Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

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Heike_vG
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von Heike_vG »

Das freut mich sehr zu hören! :-D *daumen_new*
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
bonsaisegler
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von bonsaisegler »

Ich habe auf Empfehlung von Heike_vG mene Werkzeuge zum überarbeiten an Wolfgang Meinhardt gesckickt und heute zurück bekommen. Herzlichen Dank für den Tip. Ich bin total zufrieden mit der Qualität und dem Preis. Ich kann Wolfgang uneingeschränkt empfehlen.
DHG
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von DHG »

Ich werde mein Werkzeug sicher auch früher oder später mal nachschleifen müssen. Anscheinend sind ja alle mit der Arbeit von Herrn Meinhardt zufrieden. Allerdings habe ich keine Seite oder ähnliches gefunden, da ich gern vorab wissen würde was da kostentechnisch auf mich zu kommt. Kann mir da jemand ein, zwei Preise zur Orientierung nennen?

Grüße

Marcus
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mydear
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von mydear »

DHG hat geschrieben: 02.12.2021, 20:43 Ich werde mein Werkzeug sicher auch früher oder später mal nachschleifen müssen. Anscheinend sind ja alle mit der Arbeit von Herrn Meinhardt zufrieden. Allerdings habe ich keine Seite oder ähnliches gefunden, da ich gern vorab wissen würde was da kostentechnisch auf mich zu kommt. Kann mir da jemand ein, zwei Preise zur Orientierung nennen?
Kommt darauf an was repariert werden muss. Schleifen ist am günstigsten, kostet ein paar Euro. Wenn der Anschlag nicht paßt wird er abgeschliffen oder aufgeschweißt. Da liegst du dann bei knapp 10 Euro. Wenn die Schneiden nicht richtig aufeinander passen, schon vertikales Spiel vorhanden ist wird es für ihn aufwendiger. Dann kommt Nietmanschette nachstellen oder ersetzen.

Die Zangen sind nachher besser als neu. Die meisten Billigzangen sind nachher nicht wieder zu erkennen. Meine Zangen habe ich meist schon 30 Jahre, wollte sie schon wegwerfen als sie nicht mehr sauber geschnitten haben. Wolfgang hat sie alle wieder hinbekommen, bei Ausbruch der Schneiden sogar kleine Wunder vollbracht. Meiner Meinung nach ist Wolfgang viel zu günstig.

Du kannst natürlich auch bei der Autoreparatur fragen was es kostet ohne dass du weißt was fehlt.

Grüße
Rainer
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DHG
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von DHG »

Danke das reicht mir schon zur Orientierung. :)
Klingt absolut fair, insbesondere wenn die Bearbeitung so gut sein soll.
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mydear
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von mydear »

Hier mal eine reparierte Zange, dass du es dir vorstellen kannst

Grüße
Rainer
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von DHG »

Danke, sieht nach guter alter Handwerksarbeit aus.
Interessant find ich vor allem die Sache mit dem Anschlag. Ich weiss noch das er mir nach dem Kauf meiner Zange gleich aufgefallen war, weil ich dachte das der wohl so eher nicht so richtig funktioniert. Letztlich habe ich den kurzen Eindruck aber dann doch wieder vergessen...

Dann werd ich wohl auch mal ein Packet schnüren.
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Andreas Ludwig
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von Andreas Ludwig »

Der «Anschlag» ist von grundlegender Bedeutung: Treffen die Klingen aufeinander, sind sie nach zwei-, dreimal Knipsen hin. Weshalb sie leicht asymmetrisch «verstellt» sind, nicht direkt aufeinandertreffen und dazu noch gestoppt werden. Bloss unterliegt der Anschlag starken Kräften – er hat die ganze Hebelkraft aufzufangen und das auch noch im rechten Winkel. Darum geht das oft kaputt.
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von Sanne »

Habe meine alte Konkavzange auch von Wolfgang Meinhardt reparieren lassen.
Sie funktioniert wieder tadellos, sogar besser als vorher und günstiger als eine neue zu kaufen.
Sehr empfehlenswert.

Grüße, Sanne
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HeinrichI
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von HeinrichI »

Hallo,
ich möchte auch noch meine Erfahrungen dazu geben.

