Äste bei Ahornen

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Immergrün
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Immergrün »

Ich bin mit dem filigranen Gesamtaufbau derzeit sehr zufrieden, Krone und Stamm harmonieren m.E. sehr, ein Stein würde dem zu viel Schwere geben. Wenn die Krone dominanter werden sollte in den kommenden Jahren, dann braucht er ein Gegengewicht, da wäre ein Stein dann eine gute Idee.
Ach, dann keine ich deinen Baum wahrscheinlich sogar. Ja, die Fluktuation der Bäume ist im Onlineshop wahrscheindlich so hoch, dass eine Fotostrecke da normalerweise reicht. Ich habe bitter lernen müssen, dass die Bäume, die mir gefallen und deren Bilder ich mir gerne ein paar Tage oder Wochen anschaue, dann immer schon weg sind, wenn ich sie kaufen möchte. Jetzt habe ich bei den letzten dreien immer gleich zugeschlagen und sie gekauft.
LIebe Grüße, Stefan
janosh
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

Immergrün hat geschrieben: 20.03.2026, 18:44 Ich bin mit dem filigranen Gesamtaufbau derzeit sehr zufrieden, Krone und Stamm harmonieren m.E. sehr, ein Stein würde dem zu viel Schwere geben. Wenn die Krone dominanter werden sollte in den kommenden Jahren, dann braucht er ein Gegengewicht, da wäre ein Stein dann eine gute Idee.
Ach, dann keine ich deinen Baum wahrscheinlich sogar. Ja, die Fluktuation der Bäume ist im Onlineshop wahrscheindlich so hoch, dass eine Fotostrecke da normalerweise reicht. Ich habe bitter lernen müssen, dass die Bäume, die mir gefallen und deren Bilder ich mir gerne ein paar Tage oder Wochen anschaue, dann immer schon weg sind, wenn ich sie kaufen möchte. Jetzt habe ich bei den letzten dreien immer gleich zugeschlagen und sie gekauft.
Denke auch, das die Krone beizeiten optisch wie physisch zu kopflastig werden würde.

Habe den Ahorn dort 2023 mit einer Altersangabe von 10 Jahren verkauft. Wenn allerdings die Fotos nicht aktualisiert werden, dann vermutlich auch nicht das Alter und er war beim Kauf bereits 1-2 Jahre älter.

Das ist mir auch schon häufiger passiert, dass man einen gewissen Baum erstmal ins Auge gefasst hat und wenn man dann für den Kauf bereit war, gabs ihn nicht mehr.
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mydear
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von mydear »

Immergrün hat geschrieben: 20.03.2026, 14:20 Daher mein Plädoyer in diesem Thread: Zumindest bei Ahorn-Shohins - vielleicht auch bei anderen Arten und Größen - sollte man den Mut zu unkonventionellen Stammformen haben.
Hallo Stefan,

du hast mir da einen Floh ins Ohr gesetzt. Bislang habe ich skurrile Formen nur überirdisch gedrahtet. Warum eigentlich nicht den Neagari-Wurzelstil versuchen. Sämlinge und Stecklinge habe ich genug. Statt die Wurzeln immer drastisch zu kappen und streng radial anzuordnen, wird in Kaskadenschalen angezogen. Für schnelleres Wachstum schwebt mir vor, mehrere Jungpflanzen zusammenwachsen zu lassen. Das fördert Stammdicke und Wurzelanzahl.Ich freue mich schon auf 2-3 interessante Projekte *dance*

Grüße, Rainer
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Immergrün
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Immergrün »

Hallo @mydear ,
du hast das mit den mehreren Pflanzen, Rainer, ja schon in ähnlicher Form bei einigen deiner interessanten Ahorn-Projekte umgesetzt. Jetzt fällt mir dazu aber meine alte "Neagari"-Azalee ein. Da sind die Stämme von wenigstens vier verschiedenen Pflanzen so eigentümlich verwachsen, dass daraus ein Mehrfachstamm wurde, der optisch in die Neagari-Richtung geht. In der Mitte ist er bis zum Boden "offen" und man kann dort unten Erde fühlen. Der Wurzelansatz sieht auf dem Foto schon nach einem Ahorn aus. Schnellwüchsige Arten sind sicher gut geeignet, dass benachbarte Pflanzen miteinander verwachsen. Normale Stämme gefallen mir schon gut und zeigen sehr schnell ein interessantes Bild von einem Baum. Auf eine "echte" Neagari-Version von dir bin ich aber schon gespannt. Das wäre eine tolle Sache!

