Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

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BenBonsai
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Danke Euch herzlich für Euren Blick auf die Kombi, Lutz, Roger und Norbert.

Werner, um Deine Frage zu beantworten muss ich etwas ausholen. Die kurze Antwort ist nein, das diente lediglich dazu, der rechten Seite mehr Kraft zu geben.

Ich erkenne bei dem Baum in seiner Gesamterscheinung keine klare Fliessrichtung. Ich vertraue auf das „Eigenleben“ des Baumes und orientiere mich an den nächsten Schritten:

- den rechten Kronenumfang zu erweitern
- den linken Kronenabschnitt zu bremsen
- den ersten Ast links unten glaubwürdig zu gestalten
- die Blattgrösse zu verringern

Aus der Vorläufigkeit entstehen wunderbare Dinge. Vorhin bin ich auf einen Kommentar von Andreas Ludwig gestoßen, den er 2008 geschrieben hat und der meine Haltung ganz gut wiedergibt.

„Man soll den Anspruch behalten, zu zweifeln, nicht zu wissen, was man eigentlich ansteuert, man soll durch den Nebel irren und Holzwege gehen. Denn nur so - als «Arbeit» - wird sich alles klären, nur so wird man zur Einsicht kommen, was wirklich geht und gut ist…Dazu muss man das Vakuum der Begriffe «Können» und «Interessant» ausfüllen, jeder von neuem, jeder auf seine Weise.“

Und doch heißt das ja nicht, von Visionen abrücken zu müssen. Ich bin mir nur darüber im Klaren, wer hier der Regisseur ist.
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Tomsai 92
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Tomsai 92 »

Hallo zusammen,

die Schalenwahl ist mitunter etwas sehr subjektives, die Ästhetik der Astgestaltung lässt sich aus meiner Sicht aber deutlich objektiver betrachten.

Ich bin ja auch ein großer Freund davon dem jeweiligen Baum in seiner Entwicklung die gestalterische Führung zuzugestehen und seine vorgegebenen Eigenarten und sich entwickelnde Gestaltungsvorschläge tlw. in das Gesamtwerk zu integrieren. Dabei gibt es sehr kooperative Arten (z.B. Carpinus betulus) und jene, die eine stärkere Autorität erfordern (z.B. Acer campestre).
Parrotia würde ich nach eigener Erfahrung irgendwo im Mittelfeld sehen - starke Apikaldominanz und Adventivtriebe treiben meist in sehr großen Winkeln.

Je "gröber" das Ausgangsmaterial (gekappter Findling/ große Baumschulware), desto mehr gestalterischer Führung bedarf es um die Übergänge zwischen Stamm- und Astdynamik glaubhaft zu gestalten und Verjüngungssprünge und Bewegungslinien logisch erklärbar zu formen und aufzubauen.

Das Selbststudium der Bonsaigestaltung liegt meiner Meinung nach im wesentlichen in der Reflexion und Verständnis der eigenen Sehgewohnheiten. Jeder Schnitt, jeder Draht ist eine klare menschliche Entscheidung, eine Manipulation des Baumes. Das Studium der individuellen Sehgewohnheiten und persönlichen Baumprojektionen macht letztlich den enormen Unterschied ob diese stetigen Gestaltungsentscheidungen bewusst oder unbewusst erfolgen.



Ich kenne den Baum ja seit einigen Jahren live, was mir dabei hilft folgende Gedanken für realistisch zu halten. Deine Zukunftsvision basiert auf einer langjährigen Gestaltung, die einen der besten Parrotienbonsai hervorbrachte die ich kenne. Bitte sehe meine folgende konstruktiv gemeinte Kritik also bitte als Gedankenspiel und Ausdruck dessen, was mein perfektionistischer Frontallappen als Reaktion meiner persönlichen Seherfahrungen in diesem Baum sieht.

In meiner Bonsaiästhetik spielen die Dynamiken von Linienführung, Verjüngung und botanischer Glaubwürdigkeit eine große Rolle. Eine schöne Kronensilhouette ist für mich somit nur das geschmacksverstärkende Sahnehäubchen, das Spiel der Bewegungen und Proportionen "in" dem Baum geben dem Kuchen den eigentlichen Geschmack.

Zwei Punkte in der Gestaltung sind für mich derzeit unschlüssig, aber relativ leicht korrigierbar.

