Äste bei Ahornen

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janosh
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Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

Hallo,

leider konnte mir noch niemand meine Frage dazu beantworten. Warum sieht man gerade bei besonders alten Ahornbäumen mit bereits sehr dicken Stämmen verhältnismäßig sehr dünne Äste und viele Neuaustriebe?

Ist das eine gewollte Gestaltungstechnik oder sterben bei alten Ahornbäumen die dicken Äste irgendwann einfach ab? Bei meinem Ahorn ist das nämlich passiert.

Da ich die Beispielbilder nicht aus dem Internet stehlen möchte, hier die Quellen dazu:

https://hiryuen.com/shop/acer-buergerianum-shohin
https://hiryuen.com/shop/acer-palmatum-shohin-8
https://www.bonsaiplaza.com/de/japanese ... s-old.html

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Barbara
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Barbara »

Hallo Janosh,

ich denke, es kommt daher, dass solche Bäume zunächst auf Dickenwachstum "getrimmt" werden, d.h. es wird alles wachsengelassen, das geht dann am schnellsten.
Dadurch werden die Äste natürlich viel zu dick und müssen anschließend gekappt und neu aufgebaut werden. In dieser Phase kommen sie dann oft in den Verkauf. Man hat dann schon einen stattlichen Stamm und kann mit der Zeit die passenden Äste selbst gestalten.

Liebe Grüße,
Barbara
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mydear
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von mydear »

Das liegt an der Feldkultur bei der Anzucht. Die Jungpflanzen dürfen frei wachsen, dass der Stamm schnell verdickt. Im nächsten Jahr wird bis auf den Stamm zurückgeschnitten und erneut freies Wachstum zugelassen. Die Äste wachsen aufrecht, werden viel zu dick für die weitere Gestaltung. Erst wenn die gewünschte Stammdicke erreicht ist wird an dem nackten Stamm die bleibende Verzweigung aufgebaut. Die Äste sind dann natürlich im Verhältnis zu Stamm deutlich dünner.

Die Produzenten passen sich nur den Kundenwünschen an: die meisten wollen einen möglichst dicken Stamm für wenig Geld.

Grüße, Rainer
Ah, Barbara war schneller…
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Immergrün
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Immergrün »

Hallo Janosh,
die von dir eingestellten Bilder zeigen ja noch ganz zivile Stamm-Ast-Verhältnisse. Rainer und Barbara haben schon alles gesagt. Das sind alle hübsche Baumschulpflanzen aus Feldkultur. Ein besonders extremes Beispiel für einen dicken Klopper mit nadeldünnen Zweige findest du hier:

viewtopic.php?p=644610#p644610

Es ist mein eigener und ich mag den Stamm sehr. Er sieht für mich aus wie eine alte Platane in einem Park. Aber mehr als Stamm ist da derzeit auch nicht zu sehen. Nun geht es ganz langsam an den Aufbau einer Krone. "Untenrum" muss man zeitlich und räumlich lang austreiben lassen, damit die Äste dort dicker werden als "oben".
UND: Alle meine Ahorne (und alle meine Bonsai insgesamt), selbst Mame und Shohin, sind ungeschützt heil über unseren doch überraschend langen und auch mal kalten Winter gekommen. Innenstadtlage und Balkon sind offenbar recht gnädig gewesen. Ich habe das Thermometer auch nachts gut im Blick gehabt, aber der neben der Balkontür bereitliegende Winterschutz musste nicht zum Einsatz kommen. Bis -6° ging offenbar alles gut. In den nächsten Tagen bekomme ich einen dritten Ahorn.

Wenn du dich für so einen Ahorn interessierst, greif zu. Ahorne wachsen sehr schnell. Das Gerüst, der Stamm, steht ja schon, jetzt kannst du in aller Ruhe Äste aufbauen.
LIebe Grüße, Stefan
janosh
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

Vielen Dank für eure Antworten! Nun konnte ich das Mysterium endlich lösen 🙂

Natürlich hätte ich gern solch einen imposanten Baum. Entspricht allerdings nicht meiner Preisklasse und es wäre sehr ärgerlich, wenn er mir einginge.

Ich habe ein paar jüngere Ahorne und diesen Mame oder Shohin Bonsai. Weiß nicht so recht, wo man dort die Grenze zieht?

