Erstaunliche Veränderung einer Fichte in 24 Monaten
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Erstaunliche Veränderung einer Fichte in 24 Monaten
Diese Fichte habe ich 1999 in den Alpen auf 1800 Meter Seehöhe auf einem Stein gefunden. Dann wurde sie sofort in diese Kiste gesetzt. Dann habe ich beschlossen, dass sie nicht unbedingt zu den Bäumem gehört, an denen ich arbeiten will. Also hat sie ein Verkaufsschild erhalten.
Kein Mensch hat in 5 Jahren nach dem Preis gefragt. Wundert auch nicht, wenn man das guts Stück so sieht.
Der Baum war usrprünglich 120 cm hcoh. Er zeichnete sich durch eher gerade, uninteressante Stämme und sehr hoch ansetzende Äste mit dem Grün weit vom Stamm aus. Also keine guten Voraussetzungen. Unten waren einige Äste, die ich einfach wachsen liess, die aber auf den ersten Blick keinerlei Hoffnung machten.
Die Bilder wurden genau vor 24 Monaten, also im August 2004 gemacht.
Kein Mensch hat in 5 Jahren nach dem Preis gefragt. Wundert auch nicht, wenn man das guts Stück so sieht.
Der Baum war usrprünglich 120 cm hcoh. Er zeichnete sich durch eher gerade, uninteressante Stämme und sehr hoch ansetzende Äste mit dem Grün weit vom Stamm aus. Also keine guten Voraussetzungen. Unten waren einige Äste, die ich einfach wachsen liess, die aber auf den ersten Blick keinerlei Hoffnung machten.
Die Bilder wurden genau vor 24 Monaten, also im August 2004 gemacht.
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Zuletzt geändert von Walter Pall am 20.08.2006, 11:03, insgesamt 1-mal geändert.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
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Walter Pall
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Im August 2004 habe ich den Baum aus der Kiste gehoben und in die grosse runde Schale gesetzt. Gleichzeitig wurde auch die 'Krone' noch einmal deutlich eingekürzt. Das Nebari, das sich dabei fand, war schon recht brauchbar. 
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Genau ein Jahr später, im August 2005 wurde dann ernsthaft mit der Gestaltung begonnen. Zuerst wurde noch einmal deutlich gekürzt. Die Entscheidung für einen Dreistamm wurde getroffen. Das Ganze sollte eine Kandelaberform werden, also an einen Baum im Hochgebirge erinnern, der mehrfach vom Blitz getroffen wurde und dessen Äste sich dann zu neuen Spitzen gewandelt haben.
Nach dem Beschneiden die Totholzarbeiten.
Nach dem Beschneiden die Totholzarbeiten.
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Man kann an einem Baum, der erst vor Kurzem gesammelt oder umgetopft wurde, rasch mit den Totholzarbeiten beginnen. Ich empfehle das auch.
Aber mit Drahten sollte man, gerade bei alten Fichten, sehr vorsichtig sein. Normalerweise ist es ein Jahr nach Umtopfen mit Wurzelreduktion deutlich zu früh. Aber diese Fichte sah so gesund aus, wie eine Fichte nur gesund ausehen kann. Also habe ich sofort auch mit der Drahtung begonnen. Bei so alten Bäume ist meistens eine stufenweise Gestaltung angebracht. Also erst einmal alle dichen Äste drahten, die grobe Skizze ev. noch etwas bereinigen und dann den Baum einige Monate in Ruhe lasen. Bei Fichten sterben meist in diesem Stadium kleinere Äste oder ganz grosse ab. Die sterben noch viel eher ab, wenn alles satt voll Draht ist. Das Design kann sich dadurch erhblich verändern.
Aber mit Drahten sollte man, gerade bei alten Fichten, sehr vorsichtig sein. Normalerweise ist es ein Jahr nach Umtopfen mit Wurzelreduktion deutlich zu früh. Aber diese Fichte sah so gesund aus, wie eine Fichte nur gesund ausehen kann. Also habe ich sofort auch mit der Drahtung begonnen. Bei so alten Bäume ist meistens eine stufenweise Gestaltung angebracht. Also erst einmal alle dichen Äste drahten, die grobe Skizze ev. noch etwas bereinigen und dann den Baum einige Monate in Ruhe lasen. Bei Fichten sterben meist in diesem Stadium kleinere Äste oder ganz grosse ab. Die sterben noch viel eher ab, wenn alles satt voll Draht ist. Das Design kann sich dadurch erhblich verändern.
