Bonsai Symposium Stein am Rhein
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Hallo Roger,
danke für dieses herrliche Bonsaisymposium. Ihr wart ja alle sehr fleißig. Die Themen kamen so verständlich rüber, als wäre ich mit einem Ohr bei euch gewesen.
Grüße
Rainer
danke für dieses herrliche Bonsaisymposium. Ihr wart ja alle sehr fleißig. Die Themen kamen so verständlich rüber, als wäre ich mit einem Ohr bei euch gewesen.
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Danke für die schönen Aufnahmen und noch mehr für die wunderbare Beschreibung zweier Tage im Bonsaiglück.
Die Begleitung vom unscheinbaren Start zum ansehnlichen Baum, der Teil von uns geworden ist, mit in die Betrachtung einwirken zu lassen, finde ich grandios. Unabhängig von der Zielsetzung ist es in den Gesprächen über die uns seit Jahrzenten begleitenden Bäume immer genau dieser Punkt, der einfach nie so richtig zu vermitteln ist. Besonders dann, wenn der Startpunkt ein von Fehlern und Unansehnlichkeiten strotzender Rohling ist, helfen zumindest ein paar Bilder das ringen um den einzuschlagenden Weg etwas zu veranschaulichen.
Ein toller Aspekt, gerade für solch ein Symposium.
Meinen Hochzeitstag feier ich auch nach weit über 40 Jahren immer noch lieber mit meiner Frau als mit Bonsaifreunden, sonst wäre mir der Weg nicht zu weit gewesen.
So bleibt mir die Hoffnung auf eine Neuauflage in 2025 mit mehr Terminglück auf meiner Seite.
Ganz großartige Sache, die ihr da seit 2 Jahren zelebriert.
Die Begleitung vom unscheinbaren Start zum ansehnlichen Baum, der Teil von uns geworden ist, mit in die Betrachtung einwirken zu lassen, finde ich grandios. Unabhängig von der Zielsetzung ist es in den Gesprächen über die uns seit Jahrzenten begleitenden Bäume immer genau dieser Punkt, der einfach nie so richtig zu vermitteln ist. Besonders dann, wenn der Startpunkt ein von Fehlern und Unansehnlichkeiten strotzender Rohling ist, helfen zumindest ein paar Bilder das ringen um den einzuschlagenden Weg etwas zu veranschaulichen.
Ein toller Aspekt, gerade für solch ein Symposium.
Meinen Hochzeitstag feier ich auch nach weit über 40 Jahren immer noch lieber mit meiner Frau als mit Bonsaifreunden, sonst wäre mir der Weg nicht zu weit gewesen.
So bleibt mir die Hoffnung auf eine Neuauflage in 2025 mit mehr Terminglück auf meiner Seite.
Ganz großartige Sache, die ihr da seit 2 Jahren zelebriert.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
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- Jürg Stäheli
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- Beiträge: 1082
- Registriert: 28.02.2012, 22:00
- Wohnort: Stein am Rhein
- Kontaktdaten:
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Hallo Roger
Ganz herzlichen Dank für diese gute Dokumentation. Da steckt richtig viel Arbeit dahinter, ich schätze das sehr.
Für mich ist es immer besonders wertvoll die Freude über gelungene Bäume mit andern zu teilen, das durften wir wieder eindrücklich erfahren.
LG Jürg
Ganz herzlichen Dank für diese gute Dokumentation. Da steckt richtig viel Arbeit dahinter, ich schätze das sehr.
Für mich ist es immer besonders wertvoll die Freude über gelungene Bäume mit andern zu teilen, das durften wir wieder eindrücklich erfahren.
LG Jürg
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Vielen Dank Roger.
Ein außerordentlicher und leidenschaftlicher Bericht zum Träumen und Gedanken fliegen lassen.
Gruß
Rüdiger
Ein außerordentlicher und leidenschaftlicher Bericht zum Träumen und Gedanken fliegen lassen.
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Liebe Mitlesende
vielleicht kann das Symposium bereits als Tradition bezeichnet werden, auch wenn es dieses Jahr in neuer, gekürzter Form spontaner und thematisch eingegrenzter stattfand.
Am 27.12. trafen sich Nadja, Fritze, Gingi und Roro bei Jürg in Stein am Rhein für ein Symposium zum Thema „WÄLDER“.