Habe ihn 2023 im Alter von 10 Jahren bekommen. Seitdem versuche ich mir irgendwie etwas vorzustellen, wie man ihn ansehnlich gestalten könnte 🤔

Bei diesem Bäumchen fällt es mir sehr schwer, die typische Ahornform hinzubekommen. Gerade die Vorder- sowie Hinterseite gefallen mir nicht sonderlich.

Die zahlreichen neu ausgetriebenen Knospen habe ich, bis auf diejenigen, die man für eine weitere Gestaltung herziehen könnte, bereits entfernt.

Was mir auch gar nicht gefällt, wenn sich ein neuer Zweig bildet und er nur in die Länge wächst, ohne irgendwelche Anzeichen, dass sich an ihm weitere Verzweigungen bilden werden, um ihn bis auf diese Stelle zurückschneiden zu können. Darum habe ich manche von ihnen mit Draht gebogen, dass sie nicht ganz so lang sind.

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Hier ein Bild von 2024, wo er die beiden dickeren Äste noch hatte, welche mittlerweile abgestorben sind.

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mydear
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von mydear »

janosh hat geschrieben: 17.03.2026, 13:02 Ist das eine gewollte Gestaltungstechnik oder sterben bei alten Ahornbäumen die dicken Äste irgendwann einfach ab? Bei meinem Ahorn ist das nämlich passiert.
Zeige doch mal Bilder deines Ahorn, wenn möglich vorher und nachher.

Grüße, Rainer
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janosh
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

mydear hat geschrieben: 17.03.2026, 17:10
janosh hat geschrieben: 17.03.2026, 13:02 Ist das eine gewollte Gestaltungstechnik oder sterben bei alten Ahornbäumen die dicken Äste irgendwann einfach ab? Bei meinem Ahorn ist das nämlich passiert.
Zeige doch mal Bilder deines Ahorn, wenn möglich vorher und nachher.

Grüße, Rainer
Mein Hochladen der Bilder muss sich mit deiner Nachricht überschnitten haben 🙂
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mydear
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von mydear »

janosh hat geschrieben: 17.03.2026, 17:01 Ich habe ein paar jüngere Ahorne und diesen Mame oder Shohin Bonsai. Weiß nicht so recht, wo man dort die Grenze zieht?

Mame bis 10 cm, Shohin bis 20 cm

Bei diesem Bäumchen fällt es mir sehr schwer, die typische Ahornform hinzubekommen. Gerade die Vorder- sowie Hinterseite gefallen mir nicht sonderlich.

Die Grundform wirst du nur mit drastischen Maßnahmen ändern können, zB in Feldkultur auspflanzen, Opferäste zulassen, passenden Stein in die Wurzeln integrieren, Abmoosen, neue Wurzeln provozieren oder ablaktieren. Sonst wirst du mit dem stelzigen Nebari auskommen müssen. Es ist dann keine typische Ahornform, sondern eine einzigartige Form, die du annehmen musst.


Was mir auch gar nicht gefällt, wenn sich ein neuer Zweig bildet und er nur in die Länge wächst, ohne irgendwelche Anzeichen, dass sich an ihm weitere Verzweigungen bilden werden, um ihn bis auf diese Stelle zurückschneiden zu können. Darum habe ich manche von ihnen mit Draht gebogen, dass sie nicht ganz so lang sind.

Willkommen in der Shohin-Problematik. Einfach nur Wachsenlassen funktioniert nicht. Häufiger Rückschnitt, ggf. Blattschnitt oder Blattreduktion um innere Knospen aktiv zu halten, kein übermäßiges Wachstum zulassen, kurze Internodien mit Verzweigung aufbauen, auf 2er-Verzweigungen reduzieren, Mehrfachverzweigungen konsequent entfernen, knubbelige Verdickungen frühzeitig entfernen und mit Wundwachs abdecken. Das Mittelmaß zwischen Wachstum und Rückschnitt finden. Breites Nebari in flachen Schalen fördern. Mit zunehmender Verzweigung werden Blattgröße und Internodien kleiner. Es dauert halt länger und ein dicker Stamm läßt sich so nicht erreichen.
Grüße, Rainer
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Immergrün
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Immergrün »

