Thierry hat geschrieben:Sehr interessant Marco. Danke.
Dürfte man erfahren woher du das alles weißt ?
Das ist angewandtes Halbwissen. Also mehr Schlussfolgerungen als wissenschaftlich fundiert. Ich habe in meinem Studium zum Bauingenieur so 1-30 Vorlesungen in Baustoffkunde gehabt und selbst auch schon mit der Maxit-Schallschutzschüttung auf Baustellen gearbeitet (Fußbodenausgleich in der Altbausanierung z.Bsp.). Die Materialien müssen dafür bestimmte Eigenschaften besitzen, z.Bsp. Druckfestigkeit (deshalb auch bis zum sintern gebrannt), Wärmedämmeigenschaften (Luftporen in den gebrannten Kügelchen), Schallschutzeigenschaften (gebrochene Kügelchen, damit eine Verdichtung der Schüttung möglich ist => Gewicht=Luft-Schallschutz). Bei allen diesen Eigenschaften muss die Blähtonschüttung aber am meisten von allen Eigenschaften die Strukturstabilität haben, damit keine Setzungen im Fußbodenaufbau entstehen. Durch die Verwendbarkeit des Materials schließe ich auf eine entweder geringe bis gar keine Wasseraufnahmefähigkeit (Jürgen hat das Gegenteil bewiesen) oder die Fähigkeit zu einer schnellen Abgabe des gespeicherten Wassers bzw. eine geringe Speicherfähigkeit über längere Zeit (was zu beweisen wäre). Im Betonlabor hab ich mal im Praktikum mittels der Darr-Methode (Beton "kochen" bis zur Massekonstanz) feststellen müssen, wieviel Wasser ein Betonrezept enthält, im Verhältnis zu Zement und Zuschlagstoffen.
Diese Darr-Methode kann man aber auf Jürgens Experiment fortführen, indem man über eine bestimmte Zeit unter einer bestimmten Temperatur (z.Bsp 25°C) beobachtet, wann sich Massekonstanz, also reines Maxit ohne Feuchtigkeit, einstellt. Konstante Luftfeuchtigkeit und Luftdruck sind von Vorteil. Wichtig ist dafür die Festlegung so vieler Faktoren wie möglich, um aussagekräftige Werte zu bekommen. Laborbedingungen also. Ich glaube aber, dass es so genau dann doch nicht sein muss.
(Ich warte ja darauf, dass mich jemand berichtigt, falls was falsch ist.

)
Thierry hat geschrieben:Mir ist übrigens, nachdem ich gestern deine erste ausführliche Erklärung gelesen hatte, was eingefallen : Frostresistenz der Substrate. Da gibt's, meiner Meinung nach, recht wenige Infos. Oder ? Würde mich mal interessieren genauere Infos zur Frostresistenz der Substrate zu finden. Nur anhand von Beobachtungen ist mir bisher aufgefallen, daß weder Seramis noch Akadama sehr frostresistent sind, dagegen aber Lavagranulat extrem gut frostresistent. Und diese Frostresistenz ist m.E. kein Risiko, daß wir zu gering schätzen sollten...
Gruß,
Thierry
Frostresistenz hängt zum einen von der Fähigkeit zur Aufnahme und Abgabe von Wasser ab, zum anderen von mechanischen Belastungen (z.Bsp. Frostaufbrüche bei Straßendecken, Stichwort "Eislinsenbildung") und von den dazugehörigen Temperaturwechseln. Ich bin der Meinung, dass dabei die Anzahl und Homogenität der eingeschlossenen Luftporen eine wesentliche Rolle spielt. Stoffe mit vielen kleinen, ungefär gleich großen Luftporen sind weniger frostresistent als Stoffe mit vielen unterschiedlich großen Luftporen. Durch die Anomalie des Wassers bedingt, dehnt es sich anders als andere Stoffe bei Kälte aus. Die Inhomogenität (

) der Stoffe mit den vielen unterschiedlich großen Luftporen gibt dem Eis damit sozusagen Raum zum ausdehnen, weil nicht alle Poren gleichmäßig gefüllt sind, es kommt daher nur zu wenigen Frostabsprengungen. Homogene Stoffe wirken dagegen wie ein Schwamm und nehmen auch homogen Wasser auf, es sind dann sozusagen alle Luftporen gleichmäßig mit Wasser gefüllt (Sättigung). Eis kann sich somit nicht ausdehnen. Bei Bonsaischalen versucht man möglichst homogene Strukturen (mikroskopisch) zu bekommen und diese dann zu sintern, damit möglichst wenig Wasser in das Material eindringen kann. Abplatzende Glasuren sind ein Spannungsproblem zwischen zwei unterschiedlichen Materialhärten.
Schlußfolgerung: Man erhält Frostresistenz entweder, wenn man das Eindringen und Speichern von Wasser verhindert, oder Homogenität in der Struktur der Stoffe selbst vermeidet. Schuld an allem ist das gespeicherte Wasser.
By the Way, dein Link zur Frostfestigkeit funktioniert leider bei mir nicht.
@Honey: Fortschritt benötigt Neugier! :D