Die fehlende Bewegungsrichtung:
Der Baum hat einen klar bewegten Stamm mit außermittigem Schwerpunkt. Die Krone bewegungsneutral im Lot über der Stammbasis auszurichten wirkt auf mich abstrakt und nimmt einem ansonsten in sich dynamischen Baum mit vielen asymmetrischen Details den Bezug zu seiner Umwelt. Die kleinen Leerräume zwischen den Ästen und Substämmen sind dynamisch und zeugen von einer bewegten Vergangenheit, die fast gleichgroßen Leerräume zwischen den unteren Ästen und der Schale (insbesondere bei mittiger Positionierung) sind annähernd symmetrisch und statisch. Auch der extrem gleichmäßige erträumte Kronenumriss ohne Leerräume spricht für mich eine andere Sprache.


Die Astformulierungen an den Verjüngungssprüngen:
Dieter hatte es schon angedeutet - die Kappstelle rechts oben sticht mir aktuell insbesondere durch die großen Winkel der Fortführungen im unbelaubten Zustand sehr ins Auge.
Von der Schnittstelle wird langfristig nichts mehr zu sehen sein, sobald überall die Rinde anfängt abzublättern und die Wunde ganz überwallt ist.
Ich bin ein großer Freund eigenwilliger "Mittelfinger-Äste" und charakterbildender Stellen an Bäumen, aber hier wirkt (aktuell) der Übergang zwischen einem dicken eher geradlinigen Stammabschnitt und sehr kurvigen und gerade nach oben weisenden Substämmen etwas paradox.
Dem kleinen neueren Trieb auf der Vorderseite messe ich einen großen Wert zu, um diese Situation glaubwürdig werden zu lassen.
Wenn dann noch der Ast rechts oben unter diesem Bereich die angedeutete Bewegungsrichtung des dicken unteren Stammbereichs auffängt und nach rechts oben fortführt, wird der Verjüngungssprung glaubwürdig und zum ästhetischen Mehrwert.

Ein weiterer (wenn auch eher subjektiver) Punkt ist der dicke zylindrische Ast/Substamm links unten. Der Verjüngungssprung ist dort noch sehr spontan und die Linie dann recht monoton.
Ein erneutes Absetzen auf den aufrechten Teil würde Verjüngung und Fließrichtung harmonisieren.

Grundsätzlich ließe sich der Baum so umjustieren, dass sowohl eine Bewegungsrichtung nach links als auch nach rechts denkbar wären.

Ich bevorzuge ganz klar die Bewegungsrichtung nach rechts, weil sie die ausdrucksstarken und arttypischen Äste, Leerräume und Kronenstrukturen akzentuiert. Ich mag den Leerraum zwischen Nebari, Stamm und ersten Ast auf der rechten Seite sehr.

Die Dynamik nach links hingegen lässt den optischen Fokus auf dem linken dicken zylindrischen Ast und der etwas steifen V-förmigen ersten Gabelung beruhen. Der Baum wirkt stämmiger und geerdeter.

Alles eine Frage der Entscheidungen.


