Linde #1, Zweifachstamm

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Andre K.
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Re: Linde #1, Zweifachstamm

Beitrag von Andre K. »

Es wurde zu sage und schreibe zwei mal Blattschnitt im 5 Wochen Takt geraten, alles im selben Jahr... und das direkt nach Umtopfen und erstem bereits erfolgten Rückschnitt. Und dann die Linde schön mit Raffia drahten *schulter zuck*

Sorry, da kann ja gern moderiert werden bis Blut kommt, es ist und bleibt aber einfach Bullshit.
Eher möchte man sogar fragen: Was wurde denn da wieder geraucht!

Und das soll man hier nicht sagen dürfen?
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mohan
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Re: Linde #1, Zweifachstamm

Beitrag von mohan »

So wie du es, und auch ein paar andere, gesagt hast, kann man das durchaus sagen @Andre K. :)
Das ist gut, richtig so und wichtig, danke. :)
Nur gibt es Personen, die die sachliche Ebene mit der persönlichen Ebene verwechseln und das ist problematisch,


Und schön wäre es jetzt :

*back*
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Moya
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Re: Linde #1, Zweifachstamm

Beitrag von Moya »

Hallo zusammen,
Acelyte hat geschrieben: 16.06.2025, 20:05 Hallo Martin,

Ja es geht um meine Linde und ihre potenzielle Entwicklung.
Ideen und Vorschläge wie deine finde ich da natürlich spannend, danke auch für deine Theoretische Anleitung. Die Frage bleibt jedoch, ob diese Theorie in der Praxis bestand hat. Hast du Beispiele, persönlich, oder extern, die zeigen, dass es möglich ist, bzw. auch sinnvoll dieses Prozedere mit einer Linde auf sich zu nehmen oder ob man seine Zeit und Mühe da viel lieber in Kandidaten steckt, die so ein Vorhaben besser und einfacher mitmachen?

Wir profitieren alle davon, wenn es Referenzen gibt, die uns zeigen, solche Wege sind möglich und sinnvoll, gerade wenn die Erfahrung vieler hier vom gegenteiligen zeugt. Wenn wir Dinge doch anders angehen können, jläre uns gerne auf :)

Gruß, Waldemar
Waldemar, wenn ich das richtig verstanden habe, hast Du Deine Linde dieses Jahr erst umgetopft.
Da ist ein Blattschnitt wenn der Baum nicht vollkommen robust ist und im vollen Saft steht nicht angeraten, erst recht keine 2.
Jeder Blattschnitt kostet den Baun wahnsinnig viel Kraft und wenn da die Wurzeln (durch das Umtopfen) nicht liefern können, verlierst Du die Linde.

Was Du tun kannst, ist zu große Blätter halbieren, damit Licht und Luft ins Innere kommt.
Dann den Baum gut füttern und ihn für die nächste Saison vorbereiten, in der Du dann den Blattschnitt machen kannst, sobald das Laub draussen ist.
Dabei kannst Du auch beherzt zurückschneiden.
Linden neigen sehr dazu, Laub nur an den Astenden zu machen und den Innenbereich vollkommen verkahlen zu lassen.

Durch den beherzten Rückschnitt werden schlafende Triebe im Inneren angeregt und das Laub näher zum Stamm gebracht.

Drahten kann man die Linden, muss aber aufpassen, die Rinde ist sehr weich und empfindlich.

Ich umwickle meinen Draht immer mit Vulkanisierungsband und mache so die Oberfläche größer und die Kontaktfläche zum Ast etwas weicher.

Nach der Grunddrahtung wenn die Äste ihre Position halten, arbeite ich nur noch mit Abspannen.

Windgepeitschte Form halte ich bei Linden nicht für gut durchführbar, so wächst keine Linde.

Schau Dir Linden am natürlichen Standort an, das sind Bäume, die an Flussauen, in feuchten Wiesen und in sehr lichten Wäldern wachsen. Solche Standorte sind für windgepeitscht nicht bekannt.

Bei Linden ist aus meiner Sicht Frei Aufrecht oder Schirmform eher das was ihrem natürlichen Habitus am Nächsten kommt.
Viele Grüße,
    Moya

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Acelyte
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Re: Linde #1, Zweifachstamm

Beitrag von Acelyte »

Danke Moya für deine Klarstellung.

Selbstverständlich gehe ich dieses Jahr keine großen Gemeinheiten wie den Blattschnitt an, das ist mir soweit klar. Bislang habe ich lediglich den ersten Austrieb zurück geschnitten, vermutöich wird auch erstmal kein Teilblattschnitt passieren. In meiner Nachfrage an Martin meinte ich eher den windgepeitschten Stil und ob dafür generell Beispiele und "Beweise" vorzeigen sind, die auch seine Vorgehensweise (in passenden Jahren an gesunden Bäumen) bestätigen.

Vulkanisierungsband schau ich mir mal an, vielen Dank für diesen Tipp!
Stilistisch peile ich auch eher frei aufrecht mit substamm an, dennoch ist es ja jedem frei ob man mit seinen Bäumen nach natürlichem Habitus strebt oder sich mehr als Künstler vor einer Skulptur sieht. Da lässt sich manche Pflanze "verbiegen".
Mein Ansatz wäre das nicht und doch ist da Neugier was anderen möglich ist.

Gruß, Waldemar
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Moya
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Re: Linde #1, Zweifachstamm

Beitrag von Moya »

Hallo Waldemar,

Was Künstler und Skulptur angeht, ich stehe auf dem Stand, dass ich hier mit lebenden Pflanzen arbeite und daher immer berücksichtigen muss, was dem Baum guttut und was er (im übertragenen Sinne) will.
Ich kann und möchte nicht vollkommen gegen seine Natur arbeiten nur um meinen künstlerischen Willen zu befriedigen.

Arbeiten tue ich nach dem Motto: ich mache dem Baum Vorschläge und schaue ob das toleriert wird. Wenn ja, fein, wenn nein, muss ich was Anderes vorschlagen bis ich die Harmonie zwischen dem was ich mir vorstelle und dem was der Baum bereit ist zu tun gefunden habe.
Viele Grüße,
    Moya

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Andre K.
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Re: Linde #1, Zweifachstamm

Beitrag von Andre K. »

Top geschrieben👍!
Acelyte
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Re: Linde #1, Zweifachstamm

Beitrag von Acelyte »

Einmal ein Update nach einer Saison in der ich lernen durfte wie regelmäßig die Linde in einer Schale doch Wasser möchte.
Schon ein paar kleinere trockene Phasen haben es ihr schwer getan, daher ist dieses Jahr nicht soo viel passiert.
Links ist ein Ast verloren gegangen da hab ich provisorisch was von hinten rum gedrahtet.
Insgesamt muss ich deutlich mehr steuern im Frühjahr. Mehr Kraft nach unten, also treiben lassen. Oben nehme ich die langen Äste weiter zurück (links).
Nach dem ersten Austrieb auch definitiv wieder mit Teilblattschnitt in der oberen Hälfte.

6 Jahre haben wir jetzt schon zusammen.
Als erster Baum mit dem ich wirklich lernen durfte und noch immer darf, macht er mir noch immer viel Freude.
Auch wenn ich sicher deutlich weiter sein könnte, hätte ich schon früher mehr gewusst. :-D
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