Blattzeichnungen/-verfärbungen bei Ficus

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Alien66
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Blattzeichnungen/-verfärbungen bei Ficus

Beitrag von Alien66 »

Hallo alle zusammen,

ich mußte heute leider feststellen, daß an einem meiner Figs einzelne Blätter in ihrer Mittelachse einen merkwürdigen schwarzen Streifen zeigen, was für kleinere und auch größere Blätter zutrifft. Darüberhinaus hat das Bäumchen bereits ein Blatt verloren, welches aussah, als ob es vertrocknet war, was gerade bei unserer Witterung hier nicht sein kann. Ich konnte auch dort noch die Mittelachse als dunkle Linie erkennen. Ein zweites Blatt an dem selben Zweig kümmert auch entsprechend vor sich hin und wird wohl ebenfalls bald abfallen. Einen Blattverlust hatte ich bei diesem Bäumchen bis dato noch gar nicht!

Ich habe mal zwei Bilder angehangen, in der Hoffnung, daß diese gut genug sind und Ihr das Wesentliche erkennen könnt. Das zweite Bild ist leider etwas unscharf, T'schuldigung hierfür! Kann es vielleicht an einer "Überdosis" organischen Düngers liegen?

Danke Euch allen im voraus + Grüße, Chris.
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Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm »

steht der baum zur zeit draussen?
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

Ja!

Grüße, Chris.
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chimairon
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Beitrag von chimairon »

Hi Chris!
Die roten Stiele u. Blattadern finde ich interessant. Waren die schon immer so? Ansonsten würde ich sagen das der Baum einen Menge Sonne bekommen hat und daraufhin vermehrt Anthocyane produziert hat. :arrow: Siehe http://bonsai-fachforum.de/viewtopic.ph ... anthocyane
Das mal ein Blättchen vertrocknet finde ich nicht bedrohlich. Eventuell liegts am Wetterumschwung? Oder das Substrat ist zu feucht und ein Wurzelschaden bahnt sich an. Glaube ich bei dir aber nicht, ich weiss noch das du dich sehr genau mit der Subtratfrage beschäftigt hast. :wink: Die Streifen haben meiner Meinug nach nichts mit dem Blattfall zu tun.
Gruß
Kay
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wathito
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Beitrag von wathito »

Hallo Chris,
ich denke auch, dass die Blattfärbung keinerlei negative Auswirkung hat. Mein Retusa hat im Juni nach einem starken Blattschnitt den Neuaustrieb genau so gebracht (er stand voll in der Sonne). Bis jetzt hat sich das wieder gegeben und die Blätter sehen wieder normal grün aus. Und einzelne Blätter mal zu verlieren ist nur dann ein Problem, wenn eh kaum welche am Baum sind.
Gruß aus der Nordheide

Walter

" Nicht immer sagen, was man weiß, sondern sich fragen, ob der andere das wissen will." B.P.
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

Kay, Walter,

danke für Eure Stellungnahmen, obwohl ich Eure lockere Haltung nicht so ganz nachvollziehen kann.

Die Sonneneinwirkung ist in den letzten zwei Wochen hier in Berlin wirklich zu vernachlässigen. Das Bäumchen hat aber seit Anfang Juni in voller Sonne gestanden. Die Verfärbung der Blattstiele beobachte ich schon seit einer Weile. Ich glaube mich erinnern zu können, daß mir die Verfärbung das erste Mal nach der ersten stärkeren organ. Düngung aufgefallen ist. Habe diese Verfärbung daraufhin auch an anderen Figs beobachtet, jedoch kam es nie zu dieser Blattzeichnung, auch nicht bei den Anderen. Darum meine Vermutung, daß es event. an der starken organ. Düngung liegt, womit gerade dieser Ficus nicht klar kommt. Bei meinen drei anderen handelt es sich auch um verschiedene Varitäten, die die Düngerdosis vielleicht besser vertragen...?

