Ich hab mir gestern eine Hainbuche aus dem Wald geholt. Das Bäumchen wurde durch Wildverbiss schön kompakt gehalten und hat einen geilen Stamm. Stammdicke ca. 8 cm. Höhe ca. 80cm. Sitzt in einer Holz-Steige.
Ich will das gute Stück radikal kürzen.
Die Frage ist, wann soll ich das machen? Direkt? In paar Wochen? Oder soll ich erstmal eine Saison garnix machen ausser düngen und ihn durchtreiben lassen?
Marcosan hat geschrieben:...
Oder soll ich erstmal eine Saison garnix machen ausser düngen und ihn durchtreiben lassen? ....
Hallo Marco!
Ich bin zwar kein Erfahrener Yamadori-Sammler, aber das wäre mein Rat! Rein logisch gedacht!
Ich würde die Triebe nur ein wenig einkürzen!
Aber es melden sich noch bestimmt die erfahrenen Sammler!
Naja, das ist auch mein erster Gedanke. Aber das Bäumchen hat z.B. eine sehr dichte, große Krone, die ich ganz wegnehmen will um weiter unten eine neue Krone zu gestalten. Auf ähnliche Weise will ich auch mit 2 Ästen verfahren.
Da frag ich mich halt doch:
Ist es Sinnvoll, erstmal versch. Teile durchtreiben zu lassen, die ich spätestens nächstes Jahr abschneiden werde.....
Hallo,
ich würde alles abschneiden was sowieso weg muss
du musst ein gleichgewicht wieder bekommen
viele wurzeln hast du nicht mehr daher können sie auch nicht mehr alle triebe versorgen
du musst auf ein gleichgewicht zwischen wurzeln nud triebe achten daher alles weg was weg muss
mfg
thomas
Thomas hat Recht.
Gleich alles wegschneiden bzw. -sägen, was überflüssig ist. Erhöht die Überlebenschancen und bringt den Baum auf dem Weg zum Bonsai gleich weiter voran.
An Stellen, wo Du Dir noch nicht klar bist über die zukünftige Gestaltung, kannst Du im Zweifelsfall etwas mehr dran lassen, um später genug Möglichkeiten zu haben.
Viele Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...
Vielleicht helfen dir diese Bilder bei deiner Entscheidung
Gruß
Martin S
PS.: die Bäume wurden am Ende zuhause noch mal um ca. 1/3 reduziert. Schnittstellen dabei noch oben ausgerichtet.
Dateianhänge
So stehen die da rum. Stark vom Wild verbissen und tw. gute 40 Jahre alt ( das sagt zumindest der Förster, der das Gebiet betreut)
Buchenbuchenbuchen.jpg (55.15 KiB) 4512 mal betrachtet
Achte auf die Bäume in den Tüten. Schau wie weit die zurück genommen wurden. Auch hier daheim noch weiter eingekürzt. Alle angegangen! (Mit Spitzen ;-) )
fertig.jpg (29.5 KiB) 4512 mal betrachtet
LEIDER ist bei dem die Spitze nicht ausgetrieben. Kann ich eigentlich vergessen ;-(
Hallo Martin!
Die Bäume vom letzten Bild stehen doch jetzt nicht mehr dort herum, nach Deinem Besuch.
Davon hätt ich auch gern was.
Liebe Grüße Eva Warthemann
Der Baum auf dem ersten Bild ist ja wirklich gut gewachsen, schade, daß die Krone tot ist! Wie Eva schon sagte, ich denke, Du solltest soviele wie möglich mitnehmen, vielleicht kannst Du ja auch einen interessanten Wald oder eine Gruppe gestalten. Je nachdem wie unterschiedlich die Bäumchen sind, ist das ja perfektes Ausgangsmaterial!
Hallo alle miteinander,
schöne Foto´s. Bei mir um die Ecke stehen auch solche Wildverbissenen Buchen aber noch viel mehr Eichen. Hat jemand mit Eichen Erfahrungen gesammelt( mit dem ausgraben)?
Solche Stellen findet man nicht selten in der Nähe von Hochsitzen oder Lecksteinen (Salz)oder man folgt den Trampelpfaden der Rehe.
Gruß Olli
Eichen ausbuddeln finde ich schon schwieriger als Buchen! Eichen haben nämlich meistens ganz fiese, lange, dicke Pfahlwurzeln.
Oft gehen diese Pfahlwurzeln sehr lang, unverzweigt und ohne kleine Würzelchen tief in den Boden hinein.
Einfach absägen und hoffen, dass sich Wurzeln bilden, klappt meist nicht.
Es empfiehlt sich oft, Eichen 1 - 2 Jahre lang am Standort vorzubereiten, die Pfahlwurzel in gewisser Tiefe teilweise oder ganz zu durchtrennen und auf brauchbares Wurzelwachstum zu warten.
Außerdem sind Eichen ohne Pfahlwurzel in der Bonsaischale ziemlich gefährdet bei Spätfrösten im Frühling, was man den sonst so robusten Bäumen oft gar nicht zutraut.
Viele Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...