In einigen Vorgesprächen hatten wir den Rahmen abgesteckt. Ausgangspunkt war Jürgs vielbeachteter Rotbuchenwald und die Idee, die durch seine Gestaltung inspirierten Wälder einmal zusammen auszustellen. Der Tag war dicht gefüllt mit Diskussionen, Betrachtungen und auch einer Waldgestaltung von Gingi (Michael).
. .
Jürg öffnete die Werkstatt um 9 Uhr und nach und nach trafen die Teilnehmenden mit ihren beladenen Fahrzeugen ein:
Fritze (Christian) brachte vier Wälder mit: Zwei hier bereits vorgestellte Buchenwälder und zwei Ahornwälder.
Ich hatte zwei Wälder im Gepäck und eine Handvoll Skizzen: Einen Rotbuchenwald, der vor einem Jahr zusammengestellt wurde und ein junger Dreispitzahornwald, den ich seit ca. zwei Jahren pflege.
Gingi (Michael) brachte eine Schale mit vorbereiteten Buchenrohlingen mit und eine Anzuchtschale aus Styropor mit exakter Abmessung der künftigen Waldschale.
Jürg hatte die Werkstatt zu einer Galerie hergerichtet, Sockel und Stellwände aufgebaut und Scheinwerfer plaziert, sodass wir beim Eintreffen direkt unsere Waldgestaltungen aufstellen und wirken lassen konnten. Spannend war, wieviel der Sockel zur Wirkung beim Ausstellen beitrug. Der verwitterte Stahlsockel mochte bei einigen Gestaltungen nicht zu überzeugen, während er bei anderen Gestaltungen diese nochmals um einiges aufwerten konnte. Die weissen Sockel und Rückwände nahmen sich auch bei den weniger ausdifferenzierten Gestaltungen zurück, sodass auch sie strahlen konnten.
Nadia, eine passionierte Suiban- und Bonsaischalen-Keramikerin, war die einzige in der Runde, welche keine Bonsai gestaltet. Wir hatten sie bewusst angefragt, da sie eine der wenigen Keramikerinnen ist, die sich an grosse Waldschalen wagt und solche in Perfektion zum Verkauf oder auf Bestellung anfertigt (https://kawasemistudios.com/suiban/). Sie verfügt über ein grosses Wissen und hat ein bemerkenswertes, gestalterisches Gespür. Ihr Auto war entsprechend beladen mit vielen unterschiedlich gestalteten Schalen und Suiban.
Mit Kaffee und Tee begannen wir die unterschiedlichen Schalen zu betrachten und diskutierten, was eine Waldschale bieten muss. Nadia konnte anhand verschiedener Profile und Schalenwandformen die diskutierten Thesen zeigen. Es gab ovale und rechteckige Schalen; Schalen mit geraden Wänden, bauchige Schalen, Taschenschalen und Schalen mit einer Aussenlippe. Dazu gesellten sich spezielle Glasuren und Engoben-Veredelungen.
Ich habe das Glück, dass Nadia für meinen Buchenwald mit weiss-schwarzem Rindenschorf eine Waldschale anfertigen wird. So konnten wir vor Ort die gewünschte Wirkung der Schale resp. der Schalen-Baum-Komposition diskutieren und anhand von Mustern schärfen. Natürlich durfte auch der fachliche Austausch zwischen Nadja und Jürg nicht fehlen: Er gab uns Aussenstehenden einen Einblick, wie komplex die Herstellung, Trocknung, das Brennen und der Glasurauftrag ist; und was dabei alles passieren oder auch schiefgehen kann.
Nadia stellte auch die Frage zu Alternativen der Schale z.B. von Steinplatten bei Waldgestaltungen.
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Aus der Diskussion konnte ich folgendes mitnehmen:
Michael war zwischendurch wieder mit der Vorbereitung seiner Bäumchen für die Waldgestaltung in der Werkstatt und nach einem Gipfeli und etwas Süssem ging’s in die Ausstellung. Es war grossartig die verschiedenen Gestaltungen zu sehen und Vergleiche ziehen zu können. Auffallend unterschiedlich war die Grösse der Wälder. Fritzes’ älterer „Buchenwald Versuch“ – alles andere als ein Versuch, aber unter diesem Namen hier im Forum zu finden - hat mit etwa 50cm kaum zwei Drittel der Höhe von Jürgs „Fagus sylvatica, ein Wald aus 27 Bäumen“. Christians erst einige Wochen alte Neugestaltung eines kleinen, aber um so dichteren "Buchenwäldchen klein" ist noch etwa halb so gross. Es wird spannend die weitere Entwicklung begleiten zu können.