An ein Feuchtigkeitsproblem habe ich auch schon gedacht, aber das Gießwasser läuft gut ab und ich lasse das Substrat immer abtrocknen, bevor erneut gegossen wird. Ich habe allerdings festgestellt, daß mit zunehmender Konzentration des organ. Dünger im Substrat, das Substrat selber stärker verdichtet, wobei mir auch das enthaltene Akadama/Kiryu nicht mehr so "krümelig" erscheint. Diese Bestandteile werde ich ohnehin beim nächsten Umtopfen mit Lecadan ersetzen.

Was nun?

Grüße, Chris.
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Chris
Ich sage jetzt einfach mal, das ist ein Düngerproblem.
Die Verfärbung liegt im purpur-violett Bereich und
das veranlasst mich zu dieser Behauptung.
Ich vermute ein Ungleichgewicht zwischen beweglichen
und unbeweglichen Nährstoffen. Beim Wachstum neuer
Blätter werden die benötigten Nährstoffe nicht im richtigen
Verhältnis bereitgestellt. Dadurch ergibt sich kurzfristig
eine Mangelsituation eines Nährstoffes, der im Laufe
der Zeit ausgeglichen wird.
Düngung mit Rinderdung, Horn und Knochenmehl,
mineralische Flüssigdüngung und Bio-Trissol wenn ich
es richtig übernommen habe.
Die Fleissaufgabe wäre die einzelnen Nährstoffkomponenten
zu erfassen, zu addieren und eventuelle Mängel zu finden.
Auch die zeitlich, unterschiedliche Nährstofffreisetzung
einzelner Komponenten wäre zu berücksichtigen.

Leider kann ich Dir nicht sagen, mach das und das.
ich kann nur versuchen zu verstehen wie das Problem
entstanden ist

mfG Dieter
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flu
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Beitrag von flu »

Ich verstehe nicht, wo das Problem ist. Die Pflanze ist kern gesund.
Es ist ja nicht nur der Primärnerv, der rot gefärbt ist, sondern die komplette Sprossachse.
Das sind Anthocyaneinlagerungen nach starker Sonneneinstrahlung. Die stärke der Anthocyanbildung kann individuell sehr unterschiedlich sein. Dein Ficus hat halt einen sehr dunklen Teint.
BildBildBild
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

zopf hat geschrieben:...Leider kann ich Dir nicht sagen, mach das und das.
ich kann nur versuchen zu verstehen wie das Problem
entstanden ist...
Ist doch o.k., Dieter,

ich danke für Deinen Erklärungsversuch!

Grüße, Chris.
Zuletzt geändert von Alien66 am 17.08.2006, 10:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Bernd F.
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Beitrag von Bernd F. »

flu hat geschrieben:Ich verstehe nicht, wo das Problem ist. Die Pflanze ist kern gesund.
Es ist ja nicht nur der Primärnerv, der rot gefärbt ist, sondern die komplette Sprossachse.
Das sind Anthocyaneinlagerungen nach starker Sonneneinstrahlung. Die stärke der Anthocyanbildung kann individuell sehr unterschiedlich sein. Dein Ficus hat halt einen sehr dunklen Teint.
Ja aber wieso seh ich das dann bei MEINEN Ficen nicht,die ja ebenso immer in voller Sonne stehen Ulf???
Ich glaube es kommt sehr wohl von Dünger,nicht aber das der Baum überdüngt ist.
Ähnliches hab ich bei einem meiner Ficen beobachtet nach ner Düngung mit Compo Guano Flüssig.
Alle Blattadern waren zu sehen,vor allem an jüngeren Blättern.
Geschadet hat es dem Baum aber nicht.

Bernd
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

Danke für Deine Erklärung, Ulf!

Ich bin ja ersteinmal froh von Dir zu hören, daß die Pflanze gesund ist. Aber wie erklärst Du Dir diese Reaktion auf Sonneneinstrahlung, wenn die Pflanze seit Juni-Beginn in voller Sonne steht und die letzten beiden Wochen hier in Berlin - Du weißt es ja selbst am besten - alles andere als sonnig waren? Es sind ja auch bei weitem nicht alle Blätter betroffen, sondern ca. 30%, wobei diese Zeichnung/Färbung auch bei älteren Blättern eintritt, genauso wie bei sehr Jungen.

