Gefällt mir auch sehr gut...
Gut gemacht..!
Viele Grüße
Grüsse,roro hat geschrieben: 11.06.2026, 22:50 Hallo Marco,
die drei unterschiedlichen Finishes habe ich bemerkt, aber fürs erste bei der Betrachtung ausgeblendet. Doch möchte ich gerne darauf eingehen. Das erste mit schwarzem Epoxi wirkt ein wenig wie ein Tiegerfell. Das Schwarz zeichnet zu den Holztönen (den Fotos nach beurteilt) stärker als der transparente Verguss. Es imitiert eine Maserung die etwas gekrümmt ist.
Seit ca. einem Jahr stehen krumme Mooreichenbretter bei mir rum. Ich war schon soweit, sie einem Freund zum Verbrennen zu bringen (allerdings weiß ich gar nicht, wie Mooreiche so brennt???) Dann kam mir die Idee, aus den krummen Brettern wieder gerade Tablets zu erstellen. Das Herstellungsverfahren arbeitet dann mit der vorhandenen Breite der Bretter und wird im Laufe der Fertigung dann noch schmaler. Teilweise waren die Abstände der einzelnen Holzstücke so groß, dass das Tablet instabi geworden wäre; darum das Ausgießen mit Epoxy.
Ich habe lange nachgedacht wie ich die Maserrichtung bei meinem Tischchen haben will und mich entschieden, dass sie quer zur Betrachtungsrichtung des Bonsais laufen muss. So unterstützt die Maserung den Blick von links nach rechts. Würde die Maserung In Blickrichtung laufen, entwischt der Blick in die Tiefe.
Meine Mooreichenstücke sind zu kurz, um längs zu laufen. Ich finde Deinen Gedanken aber interessant. Beim Fußboden verlegen überlegt man ja auch in welche Richtung man das Laminat o.ä. verlegt.
Persönlich gefällt mir die unvergossene Oberfläche am besten, auch wenn sie sich nur für wenige Bäume eignen wird, da sie doch sehr viel Anziehung ausstrahlt die u.U. mit feineren Bäumen konkurrenziert.
Ich finde die unvergossene Oberfläche auch am Spannendsten - allerdings ist die Stabilität des Tablets dann auch ein Thema. Zuviele Risse machen die Statik instabil. Hier müsste man dann mit einer Trägerplatte arbeiten, was ber sie Optik wiederum beeinträchtigt.
Lässt sich die Mooreiche nach dem Vergiessen nicht planhobeln? Das wäre allenfalls eine Option, die Platte dünner zu kriegen.
Hirnholz im Allgemeinen lässt sich nicht hobeln und Mooreiche im Speziellen erst recht nicht. Die Teile fliegen Dir regelrecht um die Ohren und die Oberfläche ist völlig zerstört
Zum angesprochenen Thema des Schwebens: Eine Frage vorab. Ist es denn reizvoll, wenn ein Bonsai schwebt? Klar, machen kann man das. Es gibt ja noch diese Magnet schwebenden Pflanztöpfe, die sich dann noch drehen. Aber nur weil es anders ist, ist es auch gut, im Sinne von „unterstützt es die Wirkung des Baums“?
Ich finde es megareizvoll, dass die Bäume auf den Tablets regelrecht schweben. Das gibt Leichtigkeit und macht die Tablets besonders und zum Hingucker.
Natürlich ist es eine Geschmacksfrage! Mir gefällt sie sehr gut, Dir eher nicht...
Deine Fotos von unten zeigen genau was ich dachte. sie Füsse sind zurückgezogen, die Schattenfuge umlaufend. Das finde ich nicht schlecht. Doch ist für mein Empfinden die Fuge oder das Füsschen zu hoch. Mir der konisch gefasten Kante bräuchte es gar kein Füsschen mehr! Da wäre durch die Fase genug Fuge. Stell dir vor, ein riesiger Steinblock vielleicht wie ein liegender Hinkelstein schwebt nur wenige Zentimeter über dem Boden - gerade so, dass man es wahrnimmt. Das erzeugt mehr Spannung als wenn er für alle und von weitem sichtbar einen Meter über Boden schweben würde. Bei erstem wirkt er schwer, beim zweiten wie aus Pappe. Das war mein Hinweis zur Dicke von Platte zur Fuge.
Ich denke, auch die Höhe der Füße kann man diskutieren. Bei dem Tablet ohne Epoxy gibt es tatsächlich keine Füße. Allerdings kann dann das Ensemble mit Bonsai auf dem großen Präsentationstisch in der Ausstellung schnell in der aufgelegten Decke versinken und der Schwebeeffekt ist passe. Bei einem der anderen Tische habe ich die Füße schon um 5 mm eingekürzt, weil sie mir selber zu hoch erschienen - sicherlich auch Geschmackssache und vielleicht auch in Natura noch einmal eine andere Wirkung als über die Fotos.
Der zweite Hinweis war, dass ich im jetztigen Verhältnis von Fuge und Platte, das Aufsitzen am Boden sehen möchte. Der Fuss müsste also weiter nach vorne rücken und unterbräche die Fuge. Der Betrachter sieht dann wie die Platte an zwei Stellen aufliegt und das Gewicht der Platte und des Baumes abgeleitet wird.
Das sehe ich anders, weil das ja das Schweben, bzw. Fliegen zunichte macht. Bei meinem nächsten Tisch wird es wahrscheinlich einem sichtbaren Sockel geben - dann schwebt aber auch nichts mehr.
Ich hoffe, ich konnte das sprachlich einigermassen verständlich beschreiben. Es handelt sich um Nuancen. Das macht das Beschreiben schwierig.
vielleicht Probierst di mit verschiedenen Füsschenhöhen die Wirkung aus. die Klötzchen lassen sich fürs erste einfach unterlegen um die Wirkung zu studieren. Oft hilft dann das Fotografieren. Dann kann man nachher die Wirkung vergleichen.
Da bin ich völlig bei Dir: Oft sind es nur Nuancen (z.B. die 5mm) und ausprobieren tue ich - das kannst Du mir glauben! Oft hilft mir dann auch meine Designausbildung und das über Jahrzehnte geschärfte Empfinden für Formen und Farben. Manchmal wäre es toll, in einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter die Dinge voran zu bringen und das Optimum heraus zu kitzeln.
Insofern schätze ich die Diskussion hier sehr und nehme alle Ideen und Anmerkungen gerne mit in die nächsten Projekte![]()
Grüsse, Roro