Susanne rief zum Mittagessen in die warme Stube und hatte für uns eine wunderbare Karottensuppe gezaubert. Vielen Dank an dieser Stelle auch an sie für ihre ausgezeichnete Bewirtung und Gastfreundschaft. In der Stube hatte Jürg seine Baumgruppe aus 3 Hainbuchen in der überaus eleganten Peter Kerbs Schale plaziert. Eine starke Gestaltung, die von allen vier Seiten eine interessante Ansicht bietet.
Ein Gebirge aus Jürgs Werkstatt war Ausschlag, dass Jürg uns seine Idee der Komposition erläuterte. Dieses Werk ganz auf „Zufälligkeit“ konzipiert widerhallt in der Formation der Gebirgsspitzen, die ebenso zufällig durch die Naturkräfte entstanden sind (respektive in seiner Skulptur durch die gekonnte Arbeit mit Meissel und Bürsten).
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vielleicht kann das Symposium bereits als Tradition bezeichnet werden, auch wenn es dieses Jahr in neuer, gekürzter Form spontaner und thematisch eingegrenzter stattfand.
Am 27.12. trafen sich Nadja, Fritze, Gingi und Roro bei Jürg in Stein am Rhein für ein Symposium zum Thema „WÄLDER“.
In einigen Vorgesprächen hatten wir den Rahmen abgesteckt. Ausgangspunkt war Jürgs vielbeachteter Rotbuchenwald und die Idee, die durch seine Gestaltung inspirierten Wälder einmal zusammen auszustellen. Der Tag war dicht gefüllt mit Diskussionen, Betrachtungen und auch einer Waldgestaltung von Gingi (Michael).
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Jürg öffnete die Werkstatt um 9 Uhr und nach und nach trafen die Teilnehmenden mit ihren beladenen Fahrzeugen ein:
Fritze (Christian) brachte vier Wälder mit: Zwei hier bereits vorgestellte Buchenwälder und zwei Ahornwälder.
Ich hatte zwei Wälder im Gepäck und eine Handvoll Skizzen: Einen Rotbuchenwald, der vor einem Jahr zusammengestellt wurde und ein junger Dreispitzahornwald, den ich seit ca. zwei Jahren pflege.
Gingi (Michael) brachte eine Schale mit vorbereiteten Buchenrohlingen mit und eine Anzuchtschale aus Styropor mit exakter Abmessung der künftigen Waldschale.
Jürg hatte die Werkstatt zu einer Galerie hergerichtet, Sockel und Stellwände aufgebaut und Scheinwerfer plaziert, sodass wir beim Eintreffen direkt unsere Waldgestaltungen aufstellen und wirken lassen konnten. Spannend war, wieviel der Sockel zur Wirkung beim Ausstellen beitrug. Der verwitterte Stahlsockel mochte bei einigen Gestaltungen nicht zu überzeugen, während er bei anderen Gestaltungen diese nochmals um einiges aufwerten konnte. Die weissen Sockel und Rückwände nahmen sich auch bei den weniger ausdifferenzierten Gestaltungen zurück, sodass auch sie strahlen konnten.
Nadia, eine passionierte Suiban- und Bonsaischalen-Keramikerin, war die einzige in der Runde, welche keine Bonsai gestaltet. Wir hatten sie bewusst angefragt, da sie eine der wenigen Keramikerinnen ist, die sich an grosse Waldschalen wagt und solche in Perfektion zum Verkauf oder auf Bestellung anfertigt (https://kawasemistudios.com/suiban/). Sie verfügt über ein grosses Wissen und hat ein bemerkenswertes, gestalterisches Gespür. Ihr Auto war entsprechend beladen mit vielen unterschiedlich gestalteten Schalen und Suiban.