In der Anfangszeit habe ich mich gewundert, wie es sein kann, dass 2 Schneiden, die eigentlich aufeinander stoßen müssten, um einen ordentlichen Schnitt zu gewährleisten, immer noch scharf bleiben. Dazu ist wohl der Anschlagstift zuständig, dacht ich mir.
Irgendwann habe ich dann aber festgestellt, wie in einem anderen Beitrag bereits erwähnt wurde, dass nicht der Anschlagstift allein für den Schneidenschutz zuständig ist, sondern dass die Schneiden einen kaum erkennbaren Höhenversatz zueinander haben und sich dadurch nicht direkt berühren können.
In folgender Skizze sind die Positionen der beiden Schneiden grob dargestellt.
Skizze1: Schneidenposition
Skizze1: Schneidenposition
Schneidenposition.JPG (29.44 KiB) 1648 mal betrachtet
Dieser Versatz ist kaum zu erkennen und beträgt nicht mehr als 1 – 2 10tel mm.
Erkennen lässt sich der Unterschied, indem man mit dem Fingernagel bei zusammengedrückten Zangenbacken über die Schneidlinie hin und her fährt. Von einer der beiden Richtungen sollte dann eine feine Kante zu verspüren sein. Diese Kante ist sowohl bei normalen Konkavzangen als auch bei Kugelzangen vorhanden.
Den Beweis dieser Tatsache habe ich dann auch an einer kaum benutzten Konkavzange gefunden.

Gruß Heiner
Zangenschenkel.JPG
Zangenschenkel.JPG (22.16 KiB) 1648 mal betrachtet
Es ist bei allen Zangen (wenn man auf den Abschlagstift schaut) immer die rechte Schneide, die höher steht (zumindest ist das so bei meinen eigenen 6 Zangen).
Abgesehen davon, dass die rechte Schneide sowieso frei steht, ist der Anschlagstift dafür zuständig, dass die untere, linke Schneide möglichst nicht die rechte Zangenwange berühren kann.
Natürlich muss der Anschlagstift so weit frei geschliffen sein, dass sich die Schneiden um wenige 10tel mm überlappen können. Schwierig, aber nicht problematisch, denn die obere Schneide leistet die eigentliche Schneidarbeit und die untere Schneide dient mehr als ein Gegenlager.

Um das zu überprüfen, hält man die zusammen gedrückter Zangenwangen gegen das Licht. Ist ein Lichtspalt dort zu erkennen, muss am Anschlagstift, wo der Griffschenkel anschlägt, etwas Material abgetragen werden. Schlägt im anderen Fall die untere Schneide gegen die rechte Wange, ist der Anschlag, wie in einem anderen Beitrag bereits erwähnt wurde, von einem Spezialisten (wie z.B. Herr Meinhardt) zu überarbeiten.

Abgesehen von einer Anschlag- Überarbeitung schärfe ich alle meine Zangen mindestens einmal im Jahr mit einem Handschleifstein und einem sogenannten Feinbohrschleifer selber.
Selbstverständlich werden auch die Scheren mit dem Handsteinschleifer geschärft.

Ich konnte mir das Video von Herrn Meinhardt leider nicht ansehen, aber ich werde demnächst von meiner Herangehensweise berichten.

Gruß Heiner
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mydear
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von mydear »

Hallo Heiner,

du hast perfekt gezeigt wie Konkav- und Knospenzangen funktionieren.
Wolfgang Meinhardt erzählte auf der BCD-Schulung, dass gerade Scheren von technisch halbwegs Begabten selbst geschärft werden können. Wolfgang hat pro Schere ca. 15 min geschliffen, ein Spiel für Leute mit ausreichend Geduld und gleichmäßiger Schleifbewegung.

Bei Konkav- und besonders Knospenzangen sagte er, dass handwerkliches Geschick und Übung vorausgesetzt werden sollte. Hier ist die Gefahr, dass die runde Schneidefläche sonst nicht gleichmäßig schneidet. Das wiederum würde aufwendigeres Nacharbeiten vom Spezialisten nach sich ziehen.

Bei Drahtzangen gibt es sowohl Modelle die aneinander vorbei schneiden, als auch direkt aufeinander drücken. Für mich als Laien waren die Unterschiede praktisch nicht feststellbar. Ich habe es ihm einfach geglaubt.

viewtopic.php?p=647616#p647616

Grüße, Rainer
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HeinrichI
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von HeinrichI »

So, nun zum nächsten Schritt:

Das Gelenkspiel:

Zu einer guten Zange oder Schere ist ein korrektes Gelenkspiel unabdingbar; da darf keine Hin- und Herbewegung oder locker erscheinende Zangenschenkel zu spüren sein. Im schlimmsten Fall könnten sich die Schneiden bei der Benutzung unter Umständen sogar kreuzen. Das wäre dann das ziemliche Aus für eine brauchbare Zange.

Muss das Gelenkspiel korrigiert werden, ist zuerst auf folgendes zu achten:

Es muss festgestellt werden, in welchem Öffnungszustand das Spiel des Gelenks am geringsten ist, um erst einmal den Spielraum für eine eventuelle Korrektur (Hämmern des Nietkragens) einschätzen zu können.

