Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
dann mache dir doch einen permanenten Hintergrund an deinem Arbeitsplatz (z.B. ein Rollo, das du an einem Regal über dem Arbeitsplatz anbringst und rauf- und runterziehen kannst, sofern die Wand eh nicht weiß gestrichen ist. Ich hatte mal ein Verdunklungsrollo mit einer weißen Seite dafür benutzt). Gleichzeitig könntest du ein Stativ für deine Kamera nutzen und per Fernauslöser (es gibt sogar welche mit bluetooth für's handy) deine Bilder machen. Könnte aber auch zuviel Aufwand sein, wenn man nur mal eben so 10 Minuten (... und dann 3 Stunden später auf die Uhr schaut ) an seinen Bäumchen arbeiten wollte.
Das ist alles gut gemeint, Heiner.
Doch ich habe weder semiprofessionelles Fotostudio noch Nebenerwerbs-Influencer im Hinterkopf. Umpflanzen findet im fototechnisch zu dunklen Keller oder draußen im Garten statt. Mein altes Handy liefert noch passable Fotos, es reicht für meine Zwecke und geht schnell. Ich will die Schritte nachvollziehen können, später in meiner Fotodoku den Erfolg der Maßnahmen überprüfen können, wie beim Vergleich unten.
Grüße
Rainer
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der Dreispitz schottet die große Schnittstelle erstaunlich schnell ab
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“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
ich meinte damit auch keine Investitionen im Bereich von hunderten Euro. So ein Bluetooth-Fernauslöser, der von den meisten, auch noch älteren Handies erkannt wird, kostet 3-6 € oder so, ein Verdunklungsrollo bekommt man ab 10 € je nach Größe (wenn man nicht sogar schon eine saubere weiße Wand hat) und ein kleines Stativ fängt auch bereits bei 10-15 € an. Also alles gut überschaubar, oder nicht? Da ist nichts "professionelles" dabei . Außerdem war es ja nur ein Vorschlag, mehr nicht . Und den kann man, muss man aber nicht annehmen. Also keine Sorge, alles gut.
2023 hatte ich 3 Stecklinge ablaktiert, wovon einer nicht ausgetrieben ist. Heute wurde der Wurzelballen kontrolliert und nebenbei 3 weitere Stecklinge vorbereitet.
Grüße, Rainer
vorbereitete 2-jährige Stecklinge. Der Knick am linken Steckling ist zu stark, dass er vermutlich brechen würde. Nur die beiden kleinen Stecklinge werden eingesetzt
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Februar 2023: vor 2 Jahren 3 Wurzelstecklinge eingesetzt
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22.2.2025: so sehen die Wurzeln 2 Jahre später aus. Die linke ist gut eingewachsen. Die mittlere wurde beschädigt, ist nur schwach verzweigt. Die rechte ist abgestorben (schwarz).
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die rechte Wurzel wurde schon entfernt, in die Lücke soll erneut ablaktiert werden (Root grafting im englischen Sprachgebrauch)
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vorher testen wie die Bohrung gesetzt wird
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der Knick ging gerade noch durch die Bohrung. Vorher mit Folie umwickeln, dann geht es leichter. Im Loch wird mit einem angespitzten Holzstäbchen verkeilt.
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hier die 2. Bohrung unter der schwachen Wurzel. Diese sitzt mir etwas zu hoch. Eine der beiden wird sich durchsetzen, vermutlich die untere
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die Austrittsöffnung
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den Steckling durchschieben, auch hier mit Folie umwickelt
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muss man bei Dreispitzahorn so einen Aufwand betreiben? Ich dachte immer der mach stark und viele Wurzeln. Hast du da Erfahrung, oder machen die Abmosungen nicht so gut Wurzeln?
berechtigte Frage, muss man so einen Aufwand betreiben?