Mit Kaffee und Tee begannen wir die unterschiedlichen Schalen zu betrachten und diskutierten, was eine Waldschale bieten muss. Nadia konnte anhand verschiedener Profile und Schalenwandformen die diskutierten Thesen zeigen. Es gab ovale und rechteckige Schalen; Schalen mit geraden Wänden, bauchige Schalen, Taschenschalen und Schalen mit einer Aussenlippe. Dazu gesellten sich spezielle Glasuren und Engoben-Veredelungen.
Ich habe das Glück, dass Nadia für meinen Buchenwald mit weiss-schwarzem Rindenschorf eine Waldschale anfertigen wird. So konnten wir vor Ort die gewünschte Wirkung der Schale resp. der Schalen-Baum-Komposition diskutieren und anhand von Mustern schärfen. Natürlich durfte auch der fachliche Austausch zwischen Nadja und Jürg nicht fehlen: Er gab uns Aussenstehenden einen Einblick, wie komplex die Herstellung, Trocknung, das Brennen und der Glasurauftrag ist; und was dabei alles passieren oder auch schiefgehen kann.
Nadia stellte auch die Frage zu Alternativen der Schale z.B. von Steinplatten bei Waldgestaltungen.
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Aus der Diskussion konnte ich folgendes mitnehmen:
- Die Schale verkörpert den „Erdboden“ und schafft die Trennung des Bonsai von der Umgebung. Sie schliesst die Gestaltung nach unten ab.
- Gestalterisch müssen Waldschalen ruhiger wirken als Bonsaischalen für Einzelbäume. Die Bonsaigestaltungen von Wäldern sind meist weniger dominant und „vertragen“ nur subtile Schalen, um nicht übertönt zu werden. Die Schale ordnet sich einem Baum unter.
- Waldschalen sind technisch anspruchsvoll, da sie aufgrund der Grösse sehr schnell sichtbaren Verzug beim Trocknen oder Brennen ausbilden.
- Die geringe Schalenhöhe lässt wenig Raum für eine ausgeprägte Glasurgestaltung der Schalenwand. Ein auffälliges Glasurspiel kann durch fehlende Wiederholung schnell zu dominant, statt Teil eines sich wiederholenden Musters werden.
Michael war zwischendurch wieder mit der Vorbereitung seiner Bäumchen für die Waldgestaltung in der Werkstatt und nach einem Gipfeli und etwas Süssem ging’s in die Ausstellung. Es war grossartig die verschiedenen Gestaltungen zu sehen und Vergleiche ziehen zu können. Auffallend unterschiedlich war die Grösse der Wälder. Fritzes’ älterer „Buchenwald Versuch“ – alles andere als ein Versuch, aber unter diesem Namen hier im Forum zu finden - hat mit etwa 50cm kaum zwei Drittel der Höhe von Jürgs „Fagus sylvatica, ein Wald aus 27 Bäumen“. Christians erst einige Wochen alte Neugestaltung eines kleinen, aber um so dichteren "Buchenwäldchen klein" ist noch etwa halb so gross. Es wird spannend die weitere Entwicklung begleiten zu können.
Susanne rief zum Mittagessen in die warme Stube und hatte für uns eine wunderbare Karottensuppe gezaubert. Vielen Dank an dieser Stelle auch an sie für ihre ausgezeichnete Bewirtung und Gastfreundschaft. In der Stube hatte Jürg seine Baumgruppe aus 3 Hainbuchen in der überaus eleganten Peter Kerbs Schale plaziert. Eine starke Gestaltung, die von allen vier Seiten eine interessante Ansicht bietet.
Ein Gebirge aus Jürgs Werkstatt war Ausschlag, dass Jürg uns seine Idee der Komposition erläuterte. Dieses Werk ganz auf „Zufälligkeit“ konzipiert widerhallt in der Formation der Gebirgsspitzen, die ebenso zufällig durch die Naturkräfte entstanden sind (respektive in seiner Skulptur durch die gekonnte Arbeit mit Meissel und Bürsten).
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Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Nach Kaffee und etwas Süssem ging’s wieder in die Werkschau.
