Ausgraben von Eichen
Ausgraben von Eichen
Hallo liebe Bonsaigemeinde,
wollte mal fragen, wer Erfahrungen mit dem Ausgraben von Eichen hat. Ist sowas besonders schwierig? Überlebensrate? Wann ist die beste Zeit dazu?
Ich war heute unterwegs, ich sag mal Wald-und Wiesentour. Im Graben neben dem Bahnkörper ist sehr gutes Material zu bestaunen, vor allen Dingen Kiefern, die durch die Bahn im Wachstum begrenzt wurde und daher recht niedrig sind, bei einem ordentlichen Stammdurchmesser. Diese Sylvestris (geh mal davon aus, dass es welche sind) sind tiefgrün und superdicht im Wuchs. Liegt das wohlmöglich am Abrieb der Bahn (Fe, Mg, etc.)?
Für Eure Infos bedanke ich mich schon vorab und verbleibe mit sonnigem Gruss aus dem Badner Land
Hansi
wollte mal fragen, wer Erfahrungen mit dem Ausgraben von Eichen hat. Ist sowas besonders schwierig? Überlebensrate? Wann ist die beste Zeit dazu?
Ich war heute unterwegs, ich sag mal Wald-und Wiesentour. Im Graben neben dem Bahnkörper ist sehr gutes Material zu bestaunen, vor allen Dingen Kiefern, die durch die Bahn im Wachstum begrenzt wurde und daher recht niedrig sind, bei einem ordentlichen Stammdurchmesser. Diese Sylvestris (geh mal davon aus, dass es welche sind) sind tiefgrün und superdicht im Wuchs. Liegt das wohlmöglich am Abrieb der Bahn (Fe, Mg, etc.)?
Für Eure Infos bedanke ich mich schon vorab und verbleibe mit sonnigem Gruss aus dem Badner Land
Hansi
- der1
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Hallihallo,
leider beschränken sich meine Eichen-Ausgrabe-Erfahrungen lediglich auf das Entfernen kleinerer Eichen, die im Garten im Weg standen. Eins weiß ich aber dadurch bestimmt: die "Mistbiester" haben Pfahlwurzeln, die schnurgerade ins Erdreich wandern. Einfach auszugraben sind sie wirklich nicht.
Ich VERMUTE auch, dass es ziemlich schwierig wird, mit ausgegrabenen Eichen ein gutes klassisches Nebari zu erzeugen, eben weil sie so lange, tief wachsende Wurzeln ausbilden.
Aber so ne kleine Eiche hätt ich auch gerne, muss ich gestehen.
Liebe Grüße
¹
leider beschränken sich meine Eichen-Ausgrabe-Erfahrungen lediglich auf das Entfernen kleinerer Eichen, die im Garten im Weg standen. Eins weiß ich aber dadurch bestimmt: die "Mistbiester" haben Pfahlwurzeln, die schnurgerade ins Erdreich wandern. Einfach auszugraben sind sie wirklich nicht.
Ich VERMUTE auch, dass es ziemlich schwierig wird, mit ausgegrabenen Eichen ein gutes klassisches Nebari zu erzeugen, eben weil sie so lange, tief wachsende Wurzeln ausbilden.
Aber so ne kleine Eiche hätt ich auch gerne, muss ich gestehen.
Liebe Grüße
¹
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
Lichter - Leerer Raum (Video und mp3)
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
Lichter - Leerer Raum (Video und mp3)
Hallo Hansi,
ich sage mal so: eine gesunde, vitale Eiche ist auch nicht besonders heikel beim Ausgraben. Das Problem scheint mir aber zu sein, dass sie unter manchen Bedingungen, wie z.B. starker Verbiss oder Lichtmangel, stärker leiden als etwa Hainbuchen. Viele interessante Eichen wachsen auch an sehr trockenen Standorten, dann wird es auch problematisch.
Man müsste also genaueres über die Umstände wissen.
Gruß Harald
ich sage mal so: eine gesunde, vitale Eiche ist auch nicht besonders heikel beim Ausgraben. Das Problem scheint mir aber zu sein, dass sie unter manchen Bedingungen, wie z.B. starker Verbiss oder Lichtmangel, stärker leiden als etwa Hainbuchen. Viele interessante Eichen wachsen auch an sehr trockenen Standorten, dann wird es auch problematisch.
Man müsste also genaueres über die Umstände wissen.
