Laubheuschrecken

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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MittWolf
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Laubheuschrecken

Beitrag von MittWolf »

Hallo!

Ständig werden die Blätter meine Ahorne von Laubheuschrecken angefressen. Ich sammelte die bisher immer per Hand ab, aber nachdem die mir jetzt einige Blätter zuviel angefressen haben ist KRIEG! :evil:
Welche Waffen soll ich einsetzen? :?:

Gruß Wolfgang
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chimairon
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Beitrag von chimairon »

Hi Wolfgang!
Sieht schlecht aus mit der Wahl der Waffen. Die Biester fressen alles was grün ist, egal ob aus Plastik (Hatte ich in meinen Terrarien, angefressene Kunstpflanzen, afrikanische Wanderheuschrecke :shock: ) oder lebendes Grün. Jedoch habe ich vor Jahren mal eine Dokumentation über Heuschreckenplagen in Afrika gesehen: Nachdem so ein Schwarm über einen Landstrich gefegt ist war kein Baum mehr belaubt, nur EINER nicht! Der NEEMBAUM - Azadirachta indica wir von den Heuschrecken vollständig gemieden. Danach fanden Versuche statt. Nutzpflanzen wurden mit Aufgüssen aus Neemsamen besprüht. Die Pflanzen blieben nicht nur von allen Schädlingen frei, sie waren auch grösser als herkömmlich gepflegte Pflanzen. Ich hatte mal Neemsamen. Die musste man mahlen und mit Wasser aufgiessen. Danach einen Tag den Sud stehen lassen. Die Brühe stank erbärmlich, Blattläuse hatte ich in dem Jahr auch nicht. Wenns gegen die 10cm langen Wüstenheuschrecken hilft, wirds auch unseren Einheimischen nicht schmecken.
Ist einen Versuch wert, oder?
Gruß
Kay
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

Versuch es mal mit "Neem-Öl".

Hintergrund: das Neem fiel schon vor Jahrhunderten dadurch auf, daß im alten Ägypten bei Heuschreckenplagen alles was grün war gefressen wurde ausser eben den Neem Bäumen. Daher kam man recht früh zu dem Schluß das im Saft des Baumes etwas sein mußte das der Heuschrecke nicht bekommt.....



Gruß
Martin S
Beste Grüße
Martin

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chimairon
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Beitrag von chimairon »

Sach ich doch.... 8)
Ich wusste nur nicht das es das auch als Öl gibt. Die Samen hatte ich von nem Spinnrad Laden. Wo gibts das Öl?
Gruß
Kay
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crimson
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Beitrag von crimson »

Im gut sortierten Baumarkt oder im Blumenfachhandel!
I say, if your knees aren't green by the end of the day, you ought to seriously re-examine your life.
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schmieda
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Beitrag von schmieda »

hallo,

ich hab mal bei Wikipedia geschaut:
Zitat aus Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Neem)
Die Samen und das Niemöl werden in der Landwirtschaft und von Hobbygärtnern als Dünger sowie zur akuten oder prophylaktischen Bekämpfung von Insekten, Nematoden, Milben und Pilzen verwendet. Sowohl das Beimengen des Samenschrots zum Substrat, als auch die Verwendung einer wässrigen Lösung zum Gießen oder Spritzen sind verbreitet.
das scheint ja ein super zeug zu sein. :wink:

weiss jemand ob das auch gegen spinnenmilben hilft? die gehen mir momentan extrem auf die .... .

EDIT: hab grad das hier gefunden:
http://www.bfr.bund.de/cm/218/bewertung ... milben.pdf
weiss jemand wie "dieses eine" mittel heisst?[/url]
Gruß
Frank :)

++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

chimairon hat geschrieben:Sach ich doch.... 8)
Ich wusste nur nicht das es das auch als Öl gibt. Die Samen hatte ich von nem Spinnrad Laden. Wo gibts das Öl?

