Abmoosen Kiefern

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Wolfgang S
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Abmoosen Kiefern

Beitrag von Wolfgang S »

Also jetzt will ich das mal genauer wissen.
Wer hat schon mal selbst eine Kiefer abgemoost? Oder sonst einen Nadelbaum?
Also nicht "Wer kennt jemanden, der das schon mal in einem japanischen Buch gelesen hat", sondern eigenhändig?

Was ist dabei zu beachten (bitte auch hier keine Literaturzitate)?

Der Vorschlag kommt hier ja relativ oft, aber gesehen hab ich das noch nicht. Für mich gehört das deshalb noch immer zu den "Urban-Legends" der Bonsaigestaltung in Deutschland (Japan mag da ja anderes Klima haben).

Also, Ihr Abmooser, outet Euch.

Gruß,
Wolfgang
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Wolfgang S hat geschrieben:Wer hat schon mal selbst eine Kiefer abgemoost? Oder sonst einen Nadelbaum?
Wolfgang,
die Frage ist ein bisserl weit gestreut; meinst du nicht auch? :?

WELCHE Kiefernart würdest du gerne abmoosen :?:
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Wolfgang S
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Beitrag von Wolfgang S »

Hallo Wolfgang,
persönlich will ich gar keine Kiefer abmoosen. Mir ging es nur darum, echte Erfahrungen zu hören, da das Abmoosen von Kiefern hier im Forum immer wieder empfohlen wird. Da ich selbst große Zweifel an der Machbarkeit habe, wollte ich halt von den Leuten, die das empfehlen mal hören, wie sie das gemacht haben und worauf man achten sollte.

Gruß,
Wolfgang
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Wolfgang
3 Pinus thunbergii als Jungpflanzen zwecks Nebari versucht abzumoosen,
alle 3 Kompost.
1 veredelte Mädchenkiefer ca 8 Jahre alt, der selbe Versuch, das selbe
Ergebnis.
Aktuell nur eine Hexenbesen-Veredlung (Pinus uncinata) seit 1 Jahr in Abmoosung,
bis jetzt nur eine Verdickung, keine Kallus und erst recht kein
Würzelchen.
Ich schätze mittlerweile das diese Abmoosung funktioniert, aber rechne
noch mit mindestens 3-4 Jahren bis ich abtrennen kann.
Nach meinen bisherigen Versuchen und den Erfahrungen, vermute ich
das Abmoosen bei den Kiefern möglich ist, die ein feuchteres Substrat
über einen langen Zeitraum vertragen. Kiefern die trocken kultiviert
werden müssen brauchen das feuchte Substrat um Wurzeln bilden
zu können, vertragen es aber nicht.
Wacholder kein Problem (Erfahrung), Taxodium, Kryptomeria und
Larix kaempferii gehen auch (Vermutung), Chamaecyparis ( versuche
ich seit über 1 Jahr natürlich abzumoosen) scheint zu gehen
(ich bin aber etwas verunsichert, da Walter gegenteiliger Meinung ist).
Mehr weiss ich nicht.
mfG Dieter
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Roan
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Beitrag von Roan »

Hallo Wolfgang

Vor 3 Jahren ein Ginkgo versucht mit einem Draht abzumosen leider gescheitert. :(

Dieses Jahr im Frühling einen Igelwacholder mit Rinde entfernen 1/2 Stammdicke bis jetzt schon kleine Wurzeln es klappt. :lol:


Gruss

Roan
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Anja M.
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Beitrag von Anja M. »

Eine Spitze einer Chamaezyparis obtusa 'Nana' erfolgreich nach 3 oder so Jahren abgemoost. Ast im unteren Bereich gescheitert.
73 Anja
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Max
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Beitrag von Max »

Hallo Wolfgang(s) und Andere,

was heißt denn Abmoosen gescheitert/eingegangen?
Bedeutet das: wegen gleichzeitigem Abschälen der Rinde unter dem abzumoosenden Bereich sind die Kiefern eingegangen?
Oder: dass die Bäume selbst ohne Abschälen der Rinde und nur mit strammgezogenen Draht eingegangen sind?
Max Bonsaistudio
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Max
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Beitrag von Max »

ich hätte doch sogern eine Antwort !
Max Bonsaistudio
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Wolfgang S
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Beitrag von Wolfgang S »

Hallo,
so viele Aufrufe und keine wirklichen Erfolgsberichte bei Kiefern? Wo doch bei so vielen gepfropften Kiefern hier im Forum die Empfehlung kommt die Kiefer abzumoosen?
Erschütternd, aber mein Vorurteil verdichtet sich, daß Kiefern eigentlich in Deutschland nicht abgemoost werden können.