Mir ist es nicht gelungen in den 2 Jahren nach der Abmoosung auch nur eine einzige neue Wurzel zu stimulieren. Trotz Sphagnummoos im Substrat. Ich habe auch früher vergeblich Heikes Fahrradschlauchmethode versucht. Leider immer vergeblich. Mag sein, dass mir methodische Fehler nicht aufgefallen sind, vielleicht sollte ich es noch einige Male versuchen.
Ich möchte stets perfekte Nebari erreichen, das ist mein Anspruch. Ich habe einige Techniken versucht. Diese Methode lieferte die schnellsten und schönsten Ergebnisse zum Nulltarif. Stecklinge fallen gratis beim Rückschnitt an. Ein- bis zweimal Verschulen und nach 2-3 Jahren sind die Wurzeln meist brauchbar entwickelt. Schlecht entwickelte Wurzeln werden für Waldpflanzungen verwendet.
Ich habe pro und contra abgewogen: mir ist es den Aufwand wert. Sonst wäre die Abmoosung Zeitverschwendung gewesen.
Grüße, Rainer
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mydear hat geschrieben: 23.02.2025, 21:25
Mir ist es nicht gelungen in den 2 Jahren nach der Abmoosung auch nur eine einzige neue Wurzel zu stimulieren. Trotz Sphagnummoos im Substrat. Ich habe auch früher vergeblich Heikes Fahrradschlauchmethode versucht. Leider immer vergeblich. Mag sein, dass mir methodische Fehler nicht aufgefallen sind, vielleicht sollte ich es noch einige Male versuchen.
Hi Rainer,
eventuell liegt es daran, dass Du zugelassen hast, dass sich die Schnittstelle der Abmoosung schließt. Bei einem asymmetrischen Nebari nach einer Abmoosung ist es schwer, neue Wurzeln zu erhalten - aber diese bilden sich vorwiegend aus dem Kallus. Darum schneide ich in so einem Fall den "Ring" aus Wundholz weg, sodass wieder eine Wunde am ursprünglichen Rand des Stammes vorhanden ist. Legt man dort Sphagnum auf, sind die Chancen wesentlich besser.
Bei Dir ist das Wundholz über die ursprüngliche Schnittstelle gewandert und hat das abgetrennte Splintholz fast vollkommen verschlossen. Selbst auf der Seite der vorhandenen Wurzeln reicht das Holz weiter runter, wenn ich es richtig sehe.
das könnte die Ursache sein. Denn nach Abtrennung der Abmoosung hat sich zügig Kallus gebildet. Mittlerweile ist die Stammwunde komplett überwallt. Wegen Sorge vor Pilzbefall habe ich es bisher nicht angewendet.
Bei künftigen Abtrennungen werde ich den Kallus an den wurzellosen Stellen stark anritzen. Da hast du jetzt meinen Experimentiergeist geweckt.
Grüße, Rainer
Zuletzt geändert von mydear am 25.02.2025, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
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bei diesem Baum kannst Du auch noch herumexperimentieren: Schneide den Ring aus Wundholz bis zum "Rand" weg, leg etwas Sphagnum hin und warte ab. Selbst, wenn sich keine Wurzeln bilden, verbreitert sich damit die Stammbasis dadurch und Bohrpfropfungen kannst Du weiterhin setzen.
Um Pilzbefall mache ich mir weniger Sorgen: Dreispitze sind innen oft etwas von tot über morsch bis hohl. Mein dicker Dreispitz ist unten z.B. einfach glatt abgesägt, mit Wundflächen von etwa 5cm, die niemals zuwachsen werden, aber nur, weil der Baum gar keine Anstalten in die Richtung unternimmt.
Mit "etablierten" halbseitigen Abmoosungsnebaris hatte ich z.T. auch nach Jahren keine Wurzelbildung. Dann war mein Ansatz der, etwas darüber abermals abzumoosen. Bisher hatte ich damit auch immer Glück.
Update am Bastler-Dreispitz:
- die beiden Wurzel-Ablikationen (Root-Grafting) lasse ich noch ein weiteres Jahr anwachsen
- 2 Triebe wurden in der Mitte neu ablaktiert
Warum?