Bildschirmfoto 2026-03-20 um 20.59.59.png
Bildschirmfoto 2026-03-20 um 20.59.59.png (1.58 MiB) 742 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Immergrün am 21.03.2026, 01:47, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Immergrün »

@janosh : Ja, wenn ich eines im Laufe meiner "Bonsaikarriere" gelernt habe, dann dass beim Alter und der Größe gerne übertieben wird und beim Gewicht untertrieben wird. Ich habe schon gefühlt zentnerschwere Pötte schleppen müssen mit angeblich uralten Bäumen, die zum Teil 40cm kleiner waren als angegeben (aber nicht bei der von uns angesprochenen Bezugsquelle, wo die Maße sehr zuverlässig stimmen; aber es gibt andere...). Und das Alter ist mir echt egal, wenn der Baum mich irgendwie anspricht. Aber wie schwer "in Wahrheit" 12kg sein können und wie klein 20cm kennt man ja von irgendwoher. :-D
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

Immergrün hat geschrieben: 20.03.2026, 21:25 @janosh : Ja, wenn ich eines im Laufe meiner "Bonsaikarriere" gelernt habe, dann dass beim Alter und der Größe gerne übertieben wird und beim Gewicht untertrieben wird. Ich habe schon gefühlt zentnerschwere Pötte schleppen müssen mit angeblich uralten Bäumen, die zum Teil 40cm kleiner waren als angegeben (aber nicht bei der von uns angesprochenen Bezugsquelle, wo die Maße sehr zuverlässig stimmen; aber es gibt andere...). Und das Alter ist mir echt egal, wenn der Baum mich irgendwie anspricht. Aber wie schwer "in Wahrheit" 12kg sein können und wie klein 20cm kennt man ja von irgendwoher. :-D
Gewisse schwarze Schafe mag es überall geben.

Ein weiterer Baum von besagter Seite ist diese Zierquitte. Sie macht mir auch viel Freude, nur bin ich mit dem dickeren der beiden Stämme nicht zufrieden. Also eher mit seinen 3 dicken Ästen, die so gut wie keine Verzweigungen aufweisen. Entweder warte ich ab und hoffe, dass die Äste an den Seiten austreiben oder kürze sie um die Hälfte, sodass sie gezwungen werde neu auszutreiben, falls das auf diese Weise möglich ist?

Oder ich entferne den Stamm Komplet, bis zu den beiden neuen Austrieben und baue irgendetwas Neues auf 🤔

Zum besseren Verständnis habe ich die betreffenden Äste markiert und wo man eventuell einen gekonnten Schnitt ansetzen könnte.

Chaenomeles speciosa_2023.jpg
Chaenomeles speciosa_2023.jpg (108.57 KiB) 662 mal betrachtet

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Immergrün
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Immergrün »

Meine Einschätzung: Zu hoher Pflegedruck. Zu viele Gedanken. Die Natur lehrt einen Gärtner Geduld. Meine Bäume lasse ich gerne mal ein, zwei Jahre wachsen (die schnellwüchsigen, wie etwa den Winterjasmin oder Kastanien etc., einmal ausgenommen) und schneide dann ordentlich in Form.
Das Verkaufsfoto zeigt unglaublich viele Knospen. Waren das nur Blüten? Denn Triebe sind da jetzt weniger geworden.
Vielleicht als Tipp: Blütenknospen entfernen und auf mehr Grün hinarbeiten. Das heißt: Wachsenlassen und immer gut düngen.
Zierquitten sind ja von Natur aus eher kleinbleibend. Da geht man weniger Risiko ein als wenn man eine Kastanie einfach mal zwei Jahre wachsen lässt.
Wenn ein Baum sehr gesund ist und man ihn wachsen lässt, treibt er gerne auch aus bislang schlafenden Augen, sobald man ihn später einmal kräftig zurückschneidet. Deinen Baum würde ich persönlich völlig in Ruhe lassen, das Entfernen der Blüten einmal ausgenommen. Ich persönlich sehe bei deinem Baum keinerlei drängende Probleme.
LIebe Grüße, Stefan
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

