zu sauer. Feldahorne bevorzugen kalkhaltige Böden.

Dann sollte es mit der Aufnahme der verschiedenen Nährsalze auch passen.

Gruss, Roro
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Suikinkutsu
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo, zusammen,
ersteinmal Euch allen vielen Dank für Euer Feedback! Dann habe ich scheinbar nicht ganz daneben gelegen, das ist ja schonmal was. Das mit der Geduld gelingt mir beim Wachsen und Gedeihen recht gut; wenn es den Pflanzen so offensichtlich nicht gut geht, fällt es mir einfach schwer...

Nun habe ich allerdings zwei diametral entgegengesetzte Empfehlungen und damit ein Dilemma. Eine Kalkgabe würde das Substrat in der Tat in den basischen Bereich verschieben, damit aber die Aufnahme von Eisen (letztlich Magnesium) weiter erschweren.
@roro sei mir bitte nicht böse aber der kleine Feldahorn scheint ähnliche Probleme zu haben, wie der oben verlinkte letztes Jahr und da lag es offenbar an zu viel "Kalk" in Substrat und Gießwasser (das ist bei mir recht kalkhaltig). Auch da wies Andreas Ludwig darauf hin, das der Feldahorn Kalk mag - in der Natur wird er aber v.a. mit weichem Regenwasser gegossen, deshalb vermute ich, dass die Wasserchemie dort oder bei mit Regenwasser gegossenen Bonsai nicht ohne Weiteres auf meine Verhältnisse übertragbar ist. Dem Großen geht es im gleichen Substrat (etwas weniger Torf, weil reifere Pflanze) jedenfalls auch in dieser Saison sehr gut (jedenfalls keine Anzeichen einer Chlorose). Ich weiß: Evidenz für Anfänger. Aber ich denke, ich werde ersteinmal Norberts Rat annehmen und einfach abwarten.
Schöne Grüße

Tim
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achim73
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von achim73 »

mir ist von meinem nur in erinnerung, dass sie es eher trocken mögen. 25% torf klingt nach viel feuchtigkeit im substrat.
Gruss, Achim
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roro
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von roro »

Hallo Tim,

Feldahorne wachsen auf reinen Kalkböden. Ein Zuviel wird da kaum erreicht. und die Chlorose muss nicht zwingend Eisenmangel sein. es kann auch ein anderes Mineral fehlen.
vielleicht eine Überlegung an dich: Die Wurzeln von Pflanzen geben Stoffe ab, die gebundene Mineralien aus Gesteinssubstraten lösen können, deshalb übersäuern gewisse Böden (typisch bei Fichtenmonokulturen). Es ist keineswegs so, dass alle Nährstoffe für die Pflanzen in leicht aufnahmefähiger Form im Boden oder Wasser vorliegen.Gewisse müssen durch Organismen oder die Pflanze selbst erschlossen werden. Ein Vorgang ist die Osmose, also eine Art Tausch einzelner Ionen.
die dabei von der Pflanze eingesetzten Protonen (H+ Ionen) greifen das Gestein an und lösen Stoffe.
wird nun aber der Boden zu sauer, funktionieren diese Mechanismen nicht mehr oder die Wurzelhaare sterben ab. Dann ist keine Aufnahme von Stoffen mehr möglich. Dieses PH- Spektrum ist pflanzenspezifisch. Wenn der PH wert zu tief (oder bei anderen Pflanzen zu hoch) ist, verkümmern die Pflanzen wegen Nährstoffmangel. Da nützt dann auch mehr düngen nicht.

Und wie Achim bereits schrieb: Feldahorne bevorzugen trockene Standorte.

Ich hoffe, das oben geschriebene ist einleuchtend. Übrigens puffert ein Substrat mit Tonmineralien sehr stark, andere Substrate, gerade organische, viel weniger...