1. um einen optisch besseren Übergang (Konus) am Stamm zu erzeugen
2. der zweite Trieb soll später den Rückseitenast formen
Es sieht auf den Bildern schlimm aus, wirkt alles ziemlich überladen. Doch bevor der Ahorn in eine Schale kommt, soll das Grundgerüst stehen.
Bohrpfropfungen am besten erledigen, noch bevor die Knospen sich öffnen. Bei mir ist das Zeitfenster Mitte bis Ende Februar. Schattige gestellte Pflanzen können auch noch im März bearbeitet werden. Entfalten sich die Blätter bereits, entferne ich das erste Blattpaar. Der Trieb wird mit dünner Küchenfolie vorsichtig umwickelt und so geschützt durch das Bohrloch geführt.
Grüße, Rainer
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16.8.2025
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10.9.2025: die beiden Triebe links stammen von den Wurzelablikationen
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15.11.2025: rechts und hinten fehlen Äste in der Mitte. Mich stört auch der Knick rechts. Da soll ein neuer Trieb den Knick optisch auffüllen
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17.2.2026: der 1. Trieb ist schon durchgefädelt. Das Bohrloch wartet auf den 2. Trieb. Ich drahte die Triebe und fixiere am Stamm. So werden sie gegen Abknicken geschützt - alles schon mehrfach passiert. Die Triebe werden für besseres Wachstum hochgedrahtet. Am Stamm-Austritt sollten stammnahe Knospen liegen. Sie sorgen später für shohingemäße Feinverzweigung und Verjüngung
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die weißen Pfeile zeigen die wegführenden Triebe. Optisch ein ziemliches Durcheinander
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17.2.2026: selbst wenn die Triebe gut anwachsen, wird die Zuführung frühestens im Juni des Folgejahres abgetrennt. Auch das ist so eine Erfahrung aus praktischem Lehrgeld. Ich denke, dass Shohin hier mehr Geduld verlangen.
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Schön deine Arbeiten verfolgen zu können und toll ist auch, dass du das stetig weiter dokumentierst.
Ich habe an meinen Ahornen auch vor ca. 1 Woche paar Ablaktionen gemacht. Wie du schreibst ist (war) jetzt die richtige Zeit.
Was ich noch zusätzlich mache ist, dass ich alle Knospen vom „Muttertrieb“ vor dem Eintrittsloch entferne und versuche die Spitze vom Trieb höher zu haben als den höchsten Punkt vom Trieb.
(Ich hoffe das ist halbwegs verständlich!?)
espanna hat geschrieben: 01.03.2026, 22:09
Was ich noch zusätzlich mache ist, dass ich alle Knospen vom „Muttertrieb“ vor dem Eintrittsloch entferne und versuche die Spitze vom Trieb höher zu haben als den höchsten Punkt vom Trieb.
(Ich hoffe das ist halbwegs verständlich!?)
Ja, Laszlo, ich verstehe genau was du meinst.
Wenn es möglich ist versuche ich die Spitze auch höher zu halten. Bei Shohin klappt es leider fast nie. Dann werden die höheren Knospen im Versorgungstrieb alle entfernt. Im Sommer oder Frühjahr des Folgejahres treiben sie häufig nochmals nach, werden erneut entfernt.
Viel Erfolg für deine neuen Triebe
Grüße, Rainer
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Diesen Dreispitz habe ich ganz vergessen heuer einzukürzen.
Bei der Gelegenheit wurden die Drahtfixierungen der Ablikationen entfernt.
Grüße, Rainer
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8. Juli 2026: vor dem Rückschnitt
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der linke Wurzeltrieb blieb noch dran. Vielleicht ist er sogar oben bewurzelt, weil er unter dem Substrat austritt. Das schaue ich mir Ende August genauer an.
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die 2 eingesetzten Triebe mit Wundknete am Stamm
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