Hallo,
Rainer hat dir alle relevanten Tipps gegeben. Spontan viel mir auch nur ein - Rainer erwähnte es -, einen passenden Stein in den kleinen Spalt einzusetzen. Das könnte richtig gut werden. Im Aquarienhandel findet man Lavasteine, die man ggf. auch leicht zurechtschlagen kann. Wenn dann mal Moos drauf sitzt, hat das richtig was.Vielleicht kann man seine Wurzeln ohnehin etwas von Erde befreien und eine Felsenpflanzung hinbekommen...
Ansonsten: Man muss gerade bei Shohin/Mame meiner Meinung nach einmal das Konzept des "typischen" Ahornstammes überdenken. Ich habe eine Reihe Bäume mit Stämmen, die so aussehen, wie ein richtiger Baum "in klein". Aber am Herzen liegen mir besonders die ganzen unkonventionellen Bäume. Irgendwie erzählen die mir eine Geschichte, die mich zum Nachdenken bringt. Einen Ahorn, den ich bei einer von dir bereits genannten Bezugsquelle schon vor einem Jahr gesehen habe - und immer wieder nicht gekauft habe - ist nun auf dem Weg zu mir. Er stand vielleicht schon länger drin und wohl jeder, der diese Seite besucht hat, kennt ihn. Zahllose Male hatte ich den sehr kleinen Shohin zuvor angeschaut. Objektiv gesehen, nach den ästhetischen Konventionen der Bonsaikultur, ist er total häßlich. Aber mich spricht er an. Es hat irgendwie "Klick" gemacht. Das wird nie ein "richtiger" Ahorn, aber immer wird er "mein" besonderer Baum sein. Rein preislich denke ich, dass ich eine schöne handgetöpferte Schale gekauft habe, die irgendwas drin hat, was durch regelmäßiges Gießen und Düngen die Patinierung der Glasur befördert. Also eine Art Ahorn als skurrilen Beisteller.
"Bonsai" ist offenbar eine extrem subjektive Sache und zumindest ich suche je älter ich werde immer weniger die intersubjektive Anschlußfähigkeit hinsichtlich der Ästhetik meiner Bäume. Wenn sie mich zum Nachdenken bringen - und von dem unten gezeigten Ahorn habe ich sogar zweimal nachts geträumt und habe ihn mir dann nach dem Aufwachen wieder auf der Seite angeschaut - muss mir das reichen. Ich sehe überall online technisch gesehen wunderbare Bäume, die einander wie ein Ei dem anderen gleichen (zumindest ich erkenne keine nennenswerte Unterschiede) und die mich in ihrer gleichförmigen Perfektion völlig unberührt lassen. Gerade Ahorne eignen sich dafür sehr. Ich war mal Fotograf und interessierte mich auch nicht so für makellos schöne Menschen, sondern für ausdrucksstarke Gesichter. Ich wäre ein schlechter Schönheitschirurg und bin auch gerne ein schlechter Bonsaianer. Derzeit ist dieser kleine Ahorn mein "extremster" ästhetischer Ausreißer. Im Shohin/Mame-Format bin ich für weitere Experimente offen, der Damm ist gebrochen. Ansonsten habe ich vor allem sehr große Bäume, Yamadori/Feldkultur, die ästhetisch eher in die "naturalistische" Richtung gehen. Das gefällt mir derzeit bei den Großen noch eher.
Also: Im Vergleich zu diesem schrägen Vogel ist dein Ahorn doch total hübsch! :-)

Bildschirmfoto 2026-03-17 um 18.24.49.png
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LIebe Grüße, Stefan
janosh
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

mydear hat geschrieben: 17.03.2026, 17:43
janosh hat geschrieben: 17.03.2026, 17:01
Bei diesem Bäumchen fällt es mir sehr schwer, die typische Ahornform hinzubekommen. Gerade die Vorder- sowie Hinterseite gefallen mir nicht sonderlich.

Die Grundform wirst du nur mit drastischen Maßnahmen ändern können, zB in Feldkultur auspflanzen, Opferäste zulassen, passenden Stein in die Wurzeln integrieren, Abmoosen, neue Wurzeln provozieren oder ablaktieren. Sonst wirst du mit dem stelzigen Nebari auskommen müssen. Es ist dann keine typische Ahornform, sondern eine einzigartige Form, die du annehmen musst.


Was mir auch gar nicht gefällt, wenn sich ein neuer Zweig bildet und er nur in die Länge wächst, ohne irgendwelche Anzeichen, dass sich an ihm weitere Verzweigungen bilden werden, um ihn bis auf diese Stelle zurückschneiden zu können. Darum habe ich manche von ihnen mit Draht gebogen, dass sie nicht ganz so lang sind.