Entscheidend ist jedoch das Spiel bei fast geschlossenen Zangenbacken. Ist an dieser Stelle gar kein oder kaum Spiel erkennbar, unabhängig davon, wie groß das Spiel an anderen Stellen ist, sollte auf eine Nach- Hämmern des Nietkragens/Kopfes verzichtet werden. Denn es gibt nichts schlimmeres, als ein schwergängiges Werkzeug.

Zuerst einmal zur Theorie:
Reduziert wird ein vorhandenes Spiel durch Hämmern des Nietkopfes/-Kragens und das daraus resultierendes Stauchen der Zangenachse. Aber hauptsächlich wird durch die Kaltverformung des Nietkopfes der darunterliegende Gleitring näher an den Zangenschenkel herangedrückt und somit ein vorhandenes Spiel reduziert.

Das Hämmern muss sehr vorsichtig und in kleinen Schritten erfolgen.

Dazu braucht man zum Einen eine schwere Unterlage wie z.B. ein Amboss oder einen möglichst großen Hammer oder wie in meinem Fall einen schweren Schraubstock.
Zum Anderen verwendet man einen nicht zu kleinen Hammer, meiner hat eine Masse von 1,2 kg.

Die Hammerschläge müssen beherzt und mit wirkungsvollen Schlagimpulsen erfolgen.
Während des Hämmerns pendelt man die auf der Unterlage gesetzte Achse/Nietkopf in einem leichten Kreis um die eigene Achse, um mit jedem Schlag an möglichst vielen Stellen an beiden (unteren und oberen) Nietköpfen eine Kaltverformung zu erreichen.
Achsansicht2.JPG
Achsansicht2.JPG (30.04 KiB) 1509 mal betrachtet
In der Skizze konnte nur die Neigungen nach links und rechts dargestellt werden. Die Neigung sollte während des Hämmerns bei möglichst vielen Neigungsrichtungen erfolgen.
Durch das schräg auf die Achse gerichtete Hämmern erreicht man eine effektivere Verformung, als wenn im Gegensatz dazu nur senkrecht auf die Achse geschlagen wird.

Ich empfehle erst einmal nur mit 4 Schlägen zu beginnen, danach kontrolliert man sofort wie sich das Spiel an allen Stellen der Zangenöffnungen verändert hat.
Ist im Vergleich zum vorhergehenden Zustand eine Verbesserung zu erkennen, muss man für sich entscheiden, ob ein weiteres Hämmern erforderlich ist oder ob man lieber eine Nummer sicher gehen möchte, um zu verhindern, dass die Zange beim Schließen klemmt. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Denn für eine klemmende Zange gibt es keine Rettung mehr.

Hat das Hämmern ein zufriedenstellendes Ergebnis gebracht, kann mit dem Schärfen der Schneiden begonnen werden.
Ich benötige dazu nur einen Handschleifstein und ein Handschleifgerät, aber dazu im "nächsten Kapitel".
Stein&Schleifer.jpg
Stein&Schleifer.jpg (161.78 KiB) 1509 mal betrachtet
Gruß Heiner
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HeinrichI
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von HeinrichI »

Weiter geht´s.
Nach dem ich mit der Beschreibung angefangen hatte, habe ich festgestellt, wie aufwendig es ist, dass das, was man aus einem Selbstverständnis heraus macht, in solche Worte zu fassen, die auch für anderen verständlich sind.