Sorry Kai!
Hatte gar nicht gesehen das du das schon verfrühstückt hattest.
Martin S
Beste Grüße
Martin

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chimairon
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Beitrag von chimairon »

Passt scho Martin, hauptsache es wirkt und es bleibt grün! *up*
Gruß
Kay
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

Ah geh'! :wink:
Beste Grüße
Martin

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Klaus Kring
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Beitrag von Klaus Kring »

chimairon hat geschrieben:Sach ich doch.... 8)
Ich wusste nur nicht das es das auch als Öl gibt. Die Samen hatte ich von nem Spinnrad Laden. Wo gibts das Öl?
Auch bei Spinnrad.

Grüße
Klaus
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chimairon
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Beitrag von chimairon »

Danke Klaus!
Gut zu wissen! Ich hab zwar keine Heuschreckenprobleme, aber ich werde Jean Pütz mal wieder nen Besuch abstatten. Interessant wäre es die Auswirkungen auf das Wachstum zu überprüfen... Ich glaub das wäre mal eine Test wert. Hab eh keine Frusips mehr, der Waschpulverbaukasten ist fast leer und die Intimwaschlotion ist auch alle. *lach*
Gruß
Kay
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

schmieda hat geschrieben:....weiss jemand ob das auch gegen spinnenmilben hilft? die gehen mir momentan extrem auf die .... .
Ließ das.

Blattlaus & Co.
Tipps und Tricks von
Martin Schillings


Hallo zusammen! Alles im „grünen Bereich“?. Paßt ja irgendwo ganz gut zu Bonsai, oder? Grüner Bereich. Haben sie die grünen Bereiche bei ihren Bonsai mal wieder unter die Lupe genommen? Wie sieht der denn so aus? Saftig grün, satter, kräftiger Austrieb? Wenn „ja“ dann gut, wenn „nein“ dann sollten sie mal untersuchen woran das liegen könnte. Wissen sie schon, ja? Ach so! Schädlingsbefall! Womit?? Blattläuse? Kein Problem!
Diese und andere saugenden Insekten haben das Pech das uns Menschen da schon reichlich was in unseren modernen Forschungs.- und Entwicklungslabors eingefallen ist oder gerade in den entsprechenden Unternehmen „in der Mache“ ist. Außerdem haben unsere Vorfahren da auch schon einiges durch die „Haushaltschemie“ heraus gefunden. Das geht bis zu 4500 Jahre vor (!) Christi zurück! Wenn die Menschheit schon solange gegen solche Plagen kämpft, ja dann kriegen wir diese ,ich nenne sie mal Besucher, schon wieder weg, oder?

Da soll es ja Leute geben die darauf schwören den Baum kopfüber, Schale mit Alupapier umwickelt damit nichts heraus fällt, in Seifenlauge zu tauchen. Das geht auch, wenn der Befall eher gering ist, sozusagen im Entstehen. Sie sollten das dann aber auch dreimal innerhalb von 12 Tagen auch so machen! Ist auch nicht schlecht bei Spinnenmilben (hier aber zusätzlich den Baum mindesten zweimal täglich mit Wasser sprühen. Die können sich bei einer Luftfeuchte von größer 75% nicht mehr vermehren und hilft bedingt auch bei Befall mit Wollläusen (schreibt man das wirklich mit drei „l“?). Wobei es gegen Wollläuse bessere Mittel gibt (Hans Kastner beispielsweise sprüht Brennspiritus dagegen! Geniale Idee, da die wachsartige Schutzschicht der Wolllaus so „geknackt wird.)

Ist der Befall aber stärker dann hilft hier am ehesten ein entsprechendes Pestizid. Hier finden sie in den Gartenbauabteilungen der Super.- oder Baumärkte und natürlich in Gärtnereien allerhand Mittel mit denen sie der Plage zu Leibe rücken können. Ohne hier jetzt wirklich Werbung machen zu wollen. Metasystox R von Bayer ist seit langem mein persönlicher(!!) Favorit bei den synthetischen Spritzmitteln im Kampf gegen Blattlaus & Co. Uns ist jetzt klar, daß sie solche Spritzmittel gemäß dem Aufdruck auf der Verpackung einsetzten und auch unsere eigene Gesundheit und die anderer hierdurch nicht unnötig gefährden.
Die fachgerechte Anwendung solcher meist hoch toxischer Substanzen die bei falschem Gebrauch für den Menschen extrem gefährlich sein können, führte zu einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese weist aus, daß weltweit etwa 1 Millionen Menschen jährlich Vergiftungserscheinungen bedingt durch den falschen Umgang mit diesen Präparaten erleiden. Davon enden ca. 20000(!!) tödlich. Ja nun hören sie mal! Da wollen wir beide uns doch nicht einreihen und den Mittelwert nach oben treiben, oder? Also aufpassen und eben erst (auch wenn das oft schwerfällt) mal lesen was zu tun ist bevor sie die „Pulle aufreißen“ und gleich, „Kimme und Korn auf die Blattlaus anlegen“