Willkommen in der Shohin-Problematik. Einfach nur Wachsenlassen funktioniert nicht. Häufiger Rückschnitt, ggf. Blattschnitt oder Blattreduktion um innere Knospen aktiv zu halten, kein übermäßiges Wachstum zulassen, kurze Internodien mit Verzweigung aufbauen, auf 2er-Verzweigungen reduzieren, Mehrfachverzweigungen konsequent entfernen, knubbelige Verdickungen frühzeitig entfernen und mit Wundwachs abdecken. Das Mittelmaß zwischen Wachstum und Rückschnitt finden. Breites Nebari in flachen Schalen fördern. Mit zunehmender Verzweigung werden Blattgröße und Internodien kleiner. Es dauert halt länger und ein dicker Stamm läßt sich so nicht erreichen.

Das klingt mir dann doch zumeist doch recht kompliziert und zu aufwendig. Um die Wurzeln und dem Stamm ging es mir auch eher weniger. Mag ja auch mehr die etwas ungewöhnlicheren Dinge.

Einen Stein hatte ich bereits vor einiger Zeit unter die Wurzeln platziert. Allerdings einen relativ kleinen. Einen größeren habe ich nicht hineinbekommen. War bei dem schon schwierig.

Eventuell könnte man die eine raus stehende Wurzel mit dem Knick entfernen. Aber vermutlich fällt denn der darüberliegende Knubbel noch mehr ins Gewicht 🤔

Habe die Wurzeln samt dem Steinchen mal für mehr Einblick etwas freigelegt.

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Bei meiner Ulme hatte ich einen ziemlich passenden Stein zur Hand und der Stamm samt Wurzeln schmiegen sich nahezu perfekt an ihm. Leider hatte sie vor einigen Tagen beim Rausstellen einen sonnenbrand bekommen und sieht nun erstmal etwas traurig aus.


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janosh
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

Immergrün hat geschrieben: 17.03.2026, 18:36 Hallo,
Rainer hat dir alle relevanten Tipps gegeben. Spontan viel mir auch nur ein - Rainer erwähnte es -, einen passenden Stein in den kleinen Spalt einzusetzen. Das könnte richtig gut werden. Im Aquarienhandel findet man Lavasteine, die man ggf. auch leicht zurechtschlagen kann. Wenn dann mal Moos drauf sitzt, hat das richtig was.Vielleicht kann man seine Wurzeln ohnehin etwas von Erde befreien und eine Felsenpflanzung hinbekommen...
Ansonsten: Man muss gerade bei Shohin/Mame meiner Meinung nach einmal das Konzept des "typischen" Ahornstammes überdenken. Ich habe eine Reihe Bäume mit Stämmen, die so aussehen, wie ein richtiger Baum "in klein". Aber am Herzen liegen mir besonders die ganzen unkonventionellen Bäume. Irgendwie erzählen die mir eine Geschichte, die mich zum Nachdenken bringt. Einen Ahorn, den ich bei einer von dir bereits genannten Bezugsquelle schon vor einem Jahr gesehen habe - und immer wieder nicht gekauft habe - ist nun auf dem Weg zu mir. Er stand vielleicht schon länger drin und wohl jeder, der diese Seite besucht hat, kennt ihn. Zahllose Male hatte ich den sehr kleinen Shohin zuvor angeschaut. Objektiv gesehen, nach den ästhetischen Konventionen der Bonsaikultur, ist er total häßlich. Aber mich spricht er an. Es hat irgendwie "Klick" gemacht. Das wird nie ein "richtiger" Ahorn, aber immer wird er "mein" besonderer Baum sein. Rein preislich denke ich, dass ich eine schöne handgetöpferte Schale gekauft habe, die irgendwas drin hat, was durch regelmäßiges Gießen und Düngen die Patinierung der Glasur befördert. Also eine Art Ahorn als skurrilen Beisteller.
"Bonsai" ist offenbar eine extrem subjektive Sache und zumindest ich suche je älter ich werde immer weniger die intersubjektive Anschlußfähigkeit hinsichtlich der Ästhetik meiner Bäume. Wenn sie mich zum Nachdenken bringen - und von dem unten gezeigten Ahorn habe ich sogar zweimal nachts geträumt und habe ihn mir dann nach dem Aufwachen wieder auf der Seite angeschaut - muss mir das reichen. Ich sehe überall online technisch gesehen wunderbare Bäume, die einander wie ein Ei dem anderen gleichen (zumindest ich erkenne keine nennenswerte Unterschiede) und die mich in ihrer gleichförmigen Perfektion völlig unberührt lassen. Gerade Ahorne eignen sich dafür sehr. Ich war mal Fotograf und interessierte mich auch nicht so für makellos schöne Menschen, sondern für ausdrucksstarke Gesichter. Ich wäre ein schlechter Schönheitschirurg und bin auch gerne ein schlechter Bonsaianer. Derzeit ist dieser kleine Ahorn mein "extremster" ästhetischer Ausreißer. Im Shohin/Mame-Format bin ich für weitere Experimente offen, der Damm ist gebrochen. Ansonsten habe ich vor allem sehr große Bäume, Yamadori/Feldkultur, die ästhetisch eher in die "naturalistische" Richtung gehen. Das gefällt mir derzeit bei den Großen noch eher.
Also: Im Vergleich zu diesem schrägen Vogel ist dein Ahorn doch total hübsch! :-)