Ich hatte ein unbedeutendes Dreispitzwäldchen mitgebracht, ein Wald aus vielen dünnen Stämmchen, der eine Fernwirkung eines Wäldchens in einem weiten Feld symbolisiert. Anhand von Vorbildern aus der Natur konnte die Absicht der Gestaltung verdeutlicht, eine künftige Perspektive mit den Teilnehmenden diskutiert werden. Insbesondere gab die Schale zu reden. Sie war bei allen durchgefallen (auch bei mir): Mangels Alternativen beim Erhalt der Pflänzchen in einer zerbrochenen Schale, eine provisorische Notlösung mit der Gefahr zum Providurium zu werden.
Jürg hatte im Vorfeld einige Bilder von Wäldern, Bonsai, Gemälden und Zeichnungen an die Teilnehmenden verschickt, sodass wir dank dem Handy eine Diskussion der verschiedenen Bilder führen konnten: Inspiration kann ebenso in Kunstwerken gefunden werden, oftmals sogar pointierter. Sie wurden bereits durch ein künstlerisches Auge in Ihrer Aussage geschärft oder auf eine Essenz „eingedampft“. Das macht den Übersetzungsprozess in Bonsai einfacher.
. .
Die Gestaltung einer Baumgruppe in Form einer alten Allee mit zwei Fahrspuren zwischen den Mooskissen wurde ebenfalls intensiv diskutiert: Ist es Kitsch? Ist es noch Bonsai oder Puppenstube? Was macht es aus, dass eine Gestaltung ins Triviale kippt? Vorab: Vieles liegt im Auge des Betrachtenden und wie er oder sie gewisse Dinge innerhalb der Gestaltung gewichtet. Jürg argumentierte, dass eine Gestaltung die Interpretation des Werks nicht einschränken sollte. Es solle jedem möglich sein die Stimmung, die es ausstrahlt mit seinen eigenen Erfahrungen zu verknüpfen. Es gehe prinzipiell um „Stimmung“. Ich und Christian stellten uns auf den Punkt, dass das Zugefügte – sobald es nicht mehr aus der Natur selbst stammt oder auf menschliches Tun verweist - ein Werk zum Kippen bringt und aus einer (an)klingenden Gestaltung ein plattes Abbilden macht. Wir hatten aber nicht zu Ende gedacht, dass nicht nur Wege, Parkbänke oder Seilschaukeln dieses Kippen verursachen, sondern ebenso Plastikwildgetier in unseren Augen. Einig waren wir uns, dass die Kunst in der Reduktion liegt: Mit einem Minimum an Elementen ein Maximum an Wirkung erzeugen. Dies trifft übrigens auch auf Waldschalen als ein Element in der Gestaltung zu.
. . .
Michael war parat und stellte uns seine gerade entstandene Waldgestaltung vor. Eine lichte Komposition aus 11 Rotbuchen in zwei Gruppen mit einer markanten Lichtung zwischen den beiden Gruppen. Es wurde ausgetestet, wie die Gestaltung mit einem Baum mehr wirkte und was bei dieser geringen Anzahl Bäume mit dem Zutun oder der Wegnahme eines einzelnen passiert. Nach einer feinen Korrektur war Michael mit der Gestaltung zu frieden und so ging’s ans Einarbeiten des Substrats.
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Jürg holte seinen grossen Buchenwald ins Atelier und so kamen wir zum Abschluss in den Genuss der Betrachtung seiner ikonischen Gestaltung.
Susanne bat uns zum Abendessen und verwöhnte uns mit zwei herausragenden Lasagne. Soviel Kopfarbeit hatte reichlich Hunger geschürt. Wir genossen das gemeinsame Abendessen bevor es nach einem intensiven Tag ans Einladen der Wälder und die Heimfahrt ging.
Jürg und Susanne herzlichen Dank für die Gastfreundschaft, Vorbereitung und königliche Verpflegung. Ich glaube, für alle sprechen zu dürfen, dass uns der Anlass noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Ich hatte ein unbedeutendes Dreispitzwäldchen mitgebracht, ein Wald aus vielen dünnen Stämmchen, der eine Fernwirkung eines Wäldchens in einem weiten Feld symbolisiert. Anhand von Vorbildern aus der Natur konnte die Absicht der Gestaltung verdeutlicht, eine künftige Perspektive mit den Teilnehmenden diskutiert werden. Insbesondere gab die Schale zu reden. Sie war bei allen durchgefallen (auch bei mir): Mangels Alternativen beim Erhalt der Pflänzchen in einer zerbrochenen Schale, eine provisorische Notlösung mit der Gefahr zum Providurium zu werden.