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Wiederum genau 12 Monate später, im Augst 2006 ist es dann soweit. Einige Äste des mittleren Stammes sind abgestorben. Ausgerechnet die, die die Kandelaberkrone bilden sollten. Also wurde beschlossen, den mittleren Stamm zum Jin umzuwandeln und einen Doppestamm daraus zu machen. Zuerst die Totholzarbeiten, die aber jetzt schon serh fein sein sollten. Nie wieder wird man später so frei an das Totholz heran kommen. Also jetzt wird viel Mühe darauf verwendet, das Holz glaubhaft zu gestalten.
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Nachdem die Gestaltung im Groben entschiden war, wurde beschlossen, David alleine die Detailarbeit zu übertragen. ('wurde beschlossen' ist im Joergschen Pluralis majestatis aufzufassen. Also WIR haben beschlossen. Nur so, für Insider, muss nicht jeder verstehen)
Er hat als den alten Draht abgenommen, noch etwas an dem toten Holz herumgearbeitet, Feuer glegt und so, Alle Äste und Ästchen gedrahtet und alles in Form gebracht. Volle zwei Tage so in etwa hat es gedauert.
Er hat als den alten Draht abgenommen, noch etwas an dem toten Holz herumgearbeitet, Feuer glegt und so, Alle Äste und Ästchen gedrahtet und alles in Form gebracht. Volle zwei Tage so in etwa hat es gedauert.
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Das ist das Ergebnis. Vorerst fertig.
Natürlich muss da noch was zuwachsen.
Im zweiten Bild habe ich virtuell Äste spriessen lasen. Im dritten Bild dann virtuell umgetopft.
Tatsächlich jetzt umtopfen würde mit Kopfabhacken geahndet.
Apropo Kopfabhacken. Der Geselle wird langsam gefährlich. Nach schweizer Vorbild muss ich mir da jezt langsam was ganz Gemeines ausdenken. (wiederum nur für Insider vertändlich).
Dann der Baum vor exakt 24 Monaten. Kaum glaublich, auch für mich.
Natürlich muss da noch was zuwachsen.
Im zweiten Bild habe ich virtuell Äste spriessen lasen. Im dritten Bild dann virtuell umgetopft.
Tatsächlich jetzt umtopfen würde mit Kopfabhacken geahndet.
Apropo Kopfabhacken. Der Geselle wird langsam gefährlich. Nach schweizer Vorbild muss ich mir da jezt langsam was ganz Gemeines ausdenken. (wiederum nur für Insider vertändlich).
Dann der Baum vor exakt 24 Monaten. Kaum glaublich, auch für mich.
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Jetzt zu Details der Gestaltung:
Uwe, besten Dank für das Stichwort. (Das wir ja vorher vereinbart haben)
Auch wenn ich jetzt einige, ausser Uwe, langweile, will ich den Baum rundherum zeigen. Das ist moderne 360-Grad-Gestaltung, oder dreidimensionale Gestaltung. Es gibt zwar eine beste Vorderseite, aber auch alle anderen Seiten sehen glaubhaft aus. An diesem Baum fällt es mir recht schwer, die beste Vorderseite zu bestimmen. Das ist genau das Problem, das man da gerne hat.
Uwe, besten Dank für das Stichwort. (Das wir ja vorher vereinbart haben)
Auch wenn ich jetzt einige, ausser Uwe, langweile, will ich den Baum rundherum zeigen. Das ist moderne 360-Grad-Gestaltung, oder dreidimensionale Gestaltung. Es gibt zwar eine beste Vorderseite, aber auch alle anderen Seiten sehen glaubhaft aus. An diesem Baum fällt es mir recht schwer, die beste Vorderseite zu bestimmen. Das ist genau das Problem, das man da gerne hat.
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Zuletzt geändert von Walter Pall am 20.08.2006, 10:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Ein anderes Thema ist die Astanordnung. Wir alle im Westen sind mit dem aufgewachsen, was in unseren Bonsaibüchern als 'klassisch' oder 'traditionell' bezeichnet wird. Ist es zwar nicht, das ist aber ein anderes Thema.