Für die „geruchsfesten“ unter ihnen, wie üblich in dieser Kolumne der Hinweis auf die Verwendung von Jinmittel. Super Zeug auch im Kampf gegen saugende Insekten.

Für diejenigen unter ihnen, die es lieber „Alternativ“ haben (vom Jinmittel einmal abgesehen, daß ist so was von Alternativ! Wenn es doch bloß nicht so stinken würde!), der Umwelt zuliebe, was heute immer mehr Gewicht gewinnt oder weil das synthetische Zeug so stark nach Chemie riecht und daher den Familienfrieden gefährdet, denen kann ich zum Extrakt aus dem Niembaum, dem sogenannten NIEMÖL raten. ZB. zum Ceraflor, „Neemöl“ (bekommen sie in Gärtnereien bzw. in Gartenbau Abteilungen von Super.- oder Baumärkten für ca. 10 Euro). Das Zeug ist nach meiner Erfahrung echt nicht schlecht! Wobei?! Ich will jetzt mal ehrlich sein (bin ich eigentlich immer) und ihnen dazu sagen, daß es mir manchmal schwer fällt so etwas auszuprobieren. Neeee! STOP! Jetzt nicht denken „...der Schillings erzählt uns hier einen und hat’s gar nicht ausprobiert...“ Das könnte ich nicht so stehen lassen! Nur hier hat es mir einfach an „konkret“ befallenen Bonsai…, ja wie soll ich das jetzt sagen, na ich hatte das Öl aber eben keinen Bonsai der so richtig „verlaust“ war. Das liegt vornehmlich daran, daß ich meine Bonsai halt entsprechend oft und meist auch sehr sorgfältig begutachte.
Weil mich das ausprobieren solcher Empfehlungen (TV, AK-Treffen und durch das Internet bekommt mein auf Chemie geschultes Gehirn reichlich Input!) aber einfach interessiert, wie den so zB. diese Neemöl wirkt, kaufe ich mal ein Fläschchen und warte darauf, daß ich irgendwo anders im Garten was Befallenes habe.
ZB. die Lilien oder Levkojen meiner Frau, (die sind so herrlich empfindlich und eignen sich daher gut als Probanden für die ein oder andere Testreihe!) oder sonst irgend was. Ich biete schon mal Bekannten an, ihnen die Bonsai gesund zu pflegen, wenn sie denn mal ein Problem haben, nur um mal zu schauen wie „das neue Zeug den so wirkt“ und ich diese Erfahrungen dann entsprechend „breit streuen“ kann. Keine Sorge! Ich mache die Bonsai der Bekannten dadurch nicht noch kränker. Also wenn ich jetzt hier schreibe „Neemöl ist recht gut gegen saugende Insekten einsetzbar“ weiß ich das nicht von einer Rotbuche, Dreispitz oder Kiefer auf dem Regal, sondern von den Primeln hinten links an der Hecke oder dem Rhododendron vorne rechts am Eingang zu unserem Garten.
Wo war ich? Ach ja. Neemöl. Erst mal ein bißchen was für ihre Allgemein Bildung