Zopfs Theorie mit der Feuchtigkeit leuchtet mit spontan ein. Ich erinnere mich hier auch an Berichte von Kiefern aus morastigen Sümpfen (Schweden, Norwegen?). Diese Sorten müßten dann ja abmoosbar sein? Welche Sorten wachsen denn auf morastigen Boden? Und wie ist das in den Alpen an der Baumgrenze? Da ist es doch auch manchmal ganz schön sumpfig?
Meint Ihr, daß es eher an der Kiefernart oder am individuellen Baum liegt, ob das abmoosen klappt?

Man müßte mal über eine schrittweise Abmoostechnik nachdenken, bei der nie zu viele Saftbahnen auf einmal durchtrennt werden. Also vielleicht immer so 3 mm breite Streifchen mit 1 cm Länge und dann was reinklemmen, damit es nicht zuwallt. Dafür dann -falls Wurzeln kommen- die nächsten Streifchen versetzt schälen.

Wacholder funktioniert, da gehen ja auch Stecklinge. Lärchen wundern mich auch nicht, bei Ginko trifft Zopfs Wurzelfeuchte-Theorie wieder zu. Mein Ginkobonsai mag gar keine Staunässe.

In Japan mag das ganze ja funktionieren, abd dort gibt es (zumindest in Tokyo und Osaka) im Sommer meist satte 80% Luftfeuchtigkeit, das wird wohl helfen.

Gruß,
Wolfgang
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Max
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Beitrag von Max »

Na ich dachte spontan daran: man müsste doch eigentlich, wenn auch
langwieriger, nur mit Hilfe eines sehr strammen Drahtes,
(wie auch in Walter Palls Artikel zum Abmoosen angedeutet)
der um den nicht zu borkigen Stamm gezogen wird,
ein Wurzelwachstum erzwingen können, ohne den Baum zu gefährden.
Der Saftfluss im Innern wird nicht gefährdet, der Saftfluss der im
Außenbereich von den Nadeln nach unten fließt um die Wurzeln zu fördern,
wird da gestaut, wo der Draht eng gebunden wurde und der Baum bleibt
gesund, es bilden sich neue Wurzeln. Soweit die Theorie.
Ein Umtopfen ist natürlich während dieser Zeit auf Grund eines
Wurzelverlustes im tiefen Bereich verboten!

Stimmt die Idee oder wo hapert's?

Nur die Erde? Wenn ich im abzumoosenden Bereich noch zusätzlich eine
geschlossene Tüte mit entsprechendem Substrat anbringe,
dann sollte doch auch dieses Problem schnell gelöst sein!?

Was funktioniert hier nicht?
Bin sehr gespannt
Max Bonsaistudio
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Anja M.
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Beitrag von Anja M. »

Weiß nicht, mußt du die Kiefern fragen. :wink:
73 Anja
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flu
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Beitrag von flu »

Gymnospermen haben im Vergleich zu Angiospermen eine so simple Holz- und Bastanatomy, dass man eher fragen müsste, warum das Abmoosen überhaupt bei einigen Koniferen klappt.
BildBildBild
bite85
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Beitrag von bite85 »

Hallo Ulf

Haben Koniferen, insbesondere Kiefern, denn auch eine entsprechende "Wachstumsschicht", welche man als Kambium bezeichnen könnte?
Könnte es sein, daß der Harzfluß eine Bewurzelung verhindert?

Nette Grüße
Martin
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flu
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Beitrag von flu »

Gute Frage!

Mit wenigen Ausnahmen (Monokotyle) haben alle Pflanzen mit sekundärem Dickenwachstum ein Kambium, also ein zylinderförmiges Meristem um das Xylem (Holzteil) herum. Das produziert auch bei Koniferen nach innen Holz und nach außen Bast. Deine Frage ist deswegen gut, weil dies natürlich auch der Ort ist, an dem neue Wurzeln gebildet werden.
Im Allgemeinen ist aber das Xylem von Gymnospermen weit weniger differenziert als das der Angiospermen.
Gymnosperme haben eigentlich nur Tracheiden und Parenchymzellen im Holz.
Angiosperme haben darüber hinaus noch Tracheen, Festigungsgeweben und vor allem auch Speichergewebe.
Angiospermenholz ist weit flexibler in seinen physiologischen Möglichkeiten. Die Wurzelbildung funktioniert deswegen bei Angiospermen im Allgeminen auch weit besser als bei Gymnis.


Das Thema ist so komplex, ich könnte echt noch vieles dazu schreiben, hab nur gerade auch was anderes zu tun.
BildBildBild
bite85
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Beitrag von bite85 »

Hm, schwere Kost.....

Wenn eine direkte Abmoosung somit nur sehr schwer machbar ist, könnte dann vielleicht eine "indirekte Abmoosung" per Wurzelablaktierung möglich sein? Dabei geht es dann ja nicht um Wurzelbildung aus Wundgewebe sondern das Zusammenwachsen zweier "Wundbereiche".

Nette Grüße
Martin
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