Jedenfalls wird da beschrieben, dass die Äste deutlich sichtbare Abstände haben sollten, also Negativbereiche zwischen den Ästen. Die Äste sind dann auch vorschriftsmässig eher waagrecht und nicht so trauerweidenhaft wie hier.
In der modernen und vor allem in der naturalistischen Gestaltung wird das völlig ignoriert. Es gibt keine Leerräume, wo 'das Vögelchen hindurch fliegen kann'. Es gibt aber recht grosse Löcher in der Krone, wo 'das Vögelchen hinein fliegen kann'. Das sieht jeder, der so einen Baum in natura vor sich hat. Leider sieht man es auf Fotos meistens eben nicht. Bonsai sehen allgemein auf Bildern schlecher aus als in natura. Die Naturalistischen ganz besonders. Weil die ganz bewusst dreidimensional gemacht sind, während die 'traditionellen' eher zweidimensional gemacht wurden, was ein 'unfairer' Vorteil beim Fotografieren ist. Die Transparenz, die Durchsichtigkeit der Krone ist ein ganz entscheidendes Stilmerkmal, wirklichen Kronen abgeguckt. Durch die grossen Löcher vorne in der Krone sieht man dann dahinter eben die rückwärtigen Äste. Dadurch entsteht enorme Tiefenwirkung, Dreidimensionalität. Auf Fotos sieht das dann aber immer so aus, als ob der rückwärtige Ast stört. Er stört dann ganz besonders, wenn man immer noch der sogenannten westlichen traditionellen Schule angehört. Dann gibt es schlaue Leute, die machen ein Virtual, bei dem sie den rückwärtigen Ast herausradieren - und schon sieht es besser aus. Auf dem Bild. Dann gibt es andere, die wissen, das da deutlich zu viele Äste sind, die dann später reduzeert werden. Werden sie nicht, oder kaum. Weil das hier ein völlig anderes Konzept ist als das, was wir jahrzehntelnag gelernt haben.
Ich habe hier versucht, das trotzdem mit den Mitteln der Fotografie zu zeigen. Der Hintergrund wurde absichtlich sehr unscharf gemacht, damit man die Tiefenwirkung auch am Foto erkennen kann.
Jedenfalls wird da beschrieben, dass die Äste deutlich sichtbare Abstände haben sollten, also Negativbereiche zwischen den Ästen. Die Äste sind dann auch vorschriftsmässig eher waagrecht und nicht so trauerweidenhaft wie hier.
In der modernen und vor allem in der naturalistischen Gestaltung wird das völlig ignoriert. Es gibt keine Leerräume, wo 'das Vögelchen hindurch fliegen kann'. Es gibt aber recht grosse Löcher in der Krone, wo 'das Vögelchen hinein fliegen kann'. Das sieht jeder, der so einen Baum in natura vor sich hat. Leider sieht man es auf Fotos meistens eben nicht. Bonsai sehen allgemein auf Bildern schlecher aus als in natura. Die Naturalistischen ganz besonders. Weil die ganz bewusst dreidimensional gemacht sind, während die 'traditionellen' eher zweidimensional gemacht wurden, was ein 'unfairer' Vorteil beim Fotografieren ist. Die Transparenz, die Durchsichtigkeit der Krone ist ein ganz entscheidendes Stilmerkmal, wirklichen Kronen abgeguckt. Durch die grossen Löcher vorne in der Krone sieht man dann dahinter eben die rückwärtigen Äste. Dadurch entsteht enorme Tiefenwirkung, Dreidimensionalität. Auf Fotos sieht das dann aber immer so aus, als ob der rückwärtige Ast stört. Er stört dann ganz besonders, wenn man immer noch der sogenannten westlichen traditionellen Schule angehört. Dann gibt es schlaue Leute, die machen ein Virtual, bei dem sie den rückwärtigen Ast herausradieren - und schon sieht es besser aus. Auf dem Bild. Dann gibt es andere, die wissen, das da deutlich zu viele Äste sind, die dann später reduzeert werden. Werden sie nicht, oder kaum. Weil das hier ein völlig anderes Konzept ist als das, was wir jahrzehntelnag gelernt haben.