Liebe Grüße
Tom
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dominante Linien aktuell (bewusst etwas zu eckig um die Wirkung zu verstärken)
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Fokus auf den stimmigeren Linien innerhalb dieser Bereiche
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Rückschnitt zwecks Linienführung und Bewegungsrichtung nach rechts
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Ast rechts oben neu positioniert / neuer Substamm in der Krone + 2 Jahre Zuwachs
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Linienführung
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BenBonsai
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Tom, vielen Dank für Deine wie immer überlegten Vorschläge. Wir schauen uns den Baum mal "live" zusammen an, Du brauchst die Dreidimensionalität für eine Analyse. Ich stimme mit Dir in einigen Punkten überein, in anderen nicht.
Tomsai 92 hat geschrieben: 31.03.2025, 15:24
Parrotia würde ich nach eigener Erfahrung irgendwo im Mittelfeld sehen - starke Apikaldominanz und Adventivtriebe treiben meist in sehr großen Winkeln.
Die Apikaldominanz ist nicht so stark, ich finde das Triebverhalten recht ausgeglichen. Die Winkel sind tatsächlich gross, unten mehr als oben.
Tomsai 92 hat geschrieben: 31.03.2025, 15:24
Eine schöne Kronensilhouette ist für mich somit nur das geschmacksverstärkende Sahnehäubchen, das Spiel der Bewegungen und Proportionen "in" dem Baum geben dem Kuchen den eigentlichen Geschmack.
Das empfinde ich gleich.
Tomsai 92 hat geschrieben: 31.03.2025, 15:24
Der Baum hat einen klar bewegten Stamm mit außermittigem Schwerpunkt. Die Krone bewegungsneutral im Lot über der Stammbasis auszurichten wirkt auf mich abstrakt und nimmt einem ansonsten in sich dynamischen Baum mit vielen asymmetrischen Details den Bezug zu seiner Umwelt.
Auch mich stört die statische Linie sehr. Das war der Grund, warum ich die Spitze nach rechts bewegen wollte. Mehr ging leider nicht. Ich werde am Absetzen dieses Kronenastes nicht vorbeikommen, um das zu entschärfen. Ich ließ ihn wachsen, um die Schnittstelle zu verschließen. Parrotien stellen den Wundverschluss irgendwann ein, das möchte ich an dieser kritischen Stelle verhindern.
Tomsai 92 hat geschrieben: 31.03.2025, 15:24
Die kleinen Leerräume zwischen den Ästen und Substämmen sind dynamisch und zeugen von einer bewegten Vergangenheit, die fast gleichgroßen Leerräume zwischen den unteren Ästen und der Schale (insbesondere bei mittiger Positionierung) sind annähernd symmetrisch und statisch. Auch der extrem gleichmäßige erträumte Kronenumriss ohne Leerräume spricht für mich eine andere Sprache.
Hmm, ich weiss nicht recht ob sich Dynamik und Symmetrie ausschliessen müssen. Ich kenne Bäume, die im Ast- und Stammbereich wild aussehen und die Krone doch einen gleichmässigen Ausdruck haben. Ich denke Dein Eindruck ist zumindest teilweise der schematischen Darstellung geschuldet. Wenn Du die Dynamik der jetzigen Äste nach aussen projizierst wird das gut aussehen. Die Symmetrie unten beschäftigt mich auch seit Längerem, ich werde nocheinmal darüber nachdenken.
Tomsai 92 hat geschrieben: 31.03.2025, 15:24
Ich bin ein großer Freund eigenwilliger "Mittelfinger-Äste" und charakterbildender Stellen an Bäumen, aber hier wirkt (aktuell) der Übergang zwischen einem dicken eher geradlinigen Stammabschnitt und sehr kurvigen und gerade nach oben weisenden Substämmen etwas paradox.
Dem kleinen neueren Trieb auf der Vorderseite messe ich einen großen Wert zu, um diese Situation glaubwürdig werden zu lassen.
Das Hirschgeweih oben war seit Beginn an herausfordernd. Ich habe diesen Ast wachsen lassen, um das Ziel zu erreichen, das Du vorschlägst.
Tomsai 92 hat geschrieben: 31.03.2025, 15:24
Wenn dann noch der Ast rechts oben unter diesem Bereich die angedeutete Bewegungsrichtung des dicken unteren Stammbereichs auffängt und nach rechts oben fortführt, wird der Verjüngungssprung glaubwürdig und zum ästhetischen Mehrwert.
Ästhetisch wäre das sicher eine gute Sache. Den Ast kriege ich aber niemals soweit hochgebogen.
Tomsai 92 hat geschrieben: 31.03.2025, 15:24
Ein weiterer (wenn auch eher subjektiver) Punkt ist der dicke zylindrische Ast/Substamm links unten. Der Verjüngungssprung ist dort noch sehr spontan und die Linie dann recht monoton.
Ein erneutes Absetzen auf den aufrechten Teil würde Verjüngung und Fließrichtung harmonisieren.
In echt wirkt der Ast sehr viel bewegter als auf dem Bild. Ich saß Stunden betrachtend vor diesem Anschnitt, meine Zange blieb aber bislang versorgt.
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Tomsai 92
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Tomsai 92 »

BenBonsai hat geschrieben: 31.03.2025, 21:01
Tomsai 92 hat geschrieben: 31.03.2025, 15:24
Die kleinen Leerräume zwischen den Ästen und Substämmen sind dynamisch und zeugen von einer bewegten Vergangenheit, die fast gleichgroßen Leerräume zwischen den unteren Ästen und der Schale (insbesondere bei mittiger Positionierung) sind annähernd symmetrisch und statisch. Auch der extrem gleichmäßige erträumte Kronenumriss ohne Leerräume spricht für mich eine andere Sprache.
Hmm, ich weiss nicht recht ob sich Dynamik und Symmetrie ausschliessen müssen. Ich kenne Bäume, die im Ast- und Stammbereich wild aussehen und die Krone doch einen gleichmässigen Ausdruck haben. Ich denke Dein Eindruck ist zumindest teilweise der schematischen Darstellung geschuldet. Wenn Du die Dynamik der jetzigen Äste nach aussen projizierst wird das gut aussehen. Die Symmetrie unten beschäftigt mich auch seit Längerem, ich werde nocheinmal darüber nachdenken.
Ryan Neil labelt Bäume mit solchen stilistitsch in sich widersprüchlichen Charakteristika mit "tension" - Spannung.