Gruss, Roro
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Suikinkutsu
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo zusammen,
vielen Dank @Achim für den Hinweis auf zu viel Feuchtigkeit und besonders @roro für die ausführliche Erläuterung der Zusammenhänge im Boden bzw. Substrat!
Ersteres könnte bei dem letztes Jahr umgetopften ebenfalls ein Problem gewesen sein, da das ursprüngliche Substrat einen hohen Feinanteil hatte. Könnte also sein, das v.a. das Umtopfen in gröberes Substrat mit nur 15% organischem Material ansich das Problem gelöst hat. Eine Düngung mit Eisenchelat hat damals nämlich ebenfalls ersteinmal nicht zum Erfolg geführt.
Dann weiß ich ja, was ich am WE zu tun habe. Dem neuen Substrat werde ich dann ein bisschen Eierschale hinzufügen - und einen rostigen Nagel.
Einen schönen Feiertag miteinander!
Schöne Grüße

Tim
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Gary
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von Gary »

Hallo Tim,

was roro zum Ausdruck bringt, ist die Abhängigkeit der möglichen Nährstoffaufnahme vom vorhandenen ph-Wert des Substrats.
Die Aufnahmemöglichkeit von Nährstoffen (Nährsalzen) durch eine Pflanze ist an den vorhandenen ph-Wert des Substrats gebunden. Außerhalb dieser Grenzen ist eine Aufnahme des jeweiligen Nährsalzes nicht möglich.

Im folgenden habe ich hierzu zwei verschiedenen Diagramme zusammengefügt. Das linke gibt einem einen Überblick, wobei das rechte Diagramm (in Englisch) sehr gut darstellt bei welchen ph-Werten hauptsächlich ein Nährsalz aufgenommen werden kann und wie stark diese Möglichkeit bei anderen ph-Werten abnimmt.

Nährsalzverfügbarkeit_ph-Wert_Kombi.jpg
Nährsalzverfügbarkeit_ph-Wert_Kombi.jpg (87.71 KiB) 5354 mal betrachtet
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Norbert_S
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von Norbert_S »

Danke, Gary, die Übersicht wird vielen Mitgliedern helfen.
Norbert

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Sullivan, 1924
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Baalistic
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von Baalistic »

@Gary
Danke, das hilft in der Tat.
Allerdings frage ich mich in wie fern verschiedene Pflanzen besser oder schlechter mit ph Werten zurecht kommen. Brauchen Sie dann weniger oder gar keinen spezifischen Nährstoff oder verschiebt sich diese Grenze durch die Pflanze selbst?

Also ich meine warum lieben manche Pflanzen einen saueren ph wert, wo andere darauf eingehen.

Gruß
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Suikinkutsu
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von Suikinkutsu »

Hi Gary,
vielen Dank auch von mir für diese sehr informativen Grafiken!
Grundsätzlich war mir dieser Zusammenhang zumindest für Eisen bekannt. Genau deshalb habe ich ja letztes Jahr den anderen Feldahorn umgetopft: weil ich vermutete, dass der pH-Wert des Bodens durch Kalkeintrag über Substrat und Gießwasser ins Basische gekippt ist und deshalb die Aufnahme von Eisen behindert ist.

Seinerzeit bin ich ziemlich tief eingestiegen, Näheres zu meinen Überlegungen dort.

Letztlich ist die Ursache für die erhebliche Besserung des Zustandes des Baumes aber unklar, da ich 1. recht kurz vor dem Umtopfen mit Eisenchelat gedüngt habe, 2. in gröberes Substrat (= schnelleres Abtrocknen). 3. ohne nennenswerte "Kalk"-Quellen umgetopft und 4. danach die Düngung zurück gefahren habe, wie man das nach dem Umtopfen machen soll.
Es gab also (für die Erkenntnis leider, für den Baum glücklicherweise) mindestens vier Faktoren, die sich verändert haben. Jeder einzelne könnte vorher eine Chlorose provoziert haben.
Gary hat geschrieben: 29.05.2025, 12:49 was roro zum Ausdruck bringt, ist die Abhängigkeit der möglichen Nährstoffaufnahme vom vorhandenen ph-Wert des Substrats.
Da würde ich mir erlauben, ein klares Jein einzulegen. Vielleicht sollte er besser selbst dazu nochmal etwas sagen aber wenn ich ihn richtig verstanden habe, ist seine Kernaussage, dass diese Prozesse nicht für alle Pflanzen gleich sind, weil sie bei der Aufnahme von Nährstoffen durch an den Wurzeln abgeschiedene Substanzen ein gehöriges Wörtchen mitreden.

