Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
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mydear
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von mydear »

Echt gesundes Wachstum, Jürg. Die scheint sich bei dir wohl zu fühlen.

Meine haben nicht so kontinuierlich starkes Wachstum, erst jetzt kommen sie langsam. Ich müßte mal wieder aktualisieren.

Grüße
Rainer
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mydear
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von mydear »

Update der 3 Besen-Kandidaten.
Das werden keine Schnellentwickler, ein Schritt nach dem anderen…

Grüße, Rainer
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16.3.2025: Besen-Kandidat 1, 2 und 3
16.3.2025: Besen-Kandidat 1, 2 und 3
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ein Vergleichskandidat kommt dazu: er wird „schnell erzogen, nach Methode „Wachsen lassen und Schneiden“. Wird interessant sein, über die Jahre vergleichen zu können
ein Vergleichskandidat kommt dazu: er wird „schnell erzogen, nach Methode „Wachsen lassen und Schneiden“. Wird interessant sein, über die Jahre vergleichen zu können
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16.3.2025: Shohin-Besen Nr. 4
16.3.2025: Shohin-Besen Nr. 4
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Jürg Stäheli
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von Jürg Stäheli »

Schön zu sehen, neues von deinen Zelkovenbesen, interessant.
Du hast noch nichts über die Behandlung der Wurzeln geschrieben, wie gehst du vor?
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mydear
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von mydear »

Jürg Stäheli hat geschrieben: 17.04.2025, 21:20 Schön zu sehen, neues von deinen Zelkovenbesen, interessant.
Du hast noch nichts über die Behandlung der Wurzeln geschrieben, wie gehst du vor?
Hallo Jürg,
jetzt wo du es schreibst, wird es mir erst bewusst.Da habe ich nie Bilder von Anfang an gezeigt. Weil Arbeit am Nebari ist für mich eine grundlegende Standard-Prozedur geworden. Da denke ich kaum nach, das läuft immer gleich ab:

- die Stecklinge jährlich umtopfen, alle Wurzeln rundum auf etwa 2 cm einkürzen
- alles was nach unten oder innen wächst wird bündig herausgeschnitten
- ebenso was nicht aus der radialen Wurzelebene wächst -sprich nicht auf gleicher Höhe liegt- kommt weg
- wenn der Steckling im Topf wackelt unbedingt mit Draht und schützenden Gummitüllen fixieren
- falls der Stamm dick genug ist (ab 1-1,5 cm) lege ich ein kleines Holzplättchen (oder Kunststoffplättchen, Küchenschaber, CD etc) darunter und schraube eine kleine Spax-Schraube in den Stamm. Mit dünnem 2-2,5 mm-Bohrer wird vorgebohrt
- dicke Wurzeln werden stärker beschnitten als dünnere
- lange Wurzeln immer bis auf die innerste Gabelung einkürzen, so dass sie sich auf zwei Seitenwurzeln verzweigen
- grobes, ausschließlich mineralisches Substrat mit 3-4 mm bei Stecklingen verwenden. Bei Jungpflanzen oft auch 4-6 mm Korngröße
- alle Substrate sind gesiebt. Zusammensetzung: Akadama - Bims - Lava/Blähschiefer (1:1:1), manchmal Kanuma (Azalee etc) oder Kiryu (Nadler)
Ich habe aus den 90er Jahren noch ein 1mm-Sieb. Der feine Akadama-Staub wandert in ein Säckchen als Keto-Ersatz. Das feine Zeugs unter 3 mm kann manchmal oben aufgelegt werden, um Moos schneller anwachsen zu lassen. Moos hält das Nebari länger feucht und verhindert, dass das Substrat beim Gießen heraus geschwemmt wird.

Ich habe hier mal Beispiele über Jahre dokumentiert. Zwar nicht von Stecklingen ausgehend, doch mit den gleichen Techniken:
viewtopic.php?p=493306#p493306

Grüße, Rainer
ps: ja, ich bin Nebari-Fetischist
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Suikinkutsu
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von Suikinkutsu »

Hallo Rainer,

vielen Dank für diese tolle Dokumentation und auch den Link auf den Faden mit den Nebaritechniken. Auch dieser über viele Jahre so aufmerksam gepflegt, wie Deine Bäume. Das ist für mich als Anfänger Gold wert!
Schöne Grüße

Tim
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Der Maddin
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von Der Maddin »

Hallo,
dann möchte ich mal meine zwei Projekte vorstellen.
Die erste Ulme ist die bereits erwähnte aus dem Hochbeet.
Nachdem ich letztes Jahr den Stamm begradigt habe,
wurden Heute die zwei Äste in Form gebracht. Der Versuch
einer Besenform mit nur zwei Ästen.
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Der Maddin
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von Der Maddin »

Die Zweite ist ein älterer Steckling.
Ich habe im Februar den Stamm gekappt und sie durch
ein gebohrtes Loch in der Plastikscheibe gezogen.
Die Scheibe dient der Stammverdickung und Wurzelbildung.
Das soll ein Besen in Pinselform werden.
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Der Maddin
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von Der Maddin »

Hallo,
den ersten Versuch mit den zwei Ästen breche ich wegen
der Verdickung und den Drahtspuren ab.
Ich werde ihn nächstes kappen und einen neuen
Versuch starten.
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Der Maddin
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von Der Maddin »

Die Pinselform werde ich weiter kultivieren.
Obwohl ich den jeweils stärksten Ast eingekürzt habe
hat sich eine Wulst gebildet.
Ich werde jetzt alles auf zwei Augen kürzen und im
nächsten Jahr geht's weiter.
LG,
Martin
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mydear
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von mydear »

Hallo Martin,
Einschneiden des Drahtes am Zwistel ist mir auch schon passiert, das geht leider viel zu schnell.