Zur Erinnerung:
Zangenteile
Zangenteile
Zangenschenkel.JPG (22.16 KiB) 1294 mal betrachtet
Wenn eine Zange nicht mehr richtig schneidet, ist ein Schärfen der Schneiden fällig.
Da schaut man erst einmal, ob ein Spalt zwischen den Schneiden entstanden ist.
Dazu werden die Schneiden zusammen geführt und gegen das Licht gehalten. Es ist dann leicht zu erkennen, in welchem Maße und an welchen Stellen Spalte oder sogar Scharten entstanden sind.
Schneidenspalt
Schneidenspalt
P1120221_k.jpg (51.01 KiB) 1294 mal betrachtet
Der Spaltzustand dient immer als Orientierung für die Fortsetzung jeglicher Arbeiten.
Auch wenn kein Spalt im zusammengedrückten Zustand zu erkennen ist, müssen in jedem Fall zu aller erst die Oberseiten beider Schneidbacken nach geschliffen werden (Siehe untere Skizzen), um erst einmal bis zur vordersten Schneidkante eine saubere (glänzende) gleichmäßige Fläche zu erhalten.
Das ist die Voraussetzung für jede weitere Bearbeitungen.
Dieser erste Schleifvorgang ist sowohl für jegliche (gerade und gekrümmte Schneiden) Konkavzangen als auch für Knospen- bzw. Kugelzangen anzuwenden.
Eine perfekte Schleifvorrichtung hierfür wäre ein Teller- oder Flächenschleifer, wie sie in einem Prüflabor für Querschnittsschliffe von Materialproben verwendet werden.
...habe ich aber leider nicht; ich verwende einen üblichen Handschleifstein mit einer groben und einer feinen Seite.
Handschleifstein
Handschleifstein
PICT0129_k.jpg (190.73 KiB) 1294 mal betrachtet
So wird mit einer „wiegenden“ Bewegung zuerst mit der groben Seite in allen Richtungen, hauptsächlich bis nahe an die Schneidenkante heran und vor allen Dingen längs zur Schneide die obere Schneidenfläche vorsichtig abgeschliffen. Anschließend ist danach mit der feinen Seite des Schleifsteins die Fläche hauptsächlich bis ganz an die Schneide heran zu glätten.
Schleifen nach links
Schleifen nach links
Schleifen-links.JPG (34.03 KiB) 1294 mal betrachtet
Schleifen nach rechts
Schleifen nach rechts
Schleifen-rechts.JPG (35.61 KiB) 1294 mal betrachtet
Besonderer Augenmerk ist dabei auf den Abschliff an der Schneidenkante zu legen. Wobei jetzt die Entscheidung gefällt werden muss, ob die komplette Schneide jetzt schon scharf sein kann/muss oder ob erst mit dem 2. Schliff von der Unterseite die endgültige Schärfe gebracht werden kann/soll.
Das hängt von der Gleichmäßigkeit der oberen Schneidkantenlinie ab.
Gemeint ist: Sollte bei einer zufriedenstellenden gleichmäßigen, oberen Schneidkantenlinie die Schärfe noch nicht an allen Stellen ausreichen, sollten/müssen die mangelhaften Stellen in einem später beschriebenen 2. speziellen Schliff mit von der Unterseite der Schneide, nachgeschliffen werden.

Für eine verlässliche Kontrolle der Schärfe gibt es 2 Methoden. Hier wird erst mal eine Zwischenkontrolle durchgeführt, denn die Endkontrolle wird erst nach dem 2. Schliff (die von der Unterseite gemacht wird) getätigt.

Es gibt 2 Methoden zur Kontrolle der Schneiden:

1. Lichtmethode. Hält man eine Schneiden längs gegen das Licht und eine Reflexion ist auf der Schneide zu erkennen, sind die Stellen noch nicht richtig scharf, könnte aber schon ausreichend sein. Ist keine Reflektion zu erkennen, sollte die Schneide absolut scharf sein.

2. Daumennagelmethode. Man stellt die Schneide senkrecht auf den Daumennagel und versucht diese quer zur Schneide hin und her zu schieben. Ist ein Widerstand zu spüren oder es entsteht sogar einen Abrieb auf dem Fingernagel, ist die Stelle perfekt scharf. Würde die Schneide über den Fingernagel rutschen, muss an dieser Stelle (dann nur im 2. Schleifgang von der Unterseite) noch einmal nach gearbeitet werden.

Außerdem ist zu ermitteln, ob die Schneiden noch ihren Höhenversatz zueinander haben. (siehe meinen Beitrag zur Erkennung des Versatzes vom 08.02.). Der Höhenversatz ist auch bei einem vorhandenen Spalt spürbar.
Ist jedoch der Versatz über die gesamte Schneidkante unterschiedlich oder sogar z.T. nicht mehr zu spüren, ist an dem schwach ausgeprägtem Versatz die Oberseite der linken Zangenwange vor allem bis zur Schneidkante nachzuschleifen, bis über die gesamte Schneidenlänge ein möglichst gleichmäßiger Versatz entstanden ist.
Hier am Beispiel einer 11 mm breiten Knospenzange; der Versatz bzw. Höhenunterschied zwischen oberer Schneide und unterer Wangenoberseite, der hier sogar 0,3 mm beträgt.
Höhenversatz
Höhenversatz
PICT0131_k.jpg (70.92 KiB) 1294 mal betrachtet
Nachdem die oberen Seiten einer Zange beschliffen und der Höhenversatz mit mindesten 0,1 mm eingestellt wurde, kann mit dem 2 Schleifvorgang an der Unterseite der Schneiden begonnen werden.
Ich schließe hiermit erst einmal mit dem ersten Teil des Schleifens ab und bitte um Geduld für den zweiten Teil des Schärfens.

Bis dann, Gruß Heiner
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Georg
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von Georg »

Scharfe Sache! :lol:

Danke für die klaren Informationen!
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
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HeinrichI
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Re: Werkzeug überarbeiten - Spiel in den Scharnieren, Schärfen

Beitrag von HeinrichI »

Danke Rüdiger, demnächst geht es weiter. Ich musste erst noch andere Dinge erledigen.

Gruß Heiner
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