Das ist wieder eine Frage des subjektiven Geschmacks.
Ich mag es sehr gerne, wenn einzelne Äste, Substämme oder Stammabschnitte durch grenzwertig außergewöhnliche Wuchsformen, gewissermaßen dissonante Klänge in die ansonsten harmonische (d.h. in sich stimmige) Komposition einbinden. Der gekonnte "Regelbruch" lässt den Baum dadurch charaktervoller wirken.
Bei der Gleichung: bewegter Stamm + bewegte Äste = asymmetrischer Kronenumriss mit Leerräumen, bin ich aber eher geneigt den harmonischen Weg ohne Widersprüche zu gehen.

Ich sehe in der "Hirschgeweih"-Krone die stärkste Dissonanz der Gesamtkomposition. Damit es kein "bug", sondern "feature" wird, braucht es in meinen Augen etwas Unterstützung der anderen Gestaltungselemente.


BenBonsai hat geschrieben: 31.03.2025, 21:01
Tomsai 92 hat geschrieben: 31.03.2025, 15:24
Wenn dann noch der Ast rechts oben unter diesem Bereich die angedeutete Bewegungsrichtung des dicken unteren Stammbereichs auffängt und nach rechts oben fortführt, wird der Verjüngungssprung glaubwürdig und zum ästhetischen Mehrwert.
Ästhetisch wäre das sicher eine gute Sache. Den Ast kriege ich aber niemals soweit hochgebogen.
Parrotienholz ist zwar extrem hart aber nicht brüchig.
Einfache (gepolsterte) Spanndrähte oder dicker Draht würden durch die benötigte Zugkraft die Rinde im Druckbereich entweder halbseitig deutlich schädigen oder zu schnell stark einwachsen. Dünn vorbohren und eine Schraube in dem Ast als Ankerpunkt zu benutzen wäre in Kombination mit dickem Aludraht/Kupfer- oder Stahldraht und einer weiteren Ankerschraube in dem Mittelpunkt der Wunde eine Option um den Ast aufzurichten. An einem Tag wahrscheinlich unmöglich, aber alle 1-2 Wochen etwas weiter verdrillt, mit einem Nagel in der Mitte des doppelten Spanndrahtes, nach Monaten sicher machbar. Wenn man es besonders eilig hat und der Winkel vor allem am Ansatz korrigiert werden soll, wäre keilförmiges Einsägen am Ansatz mit einer dünnen Japansäge auch denkbar. Ich habe mit der Methode mal einen steifen, 1,5cm dicken Ast an einem Feuerahorn ein gutes Stück gebogen, was perfekt klappte... Allerdings weiß ich nicht, ob ich mich das heutzutage, mit verblassendem jugendlichen Leichtsinn, an einem wichtigen Ast trauen würde.


BenBonsai hat geschrieben: 31.03.2025, 21:01
Tomsai 92 hat geschrieben: 31.03.2025, 15:24
Ein weiterer (wenn auch eher subjektiver) Punkt ist der dicke zylindrische Ast/Substamm links unten. Der Verjüngungssprung ist dort noch sehr spontan und die Linie dann recht monoton.
Ein erneutes Absetzen auf den aufrechten Teil würde Verjüngung und Fließrichtung harmonisieren.
In echt wirkt der Ast sehr viel bewegter als auf dem Bild. Ich saß Stunden betrachtend vor diesem Anschnitt, meine Zange blieb aber bislang versorgt.
Der Ast ist zweifelsohne gut und sehr detailliert. Aber das ändert nichts an dem Umstand, dass der Verjüngungssprung an der Stelle zwischen dem erstem dicken Astabschnitt links unten und allem daraus wachsenden, sehr abrupt ist.