Man versteht darunter das durch kaltes pressen gewonnene Öl aus den Samen des Niembaumes. Dieser Baum ist mal ein „Produkt“ der Natur das uns schnell lehrt, wer hier im Wettstreit um die eleganteren Innovationen beim Pflanzenschutz die Nase vorne hat. Beheimatet in Indien und Burma wird der ausgesprochen anspruchslose immergrüne Baum bis zu 30m hoch und satte 200 Jahre alt. Er kommt gut mit hohen Temperaturen zurecht (bis zu 50°C) und ist ausgesprochen anspruchslos im Bezug auf die Qualität des Bodens auf dem er gedeiht. Seine gelb-grünlichen Früchte gleichen von der Größe her der Olive. Weltweit existieren sehr viele Varietäten, die sich nicht so sehr durch ihr Äußeres aber hinsichtlich ihrer Genetik deutlich unterscheiden.
Dabei enthalten diese unterschiedlichen Varietäten unterschiedliche Zusammensetzungen der für die Menschheit von Alters her interessanten Inhaltsstoffe. Dadurch eigenen sich nicht alle Niembaum - Extrakte für den gleichen Zweck. Dh. heißt die eine Sorte ist besser für den Pflanzenschutz geeignet die anderen finden eher Einsatz in der Humanmedizin. Hilft z.B. gegen einen Vielzahl von Krankheiten wie Pocken, Windpocken aber auch gegen Warzen, Krätze und Herpes (gottlob brauche ich zur Zeit nur die Extrakte nur für den Planzenschutz). Dies liegt an den bakteriellen, fungiziden und entzündungshemmenden Wirkstoffen der Niem - Extrakte.

Besonders Interessant ist für uns natürlich der „Saft“ aus dem Baum, der unseren geschädigten Bonsai wieder auf Vordermann bringt. Alle Wirkstoffe die den typischen Einsatz in der Medizin und dem Pflanzenschutz finden gehören zu Isoprenoiden, genauer gesagt zu den Limonoiden (nein, hat nix mit „Limo“ zu tun!) aus der Gruppe der Mono.- und Triterpenen. Nur um hier mal ein bißchen zu zeigen, daß ihre Steuergelder in mein Studium gut investiert waren: die Wirkstoffe die den Insektiziden Charakter des Niemöls hervorrufen sind Nimbin, Nimbidin, das Nimbidiol , Azadirachtin, Salannin und ähhhhh? das Meliantropin!
Diese Wirkstoffkombination und die weniger bedeutenden anderen Stoffe zusammen genommen, wirken gemäß der einschlägigen Literatur gegen über 500(!!) unterschiedlicher Insekten. 500! Glauben sie mal das da ihre Blattläuse auch dazu gehören. Eine 0,01%ige Verdünnung reicht um spezifisch auf die Insektenphysiologie zu wirken. Dabei bleiben Menschen, Tiere und Pflanzen unbeeinträchtigt. Das Niemöl wird durch sprühen auf die Pflanze gebracht und hält so Schädlinge zunächst einmal fern. Das ist natürlich für präventive Behandlungen von großem Vorteil. Sollten aber mit Niemöl behandelte Pflanzenteile (auch der Saft den zum Beispiel eben unsere Blattläuse so lieben) aufgenommen werden, so wirkt es auf den Fortpflanzungsprozess des entsprechenden Insektes. Durch Einflußnahme auf den Hormonhaushalt wird der den Häutungsvorgang der Larven beeinträchtigt. Das für diese Vorgänge vom Insekt produzierte Ecdyson ähnelt den bioaktiven Substanzen des Niemöls (ja, ja, schon gut. Stimmt das mit den Hormonen habe ich „abgeschrieben“!). Diese Substanzen reichern sich im Insekt an und täuschen so vor, daß genügend von dem Ecdyson vorhanden ist und das Insekt stellt darauf hin die körpereigene die Produktion ein. Grober Fehler! Den die Substanzen aus dem Niemöl haben nicht die Wirkung und das Insekt kann sich nicht von der Larve zum ausgereiften Insekt ausbilden. Die Population, besser das Wachstum der Nachkommenschaft reißt damit ab und der Kreislauf der Vermehrung ist unterbrochen. Quasi läßt das Niemöl die Viecher auf ihrem Bonsai einfach aussterben! Jetzt ehrlich. Das ist doch genial! Dabei sollte uns jetzt klar werden, daß das Niemöl nicht sofort einen sichtbaren Effekt haben kann, so wie mein Metasystox. Die Burschen kippen jetzt nicht gleich tot vom Baum nur weil sie da gerade mit einer Ladung Niemöl drüber gerauscht sind! Es dauert ca. 7 – 10 Tage bis hier „Ruhe“ einkehrt.
Niemöl wirkt auch gegen an den Wurzeln fressenden Fadenwürmer. Dafür verwendet man jedoch den durch das Pressen gewonnen Presskuchen, der auch als hervorragender Dünger und als Viehfutter Verwendung findet. Dennoch könnte ich mir vorstellen, daß man mal schauen sollte, was passiert wenn man eine mit Nematoden befallenen Pflanze damit gießen würde. Vielleicht bekomme ich mal eine in die Hände und dann schauen wir mal was dabei heraus kommt.
Tolles Zeug! Probieren sie es ruhig einmal aus.