Jürg hatte im Vorfeld einige Bilder von Wäldern, Bonsai, Gemälden und Zeichnungen an die Teilnehmenden verschickt, sodass wir dank dem Handy eine Diskussion der verschiedenen Bilder führen konnten: Inspiration kann ebenso in Kunstwerken gefunden werden, oftmals sogar pointierter. Sie wurden bereits durch ein künstlerisches Auge in Ihrer Aussage geschärft oder auf eine Essenz „eingedampft“. Das macht den Übersetzungsprozess in Bonsai einfacher.
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Die Gestaltung einer Baumgruppe in Form einer alten Allee mit zwei Fahrspuren zwischen den Mooskissen wurde ebenfalls intensiv diskutiert: Ist es Kitsch? Ist es noch Bonsai oder Puppenstube? Was macht es aus, dass eine Gestaltung ins Triviale kippt? Vorab: Vieles liegt im Auge des Betrachtenden und wie er oder sie gewisse Dinge innerhalb der Gestaltung gewichtet. Jürg argumentierte, dass eine Gestaltung die Interpretation des Werks nicht einschränken sollte. Es solle jedem möglich sein die Stimmung, die es ausstrahlt mit seinen eigenen Erfahrungen zu verknüpfen. Es gehe prinzipiell um „Stimmung“. Ich und Christian stellten uns auf den Punkt, dass das Zugefügte – sobald es nicht mehr aus der Natur selbst stammt oder auf menschliches Tun verweist - ein Werk zum Kippen bringt und aus einer (an)klingenden Gestaltung ein plattes Abbilden macht. Wir hatten aber nicht zu Ende gedacht, dass nicht nur Wege, Parkbänke oder Seilschaukeln dieses Kippen verursachen, sondern ebenso Plastikwildgetier in unseren Augen. Einig waren wir uns, dass die Kunst in der Reduktion liegt: Mit einem Minimum an Elementen ein Maximum an Wirkung erzeugen. Dies trifft übrigens auch auf Waldschalen als ein Element in der Gestaltung zu.
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Michael war parat und stellte uns seine gerade entstandene Waldgestaltung vor. Eine lichte Komposition aus 11 Rotbuchen in zwei Gruppen mit einer markanten Lichtung zwischen den beiden Gruppen. Es wurde ausgetestet, wie die Gestaltung mit einem Baum mehr wirkte und was bei dieser geringen Anzahl Bäume mit dem Zutun oder der Wegnahme eines einzelnen passiert. Nach einer feinen Korrektur war Michael mit der Gestaltung zu frieden und so ging’s ans Einarbeiten des Substrats.
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Jürg holte seinen grossen Buchenwald ins Atelier und so kamen wir zum Abschluss in den Genuss der Betrachtung seiner ikonischen Gestaltung.
Susanne bat uns zum Abendessen und verwöhnte uns mit zwei herausragenden Lasagne. Soviel Kopfarbeit hatte reichlich Hunger geschürt. Wir genossen das gemeinsame Abendessen bevor es nach einem intensiven Tag ans Einladen der Wälder und die Heimfahrt ging.
Jürg und Susanne herzlichen Dank für die Gastfreundschaft, Vorbereitung und königliche Verpflegung. Ich glaube, für alle sprechen zu dürfen, dass uns der Anlass noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
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viel Spass beim Lesen!
viel Spass beim Lesen!
Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Vielen Dank, Roger, für den tollen, sehr interessanten Einblick in euer Treffen.
Da das Thema "Wald" bei mir ja gerade sehr aktuell ist, sind eure Vorgehensweisen und Erkenntnisse sehr spannend und wertvoll für mich.
Liebe Grüße,
Barbara
Da das Thema "Wald" bei mir ja gerade sehr aktuell ist, sind eure Vorgehensweisen und Erkenntnisse sehr spannend und wertvoll für mich.
Liebe Grüße,
Barbara
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Roger, auch von mir vielen Dank für deine ausführliche Darstellung und Beschreibung eines sicherlich hochinteressanten Tages.
Einige eigene Gedanken zum gezeigten würde ich gerne anmerken.