Ich habe hier versucht, das trotzdem mit den Mitteln der Fotografie zu zeigen. Der Hintergrund wurde absichtlich sehr unscharf gemacht, damit man die Tiefenwirkung auch am Foto erkennen kann.
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Dann kommt da noch die 'merkwürdige' Astform. In der IBC Gallery wurde gefragt, ob die unteren Äste so lange und so trauerweidenhaft bleiben.
Wer in der sogenannten traditonellen Schule verhaftet ist, dem kommt das tatsächlich falsch vor. Äste müssen ja ungefähr auf eine Drittel der Baumhöhe beginnen und sie dürfen, zumindestens bei einem Nadlebaum nicht trauerweidenhaft hängen.
Nun stösst es Fundamentalisten immer wieder auf, dass wir (bitte den Joerg'schen Pluralis majestatis beachten!) nicht Bonsai, sondern Bäume gestalten. So ist as aber - leider.
Jedenfalls haben ganz alte freistehende Fichten ganz viele, lange trauerweidenhaft bis fast zum Boden herabhängend Äste. Und Bonsai, die sowas darstellen wollen eben auch. Und basta!
Wer in der sogenannten traditonellen Schule verhaftet ist, dem kommt das tatsächlich falsch vor. Äste müssen ja ungefähr auf eine Drittel der Baumhöhe beginnen und sie dürfen, zumindestens bei einem Nadlebaum nicht trauerweidenhaft hängen.
Nun stösst es Fundamentalisten immer wieder auf, dass wir (bitte den Joerg'schen Pluralis majestatis beachten!) nicht Bonsai, sondern Bäume gestalten. So ist as aber - leider.
Jedenfalls haben ganz alte freistehende Fichten ganz viele, lange trauerweidenhaft bis fast zum Boden herabhängend Äste. Und Bonsai, die sowas darstellen wollen eben auch. Und basta!
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Walter Pall
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Walter Pall
Hallo Walter,
das ist richtig faszinierend!
Ich bin beeindruckt, was aus der Fichte geworden ist.
Eine festgelegte Vorderseite brauchst Du da gar nicht.
Bei Ausstellungen stellst Du ihn einfach auf einen elektrisch betriebenen Drehtisch (langsam drehend natürlich). Da kommt dann alles zur Geltung.
Wäre doch zumindest eine Überlegung wert, oder?
Viele Grüße,
Jörg
das ist richtig faszinierend!
Ich bin beeindruckt, was aus der Fichte geworden ist.
Eine festgelegte Vorderseite brauchst Du da gar nicht.
Bei Ausstellungen stellst Du ihn einfach auf einen elektrisch betriebenen Drehtisch (langsam drehend natürlich). Da kommt dann alles zur Geltung.
Wäre doch zumindest eine Überlegung wert, oder?
Viele Grüße,
Jörg
- Wolfgang
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Interessant, was aus dieser anfangs eher uninteressant wirkenden Fichte wurde ......
Ich kann deinen Erläuterungen zwar gut folgen, aber trotzdem hängen mir die unteren Äste um eine Spur zu weit runter. - Werd mir die Sache kommenden Samstag in natura ansehen .......
Ich kann deinen Erläuterungen zwar gut folgen, aber trotzdem hängen mir die unteren Äste um eine Spur zu weit runter. - Werd mir die Sache kommenden Samstag in natura ansehen .......
Grüße! Wolfgang
http://www.yamadori-bonsai.info
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Hallo Walter,
danke für die zahlreichen Ansichten....
hab mal ein GIF erstellt. Leider ist es sehr schwierig mit 70 kb hier ein
tolles Ergebnis zu zaubern.
Ich habe eine etwas größere Datei angefertigt, die ich dir per Mail senden
werde.
Wenn der Baum sich so dreht, kann man die Tiefenwirkung, von der du redest sehr gut erkennen und nachvollziehen.
Liebe Grüße
Uwe
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hab mal ein GIF erstellt. Leider ist es sehr schwierig mit 70 kb hier ein
tolles Ergebnis zu zaubern.
Ich habe eine etwas größere Datei angefertigt, die ich dir per Mail senden
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Wenn der Baum sich so dreht, kann man die Tiefenwirkung, von der du redest sehr gut erkennen und nachvollziehen.
Liebe Grüße
Uwe
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