Bevor wir aber anfangen überhaupt irgend etwas zu spritzen, sollten wir uns im klaren darüber sein was für einen Schädlingsbefall wir überhaupt haben.
Dafür ist es ratsam, gerade für solche „Blindschleichen“ wie mich (+ 5,5 Diobtrin auf der Brille!), eine Lupe griffbereit zu haben. Das kann was ganz einfaches sein. Aus Plastik oder so eine einfache zum Briefmarken anschauen oder schauen sie mal im Kinderzimmer rum. Die Kleinen haben da schon mal in der letzten Ausgabe der „Micky Maus“ das komplette „Insektenbeobachtungs-Set“ oder sonst irgend etwas brauchbares. Direkt „einsacken“. Sie werden schnell feststellen, daß das ein wirklich guter Rat war. Da gibt es oft in unseren Fachbüchern zum Thema Bonsai den Ratschlag bei Verdacht auf Spinnenmilben, einen befallenen Zweig über einer weißen Unterlage (Blatt Papier, Tempo Taschentuch o.ä.) zu schütteln. Dann fallen die Burschen vom Baum wie die reifen Pflaumen im Herbst und man hat sie so sichtbar gemacht. Kennen sie, oder? Habe ich früher auch gemacht und dann habe ich da mit meinem Blatt gestanden und darauf gewartet das die Jungs sich mal bewegen. Warum? Weil ich den Staub und andere „Verunreinigungen“ auf dem Blatt nicht von den vermeidlichen Spinnenmilben unterscheiden konnte. Jetzt habe ich das „Insektenbeobachtungsset“ meiner Kleinen und ich kann so die Spinnemilbe vom Dreck“ unterscheiden.
Überhaupt will ich ihnen da mal was erzählen wo es mir letzthin mal wieder so richtig die Kinnlade auf den Boden gezogen hat. In Frankreich (ich hatte mir mit meinen Leuten dort etwas Urlaub gegönnt) war ich mit einer Bekannten ein Insektizid kaufen, weil wir Tripse an ihrer Balkonbepflanzung „jagen“ wollten (Urlaub kann ja manchmal so was von langweilig sein, da ist man richtig froh wenn man mal was „sinnvolles“ machen kann, nicht war?). Wir also in ein Pflanzencenter rein, ein riesiges Ding. So ein Laden mit „allem drum und dran“. Tolle Schädlingsbekämpfungsmittel - Abteilung. Gut sortiert. Wirklich interessant. Aber was mich so beeindrucke war, daß man hier bei einem Befall einen Zweig oder ein Blatt oder eine Blüte oder sonst was mitbringen kann und die legen das unter ein Mikroskop. Daran angeschlossen ist einen Kamera und ein Computer. Mensch, verstehen sie. Die machen eine digitale Aufnahe und vergleichen mit den Bildern in der Datenbank des Computers. Wie so ein Polizei – Computer! Ist der Schädling zweifelsfrei identifiziert „hauen“ die auf den Knopf und schon spuckt dir die Kiste folgendes aus: was du brauchst, von wem das hergestellt wird, was es kostet UND! in welchem Regal du das in dem Pflanzencenter finden kannst! Wahnsinn. Quasi eine Rasterverhandung mit direktem Lösungsvorschlag beim ergreifen des Gesuchten. Oh ich liebe diese schöne neue Welt der elektronischen Datenverarbeitung.