Gerade die letzten beiden Bilder mit Jürgs Zauberwald zeigen, wo die anderen aktuell noch stehen. Das ist beleibe keine Abwertung nur dem aktuellen Entwicklungsstand geschuldet.
Die Unterscheidung in Wälder oder Gruppen ist nicht trivial, sie hat m.E. entscheidenden Einfluss auf die Stellung der Äste.
Unwidersprochen ist Reduktion ein wesentliches Merkmal von Bonsai, je besser die Gestaltung desto weniger ist notwendig zur Erreichung des gewünschten Eindrucks, der gewünschten Stimmung oder Ausstrahlung.
Waldgestaltungen erleben wir in den meisten Fällen als Ausschnitt eines geschlossenen Waldes, die größten Bäume leicht außermittig der Rest nach den Seiten abfallend.
Eine solche Gestaltung sind die Wälder von Jürg und Fritze.
Christians Wald fehlt nach meiner festen Überzeugung noch die Ausbildung der rechten und linken Traufen - reine Zeitfrage, wenn gewollt. Die Anordnung der Stämme ist hervorragend, die Ausstrahlung schon jetzt toll.
Roger, dein Wald in der Kiste zeigt, wenn ich das richtig erkennen kann, einen noch kleineren Ausschnitt. Der Betrachter steht im Wald und kann dessen Auslaufen nach rechts hin sehen. Folgerichtig steht der höchste Baum links.
Finde ich großartig!
Hier darf natürlich links keine Traufe sein sondern nur rechts. Links stark aufstrebendes Astwerk und auch nicht zu tief ansetzend, geht der Wald doch in dieser Richtug weiter.
Da bin ich auf die weitere Entwicklung sehr gespannt.
Selbige Spannung betrifft auch den Dreispitzer Wald - purer Egoismus, habe ja selber einen ähnlichen.
Zu seiner Schale ist alles geschrieben.
Michaels Gruppengestaltung gefällt mir sehr, Baumauswahl und -stellung in der Schale wirklich gut gelungen, hat schon jetzt evokative Kraft.
Hier wird es m.M.n. zukünftig sehr auf eine glaughafte Aststellung und deres Ausarbeitung ankommen, denn im Gegesatz zum Wald gehen die Äste uneinheitlicher in die Höhe, suchen nach außen Licht in der fest waagerechten Ausbreitung, im Inneren je nach Platz gar nicht oder steiler ansteigend. Das erfordert natürlich viel Reduktion damit der Ausdruck stimmig bleibt und nicht wirr wird.
Ein wunderbares Projekt und ich wünsche viel Freude in den Jahren des Feinschliffs.
Als ich Nadjas Waldschale gesehen habe, ist der stille Schrei "Haben wollen!!" sicherlich bis in die Schweiz gerollt.
Zu Jürgs Wald schreib ich nichts, dass sollen Wortkünstler machen, die es schaffen ihn zu beschreiben.
Noch einmal Danke für's teilen.
Einige eigene Gedanken zum gezeigten würde ich gerne anmerken.
Gerade die letzten beiden Bilder mit Jürgs Zauberwald zeigen, wo die anderen aktuell noch stehen. Das ist beleibe keine Abwertung nur dem aktuellen Entwicklungsstand geschuldet.
Die Unterscheidung in Wälder oder Gruppen ist nicht trivial, sie hat m.E. entscheidenden Einfluss auf die Stellung der Äste.
Unwidersprochen ist Reduktion ein wesentliches Merkmal von Bonsai, je besser die Gestaltung desto weniger ist notwendig zur Erreichung des gewünschten Eindrucks, der gewünschten Stimmung oder Ausstrahlung.
Waldgestaltungen erleben wir in den meisten Fällen als Ausschnitt eines geschlossenen Waldes, die größten Bäume leicht außermittig der Rest nach den Seiten abfallend.
Eine solche Gestaltung sind die Wälder von Jürg und Fritze.
Christians Wald fehlt nach meiner festen Überzeugung noch die Ausbildung der rechten und linken Traufen - reine Zeitfrage, wenn gewollt. Die Anordnung der Stämme ist hervorragend, die Ausstrahlung schon jetzt toll.
