Jetzt wird es endgültig OT:
Also:
Es gibt stark und schwach saure Austauscher (und auch entsprechende basische, tut aber für die Enthärtung nichts zur Sache).
Beide Varianten können sowohl mit Säure als auch mit Kochsalz regeneriert werden, und damit auch H- oder Na- Ionen abgeben. Hängt einzig und allein von der Aufladung des Austauschers ab, und die wieder vom Regenerationsmittel.
Enthärtung wird in der Regel mit einem stark sauren Austauscher in der Na- Form durchgeführt. Hierbei werden
alle Härtebildner (im wesentlichen Calcium, Magnesium) gegen Natrium- Ionen ausgetauscht.
Im Wasser bleiben dann die entsprechenden Natriumsalze der Anionen, die vorher an die Härtebildner gebunden waren. Regeneriert wird mit Kochsalzlösung, NaCl etwa 10%. Dabei wird wieder Natrium an den Austauscher angelagert, die Härtebildner werden frei. Das Abwasser ist dann kochsalzreich und sehr hart.
Entcarbonisierung entfernt den an Kohlensäure (Carbonat) gebundenen Teil der Härtebildner (Carbonathärte). Dies erfolgt an schwach sauren Ionenaustauschern in der H- Form. Dies passiert wohl bei den Britta- Filtern. Die Härtebildner bleiben am Ionenaustauscher gebunden, es werden H- Ionen frei. Diese bilden nun mit den Carbonatanionen freie Kohlensäure, das Wasser wird saurer. Die an "stärkere" Anionen gebundene Härte (die bleibende Härte) wird nicht beeinflusst. Hier wird mit verdünnter Säure (Salzsäure etwa 3 %, Schwefelsäure etwa 5%) in regeneriert, H- Ionen lagern sich an, Härte wird vom Austauscher abgegeben.
An stark sauren Austauschern in der H- Form schliesslich werden
alle Kationen (also Härtebildner wie Calcium und Magnesium und auch andere, wie Natrium und Kalium) gegen H- Ionen ausgetauscht. Dabei entstehen aus den Anionen freie Säuren (Salzsäure aus Chloriden, Schwefelsäure aus Sulfaten, Kohlensäure aus Carbonaten, usw.). Das Wasser wird sehr stark sauer (pH etwa 2- 3!). Technisch ist dies der erste Schritt für die Vollentsalzung an Ionentauschern, die Anionen werden anschliessend an basischen Austauschern entfernt. Regeneriert wird hier ebenfalls mit Säure.
Bei der Regeneration muss bei allen Verfahren ein Überschuss des Regenerationsmittels verwendet werden, bei Enthärtung etwa 50 bis 100 % Überschuss, bei Entcarbonisierung etwa 3 - 5%, bei Vollentsalzung etwa 200 - 250 % (stöchiometrisch, bezogen auf die ausgetauschte Härtemenge). Die Verfahren sind also, ohne Rückgewinnung von Regenerationsmitteln, nicht gerade umweltfreundlich.
Ob Salz- oder Schwefelsäure ist erst mal egal. Schwefelsäure ist etwas günstiger im Einkauf, dafür gibt es grössere Probleme beim Handling (Verdünnung, Gefährdung) und es muss zur etwas grösserer Überschuss verwendet werden. Das hängt wieder mit der etwas schlechteren Wasserlöslichkeit der meisten Sulfate zusammen, ausserdem läuft die Austauschreaktion während der Regenration nicht ganz so schnell ab.
Nun
Meine Meinung: Da alle Verfahren zur Wasserbehandlung entweder noch mehr Wasser beeinträchtigen (Abwasser aus der Regenration beim Ionenaustausch) oder aber zusätzlich Wasser verbrauchen, sollte man versuchen, ohne auszukommen. Also mit Leitungswasser giessen, möglichst auch Regenwasser verwenden, und dem Rat von Walter Pall folgen: Es muss plätschern.
Aufbereitung nur, wenn unbedingt erforderlich, also bei extrem schlechtem Wasser (es gibt durchaus in Deutschland Gegenden mit 40 und noch mehr Härtegraden), bei besonders empfindlichen Pflanzen (oder Tieren), oder wenn es mit dem Nachbarn klappen soll (ohne dass der Balkon tropft).
P.S. Ich habe noch immer keine Antwort von Econas, wo genau denn diese Galapagoserde herkommt. Also, Butter bei die Fische!