Lieber Ulf,flu hat geschrieben:Lieber Andreas,
deine Quelle und vor allem Will Heath in Ehren ... doch leider wird in diesem Artikel auf "Knowledge of Bonsai" verschwiegen, wie umstritten Frau Dr. Linda Chalker-Scotts Ansichten bezüglich der Nährstoffaufnahme von Pflanzen via Blätter selbst in der Wissenschaftsgemeinde sind.
Nach allem, was ich gelesen habe, sind ihre gesammelten Werke bezüglich vermeintlicher gartenbaulicher Mythen sogar reichlich unorthodox.
vielleicht sollte ich mich beim Zitieren amerikanischer Quellen gelegentlich mal daran erinnern, dass sich jenseits des "Großen Teiches" auch unter Wissenschaftlern der Kreationismus ("intelligent design" oder was auch immer) relativ großer Beliebtheit erfreut...
Wie du dir sicher denken kannst, habe ich diese Behauptung nicht mithilfe eigener Untersuchungen überprüft. Ich fand es lediglich einleuchtend aufgrund meiner Kenntnisse der Pflanzenphysiologie.
Wenn ich eine Nährstofflösung auf die Blattoberfläche aufbringe, muss ja ein Mechanismus den gelösten Nährstoff in die Blattzelle einschleusen, nachdem das Ion einschließlich Hydrathülle die Nanoporen der Cuticula passiert hat (um es noch komplizierter zu machen, ist diese auch noch hydrophob, je nach Pflanzenart - Lotosblatteffekt - sogar manchmal gänzlich unbenetzbar). Die Pflanzenzelle hat im Gegensatz zur tierischen Zelle eine Zellwand, die eine Innendruckerhöhung durch Osmose ermöglicht, so dass auch ein aktiver Transportmechanismus gegen das Konzentrationsgefälle möglich ist. Der müsste dann aber energieabhängig sein und würde sich evolutionär doch nur dann "rentieren", wenn die Pflanze von diesem Energieaufwand auch einen Selektionsvorteil hätte. Und an dieser Stelle bin ich mit meinem Latein (gottseidank) am Ende: Warum sollte sie das tun? edit: sie tut es, nur das WIE ist noch nicht wissenschaftlich geklärt
Noch eine dumme Frage: wenn ich eine Pflanze mit massivem Wurzelschaden über die Blätter dünge (schlaffe Blätter, Verdunstung höher als Wasseraufnahme durch die Wurzeln) müsste ich damit doch die Pflanze weiter entwässern, weil die Düngerreste (Salz) beim Verdunsten des umgebenden Wassers eine konzentrierte Lösung darstellen, die über die Umkehr der Osmoserichtung den Blättern wiederum Wasser entziehen? Oder ist die Zellwand (oder welche Struktur der Zelle auch immer) nur durchlässig für Ionen, für Wasser aber nicht?
PS ich will hier niemanden verunsichern oder gar persönlich angreifen, möchte nur selbst gern verstehen, wie das denn funktioniert, wenn es das denn tut (oh, Deutschlehrer, verzeiht mir!)
PS: @zwanziger: Da bin ich vom Fach: die A...-Schleimhaut kann durchaus resorbieren, und bei dieser Verabreichung umgeht das Medikament den Pfortaderkreislauf und wird daher von der Leber nicht ganz so schnell verstoffwechselt. Und man umgeht (besonders bei Kindern) die Geschmacksknospen



