Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
Moin,
dass ich als alter Friese so etwas lesen darf - danke, schöner Bericht.
So läßt sich auch ein kleiner Bogen zu anderen Diskussionen spannen, die über Wert und Preis von gutem Rohmaterial weitgefächerte Meinungen widerspiegeln. Unwissenheit ist wohl der Ursprung mancher Postings.
Deine vorsichtige oder wohl besser umsichtige/ weitsichtige Vorgehensweise im Umgang mit den gefundenen "Rohdiamanten" noch im Gebirge ist sicher beispielgebend.
Lass uns weiter teilhaben, an deiner Art Bonsai zu betreiben.
He Peter,
sagenhafte Bilder von deiner Yamadoritour - einfach Klasse, trotzdem
würde ich gerne deine weiteren Arbeiten an deinen Yamadoris sehen.
Zuerst wäre ich froh wenn du mir die einzelnen Erdmischungen für deine
Findlinge preis gibst .
Das eine oder andere Bild zeigt keine Erdmischung mit Akadama ....
wie sind deine Mischungen - siehe Fichten oder Lärchenyamadori.
Stellst du deine Findlinge unter Planen, oder sind die bei jedem Wetter
auch bei Dauerregen immer am gleichen Standort in deinem Garten.
Und wie schaut es mit der Düngerei aus a. mit was und b. wieviel und in
welchem Zeitraum, wann wird im weiteren Zeitraum gearbeitet.
Sorry für die vielen Fragen aber nur so können wir Flachlandtiroler uns
weiterbilden und uns verbessern - wie du schon sagtes es wäre sonst
eine verlorene Zeit - YAMADORI hegen braucht viel Zeit u Wissen.
Danke im voraus für deine Antworten Rainer Bock.
Ps. vielen Dank das dir meine Gestaltungsform ohne Foto auf Steinplatte auch gefällt, als weiteres Ziel bei deiner Fichtengestaltung.
Zu Hause habe ich den Baum abgespritzt und über Nacht an einem windgeschützten Ort mit eingepacktem Wurzelballen deponiert.
Heute nun galt es, erst mal eine passende Kiste für die Zeit der Akklimatisierung vorzubereiten. So wurde eine alte Militärkiste einem nützlichen Zweck zugeführt.
Sehr wichtig sind genügend Löcher für eine gute Drainage und Durchlüftung des Wurzelballens. Starke Drähte erlauben eine windfeste Fixierung des Baums.
Das Substrat soll vor allem porös und luftdurchlässig sein. Alle gesammelten Bäume, gleich welcher Art, setze ich in meine 'Hausmischung', bestehend aus viel Akadama, leicht weniger Gartenerde (Universalerde), etwas Blähton und wenig Perlit (Polystrol Perlen). Ist genügend Platz vorhanden, fülle ich zuerst eine mehrere Zentimeter dicke Schicht aus Blähton ein, was Drainage und Belüftung verbessert.
Ich habe mich aus Gewichtsgründen für diese Mischung entschieden, weil ich die Kisten mit den grossen Bäumen ja auch mal bewegen muss. Unterdessen konnte ich feststellen, das die Bäume mein Substrat lieben und prächtig gedeihen. Nach dem Umtopfen jedoch verwende ich meist reines Akadama, manchmal mit etwas Torf versetzt.
Ist das Substrat eingefüllt und der Baum in der Kiste fixiert, wird er reichlich angegossen und dann lasse ich ihn für die nächsten 2-3 Jahre in Ruhe. Erst wenn er sich bestens erholt und üppig ausgetrieben hat, dann, erst dann denke ich an eine Gestaltung.
Rainer,
Meiner Ansicht nach wird in Publikationen die Pflege der Bonsai zu sehr kompliziert. Ob Substrat, Wässerung oder Düngung – alles scheint da so von entscheidender Wichtigkeit. Ich habe solche Bücher zu Beginn auch gelesen, bis ich dann durch Beobachtungen in der Natur und eigener Erfahrung zu teilweise andern Einsichten gekommen bin. Einheimische Bonsai sind Bäume aus der Wildnis und sind nicht viel anspruchsvoller als alle andern auch. So benutze ich nach dem ersten Jahr in der Kiste 2-3 mal jährlich einheimische Düngerprodukte, organische ebenso wie chemische, einfach das, was da für Koniferen preiswert angeboten wird. Japanische Dünger mögen wohl gut und erprobt sein (was ist da wohl anderes drin als bei uns?), aber wenn ich 60 Bäume damit versorgen muss, dann geht das schnell ins Geld.
Meine Bonsai stehen das ganze Jahr über am selben Platz, die grossen Dinger auch im Winter. Die kleineren Bäume stelle ich im Winter auf den Boden und schütze sie mit einer Plane vor direkter Sonne und kalter Bise. Ich weiss nicht, ob das zwingend ist, aber damit sind auch die Schalen geschützter. Ich habe noch nie einen Baum im Winter verloren.
Dateianhänge
Der Baum in der Kiste mit 'Hausmischung' für die Zeit der Akklimatisation
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Letzter Wurzelschnitt
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Die fertige Mischung
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Das Rohmaterial für meine Hausmischung: Blähton, Polystrol, Akadama, Universalerde
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3-4 cm Blähton verbessern Drainage und Belüftung
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Erst eine dicke Schicht Blähton
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Ebeso wichtig: Drähte für die Fixierung des Baums
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Wichtig sind viele Löcher für eine gute Drainage und Belüftung
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Blick auf den kompakten Wurzelballen
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Die Fichte vom Vortag, noch immer original verpackt
HexenSandra hat geschrieben:
Und mein Größten RESPEKT, das muß echt eine Tortour gewesen sein, den die ganzen 1 1/2 Stunden auf dem Rücken den Berg runter zu tragen!
Ja Sandra, so ist es. Oft reicht diese Zeit garnicht und es wir dann echt grausam. Gelle Michi
nicht nur, das du diese Arbeit hattest den Baum nach Hause zu bekommen...sondern dass du dies auch noch so ausführlich dokumentierst...Bildlich
festhällst.....und uns die Möglichkeit bietest einen Einblick in deine Arbeit zu bekommen......dafür möchte ich mich bei Dir bedanken.
Das nenne ich mal Einsatz... Das schleppen von kilo weise Material in den Bergen kenne ich zwar auch, aber dabei handelt es sich meist um Karabiener, Haken, Seile usw.. Irgendwann muss ich endlich mal jemanden meiner Bergfreunde überreden, mit mir ein Wochenende Wandern und Geröllhalden kraxeln zu machen. Ich befürchte nur, das sie auch dann der magische Drang an die steilen Wände ereilen wird und ich alleine auf der Alm steh. Naja kommt zeit, kommt Rat.
Aber ehrlich super Bericht, der zeigt wie Anstrengend es ist, aber auch in welch wunderschöner Natur dies stattfindet, da ist es doch auch gut das es nur ein paar wenige gibt die sich so weit hinauf quälen, damit sie noch lange erhalten bleibt!