Immergrün hat geschrieben: 21.03.2026, 16:00 Meine Einschätzung: Zu hoher Pflegedruck. Zu viele Gedanken. Die Natur lehrt einen Gärtner Geduld. Meine Bäume lasse ich gerne mal ein, zwei Jahre wachsen (die schnellwüchsigen, wie etwa den Winterjasmin oder Kastanien etc., einmal ausgenommen) und schneide dann ordentlich in Form.
Das Verkaufsfoto zeigt unglaublich viele Knospen. Waren das nur Blüten? Denn Triebe sind da jetzt weniger geworden.
Vielleicht als Tipp: Blütenknospen entfernen und auf mehr Grün hinarbeiten. Das heißt: Wachsenlassen und immer gut düngen.
Zierquitten sind ja von Natur aus eher kleinbleibend. Da geht man weniger Risiko ein als wenn man eine Kastanie einfach mal zwei Jahre wachsen lässt.
Wenn ein Baum sehr gesund ist und man ihn wachsen lässt, treibt er gerne auch aus bislang schlafenden Augen, sobald man ihn später einmal kräftig zurückschneidet. Deinen Baum würde ich persönlich völlig in Ruhe lassen, das Entfernen der Blüten einmal ausgenommen. Ich persönlich sehe bei deinem Baum keinerlei drängende Probleme.
Blüten bekommt er nur 2-3 pro Jahr. Habe auch einige Triebe und Knospen kürzlich entfernt.

Vermutlich neige ich dazu, die meine Bäume zu häufig zu trimmen. Was allerdings auch meinem fehlenden Platz geschuldet ist, da sich die einzelnen Bäume sonst ins Gehege kommen.

So wie er jetzt ist, wollte ich ihn aber das Jahr über wachsen lassen und die Triebe nur etwas einkürzen, wenn sie zu lang werden.

Mehr Platz steht ihnen leider nicht zur Verfügung, um sich auszubreiten. Auf dem andern geeigneten Fensterbrett ist es ähnlich eng und im Garten stehen sie auch meistens eher dicht nebeneinander.

21.03.2026.jpg
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Immergrün
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Immergrün »

Ja, man sieht allen deinen Bäumen an, dass sie einem hohen Pflegedruck ausgesetzt sind. Wäre ich du, würde ich einen Ratschlag meines alten Yamadori-Händlers Karl Thier berücksichtigen: Nicht mehr als 5 oder 6 wertvolle Bonsai, die aber in Spitzenqualität. Dann so große kaufen, dass man zwei, drei Mann braucht, um sie wegzutragen und in den Garten stellen. Die bleiben dann da. Und dann einfach ein paar Jahrzehnte Zeit nehmen. Ein Bonsai muss in 20 Jahren gut sein, nicht im nächsten Jahr. Das ewige Informschnitzen schwächt Bäume auf Dauer und sie werden anfällig für alle möglichen Probleme.
Man sollte sich niemals von Hochglanzbildern in Magazinen oder Youtube-Videos oder von Traumbäumen auf Ausstellungen blenden lassen. Die sitzen zum Teil nur für diese Gelegenheit in der schönen Schale und danach wieder im Plastikkübel irgendwo hinter der Hecke im Garten; die werden für den einen Termin in Form geschnitzt, danach dann wieder jahrelang in Ruhe gelassen. Da wird das Deko-Moos mit der Stecknadel befestigt, damit es so aussieht, als ob der Baum in der Schale alt geworden sei.