Roger, dein Wald in der Kiste zeigt, wenn ich das richtig erkennen kann, einen noch kleineren Ausschnitt. Der Betrachter steht im Wald und kann dessen Auslaufen nach rechts hin sehen. Folgerichtig steht der höchste Baum links.
Finde ich großartig!
Hier darf natürlich links keine Traufe sein sondern nur rechts. Links stark aufstrebendes Astwerk und auch nicht zu tief ansetzend, geht der Wald doch in dieser Richtug weiter.
Da bin ich auf die weitere Entwicklung sehr gespannt.
Selbige Spannung betrifft auch den Dreispitzer Wald - purer Egoismus, habe ja selber einen ähnlichen.
Zu seiner Schale ist alles geschrieben.
Michaels Gruppengestaltung gefällt mir sehr, Baumauswahl und -stellung in der Schale wirklich gut gelungen, hat schon jetzt evokative Kraft.
Hier wird es m.M.n. zukünftig sehr auf eine glaughafte Aststellung und deres Ausarbeitung ankommen, denn im Gegesatz zum Wald gehen die Äste uneinheitlicher in die Höhe, suchen nach außen Licht in der fest waagerechten Ausbreitung, im Inneren je nach Platz gar nicht oder steiler ansteigend. Das erfordert natürlich viel Reduktion damit der Ausdruck stimmig bleibt und nicht wirr wird.
Ein wunderbares Projekt und ich wünsche viel Freude in den Jahren des Feinschliffs.
Als ich Nadjas Waldschale gesehen habe, ist der stille Schrei "Haben wollen!!" sicherlich bis in die Schweiz gerollt.
Zu Jürgs Wald schreib ich nichts, dass sollen Wortkünstler machen, die es schaffen ihn zu beschreiben.
Noch einmal Danke für's teilen.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Ich danke dir Roger für die Dokumentation!
Wenn ich diese Berichte lese, versinke ich und fühle mich fast in der Werkstatt.
Was mir noch besonders gefällt ist, dass du auch einen Ausschnitt von euren Gesprächen und Gedanken mit uns teilst. Wie zB. Norbert auch. Das macht den Bff so wertvoll.
Also Danke an alle!
Wenn ich diese Berichte lese, versinke ich und fühle mich fast in der Werkstatt.
Was mir noch besonders gefällt ist, dass du auch einen Ausschnitt von euren Gesprächen und Gedanken mit uns teilst. Wie zB. Norbert auch. Das macht den Bff so wertvoll.
Also Danke an alle!
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Vielen Dank für den schönen Bericht, Roro. Man kann Eure Waldpassion durch die Worte und Bilder gut nachspüren.
Re: Bonsai Symposium Stein am Rhein
Norbert_S hat geschrieben: 30.12.2025, 18:29 Einige eigene Gedanken zum gezeigten würde ich gerne anmerken. (...)
Roger, dein Wald in der Kiste zeigt, wenn ich das richtig erkennen kann, einen noch kleineren Ausschnitt. Der Betrachter steht im Wald und kann dessen Auslaufen nach rechts hin sehen. Folgerichtig steht der höchste Baum links.
Finde ich großartig!
Hier darf natürlich links keine Traufe sein sondern nur rechts. Links stark aufstrebendes Astwerk und auch nicht zu tief ansetzend, geht der Wald doch in dieser Richtug weiter.
Da bin ich auf die weitere Entwicklung sehr gespannt.
Selbige Spannung betrifft auch den Dreispitzer Wald - purer Egoismus, habe ja selber einen ähnlichen
(...)
Vielen Dank Norbert, für deine interessanten Beobachtungen.
Zu Waldgestaltungen habe ich den einen Thread etwas ausgebaut. Meine Überlegungen zum Rotbuchenwald will ich noch nicht lüften. er soll in 1-2 Jahren mal einen eigenen Faden erhalten. Der Dreispitzerwald gehört für mich indie Kategorie „gesäter Wald“ und auf Fernwirkung bedachte Waldgestaltung. ich habe dazu natürlich ein Vorbild - vielleicht finden auch die Zwei mal Eingang in einen Thread.
Und natürlich verfolge ich auch genau deine Waldprojekte - man lernt duch das Betrachten und nachvollziehen der gestalterischen & pflegerischen Schritte.
Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