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Ich bin auch eher jemand, der das Schöne gerade im nicht Perfekten sieht. Was sich auch teilweise in meinen Fotografien widerspiegelt. Ich bin nämlich auch Hobbyfotograf. Allerdings überwiegend im Makrobereich.

Ebenso bin ich Aquarianer und kenne mich dadurch bestens mit Lavagestein aus, da das Hardscape eines meiner Aquarien aus Lavagestein besteht 🙂

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Über besagten Online-Shop habe ich auch schon einige Bonsais erworben. Wie eben den Ahorn und diese Hainbuche, welche ich hier auch schon mal vorgestellt hatte. Auf der Seite findet man ja allerlei solcher "Abnormalitäten". Ob es eventuell lediglich daran liegt, dass sich diese mit einer höheren Gewinnspanne verkaufen lassen oder ob der Betreiber der Seite ebenso Gefallen an ihnen findet, kann ich nur vermuten.

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Zu den "Felsenbeflanzungen" hatte ich Rainer bereits geantwortet. Ich weiß leider nicht, inwieweit die Benachrichtigungen hier funktionieren. Ich muss hier auch immer wieder reinschauen, um festzustellen, ob jemand geantwortet hat, oder nicht.

Vor 2 Jahren habe ich diesen Ahorn, welchen ich aus dem Discounter habe, samt einem Stein eingetopft. Dabei die Wurzeln mit Schnur eng um ihn gebunden. Die Schnur dürfte mittlerweile verrottet sein. In 1 bis 2 Jahren werde ich mal nachschauen, was daraus geworden ist.


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Immergrün
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Immergrün »

Haha, ich hatte auch Aquarien! Danke, dass du uns dein schönes Becken gezeigt hast. Ein Mattenfilter! Und so wenige Schnecken! Irgendwie ticken die Bonsaifreunde doch alle ähnlich! :-D
Im besagten Shop habe ich schon SEHR viel bestellt. Hinsichtlich deiner Vermutung würde ich sagen: Sowohl als auch. Ich kenne keinen Shop, in dem ich so viele skurrile Bäume versammelt finde, neben ganz braven... Alle meine gekauften Bäume waren so wie beschrieben und stehen seitdem gesund auf meinem Balkon. Hier werden klassische Wünsche nach einem "typischen" Bonsai ebenso erfüllt wie die Suche nach dem außergewöhnlichen Baum belohnt. Ich denke, diese Bandbreite im ästhetischen Empfinden ist bei allen Bonsaianern vorhanden.
Mit der Steinpflanzung hast du dir ja eine Menge Arbeit gemacht, aber das kann sehr gut werden! Ich drücke die Daumen! Zeig uns die Pflanzung dann bitte, wenn du sie umtopfst.
LIebe Grüße, Stefan
janosh
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