Wenn du einen Garten hast, dann hast du doch so viel mehr Möglichkeiten mit großen Bonsai zu arbeiten. Ich selbst habe nur eine Handvoll großer Bäume und arbeite ganz langsam und behutsam mit denen. Manchmal hat man auch Pech und muss Rückschläge hinnehmen und vier Jahre Arbeit ist auf einmal weg. Meine kleineren Bäume stehen einfach nur so zwischen den großen Bäumen, weil da Platz ist. Und weil ich bei denen mit Arten arbeiten kann, die ich sonst nicht kultivieren würde. Ich kaufe auch nur neue, kleine und sehr kleine Bäume, weil ich irgendwo eine Lücke finde, wo sie noch passen. Irgendwann ist man dann halt bei Mame-Bäumen...
Aber gutes Werkzeug, sehr wertvolle Schalen, interessante Literatur und eben die Handvoll "Spitzenbäume" (sie sind das nur für mich, nicht zwingend für andere) ist es dann eben am Ende des Tages, was ich am Hobby schätze. Wenn ich dann alles gut über den Winter bekomme, bin ich glücklich (und die ersten Knospen bei diesen Bäumen zählen für mich mehr als jede nur denkbare Medaille auf einer Ausstellung). Immer wieder neue Bäume und immerzu an ihnen herumschnippeln ist einfach nicht mein Ding. Ich kaufe immer nur bis zum längsten Tag des Jahres Bäume, danach geht es an Schalen oder Suiseki oder so... Aber ohnehin ist es mir egal, was andere Leute über meine Bäume denken, ich freue mich, wenn sie gesund sind und mir etwas bedeuten.
Ich habe etwa einen Baum, den ich das erste Mal gesehen habe bei einem Mann, der am selben Tag seine fatale Diagnose erhalten hatte wie meine Schwester. Rund 15 Jahre später und Jahre nach seinem und ihrem Tod habe ich den Baum bei einem Händler wiedergesehen und gleich gekauft. Für mich hat der Baum einfach eine Persönlichkeit und ich habe ihn tatsächlich nach all den Jahren auch deshalb wiedererkannt. Daher sind die Handvoll Bäume für mich vor allem Bäume mit Charakter, die man eben nicht einfach so findet, sondern die sich umgekehrt scheinbar ihren Gärtner selbst aussuchen. Aber ich denke ganz oft an sie und sehe hier im Forum tausend Dinge, die ich vielleicht einmal mit ihnen machen werde. Aber alles immer mit den Jahren und wenn der Baum mitmacht. Das Geld für diese großen Bäume muss man eben sparen. Ich habe einige auch in Raten bezahlt, wusste aber, dass sie genau das sind, was ich mir von einem Bonsai erwarte. Man kann aber absolut ohne Mühe endlos viele Bäume für unter 150€ kaufen und sich alles damit vollstellen. Davon leben die Händler ja und das ist auch kein Problem für keinen. Nicht einmal für mich, das habe ich ja auch alles endlos so gemacht. Nur hatten diese Bäume für mich einfach keine Persönlichkeit und sahen immer irgendwie egal aus. Wenn hier im Forum jemand Probleme mit Art X hat, denke ich manchmal, dass ich ja auch mal einen solchen hatte und frage mich manchmal, wann genau ich ihn verschenkt habe oder er eingegangen ist. Ich betreibe das Hobby aber seit ungefähr 1978, glaube ich, da kommt einiges an Zu- und Abgängen zusammen. Meine Gartenjahre sind auch vorbei und ich habe auf meinem eigenen Balkon für mich selbst keinen Platz mehr, da so viele Bäume aus dem Garten jetzt dort stehen...
LIebe Grüße, Stefan
janosh
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von janosh »