Wenn Feldahorne, wie er schreibt, in der Natur in sehr kalksteinhaltigem Substrat gut zurecht kommen, dieses sogar bevorzugen, dann stehen sie dort in basischem Millieu ohne Probleme mit der Eisenaufnahme zu haben - was nach der Tabelle oben garnicht sein dürfte.

Daher mein Dilemma...

Ich werde diese Jungpflanze genau so behandeln, wie die größer Pflanze letztes Jahr, aber wie von ihm empfohlen dem Substrat eine Kalkquelle in Form von 1 EL zerkleinerter Eierschalen hinzufügen und statt Torf Pinienrindengranulat als organischen Bestandteil verwenden. Dann habe ich wieder halbwegs ceteris paribus (es sind zwei unterschiedliche Individuen unterschiedlichen Alters und selbst wenn ich das außer Acht lasse ist N=2 ... :roll: ) und bin in einem Jahr vielleicht etwas schlauer....
Schöne Grüße

Tim
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roro
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von roro »

dann stehen sie dort in basischem Millieu ohne Probleme mit der Eisenaufnahme zu haben - was nach der Tabelle oben garnicht sein dürfte.
Hallo Tim,
wie bereits gesagt, der Baum kann den PH-Wert im Wurzelbereich herabsetzen. Deshalb muss der PH-Wert des Bodens nicht mit dem PH-Wert in unmittelbarer Nähe der Wurzel übereinstimmen.
Gemäss einem bekannten Düngerhersteller gibt es unterschiedliche Eisendünger mit Chelatbildnern. Dort lautet die Empfehlung die Düngerwahl auf den PH-Wert des Bodens abzustimmen. Im Angebot gibt es Eisendünger bis PH-Wert 10.
Es gibt Mechanismen, Eisen auch aus basischen Böden aufzunehmen, evt. muss dazu Eisen in einer bestimmten Form vorliegen.
Auch kann davon ausgegangen werden, dass nicht jede Pflanze gleich viel Eisen für das Wachstum benötigt. Somit ist deine direkte Ableitung aus der 2. Tabelle wohl etwas kurz gegriffen.

Gruss,
Ro
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Suikinkutsu
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Re: Suche Nachhilfe in Ahornesisch

Beitrag von Suikinkutsu »

roro hat geschrieben: 02.06.2025, 23:24
dann stehen sie dort in basischem Millieu ohne Probleme mit der Eisenaufnahme zu haben - was nach der Tabelle oben garnicht sein dürfte.
Somit ist deine direkte Ableitung aus der 2. Tabelle wohl etwas kurz gegriffen.
Moin Roro,
da habe ich mich scheinbar mißverständlich ausgedrückt: eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass - wenn ich die Zusammenhänge, die Du dankenswerter Weise nochmal beschrieben hast, richtig verstehe - die Tabelle offenbar zu kurz greift.

Den Feldahorn habe ich nun doch erstmal in Ruhe gelassen. Er ist zwar unzufrieden und wird nicht grandios zulegen - aber lebensbedrohlich erscheint mir die Situation nicht, weshalb ich so spät im Jahr nicht mehr umtopfen möchte. Nächstes Frühjahr soll er sowieso umgetopft werden (incl. Wurzelarbeit), dann werde ich das Substrat anpassen, wie von Dir vorgeschlagen. Mal schauen, ob ihm das für die dann folgenden zwei Jahre besser behagt.
Schöne Grüße

Tim
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