Bei dem Bäumchen handelt es sich um so ein Wurzel-Teil, welches umgangssprachlich auch als "Ginseng" bezeichnet wird. Eigentlich nicht der Rede wert, aber Du weißt ja, wie das mit Geschenken so ist... *kotz* Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was es wirklich für ein Ficus ist, ich vermute eine Benjamina-Varität, Du wirst es vielleicht sagen können. Fakt ist, daß ein Baum, von welchem ich weiß, daß es ein Benjamina ist, diese starken Blattfärbungen nicht zeigt, obwohl seine Blattstiele ebenfalls verfärbt sind. Ich vermutete eine Düngerreaktion, da ich diese Verfärbungen an den Stielen zum ersten Mal nach einer der ersten organ. Düngungen bemerkt hatte. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob das biologisch überhaupt Sinn macht.

Grüße, Chris.
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flu
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Beitrag von flu »

Also hier auf in Prenzlauerberg war es mit kleinen Unterbrechungen die letzten 2 Wochen durchaus sonnig.
Das Alter der Blätter spielt bei der Anthocyanproduktion keine große Rolle. Auch alte Blätter können sich noch umfärben.

Dieses Gingsengzeugs sind meines Wissens Pfröpflinge zweier verschiedener Varietäten von Ficus thonningii (ehemals F. retusa bzw. F. microcarpa). Dabei werden auf eine Unterlage mit dicken Speicherwurzeln (Varietät ist mir nicht bekannt) Äste von F. thonningii aufgepfropft.
Wenn die Verfärbung nur bei 30% der Äste auftaucht, dann achte doch mal darauf, ob sie vielleicht explizit nur an einzelnen Pfröpflingen auftaucht. Möglicher Weise wurden Pfröpflinge von verschiedenen Mutterpflanzen für dein Gingseng verwendet, mit leichter genetischer Varianz.

Ein Zusammenhang mit einer wie auch immer gearteten Düngung bezweifel ich. Dieters Erklärungsversuch dazu überzeugt mich nicht. Was haben Anthocyane mit einem potentiellen Ungleichgewicht des Nährstoffangebotes zu tun?
BildBildBild
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zopf
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Beitrag von zopf »

Vielleicht kann Ulf ja etwas Licht bringen.

Welche Nährstoffe sind mobil ?
Welche Nährstoffe wirken antagonistisch ?
Welche Nährstoffe werden bei der Blattbildung am schnellstens gebraucht ?
Wie verhalten sich Pflanzen bei einem Überangebot von Nährstoffen ?
Welche Nährstoffe werden aushgeschwemmt ?

Hat Linus Pauling recht ? (mit Literaturangabe)
Vitamin C, the Common Cold, and the Flu
San Francisco: W. H. Freeman, 1976.

mfG Dieter
Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm »

hatte sowas auch schon an ficus, immer nur wenn sie draussen standen.
zeig doch ein gesamtbild vom ficus dann kann man seinen gesundheitszustand vielleicht besser beurteilen???
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

lindwurm hat geschrieben:...zeig doch ein gesamtbild vom ficus dann kann man seinen gesundheitszustand vielleicht besser beurteilen???
Lindwurm,

hier das Bild, bin mir nicht sicher, ob uns das jetzt weiterbringt. Ich weiß nicht, ob dieser Ficus aufgrund seiner gr. Blätter jemals einen Eindruck hinterläßt, ich lasse jetzt ersteinmal die beiden Hauptäste durchwachsen und schneide nichts, natürlich auch nicht die Blätter.

Übrigens, meine Figs stehen erst seit Anfang Juni draußen, vorher war es (mir) bei uns noch zu kalt.

Grüße, Chris.
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