Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

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Norbert_S
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Norbert_S »

Der Baum hat aktuell eine eindeutige Bewegungsrichtung.
Die nach neutral aufzulösen wäre auf der Zeitachse sicherlich möglich.
Sie nach rechts zu verschieben kann ich mir nur schwer vorstellen.
Diese Bewegung muss ja auch nicht in totaler Dominanz sofort laut rufen.
Für mich ist es bei reifen Gestaltungen am liebsten gesehen als dezentes Spiel.
Der erste Hinweis beim Blick auf die Pflanzposition. Alles was danach kommt, kann auch gerne etwas durch vorn liegendes Grün verschleiert werden. Erst wenn der Blick einmal über den Baum gewandert ist und sich wieder für die Totale öffnet, wird aus den erkundeten Details und dem Blick auf's Ganze die Ausstrahlung und Ausrichtung erfasst. Idealtypisch nur für mich.
Norbert

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BenBonsai
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

In diese Richtung gingen auch meine bisherigen Gedanken, Norbert. Das hätte zur Folge, den Hauptstamm leicht nach rechts zu entwickeln und den rechten Kronenast nicht zu dominant werden zu lassen.

Und doch hat eine ausgeprägtere Bewegungsrichtung nach rechts für mich zunehmenden Charme bekommen. Der Plan darf reifen, das sind jetzt wichtige Grundsteine für die weitere Entwicklung. Der Austausch im Forum hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Baum heute so dasteht. Das ist für mich eine schöne Art zu lernen.
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BenBonsai
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Kürzlich bin ich bei einer Online-Baumbesprechung von Ryan Neil und Michael Hagedorn auf ein Wundverschlussmittel gestoßen, das der sonst üblichen Knete überlegen sein soll: Kirikuchi-Naoru Wound Sealer.

Ich werde die Wirkung bei diesem Baum beobachten.

Das letzte Bild zeigt, dass sich die Blattmasse unten und in der Mitte im Laufe der Saison bereits schon etwas nach rechts verlagert hat. Ich finde, dass dadurch der Baum mehr im Gleichgewicht ist.
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Lutz Marx
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Lutz Marx »

Hey Ben,

Ich hab mir das Bild ziemlich lang angeschaut. Super, wie vital der Baum nach wie vor ist.
Du willst offensichtlich auf eine Verdickung der unteren Äste raus? Das erscheint sinnvoll. Aber auch die oberen hätten noch Luft nach oben, zumindest im rechten Bereich? Die Schale finde ich ganz persönlich richtig brutal zu flach, aber das ist Geschmackssache.

LG, Lutz
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BenBonsai
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Lutz, der Baum wird oben wieder an Umfang zunehmen. Dieses Jahr ging es mir hauptsächlich um die Kräftigung des rechten Bereiches und die Zurücknahme des geraden Kronenastes. Dadurch wirkt der Baum momentan sehr ausladend.

Die Schale ist nicht die Endgültige. Aber Du kennst ja meine Vorliebe für flache Schalen :)
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Norbert_S
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Norbert_S »

Der Baum gefällt mir ausgesprochen gut, weil seine Vitalität förmlich aus dem Foto springt.
Alle Bilder, die wir hier einstellen, sind doch nur Momentaufnahmen. Diesen hier gezeigten Moment kann ich sehr genießen, weil mir breit ausladende Parkbäume ausgesprochen gut gefallen.
Der Moment könnte meinetwegen also gerne dauern.

Zum Wundverschluss bei großen Wunden möchte ich einen Gedanken verlieren.
Nicht alle Bäume verhalten sich bekanntlich so, wie der Dreispitz es so vortrefflich macht. Der überwallt auch große Wunden mit relativ flachem Kallus.
Bei den meisten Bäumen ist das nicht so.
Wir alle kennen von alten Parkbäumen, an denen die unteren teils starken Äste mit einem kurzen Stumpf geschnitten wurden, das ringförmige dicke überwallen und in der Mitte verfault die Schnittstelle und wird später Brutplatz für diverse Vogelarten. Auch unsere Bonsai weisen bei Kappungen des Stammes zur Höhenreduktion große Schnittstellen auf; ebenso, wenn im Laufe der Jahre meist im oberen Bereich Äste zu stark geworden sind und gegen dünnere ausgetauscht werden sollen.
Die ersten Jahre wird die Schnittstelle noch überwallt, durch Wachtum nimmt der Stamm leicht an Umfang zu und so entfernt sich die Schnittstelle immer weiter vom oberen Rand des Kallus, liegt deutlich sichtbar tiefer.
Von Baumart zu Baumart unterschiedlich stoppt der Prozess des Wundverschlusses irgendwann. Dann nützt es auch nur noch wenig bis gar nichts den Kallusrand zu verletzen, um Wachtum zu provozieren.
Dann ist es meines Erachtens notwendig, die Schnittstelle wieder dichter an den Kallusrand zu führen.
Dafür nutze ich eine 2-Komponnenten-Knete, zusammengemischt ergibt es eine hellgraue für gut 30 Minuten verarbeitbare Masse, die nach abbinden hart wie Beton ist. Sie lässt sich sehr gut glätten, wird beim abbinden nicht warm oder heiß und diffundiert keine schädlichen Chemikalien.
Fliesenkleber wird auch genommen, der hat aber nicht diese baumschonenden Eigenschaften, wird nicht ganz so hart und ist schwerer zu glätten.
Sicher gibt es auch noch andere Möglichkeiten, ich wollte nurdas Prinzip erläutern.
Wenn die Schnittstelle also wieder dicht am Kallusrand liegt, kann ich diesen wieder mit einen Messer o.ä. verletzen und dann anschließend mit einem Wundverschluss abdecken.
Jetzt wird sich der Kallus weiter über die feste glatte Struktur schieben und die Schnittstelle mit der Zeit verschließen.