Gruß Harald
Hallo Hansi
Ich hab hier noch nen Link zum Ausgraben von Eichen. Der wurde hier auch schon mal gepostet. Der Typ geht dabei doch auf eine sehr andere Art und Weise vor; das hab ich selber allerdings auch noch nicht so versucht.
http://www.bonsai4me.com/AdvTech/ATquer ... otting.htm
Nette Grüße
Martin
Ich hab hier noch nen Link zum Ausgraben von Eichen. Der wurde hier auch schon mal gepostet. Der Typ geht dabei doch auf eine sehr andere Art und Weise vor; das hab ich selber allerdings auch noch nicht so versucht.
http://www.bonsai4me.com/AdvTech/ATquer ... otting.htm
Nette Grüße
Martin
hhmm, äusserst interessant, wenn es denn stimmt. aber da eichen ja sowieo sorten mit einem zweiten austrieb so um juni herum (johannistrieb) sind, könnte man das ausgraben wohl jedenfalls ganz gut in der zeit mai-juni versuchen.
poste jedenfalls mal deine erfahrungen.
poste jedenfalls mal deine erfahrungen.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
hey....
was verlangt ihr denn von mir, ich kann grad mal guten badischen dialekt und jetzt soll ich fachvorträge in englisch lesen! zu viel des guten, als halbbrasilianer hätte ich mir noch portugiesisch gefallen lassen. schade zwar, aber ich werde den baum eh erst vobereiten müssen und im frühjahr 2008 dann ausgraben. also wegen gesundheit und so, der baum steht auf einem freien feld hat dichtes laub und aussergewöhnlich kleine blätter. er ist von ein paar kiefern umgeben und sieht vital aus... wenn ihr wollt, zwecks besserer beurteilung kann ich ja mal ein paar bilder machen. trotzdem mal recht herzlichen dank für eure infos.
gruss aus dem Badner Land
HANSI
was verlangt ihr denn von mir, ich kann grad mal guten badischen dialekt und jetzt soll ich fachvorträge in englisch lesen! zu viel des guten, als halbbrasilianer hätte ich mir noch portugiesisch gefallen lassen. schade zwar, aber ich werde den baum eh erst vobereiten müssen und im frühjahr 2008 dann ausgraben. also wegen gesundheit und so, der baum steht auf einem freien feld hat dichtes laub und aussergewöhnlich kleine blätter. er ist von ein paar kiefern umgeben und sieht vital aus... wenn ihr wollt, zwecks besserer beurteilung kann ich ja mal ein paar bilder machen. trotzdem mal recht herzlichen dank für eure infos.
gruss aus dem Badner Land
HANSI
... es geht immer was!
im wesentlichenn bescheibt der mann, dass ihm nach dem ausgraben von eichen vor dem austrieb im frühjahr fast alle pflanzen eingegangen sind.
er hat dann aber durch zufall entdeckt, dass dies nicht passiert, wenn die pflanzen in der wachstumsperiode ausgegraben werden.
ein allgemeines problem ist bei eichen die pfahlwurzel, die direkt nach unten wächst und beim ausgraben gekappt werden muss. meist sind dann nur wenige seitenwurzeln vorhanden, weshalb es wahrscheinlich sinnvoll ist, gleichzeitig auch die grünmasse entsprechend zu reduzieren.
er hat dann aber durch zufall entdeckt, dass dies nicht passiert, wenn die pflanzen in der wachstumsperiode ausgegraben werden.
ein allgemeines problem ist bei eichen die pfahlwurzel, die direkt nach unten wächst und beim ausgraben gekappt werden muss. meist sind dann nur wenige seitenwurzeln vorhanden, weshalb es wahrscheinlich sinnvoll ist, gleichzeitig auch die grünmasse entsprechend zu reduzieren.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Hallo,
ich bin ein Neuling hier im Forum. Ich habe aber nen grünen Daumen *grins*
kenne mich gut mit Orchideen aus. Versuche seit ca. 3 Jahren einen Eichenbonsai anzupflanzen, aber ohne Erfolg. Das mit der Pfahlwurzel kann ich bestätigen, sobald man sie kürzt geht der Baum ein. Also meine Meinung ist: Vergess es mit jung Eichen aus dem Wald, da diese alle eine Pfahlwurzel haben! Mein Tipp: Gehe jetzt in den Wald und suche Eicheln, bei dem milden Wetter haben die meisten schon so 1-3cm langeb Wurzeltrieb. Pflanze diese in ein kleinen Topf und gut is. Klar dauert 1-2Jahre länger aber beim Bonsei ist ja der Sinn das er mit einem aufwächst oder? Ich habe heute die Eicheln eingetopft und kühl gelagert ich denke das es nun gut klappt.