„Krista! Wenn der Artikel zu lang ist, kannst du ab hier kürzen. Er ergibt dann immer noch „Sinn“ ;-)


So jetzt noch schnell was über den Vorgang des Sprühens allgemein. Denn was nutzt das beste Pestizid (alternativ oder synthetisch) wenn sie das nicht in die Flasche rein oder wieder raus bekommen?
Daher im Folgenden noch ein paar Ratschläge worauf sie beim Sprühen achten sollten. Da mag jetzt der ein oder andere Tip ein wenig lächerlich anmuten, aber beherzigen sie in bitte trotzdem (lesen sie noch mal den Abschnitt mit der Statistik der WHO)!

- Grundsätzlich entsprechende Handschuhe tragen

- Verwenden sie Falschen die dafür “gebaut” wurden! Ich will jetzt nichts gegen die „Meister-Proper-Glasrein“ Sprühflasche sagen (habe selber welche), aber die tropfen gerne! Für so ein bißchen „nicht humantoxisches Biozeug” von beispielsweise Neudorf (Kalisalze entsprechender Fettsäuren) ist die gut genug aber(!) nicht für die richtige „Hämmerchen“ wie bespielsweise das schon zitierte Metasystox R. Es sei denn sie wickeln da so ein bisschen Papiertücher drum UND tragen die Handschuhe.


- Atmen sie die Nebel nicht ein! (Das braucht man keinem zu sagen, ganz klar. Aber wenn sie mal nach einer solchen “Sprühaktion” einen chemischen Geschmack im Mund haben, habe sie hier nicht richtig aufgepasst!)

- Wenn sie fertig sind mit dem sprühen, waschen sie sich in jedem Fall mal die Hände mit Seife.

- Halten sie die Flasche sauber. Von außen (anhaftende Reste des Mittels!), genauso wie von innen (mehrfaches Ausspühlen mit Wasser).

- Behandeln sie die Dichtringe (wenn sie an diese ran kommen) gelegentlich mit etwas Glycerin (hier können sie auch den Frostschutz für ihr Kühlwasser im Auto verwenden)

- Wenn sie eine Mischung angesetzt haben, geben sie einen Tropfen Spülmittel dazu. Das senkt die Oberflächenspannung des Wassers und sorgt so für eine bessere Benetzung der zu behandelten Pflanzenteilen

- Halten sie eine dünne Nähnadel bereit um eventuell auftretende „Verstopfer“ in der Düse zu lösen. Das kann ihnen schon mal passieren wenn sie beispielsweise Netzschwefel, oder Euparen (gegen pilzliche Erkrankungen) ausbringen. Diese Fungizide sind fest und werden in Wasser suspendiert (aufgeschlämmt)

- Nie gegen den Wind sprühen (eigentlich braucht man das auch nicht sagen, oder? Kennt man von der letzten Bootstour als einem so ein bisschen übel wurde. Was hat der Kapitän da noch mal gesagt?)

- Bringen sie, wenn das möglich ist, ein Etikett auf der Falsche an oder beschriften sie dieses mit einem Fettstift (Edding), damit sie wissen was in der Flasche ist (sie glauben ja gar nicht wie vergesslich man sein kann!).

- Setzen sie nach Möglichkeit nicht mehr Spritzmittel an wie sie für die Dauer bei einer akuten Behandlung verbrauchen werden.

- Wiederholen sie die Behandlung! Mit einmal einsprühen ist noch nie was endgültig geschafft worden mindestens dreimal im entsprechenden Abstand sprühen. (zwischen drei Tage bis einige Wochen, Siehe Packungsbeilage)

- Besorgen sie sich einen kleinen Trichter! (Haushaltswarenabteilung im Supermarkt) Das erleichtert ihnen das Einfüllen und ansetzten der Spritzbrühe ungemein! Gerade bei den „Haushaltsmengen“ die unsere Sammlungen häufig benötigen.

- Wenn sie mal so etwas “stinkigeres” sprühen (meist sind es die Lösemittel die streng riechen) warten sie bis sie alleine sind! Denn zwischenmenschlicher Ärger kann auf Dauer genauso schädlich für ihren Organismus sein wie das einatmen der Sprühnebel.

„Bis hier“

Ok. Bin ich mal wieder am Ende angelangt. Ich hoffe sie hatten was davon und wünsche ihnen bei der ihrer nächsten „Jagt“, fette Beute und Weidmanns Heil!

Ihr Martin Schillings
Beste Grüße
Martin

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