Immergrün hat geschrieben: 21.03.2026, 17:22 Ja, man sieht allen deinen Bäumen an, dass sie einem hohen Pflegedruck ausgesetzt sind. Wäre ich du, würde ich einen Ratschlag meines alten Yamadori-Händlers Karl Thier berücksichtigen: Nicht mehr als 5 oder 6 wertvolle Bonsai, die aber in Spitzenqualität. Dann so große kaufen, dass man zwei, drei Mann braucht, um sie wegzutragen und in den Garten stellen. Die bleiben dann da. Und dann einfach ein paar Jahrzehnte Zeit nehmen. Ein Bonsai muss in 20 Jahren gut sein, nicht im nächsten Jahr. Das ewige Informschnitzen schwächt Bäume auf Dauer und sie werden anfällig für alle möglichen Probleme.
Man sollte sich niemals von Hochglanzbildern in Magazinen oder Youtube-Videos oder von Traumbäumen auf Ausstellungen blenden lassen. Die sitzen zum Teil nur für diese Gelegenheit in der schönen Schale und danach wieder im Plastikkübel irgendwo hinter der Hecke im Garten; die werden für den einen Termin in Form geschnitzt, danach dann wieder jahrelang in Ruhe gelassen. Da wird das Deko-Moos mit der Stecknadel befestigt, damit es so aussieht, als ob der Baum in der Schale alt geworden sei.
Wenn du einen Garten hast, dann hast du doch so viel mehr Möglichkeiten mit großen Bonsai zu arbeiten. Ich selbst habe nur eine Handvoll großer Bäume und arbeite ganz langsam und behutsam mit denen. Manchmal hat man auch Pech und muss Rückschläge hinnehmen und vier Jahre Arbeit ist auf einmal weg. Meine kleineren Bäume stehen einfach nur so zwischen den großen Bäumen, weil da Platz ist. Und weil ich bei denen mit Arten arbeiten kann, die ich sonst nicht kultivieren würde. Ich kaufe auch nur neue, kleine und sehr kleine Bäume, weil ich irgendwo eine Lücke finde, wo sie noch passen. Irgendwann ist man dann halt bei Mame-Bäumen...
Aber gutes Werkzeug, sehr wertvolle Schalen, interessante Literatur und eben die Handvoll "Spitzenbäume" (sie sind das nur für mich, nicht zwingend für andere) ist es dann eben am Ende des Tages, was ich am Hobby schätze. Wenn ich dann alles gut über den Winter bekomme, bin ich glücklich (und die ersten Knospen bei diesen Bäumen zählen für mich mehr als jede nur denkbare Medaille auf einer Ausstellung). Immer wieder neue Bäume und immerzu an ihnen herumschnippeln ist einfach nicht mein Ding. Ich kaufe immer nur bis zum längsten Tag des Jahres Bäume, danach geht es an Schalen oder Suiseki oder so... Aber ohnehin ist es mir egal, was andere Leute über meine Bäume denken, ich freue mich, wenn sie gesund sind und mir etwas bedeuten.
Ich habe etwa einen Baum, den ich das erste Mal gesehen habe bei einem Mann, der am selben Tag seine fatale Diagnose erhalten hatte wie meine Schwester. Rund 15 Jahre später und Jahre nach seinem und ihrem Tod habe ich den Baum bei einem Händler wiedergesehen und gleich gekauft. Für mich hat der Baum einfach eine Persönlichkeit und ich habe ihn tatsächlich nach all den Jahren auch deshalb wiedererkannt. Daher sind die Handvoll Bäume für mich vor allem Bäume mit Charakter, die man eben nicht einfach so findet, sondern die sich umgekehrt scheinbar ihren Gärtner selbst aussuchen. Aber ich denke ganz oft an sie und sehe hier im Forum tausend Dinge, die ich vielleicht einmal mit ihnen machen werde. Aber alles immer mit den Jahren und wenn der Baum mitmacht. Das Geld für diese großen Bäume muss man eben sparen. Ich habe einige auch in Raten bezahlt, wusste aber, dass sie genau das sind, was ich mir von einem Bonsai erwarte. Man kann aber absolut ohne Mühe endlos viele Bäume für unter 150€ kaufen und sich alles damit vollstellen. Davon leben die Händler ja und das ist auch kein Problem für keinen. Nicht einmal für mich, das habe ich ja auch alles endlos so gemacht. Nur hatten diese Bäume für mich einfach keine Persönlichkeit und sahen immer irgendwie egal aus. Wenn hier im Forum jemand Probleme mit Art X hat, denke ich manchmal, dass ich ja auch mal einen solchen hatte und frage mich manchmal, wann genau ich ihn verschenkt habe oder er eingegangen ist. Ich betreibe das Hobby aber seit ungefähr 1978, glaube ich, da kommt einiges an Zu- und Abgängen zusammen. Meine Gartenjahre sind auch vorbei und ich habe auf meinem eigenen Balkon für mich selbst keinen Platz mehr, da so viele Bäume aus dem Garten jetzt dort stehen...
Da gibt es nur ein paar Probleme. Es ist ungewiss, wie lange wir den Garten noch haben und dann wird ein anderer Platz für die Bäume benötigt. Das geht mit kleinen Bäumen einfacher.

Zudem befindet sich der Garten in einer Anlage und dort möchte ich keine Bäume mit Schalen stehen haben, die 500 bis 1000 € gekostet haben. Wobei das für spezielle Bonsais noch das unterste Preissegment ist. Zudem wäre es sehr ärgerlich, wenn mir solch ein Baum einginge oder gestohlen werden würde.

Daher friemle ich mir lediglich was mit meinen Mame und Shohin zurecht und ein paar etwas größeren, gewöhnlichen Bäumen zurecht. Habe damit auch erst vor 4-5 Jahren angefangen und muss noch etliche Erfahrungen sammeln. Manchmal denke ich auch, es wäre besser, sich auf einige wenige Bäume zu beschränken. Aber mittlerweile mag ich die vorhandenen nicht mehr hergeben.

Habe auch schon überlegt, mir einen "richtigen Ahorn" zu kaufen und die anderen aufzulösen.

Aber wie gesagt, nicht in dem Garten, wo sie nicht vor Diebstahl geschützt sind.
Immergrün
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Re: Äste bei Ahornen

Beitrag von Immergrün »

Ja, klingt logisch. So war es bei mir auch jahrzehntelang. Aber wenn es dann einmal möglich ist, macht man es eben anders. Kommt von ganz allein.
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