Gruß
Tommyboy
ich bin ein Neuling hier im Forum. Ich habe aber nen grünen Daumen *grins*
kenne mich gut mit Orchideen aus. Versuche seit ca. 3 Jahren einen Eichenbonsai anzupflanzen, aber ohne Erfolg. Das mit der Pfahlwurzel kann ich bestätigen, sobald man sie kürzt geht der Baum ein. Also meine Meinung ist: Vergess es mit jung Eichen aus dem Wald, da diese alle eine Pfahlwurzel haben! Mein Tipp: Gehe jetzt in den Wald und suche Eicheln, bei dem milden Wetter haben die meisten schon so 1-3cm langeb Wurzeltrieb. Pflanze diese in ein kleinen Topf und gut is. Klar dauert 1-2Jahre länger aber beim Bonsei ist ja der Sinn das er mit einem aufwächst oder? Ich habe heute die Eicheln eingetopft und kühl gelagert ich denke das es nun gut klappt.
Gruß
Tommyboy
- Martin_S
- Beiträge: 11869
- Registriert: 05.01.2004, 20:26
- Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'
Tommyboy hat geschrieben:...Versuche seit ca. 3 Jahren einen Eichenbonsai anzupflanzen, aber ohne Erfolg. Das mit der Pfahlwurzel kann ich bestätigen, sobald man sie kürzt geht der Baum ein....
Tja. So macht ein jeder von uns wohl seine ganz persönlichen Erfahrungen. Die folgenden Bilder zeigen Eichen die ich ausgegraben habe, war April 2005 Alle OHNE Pfahlwurzel. Drei Stück. Eine kleine, eine mittlere und eine dickere. Alle drei leben und treiben prächtig. Wie gsagt OHNE Pfahlwurzel. Das ist mit der Pfahlwurzel ist ein Mythos!
Martin S
Beste Grüße
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
Bei allem was so an richtigen Sachen geschrieben steht, ist es von entscheidender bedeutung, wo ich ausgrabe, also weniger das frische Grüh und der evtl tolle Habitus der Bäume ist da entscheidend, sondern was darunter ist. Auf sandigen Böden haben beide Arten oft unendliche Wurzeln und der Großteil der versorgenden Faserwurzeln liegt irgendo 10 m unter der Erde. Einordentlicher potentieler Wurzelansatz ist meist nicht vorhanden.
Man muß also schon mal untenrum alles etwas freilegen, um zu sehen, ob sich da auf absehbare Tiefe was verzweigt und wenn man Hauptwurzeln kappt (das muß man bei Eichen fast immer), noch genugend versorgende Wurzeln überbleiben. Das gleich gilt vom Prinzip für Kiefern.
Ansonsten ausgestohenen Wurzelballen kompakt lassen, nicht ausschütteln oder auswaschen.
Beachtet man das, sind Eichen rel. unproblematisch.
Siehe hier:

links voriges Jahr ein Jahr nach dem Ausgraben(2005) , rechts aktuell.
Untergrund: ca 30 cm Humusschicht, darunter Kies. mehre große Wurzeln mit Astschere gekappt, kompletten Humusballen mit rel. viel Faserwurzeln in Kulturgefäß, drumherum mit Blähschiefer:Humuserde 1:1 aufgefüllt.
Nebari ist suboptimal aber ausbaufähig.
Korrekturen, evtl. Abmoosen ist bei StielEichen kaum möglich.
Wo also gar nichts da ist an ordentlichem Wurzelansatz, sollte man die Finger davon lassen.
Man muß also schon mal untenrum alles etwas freilegen, um zu sehen, ob sich da auf absehbare Tiefe was verzweigt und wenn man Hauptwurzeln kappt (das muß man bei Eichen fast immer), noch genugend versorgende Wurzeln überbleiben. Das gleich gilt vom Prinzip für Kiefern.
Ansonsten ausgestohenen Wurzelballen kompakt lassen, nicht ausschütteln oder auswaschen.
Beachtet man das, sind Eichen rel. unproblematisch.
Siehe hier:

links voriges Jahr ein Jahr nach dem Ausgraben(2005) , rechts aktuell.
Untergrund: ca 30 cm Humusschicht, darunter Kies. mehre große Wurzeln mit Astschere gekappt, kompletten Humusballen mit rel. viel Faserwurzeln in Kulturgefäß, drumherum mit Blähschiefer:Humuserde 1:1 aufgefüllt.
Nebari ist suboptimal aber ausbaufähig.
Korrekturen, evtl. Abmoosen ist bei StielEichen kaum möglich.
Wo also gar nichts da ist an ordentlichem Wurzelansatz, sollte man die Finger davon lassen.
- MartinRedlich
- Beiträge: 1268
- Registriert: 17.12.2006, 19:53
- Wohnort: Regensburg
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Zuletzt geändert von MartinRedlich am 15.03.2026, 21:59, insgesamt 2-mal geändert.
Es wäre schön, wenn die Bonsai im Bild etwas mehr Platz bekämen.