Auch die Wulstbildung an der Schnittstelle kenne ich von meinen gekappten Ulmen. Das scheint ein reproduzierbares Ergebnis zu sein. Ich habe den Wulst mit einem Messer entfernt und mit Knete abgedeckt, bin mit dem Ergebnis zufrieden.

Geteiltes Leid ist hoffentlich nur noch halbes Leid,
Rainer
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mydear
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von mydear »

Die Verzweigung hat etwas zugenommen, fällt mir allerdings erst beim Vergleich der Bilder auf. Der Weg ist noch lang.

Grüße, Rainer
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März 2025
März 2025
IMG_4092.jpeg (225.25 KiB) 4442 mal betrachtet
Oktober 2025
Oktober 2025
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von mydear »

Während ich bei meinen 3 Stecklings-Besen nur geringe Fortschritte beobachte, geht die „Cut-and-Grow-Variante“ besser voran.

2 Probleme stelle ich fest:
- über Winter sterben jedes Jahr einige Feintriebe ab. Sie trocknen ein und bekommen dunkelbraune Rinde. Die Verzweigungsdichte kommt nicht wirklich voran.
- nach Rückschnitten treiben nicht die letzten beiden Knospen, sondern lediglich die Terminalknospe aus. Ohne Verzweigung muss irgendwann tiefer zurückgeschnitten werden und die Entwicklung des letzten Jahres ist verloren. Im Gegensatz dazu gibt es bei Cut & Grow fast immer Zweier-Verzweigungen, ja sogar Dreierverzweigungen mit den 90°-abstehenden Adventivknospen. Diese sollten entfernt werden. Sie führen zur Verdickung der Ansätze und konkurrieren mit der Feinverzweigung.

Grüße, Rainer
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28.12.2025: den ehemaligen Steckling stark wachsen lassen und später kräftig einkürzen (Cut & Grow), dazu kommt sorgsame Schnittstellenversorgung (Cut & Paste)
28.12.2025: den ehemaligen Steckling stark wachsen lassen und später kräftig einkürzen (Cut & Grow), dazu kommt sorgsame Schnittstellenversorgung (Cut & Paste)
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von mydear »

Die Verzweigung hat im Winter gelitten, ein paar Triebe sind vertrocknet. Leider auch solche, die für die Grundstruktur wichtig waren.
Insgesamt betrachtet: viel Aufwand bei dem ich dem Ziel nicht merklich näher komme. Oder wie Rüdiger sagen würde: eine echte ABM-Maßnahme.

Grüße, Rainer
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28.3.2026
28.3.2026
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von mydear »

Die schnell entwickelte Zelkove Nr. 4 mußte heuer schon 3-4x geschnitten werden. Meist entwickeln sich an den oberen Trieben recht lange Internodien. Dann schneide ich ins eine Etage tiefer zurück. Das kostet zwar eine Verzweigungsebene, doch die Proportionen oben-unten passen besser.

Grüße, Rainer
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2.8.2026: vor dem Schnitt
2.8.2026: vor dem Schnitt
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vorher
vorher
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nachher
nachher
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2.8.2026: aktuelle Vorderseite. Oben am Gipfel ist mir ein Draht stark eingewachsen. Gut möglich, dass der Gipfel noch entfernt werden muss. Vorerst habe ich die Rinde angeschnitten, den überstehenden Kallus (infolge der Drahtung) vorsichtig geglättet
2.8.2026: aktuelle Vorderseite. Oben am Gipfel ist mir ein Draht stark eingewachsen. Gut möglich, dass der Gipfel noch entfernt werden muss. Vorerst habe ich die Rinde angeschnitten, den überstehenden Kallus (infolge der Drahtung) vorsichtig geglättet
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roro
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Re: Besen/ Besenform bei Zelkove: Anzucht aus Stecklingen

Beitrag von roro »

Hallo Rainer,

spannend wird es sein, das Ergebnis deiner zwei Methoden in 10 Jahren zu vergleichen.
So wäre es schön, du würdest auch die anderen Stecklinge updaten.Auch wenn sich in deinen Augen dirt nicht viel getan hat.

Ich taste mich seit diesem Frühling an Zelkoven heran. Einer von @Jürg Stähelis Stecklingen habe ich geschenkt bekommen. Parallel habe ich davon vom ersten Austrieb ganz feine Stecklinge geschnitten. So kann ich, wenn sie den Winter überleben, im nächsten Frühjahr ebenfalls etwas experimentieren.
Aber ich muss sagen. So "einfach" wie Zelkoven immer beschrieben werden, empfinde ich sie nicht. Die Internodien sind bei mir auch oft zu lang (und ich kann mit sparsamem Giessen kaum gegensteuern, ohne das Risiko, dass mir der Zögling über den Tag verdurstet). Der Austrieb wie du schreibst, meist nur bei der letzten Knospe nach Rückschnitt/ Pinzieren. Ich bin gespannt, wenn das Laub fällt, was sie an Verzweigung zugelegt hat.

Danke für dein Update in dieser Entwicklungsgeschichte.

viele Grüsse, Ro

PS wieso favorisierst du nich die Ansichtsseite IMG_4758? Mir scheint der Übergang von der Kappstelle zum Kronenbesen bei deinem Vorschlag etwas einseitig.
Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
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