Immergrün hat geschrieben: 18.03.2026, 13:25 Haha, ich hatte auch Aquarien! Danke, dass du uns dein schönes Becken gezeigt hast. Ein Mattenfilter! Und so wenige Schnecken! Irgendwie ticken die Bonsaifreunde doch alle ähnlich! :-D
Im besagten Shop habe ich schon SEHR viel bestellt. Hinsichtlich deiner Vermutung würde ich sagen: Sowohl als auch. Ich kenne keinen Shop, in dem ich so viele skurrile Bäume versammelt finde, neben ganz braven... Alle meine gekauften Bäume waren so wie beschrieben und stehen seitdem gesund auf meinem Balkon. Hier werden klassische Wünsche nach einem "typischen" Bonsai ebenso erfüllt wie die Suche nach dem außergewöhnlichen Baum belohnt. Ich denke, diese Bandbreite im ästhetischen Empfinden ist bei allen Bonsaianern vorhanden.
Mit der Steinpflanzung hast du dir ja eine Menge Arbeit gemacht, aber das kann sehr gut werden! Ich drücke die Daumen! Zeig uns die Pflanzung dann bitte, wenn du sie umtopfst.
Es ist kein Mattenfilter. Ein ganz normaler Pat Mini mit einem Sera-Schwamm "gepimpt". Jedes Becken hat im Idealfall immer genau so viele Schnecken, wie es braucht, wenn man nicht überfüttert 🙂

Viel mehr Arbeit als meine anderen Bäumchen macht der kleine Ahorn momentan auch nicht 🙂
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Immergrün »

Hallo zusammen,
nachdem der Ahorn-Shohin offenbar jahrelang mit einem eigentümlichen Foto im Onlineshop eines Bonsaihändlers stand, habe ich ihn gekauft und wurde positiv überrascht. Er hat in den letzten Jahren eine hübsche Krone entwickelt und ist jetzt nicht gerade ein "stattlicher" Ahorn, aber immerhin ein "putziger" Shohin.
Noch immer gefällt mir der unübliche Stamm: Ohnehin mag ich Neagari. Aber in den meisten Fällen handelt es sich bei Bonsai-Neagari doch um ästhetisch sehr ansprechende Wurzelstämme aus annähernd gleich dicken und irgendwie geordnet wirkenden Wurzeln.
Mein Shohin hat hingegen eher wirre und ungleichmäßige Wurzeln und wirkt deshalb für mich sehr natürlich. Die schlanken Wurzeln werden bei diesem Baum durch die filigranen Äste fortgesetzt. Ich finde diese Kombination aus Krone und Wurzelstamm sehr harmonisch.
Daher mein Plädoyer in diesem Thread: Zumindest bei Ahorn-Shohins - vielleicht auch bei anderen Arten und Größen - sollte man den Mut zu unkonventionellen Stammformen haben.

Bildschirmfoto 2026-03-20 um 14.10.52.png
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LIebe Grüße, Stefan
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

Immergrün hat geschrieben: 20.03.2026, 14:20 Hallo zusammen,
nachdem der Ahorn-Shohin offenbar jahrelang mit einem eigentümlichen Foto im Onlineshop eines Bonsaihändlers stand, habe ich ihn gekauft und wurde positiv überrascht. Er hat in den letzten Jahren eine hübsche Krone entwickelt und ist jetzt nicht gerade ein "stattlicher" Ahorn, aber immerhin ein "putziger" Shohin.
Noch immer gefällt mir der unübliche Stamm: Ohnehin mag ich Neagari. Aber in den meisten Fällen handelt es sich bei Bonsai-Neagari doch um ästhetisch sehr ansprechende Wurzelstämme aus annähernd gleich dicken und irgendwie geordnet wirkenden Wurzeln.
Mein Shohin hat hingegen eher wirre und ungleichmäßige Wurzeln und wirkt deshalb für mich sehr natürlich. Die schlanken Wurzeln werden bei diesem Baum durch die filigranen Äste fortgesetzt. Ich finde diese Kombination aus Krone und Wurzelstamm sehr harmonisch.
Daher mein Plädoyer in diesem Thread: Zumindest bei Ahorn-Shohins - vielleicht auch bei anderen Arten und Größen - sollte man den Mut zu unkonventionellen Stammformen haben.
Ja, anscheinend scheinen einige Bäume nicht immer auf dem aktuellsten Stand zu sein. Auf dem Produktfoto meines Ahorns sah er auch noch wesentlich anderes aus, als der Zustand, in dem ich ihn bekommen habe.

Mir gefällt dein Bäumchen ebenso. Vermutlich würde ich da auch mit einem passenden Stein experimentieren und ihn zwischen die Wurzeln platzieren.

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Japanischer Ahorn.jpg (35.35 KiB) 7399 mal betrachtet
Zuletzt geändert von janosh am 20.03.2026, 18:54, insgesamt 1-mal geändert.
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