Wenn man bedenkt, wie extrem schnell du die Parrotie in den letzten 5 Jahren bis zur jetzigen Feinverzweigung entwickelt hast, wäre es kein großer Rückschritt den Bereich zu reduzieren zwecks einer nachhaltig verbesserten Verjüngung.
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Schrauben in Ast und Stamm (rot) mit tragfähigem doppeltem Draht, der mittig durch einen Nagel Stück für Stück verdrillt wird, optional mit ausgesägtem Keil am Ansatz
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Verjüngungssprünge im Falle des Schnitts (Proportionen geschätzt)
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Bei mir reifen Entscheide ähnlich langsam wie meine Bäume, Tom. Der Weg zur Zange ist aktuell noch weit.
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Tomsai 92
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Tomsai 92 »

Danke für deine Gelassenheit Ben. Unter Arbeitskollegen bin ich "berüchtigt" für meinen Starrsinn und mangelnde Kompromissbereitschaft wenn es um knifflige und nachhaltige Entscheidungen bei Baumschnitten geht :P
Ich schätze, im Bonsaikontext ticke ich ähnlich.

Ich mag deine Parrotie sehr, auch die lange Geschichte, die dich mit ihr verbindet und sehe langfristig eine große Zukunft in ihr. Insbesondere weil ich von der hervorragenden Bonsaieignung der Spezies überzeugt bin.
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Bei diesem Baum habe ich heute die Krone zurückgenommen und einige Äste abgespannt. Der Teilblattschnitt, den ich schon Anfang Juni gemacht habe, war unbedingt notwendig, zu stark die Beschattung der Innenbereiche.
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Lutz Marx
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Lutz Marx »

Hey Ben,

Zwei Dinge fallen mir bei dem Baum auf. Das erste ist die noch nicht optimale Verjüngung des starken Stammes in die Spitze. Da meine ich, es wäre gut, den Trieb in der Mitte weiter durchwachsen zu lassen. Das zweite ist die Schalenhöhe und Geschmacksache. Ich persönlich finde die Schale optisch deutlich zu flach und wirklich alles andere als einen Fortschritt für den Baum. Ansonsten hat der eine tolle Zukunft, find ich.

LG, Lutz
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Hey Lutz, danke für den Input.

Ich habe die Spitze ja schon die letzten beiden Jahre durchtreiben lassen. Jetzt war es an der Zeit für einen Schnitt. Die Verjüngung kommt schon mit den Jahren, Parrotien machen oft mehr als weniger, das habe ich bei der Art gelernt.

Das war auch ein Grund, warum ich den Baum mit der flachen Schale bändigen wollte. Das Gute: es klappt.
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Norbert_S
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Norbert_S »

Hier ist doch alles auf einem guten Weg.
Wenn sich der Stamm in zwei oder mehr Äste aufteilt, gibt es immer etwas stärkere Übergänge.
Hast du etwas mit der Schnittstelle gemacht, Ben?
Auf dem Foto kann ich es nicht genau erkennen.
Norbert

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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Welche Schnittstelle meinst Du?
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Norbert_S
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Norbert_S »

Die große obere. Sieht so aus, als hättest du da etwas eingestrichen.
Norbert

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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Das ist nur Wundknete, Norbert. Der Rest ist Wundkallus. Hier noch ein Bild, wo man es besser sehen kann.
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Gast

Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Gast »

Ben,

von der Reduzierung des linken Kronenastes hat der Baum meiner Meinung nach enorm profitiert. Gerade dann, wenn der rechte Kronenast nun zulegt, erzeugt das eine interessante Wiederholung der Doppelstammstruktur weiter unten. Dadurch erhält der Baum nicht nur, wie oben diskutiert, eine Bewegungsrichtung, sondern es suggeriert auch eine starke Plausibilität im Wuchs (auch wenn das wohl weniger botanisch erklärt werden kann, sondern eher über etwas, wie Prinzipien der Gestaltpsychologie).

Viele Grüße
Werner
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Gut, dass Du den Punkt mit der Flussrichtung nochmal aufgreifst. Ich muss zugeben, dass ich noch keine klare Vorstellung zu der Bewegungsrichtung und den Umrisslinien der Silhouette der Krone habe. Mein Virtual deutet zwar eine mögliche Vision an, und doch möchte ich noch etwas mehr Zeit aufwenden, um die Möglichkeiten zu durchdenken. Dazu hat Tom schon einen schönen Beitrag geleistet.

Wie siehst Du den Baum in Zukunft?
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