Exemplarisch füge ich drei Bilder an.
1. Die mittig im Stamm liegende Schnittstelle an meiner Kastanie, die aufgehört hatte weiter zu verschließen. viewtopic.php?f=4&t=46080&p=507035#p507035
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20250826_182637.jpg (119.32 KiB) 3822 mal betrachtet
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2. Ein etwas unscharfes Bild vom Astwerk der Kastanie, wo eine verschlossene Schnittstelle und eine weiterhin offene zu sehen ist. Die offene wird ohne Maßnahme auch nicht weiter verschlossen werden.
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20250826_214921.jpg (118.92 KiB) 3822 mal betrachtet
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3. Eine starke Wurzel meiner alten Ulme, deren Mitte der Schnittstelle schon weggerottet war noch ohne Wundverschluss. viewtopic.php?f=9&t=42621
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Norbert

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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von AndreasK »

Mir gefällt dieser Baum auch sehr. Und danke Norbert für so dieteilierte Erklärung wegen Wundverschluss. Darf ich fragen welche 2-Komponnenten-Knete benutzt du genau?

Grüße Andreas
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Norbert_S
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Norbert_S »

Den von Bonsai Plaza, Andreas.
Norbert

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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von AndreasK »

Danke
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BenBonsai
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Ein Update aus der Werkstatt. Heute wurde die Wundstelle nachgearbeitet. Da der Verrottungsprozess schon fortgeschritten war habe ich mir den japanischen Kitt besorgt. Er besteht aus zwei Komponenten, die durch Vermengen abbinden. Dadurch wird eine hohe Festigkeit erreicht, sodass der Kallus darüberwachsen kann. Für diejenigen, die das auch mal ausprobieren wollen hier eine Zusammenfassung meines Vorgehens.
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Handelsverpackung
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Komponenten
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Arbeitsmenge
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Vermengung
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Verbringen in den Hohlraum
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Endvearbeitung mit Wundpaste
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von hopplamoebel »

Moin Ben,

tolle Doku *daumen_new* Du haust ja hier einen Hammerbaum nach dem nächsten raus. Vor allem Deine Ahörner sind beneidenswert!! Wie viele Bäume hast Du insgesamt?

Ist der Baum nicht mittlerweile etwas zu ausladend geworden? Für mich sieht es so aus, als ob ein wenig Längenreduktion in alle Richtungen nicht verkehrt wäre?

Grüße
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
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Barbara
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Barbara »

Vielen Dank, für den Bericht über den japanischen Kitt, Ben. Sehr interessant!

Ich bin total begeistert. Dein Eisenholzbaum sieht dermaßen klasse aus. *clap*
Ich finde die Breite gerade gut, dadurch wirkt er nochmal älter und knorriger.

Liebe Grüße,
Barbara
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von Opa Lutz »

Sehr schöner Baum und danke für die tolle Doku. *daumen_new*
Schöne Grüße,
Lutz

Ich freue mich über jeden Gedanken von Euch zu meinen Bäumen. *daumen_new*
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

@hopplamoebel
Danke für Dein Lob. Ich habe nicht gezählt wie viele Bäume ich habe, das wechselt immer wieder. Bei diesem Baum möchte ich den ausladenden Charakter beibehalten. Ich bin einfach ein Parkbaumfan. Aber ja, der Winterschnitt wird noch kommen.

@Barbara
Ganz lieben Dank für Deinen Zuspruch.

@Opa Lutz
Auch Dir vielen Dank für den Zuspruch.
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Re: Eisenholzbaum - der Unverwüstliche!

Beitrag von BenBonsai »

Jetzt sind die Blätter ab und es geht in die wohlverdiente Winterruhe. Ich freue mich schon, den Baum im Frühjahr in eine neue Schale zu setzen.
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